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Konjunkturdaten

Coronakrise: April, der Tiefpunkt in Deutschlands Wirtschaft?

Der gesamte Dienstleistungssektor lag im April wegen der Coronakrise am Boden. Als jetzt die Zahlen für diesen Schreckensmonat kommen, ist das Wehklagen groß

Wolfgang Müller

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am

Obwohl es mehr als logisch war, dient es als große Schlagzeile in allen Medien: Wirtschaftseinbruch im April – Deutschlands Exportwirtschaft, seine Industrieproduktion, seine Gastronomie, Hotellerie und nahezu der gesamte Dienstleistungssektor lagen im Monat April wegen der Coronakrise am Boden. Als jetzt die Zahlen für diesen Schreckensmonat kommen, ist das Wehklagen laut. Wie konnte es denn aber aber anders sein, bei einem Lockdown, wenn im April 10 Millionen Anträge auf Kurzarbeit gestellt wurden, in unseren Nachbarländern sogar noch strengere Corona-Regeln gegolten haben und die Grenzen weitgehend geschlossen waren? Ein volkswirtschaftliches (Kurzzeit)Fiasko durch die Coronakrise war vorprogrammiert.

Coronakrise: Die Weltbank bringt es auf den Punkt

„Deutsche Exporte im April um 31 Prozent eingebrochen“, so die gestrige Schlagzeile im Börsenfernsehen und damit doppelt so stark wie noch im März. Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt sehr dramatisch, denn fast 30 Prozent der Wirtschaft hängen von den Ausfuhren ab. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die für Deutschland so essenzielle Automobilproduktion, die in diesem Monat mit minus 74,6 Prozent regelrecht kollabiert war.

Dass es unseren Außenhandel so stark in Mitleidenschaft gezogen hat, ist nicht nur der Abschottungsstrategie unserer EU-Nachbarmärkte zu verdanken, sondern einer historisch ungewöhnlichen Situation.

Nach einer Prognose der Weltbank wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 5,2 Prozent schrumpfen und noch nie in der Zeit nach 1870 sind weltweit gleichzeitig so viele Länder in eine Rezession gestürzt. Daher habe ich schon seit Wochen davor gewarnt, diese besondere Lage mit früheren Rezessionen zu vergleichen. Ein Lockdown ist ein ganz spezielles Ereignis, mit dem kein lebender Investor etwas anfangen kann. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sprach davon, dass man in zwei Monaten so viel Einbruch erleben konnte, wofür es selbst in der schweren Finanzkrise Monate gebraucht hat. Aber das Schlimmste sei vorbei, wenngleich der Aufschwung eines Exportlandes sehr von der Entwicklung des Auslands abhänge.

Die Sorgen der Entwicklungsstaaten

Auch wenn die Pandemie und die Coronakrise die Industrieländer laut Weltbank um durchschnittlich sieben Prozent in die Rezession treiben wird, sollte es die Entwicklungsstaaten vermutlich härter treffen. Deren Bruttoinlandsprodukt könnte zwar „nur“ um 2,5 Prozent sinken, aber man braucht aus den verschiedensten Gründen ein höheres Wachstum als die „Developed Countries“, um wenigsten den mageren Mininimumstatus zu erhalten.

Die Coronakrise sorgt auch bei den Emerging Markets für Extreme. Laut Weltbank erleben die Entwicklungs- und Schwellenländer seit 60 Jahren zum ersten Mal eine gemeinsame Rezession. Mit voraussichtlich schlimmen Folgen, die Weltorganisation rechnet mit mindestens 60 Millionen Menschen, die in extreme Armut abgleiten sollten.

Dabei kommen derzeit gleich mehrere negative Entwicklungen zusammen. Der Zusammenbruch der internationalen Lieferketten, Rückgänge in der Rohstoffproduktion (insbesondere beim Öl), eine Kapitalflucht internationalen Geldes und jetzt sogar noch in manchen Regionen ein Anstieg der Corona-Infektionszahlen. Dies hat zu verschärften Lockdown-Maßnahmen geführt und die Abwärtsspirale in der Coronakrise weiter verstärkt.

Anders als in Deutschland, wo es gar nicht schnell genug gehen kann, mit den Lockerungen. Die Aprilzahlen verstärken einmal mehr den Druck auf die Politik.

Fazit

Der Lockdown hat Schlimmeres in vielen Ländern verhindert. Man konnte in dieser Zeit künftige Abwehrstrategien entwickeln – und muss aber feststellen, dass man Volkswirtschaften nicht über Monate schließen kann, ohne auf der anderen Seite gigantische Kollateralschäden zu erzeugen. Wie oft war von Millionen Hungertoten die Rede, vom juristisch stets zu prüfenden Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Kein weiterer Lockdown, lautet die Devise in vielen Ländern, selbst dort, wo die Pandemie noch richtig tobt (USA).

