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Corona: Nächste Welle in Fernost gestartet? Fatale Konsequenzen

Corona ist in asiatischen Ländern wieder klar auf dem Vormarsch! Thailand, Südkorea, aber vor allem Indien melden stark steigende Zahlen

Corona: Im Osten ist die nächste Welle gestartet

Mit Verwunderung nimmt man Nachrichten aus Südostasien wahr, aus Ländern, die Corona so richtig im Griff hatten, aber jetzt wieder steigende Infektionszahlen zu vermelden haben. Ist die Strategie einer Eindämmung ohne ausreichende Impfungen zum Scheitern verurteilt?

Die Eindämmung von Corona im Osten

Natürlich sind es aus westlicher Sicht sehr wenig Fälle, wenn man Indien dabei ausklammert, aber dennoch ist es ein wenig überraschend, dass es in Ländern wie Thailand, wo man das Virus als erfolgreich bekämpft betrachtete, doch plötzlich wieder sprunghafte Anstiege bei den Infektionszahlen gibt.

Jetzt meldete man in Südostasien in der letzten Woche 1,7 Millionen neue Fälle von Infektionen mit Corona, in der Region, in der man sich daran gemacht hat, das normale Leben wieder einzuläuten, einschließlich des Tourismus. Zum Beispiel Thailand, die Philippinen, Südkorea.

Ausgerechnet in Thailand, in dem Land, in dem es trotz seiner 70 Millionen Einwohner bisher in einem ganzen Jahr nur 30.000 Fälle und 97 Todesopfer gegeben hatte, schießen die Zahlen im Norden des Landes plötzlich nach oben. Fast 1000 Neuinfektionen an einem Tag, das Fünffache von vor einer Woche, in einigen Regionen im Lande bereitet man sich schon in Krankenhäusern auf eine Welle an Neuinfizierten vor. Obwohl das Land über ein ganzes Jahr strenge Einreisebestimmungen verhängt hatte, jetzt so etwas. Wo man sich schon auf eine Rückkehr der Touristen eingestellt hatte, die bis zu 20 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes ausmachen. Natürlich wird man mit für uns unglaublich drastischen Maßnahmen die Zahlen wieder senken, aber man wird auch einen großen Preis dafür bezahlen.

Über die aus Thailand gemeldeten Zahlen würde man im zweitbevölkerungsreichsten Staat der Erde, Indien, nur milde lächeln. Der Subkontinent mit seiner Riesen-Metropolen ist ein Rätsel für sich. Die Hälfte der Bevölkerung – fast 700 Millionen – ist unter 20 Jahre alt und in den Armutsviertel von Mumbai und Neu-Dehli glaubte man schon eine gewisse Herdenimmunität erreicht zu haben. Manche Antikörpertests brachten Verwunderliches zutage. Jetzt gab es an einem Tag fast 170.000 Neuinfektionen mit Corona und damit 10-mal soviel wie noch zu Anfang März.

Dies hat Folgen für das Land – medizinische, gesellschaftliche und wirtschaftliche. Durch einen erneuten Lockdown in dem Land mit den extremsten Unterschieden in den Lebensverhältnissen, der das avisierte Wachstum von 12,5 Prozent, das von IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath, einer gebürtigen Inderin, nach einer Superrezession im Jahr 2020 in Frage stellen wird. Was das für Indiens Krankensystem bedeutet, kann man sich auch vorstellen.

Aber es gibt noch einen Aspekt, den man fast nicht glauben kann. Indien ist Heimat für den größten Impfstoffhersteller der Welt, Serum Institute. Ein Produzent von Vakzinen, auch gegen die aktuelle Pandemie und da man dem Impfung der eigenen Bevölkerung höchste Priorität einräumen muss, wurde jetzt ein Exportstopp verhängt. Mit Folgen für einige Länder, die fest mit den Lieferungen für die Impfkampagne gerechnet haben, die Philippinen, aber auch Japan.

Was passiert in Japan, dem Land für die XXXII. Olympischen Sommerspiele?

Auch wenn die Corona-Zahlen im Land mit der drittgrößten Wirtschaft der Welt sich nicht in europäischen Dimensionen bewegen, ist ein Anschwellen der Infektionszahlen schon äußerst bedenklich. Schließlich will man ab dem 23. Juli die verschobenen Olympischen Sommerspiele durchführen, ohne ausländische Sporttouristen aber mit Tausenden Sportlern aus möglicherweise 140 Ländern. Klar stemmt man sich mit Beschränkungen auch gegen kleine Inzidenzzahlen und nimmt auch wirtschaftliche Schäden in Kauf. Aber die Bevölkerung ist mittlerweile äußerst skeptisch über das Sportevent mit den vielen Menschen aus aller Welt und ist verärgert über die ständigen Schließungen von zum Beispiel Bars und Restaurants. Seltsamerweise hat das Hightech-Land ein sehr leistungsfähiges Gesundheitssystem, aber relativ wenig Intensivbetten.

Aber es gibt noch etwas Verwunderliches aus Japan zu berichten. Japan hat im Umgang mit der Impfung vielleicht die schlechteste Vorbereitung unter den großen Ländern. Selbst einheimische Ökonomen sprechen davon, dass man mit der zögerlichen Bestellung von Impfstoffen Monate an Zeit verloren hat. So liegt Japan mit seiner Impfquote bei den Industrieländern ganz weit hinten in der Reihenfolge. Ganze 13 Impfdosen auf 1000 Menschen sind bereits verimpft, im Gegensatz zu 225 in Deutschland, was nun auch keinen Spitzenplatz in der Impfgeschwindigkeit einnimmt.

Fazit

Die Zero-Covid-Strategie in verschiedenen Ländern, insbesondere ohne Insellage, hat sicherlich ein Problem. Wenn die Bevölkerung keine Herdenimmunität aufgebaut hat, genügt eine Öffnung für Tourismus und Geschäftsverkehr und schon gerät Vieles wieder ins Wanken. Was nutzt eine Referenzzahl in Richtung null, wenn ein Land vom Tourismus lebt und die Grenzen für Millionen öffnet? Klar kann man den Flugverkehr gut kontrollieren, aber Straßen-, Schienen- und Wasserverkehr? Ein einziger unerkannter Superspreader auf nächtlicher Tour durch ein Touristenviertel in Bangkok oder sonst einer Metropole und es beginnt von Neuem.

Corona und seine Sprösslinge geben vermutlich nicht auf, bevor Immunität der Wirtskörper gegeben ist. Auf natürlichem Wege oder durch Impfungen.



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