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Corona-Hilfen: Das Desaster bei den Auszahlungen übersichtlich dargestellt

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum

Seit Tagen macht das Thema in zahlreichen Medien die Runde. Die Corona-Hilfen werden vom deutschen Staat nicht oder nur sehr schleppend ausgezahlt. Ein Großteil der dringend auf Hilfszahlungen angewiesenen Unternehmen erhalten einfach kein Geld. Was wäre das für ein Desaster, wenn reihenweise Unternehmen pleite machen müssen, nur weil ihnen zustehende Hilfszahlungen einfach nicht ausgezahlt werden!

Erst vorgestern berichteten wir über die desaströse Lage rund um die Corona-Hilfen für den Handel in Deutschland. Der Branchenverband HDE schlug Alarm und berichtete davon, dass knapp 60 Prozent der Unternehmen in den Innenstädten ohne weitere staatliche Hilfen vor dem Aus stehen. Aktuell haben wir eine sehr gute Übersicht beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gefunden, die verdeutlicht, wie schleppend die verschiedenen staatlichen Finanzhilfen an die anspruchsberechtigten Unternehmen fließen. Der geringe Umfang der Zahlungen ist fast schon skandalös. Als hätten kleine Einzelhändler oder Restaurantbetreiber alle noch für Monate ohne jeglichen Umsatz bequeme Finanzpolster.

Geringe Anteile an Corona-Hilfen tatsächlich ausgezahlt

In der Grafik sieht man es übersichtlich dargestellt. Trotz der umfangreichen Ankündigungen sind die Mittel zur Existenzsicherung vieler Firmen laut IW bisher enttäuschend langsam abgeflossen. Während von den ursprünglich geplanten 50 Milliarden Euro für die Soforthilfen im letzten Nachtragshaushalt nur noch 18 Milliarden vorgesehen waren, sind davon nur 13,7 Milliarden Euro oder 76 Prozent ausgezahlt worden. Für die Überbrückungshilfen I und II standen zwar 24,6 Milliarden Euro zur Verfügung, zusammen sind lediglich 2,1 Milliarden Euro oder 8 Prozent ausgezahlt worden. Insgesamt standen im Bundeshaushalt 2020 42,6 Milliarden Euro zur Verfügung, von denen 15,8 Milliarden Euro oder 37 Prozent ausgezahlt wurden – weit weniger als die angekündigten 50 Milliarden. Auch der Wirtschaftsstabilisierungsfonds wird laut IW bisher kaum genutzt. Gerade einmal 7,8 Milliarden Euro für Rekapitalisierungsmaßnahmen sind verausgabt worden. Insgesamt stehen in dem Fonds jedoch 500 Milliarden Euro zur Verfügung.

Grafik zeigt schleppende Auszahlung der Corona-Hilfen

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Brötchen

    14. Januar 2021 15:10 at 15:10

    Wenn man das ganze zynisch sehen will könnte man meinen der Staat setzt nur deswegen das Insolvenzrecht außer Betrieb, weil er mit seinen Rettungs Bazzokas nicht hinterherkommt und die Unternehmen sonst durch die schleppende Auszahlung insolvent gehen würden.

    Zum Glück ist die SPD so schlecht in den Umfragen, dass „The Olaf“ nicht auch noch Kanzler wird.

    Vielen Dank an die Hansestadt für diesen schwarzen Schwan.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

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Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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Andre Stagge über sein Depot, Inflation, Bitcoin und steigende US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Andre Stagge

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden ausführlichen Video fünf Positionen in seinem eigenen Investmentdepot. Aber er spricht auch über wichtige Themen in einem größeren Zusammenhang. Zum Beispiel geht er der Frage nach, ob in 2021 die große Inflation ansteht. Auch schaut er auf die mögliche weitere Entwicklung des Bitcoin, und bespricht die interessante Thematik, welche Auswirkung nachhaltig steigende Anleiherenditen in den USA auf die Märkte haben.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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