In Deutschland, einem Land mit einer schlussendlich (bisher) sehr effektiven Eindämmungsstrategie werden in den nächsten Wochen die wirtschaftlichen Schäden addiert und der Versuch gestartet die Wirtschaft auf das Niveau von vor der Coronakrise zu bringen. Unvollstellbare Summen werden zur Abmilderung von Covid-19 aufgebracht, um die Folgen abzumildern. Dabei hatte unser Shutdown in seiner strengen Form eigentlich nur vom 22. März bis Anfang Mai gedauert.

Die Coronakrise ist anders als andere Krisen zuvor

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Scheer

    10. Juni 2020 11:21 at 11:21

    Ob sich im Zuge der finanziellen Unterstützung der Bundesregierung die Wirtschaft wieder erholt ist mehr als fraglich.
    Wenn man den aktuellen Wrtschaftsmeldungen glauben mag („Continental plant neue massive Entlassungswelle“ Quelle: DWN ) wird das noch ein langer Weg bis dahin.
    Aber Dank der endlosen Geldeschöpfung können wir nun unser Geld über die steigenden Aktienkurse verdienen.
    Man kann gar nicht verliehren!

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Konjunkturdaten

US-Verbrauchervertrauen schwächer, Erwartungen fallen deutlich

Markus Fugmann

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am

Das US-Verbrauchervertrauen (Conference Board; November) ist mit 96,0 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 98,0; Vormonat war 100,9, nun auf 101,4 nach oben revidiert).

Die Erwartung liegt bei 89,5 (Vormonat war 98,4)

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 105,9 (Vormonat war 104,6)

Wie zuletzt immer wieder ist die Seite des Conference Board down – wegen aktuell zu viel Traffic. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Republikner depressiv geworden sind..

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Europa

ifo Index mit zweitem Rückgang in Folge – Lage ok, Erwartungen schwächer

Markus Fugmann

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am

Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für November veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 90,7 (Prognose war 90,1; Vormonat Oktober war 92,7) – das ist der zweite Rückgang in Folge nach zuvor fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,0 (Prognose war 87,0; Vormonat war 90,3)

– Erwartungen: 91,5 (Prognose war 93,5; Vormonat war 95,0)

Dazu Wohlrabe von ifo: Dienstleistungssektor spürbar schwächer, Industrie hat sich Abwärtsentwicklung entgegen gestemmt, Handel schwächer

Hier die Pressemitteilung des ifo:

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 90,7 Punkte gesunken, nach 92,5 Punkten im Oktober. Der Rückgang war vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten sie etwas weniger gut. Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen.

Das Verarbeitende Gewerbe ist der Lichtblick in diesem Monat. Das Geschäftsklima hat sich verbessert. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich besser. Die Auftragseingänge stiegen, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Ausblick auf die kommenden Monate fiel jedoch merklich weniger optimistisch aus.

Im Dienstleistungssektor hat der Geschäftsklimaindikator merklich nachgegeben. Er liegt erstmals seit dem Juni wieder im negativen Bereich. Die zuletzt gute Lageeinschätzung hat sich deutlich eingetrübt. Zudem blicken erheblich mehr Unternehmen pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Indikatoren im Bereich Hotels und Gastgewerbe sind regelrecht abgestürzt.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden. Auch die Erwartungen trübten sich merklich ein. Insbesondere die Einzelhändler berichteten von deutlich weniger gut laufenden Geschäften.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht nachgegeben. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen hingegen fielen etwas pessimistischer aus.“

Der ifo Index ist das wichtgiste deutsche Konjunkturbarometer

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Konjunkturdaten

US-Einkaufsmanagerindizes bester Wert seit 2015, Preise mit Rekoranstieg, Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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Soeben wurde die Einkaufsmanagerindizes für die USA (Markit PMI; November) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe: 56,7 (Prognose war 53,0; Vormonat war 53,4)

Dienstleistung: 57,7 (Prognose war 55,0; Vormonat war 56,9)

Gesamtindex: 57,7 (Vormonat war 56,9)

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“The November PMI surveys provide the first postelection snapshot of the US economy, and makes forvery encouraging reading, though stronger economic growth is quite literally coming at a price.
“First the good news: business activity across both manufacturing and services rose in November at the strongest rate since March 2015. The upturn
reflected a further strengthening of demand, which in turn encouraged firms to take on staff at a rate not  previously seen since the survey began in 2009. “However, the surge in demand and hiring has pushed prices and wages higher. Average selling prices for goods and services rose at the fastest rate yet recorded by the survey, with shortages of supplies also more widespread than at any time previously reported.
“Firms are scrambling for inputs and workers to meet the recent growth of demand, and to meet rising future workloads. Expectations about the year ahead have surged to the most optimistic for over six years, reflecting the combination of a post-election lift to confidence and encouraging news that vaccines may allow a return to more normal business conditions in the not too distant future.”

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