Folgen Sie uns

Allgemein

Corona-Bonds? Transferunion? Gemeinsame Schulden? CDU erklärt!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Bekommen wir jetzt die Corona-Bonds? Und ist die Transferunion nicht schon längst da, haben wir nicht schon längst gemeinsame Schulden in Europa, für die wir Deutsche auch kräftig mit haften? Denn schließlich gibt es den ESM, die Anleihekäufe der EZB in Billionenhöhe etc. Mit gesundem Menschenverstand kann man hier schon mal mal ziemlich eindeutig von einer Transferunion sprechen, also eine De-facto-Umverteilung von den Geberländern hin zu den Nehmerländern in Südeuropa. Aber offiziell, da ist natürlich alles in Ordnung, da gibt es weder gemeinsame Schulden, noch eine Transferunion.

Und jetzt, wo sich erst diesem Montag die EU-Partner auf den 750 Milliarden Euro schwereren EU-Wiederaufbaufonds geeinigt haben? Sind das jetzt die befürchteten Corona-Bonds, gemeinsame Schulden, für die der deutsche Steuerzahler voll haftet? Ein Bruch der Verträge auf ganzer Linie? Denn zum aller ersten Mal nimmt die EU selbst Schulden auf, und der Großteil der Gelder landet mal wieder in Südeuropa. Aber sind das wirklich per Definition die befürchteten Corona-Bonds? Nein, da können wir sie beruhigen (klingt da ein Schuss Ironie mit durch?).

Denn wir sind über ein offizielles Statement der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom gestrigen Mittwoch gestolpert, wo genau diese Frage thematisiert wird. Und Gott sei dank, es sind doch keine Corona-Bonds. Dies versichert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Andreas Jung. So sagt er unter anderem, dass Solidarität und Solidität beim neuen EU-Wiederaufbaufonds zusammen gehören. Das unterstütze man mit Nachdruck. Ein starkes Deutschland gebe es nur mit einem starken Europa.

CDU kann in Sachen Corona-Bonds beruhigen

Und warum sind diese EU-Kredite keine Corona-Bonds? Laut Andreas Jung sei diese Kreditaufnahme der EU sogar „ganz klar eine Absage an Corona-Bonds“. Unter Corona- oder Euro-Bonds verstehe man nämlich, dass die Mitgliedstaaten der EU gemeinsam Schulden am Kapitalmarkt aufnehmen, die aufgenommenen Mittel unter sich aufteilen und gesamtschuldnerisch für die Rückzahlung und Zinsen dieser Schulden haften würden. Deutschland würde dann uneingeschränkt für die Schulden anderer Staaten haften. Die (auf EU-Ebene) gefundene Einigung vom Montag gehe aber in eine ganz andere Richtung, so Andreas Jung.

Die EU-Mitgliedstaaten würden für den Fonds nicht als Gesamtschuldner haften, sondern nur in Höhe ihres Anteils am EU-Haushalt. Für Deutschland sei dies rund ein Viertel der Summe. Der Fonds werde an den EU-Haushalt gebunden sein. Alle Mitgliedstaaten und darunter auch der Bundestag müssten der Mittelbereitstellung zustimmen. Es werde keine schlichte Zuweisung ungebundener Mittel an die Haushalte der Mitgliedstaaten geben. Der Europäische Rechnungshof kontrolliere die zweckgemäße Verwendung, so die Ausführung von Andreas Jung.

Deutschland haftet ja nur anteilig?

Tja, da kann man sich doch beruhigt hinlegen und gut schlafen? Aber was ist, wenn neben Großbritannien weitere EU-Mitglieder aus dem Club austreten? Dann steigt Deutschlands Anteil an der Haftung immer weiter an. Und mal ehrlich. Die Realität sieht doch so aus: Hat man erstmal diese Schulden aufgenommen (dazu noch ESM, EZB-Käufe, Target2), und die wirtschaftlich weniger stabilen Länder innerhalb der EU fragen nach immer neuen Geldern, wird Deutschland auch immer weiter haften und zahlen. Mehr und mehr. Man kann sich über Definitionen oder auch Namen wie Corona-Bonds oder Transferunion hin und her streiten.

Fakt ist, dass Deutschland gemäß jüngster CDU-Schätzungen nach dem Beschluss vom Montag 10 Milliarden Euro mehr pro Jahr an die EU überweisen wird als bisher. Also, Deutschland zahlt ja schon ordentlich, während Länder wie Österreich etc am Montag sogar noch Rabatte für sich verhandeln konnten. Und wie gesagt… scheiden in folgenden Krisen vielleicht Länder wie Italien oder Griechenland aus dem Club namens EU aus, steigt der Haftungsanteil Deutschlands am Mega-Schuldenberg ganz von alleine. Aber offiziell, ja, da sind das (ganz sicher!) keine Corona-Bonds. Deutschland haftet ja nur in Höhe seines EU-Anteils.

Beim EU-Rat wurden laut CDU keine Corona-Bonds beschlossen
Hier wurde vier Tage lang durch den EU-Rat der Wiederaufbaufonds beschlossen. Copyright: European Union

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Dreistein

    23. Juli 2020 12:20 at 12:20

    Wo bleibt die Solidarität bei den zuzahlenden Steuern und Abgaben? Warum wird die nicht gesenkt z.B. wie in Spanien? Wo bleibt die Solidarität mit den Renten und das Renteneintrittsalter???
    Alle sind so solidarisch solange sie nehmen können und Deutschland zahlen darf.
    Jetzt zahlen wir sogar für die Südländer den entgangenen Profit weil wir nicht in Urlaub fahren können. Wer so eine Regierung hat wie Deutschland braucht keine Feinde mehr.

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    23. Juli 2020 13:24 at 13:24

    Tolle Ansicht dass jedes Land für sich hafte. Die EU nimmt die Kredite auf und nun soll nur noch jeder Staat einzeln für seine Anteile haften? Sagt man den Gläubigern schon bei der Aufnahme, dass er zwar mit der EU Verträge habe, aber die Rückzahlung nach einem Schema erfolge, das zur Zeit noch nicht bekannt sei…. oder was bitte schön. Mein Gott, warum wählt man auch immer solche Politiker in solche Positionen… Mann oh Mann.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

weiterlesen

Allgemein

Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

weiterlesen

Allgemein

Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen