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Coronakrise: Auch in Asien steigen die Zahlen wieder!

Man wähnte Asien auf einem Sonderweg in der Bewältigung der Coronakrise. Aber nun gibt es auch dort immer mehr Infektionen. Was ist da los?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Man wähnt Asien auf einem Sonderweg in der Bewältigung der Coronakrise. Niedrigste Zahlen bei weitgehend normalem Geschäftsbetrieb. Aber das Virus gibt nicht auf, wenn man die Grenzen öffnet, genügen ein paar Fälle und es beginnt der Infektionszyklus von Neuem. Brutal ausgedrückt: Covid-19 wird erst bei einer Durchseuchung und Immunisierung der Bevölkerung verschwinden, oder mittels Impfung. Ausgerechnet hier haben manche Fernostländer große Anlaufprobleme.

Coronakrise: Die Rückkehr von Covid-19

Was hat die Welt gestaunt über die Bewältigung der Coronakrise in vielen asiatischen Staaten (so zum Beispiel Taiwan). Eine Eindämmung, die gelungen ist, mit einer Mischung aus extremer Überwachung, Einsatz von moderner Technik und einer großen Disziplin der Bevölkerung. Jetzt zeigt sich, dass dies keine finale Lösung für das Pandemieproblem sein kann. Kehrt man zu alten Verhaltungsweisen zurück und öffnet man die Grenzen, so kann es wieder losgehen mit der Ausbreitung.

Die bisherigen Daten in Asien während der Coronakrise waren sensationell im Vergeich zu den westlichen Staaten.

Japan: Bevölkerung etwa 126 Mio. – 247 Tsd. Coronafälle, entspricht 0,19 Prozent der Bevölkerung, bei 3665 Coronatoten

Südkorea: 51,2 Mio. – 65 Tsd. Coronafälle, entspricht 0,12 Prozent der Bevölkerung, bei 1027 Coronatoten

Thailand: 70 Mio. – 9331 Coronafälle, nur 0,013 Prozent der Bevölkerung, bei 66 Coronatoten

 

Zum Vergleich:

Deutschland: Bevölkerung 83 Mio. – 1,814 Mio Coronafälle, entspricht 2,1 Prozent der Bevölkerung, 37.180 Coronatote

USA: 332 Mio. – 21,6 Mio. Coronafälle, entspricht 6,5 Prozent der Bevölkerung, 365 Tsd. Coronatote

 

Was für Unterschiede. Doch jetzt meldet sich Covid-19 zurück, nachdem es vermehrt Lockerungen gegeben hat.

In Thailand, in dem es seit Monaten kaum mehr eine Infektionsmeldung gab, sind es plötzlich wieder 527 Fälle an einem Tag.

In Südkorea gab es Ende Dezember mehrere Tage lang in Folge mehr als 1000 Neuinfektionen und dies sind die höchste Zahlen seit Beginn der Pandemie.

In Japan wird Regierungschef Yoshihide Suga ein zweites Mal die Verhängung eines Ausnahmezustands für die Hauptstadtregion um Tokyo anordnen. Für eine Region mit über 30 Millionen Menschen. Im Land der Olympischen Sommerspiele 2021 waren vorherige Woche erstmals mehr als 4000 Neuinfektionen gemeldet worden. Eine geringe Zahl im Vergleich zu Europa, aber man sieht, das Virus und damit die Coronakrise kann zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt wieder aufleben.

Fazit

Das Vertrauen in Technik und Disziplin der Bevölkerung zur Bewältigung der Coronakrise könnte jetzt im Zuge der weltweiten Impfaktion sogar zu einem kleinen Nachteil bestimmter südostasiatischer Länder gereichen. Während man in den USA bereits 6,5 Prozent Coronainfizierter in der Gesamtbevölkerung aufweist – bei einer großen Dunkelziffer (Faktor fünf plus, allerdings mit einer entsetzlichen Opferzahl), was bestimmt schon zu 100 Millionen Immunitätsfällen geführt hat – stehen die Länder in Asien vor einem langen Weg zur Herdenimmunität.

Die Amerikaner und große Teile der westlichen Industrieländer haben sich große Dosen an Impfstoff bestellt. Man will bis zur Jahresmitte einen Großteil der Bevölkerung geimpft haben, in Japan und Südkorea jedoch soll es erst im Februar mit den Impfungen losgehen, für Thailand gibt es noch gar keine Planung. Die bestellten Impfdosen decken zudem nur einen Teil der Bevölkerung ab. Man vertraute auf die Eindämmungsmaßnahmen, bei einem bereits mutierten Virus.

Könnte also sein, dass sich die neue Freihandelszone RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) mit ihren 15 Mitgliedsstaaten in punkto Coronabekämpfung einen kleinen Nachteil in der Nach-Corona-Ära eingefangen hat.

Plötzlich ist auch in Asien die Coronakrise wieder da

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Rbird

    7. Januar 2021 18:57 at 18:57

    Das stimmt so nicht !

    Hier zwei Artikel aus Thailand.

    > Die Regierung von General Prayut hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2021 die Hälfte der Bevölkerung, das sind etwa 33 Millionen Menschen, mit Impfstoffen aus verschiedenen Quellen zu impfen

    https://der-farang.com/de/pages/im-februar-kommt-impfstoff-von-chinas-sinovac-biotech
    https://der-farang.com/de/pages/thailand-bestellt-weiteren-impfstoff-von-astrazeneca

    etc ….
    Also es scheint mir hier eher, dass Europa keinen klaren Plan hat !

    Gruss Roger

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