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Aktien

Corona-Impfstoff-Hoffnung: Die Corona-Gewinner verlieren aktuell kräftig!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Symbolbild für Corona-Impfstoff

Seit 12:30 Uhr ist die Corona-Impfstoff-Hoffnung so groß wie noch nie. Die Aktiemärkte springen kräftig nach oben. Der Dow Jones machte sogar einen Satz von mehr als 1.300 Punkten nach oben (jetzt noch +900), und das binnen weniger Minuten. Pfizer und Biontech (wir berichteten) bringen mit ihrer aktuellen Meldung extrem viel Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff. Ihre Aktien schießen seit heute Mittag kräftig nach oben, aber auch Aktien von Flughafenbetreibern oder Fluggesellschaften, und sonstigen Unternehmen, die beim Wiederanspringen der Konjunktur profitieren.

Corona-Impfstoff-Hoffnung kennt an der Börse auch klare Verlierer

Und die Verlierer der ganz aktuellen Corona-Impfstoff-Hoffnung? Es ist logisch. Wer seit März massiv profitiert hat, ist an der Börse seit heute Mittag plötzlich der klare Verlierer. Man nehme nämlich mal an, dass so ein Corona-Impfstoff in überschaubarer Zeit zur Verfügung stehen würde. Dann läge auch die Hoffnung nahe, dass die Menschen wieder in Massen ins Flugzeug steigen und Urlaub machen, in die Innenstädte gehen und shoppen, ins Restaurant gehen usw.

Corona-Gewinner in den USA verlieren heute

Und so verliert der größte Gewinner der Coronakrise heute kurz nach Handelsstart in New York. Die Amazon-Aktie ist mit 2,6 Prozent im Minus. Die Aktien von Netflix verlieren heute 5,5 Prozent. Auch das ist nachvollziehbar. In der Coronakrise hockten die Menschen vermehrt zuhause, und brachten die Zeitrum rum durch Sitzen vor der Flimmerkiste. Aufgrund von massiven Schrottangeboten im Free TV musste für viele Menschen ein Netflix-Abo her. Das ist natürlich auch wieder kündbar. Und sollten die Zeiten nun wieder besser werden, gehen auch die Abo-Zahlen zurück? Oder zumindest fällt das weitere Abo-Wachstum Richtung Null? Der Video-Konferenz Anbieter Zoom, den vor der Coronakrise kaum jemand kannte, und der die letzten Monate wie wild gepusht wurde, verliert heute 16 Prozent.

Auch in Deutschland gibt es heute klare Verlierer

Aber auch in Deutschland sind die Verlierer der aktuellen Meldung von Pfizer und Biontech klar identifizierbar. Die Aktien von Zalando verlieren heute 8,4 Prozent. Die Aktie von Delivery Hero verliert 7,3 Prozent. Im Dax ist aktuell nur diese Aktie der Verlierer der aktuellen Impfstoff-Meldung. Auch hier ist die Story leicht verständlich. Diese Corona-Impfstoff-Hoffnung lässt vermuten, dass die Menschen weltweit wieder mehr auswärts essen, und stationär einkaufen. Also, Zalando und Delivery Hero short? Zumindest ist das seit heute Mittag der angesagte Trade. Aber auch die Aktie des deutschen Zoom-Konkurrenten „Teamviewer“ verliert heute 9,8 Prozent. Und über die Aktien der Drägerwerk AG hatten wir erst letzte Woche berichtet. Wer Beatmungsgeräte baut, war in der Coronakrise gefragt. Heute verlieren die Aktien 9 Prozent an Wert.

Chart zeigt Kursverlauf der Aktien von Zoom, Zalando und Tiemviewer
Die Aktien von Zoom, Zalando und Tiemviewer im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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