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Coronakrise: Chinas Autosektor, wie Phönix aus der Asche

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China ist uns (dem Westen) in der Coronakrise zeitlich voraus – und aus dem Reich der Mitte gibt es Zeichen der Hoffnung! Chinas neueste Zahlen zu den Autoverkäufen verblüffen. Wie kann es sein, dass die Produktionszahlen bereits im April wieder an das Vorjahresniveau heranreichen, während man in Europas Autoindustrie von einem jahrelangen Siechtum spricht? Aber damit könnte China wieder zu einem Rettungsanker für die so bedeutende Schlüsselindustrie Deutschlands werden. Hierzu ein paar Zahlen.

Chinas riesiger Automarkt

21,44 Millionen Pkw betrug der Autoabsatz in der Volksrepublik im Jahre 2019, zwar gut drei Millionen weniger als beim Hoch im Jahre 2016 (24,72), aber das bedeutet immer noch fast ein Drittel der weltweiten Autoproduktion von 78,6 Millionen Kfz. Man hatte zu viel auf Halde produziert, daher der schon über zweijährige Rückgang zum Ausgleich der Überproduktion. Dann kam die Coronakrise und der gewaltige Stillstand.

Um die 90 Prozent Rückgang im Januar, 79 Prozent im Februar und 40 Prozent im Monat März (hier die monatlichen Daten). Dann der erstaunliche Anstieg im April auf ein Minus von gerade noch 5,6 Prozent im Vergleich zu 2019 oder 2,4 Millionen Pkw.

Deutschlands wichtigster Absatzmarkt

Für die deutschen Automobilhersteller sind dies natürlich gute Nachrichten in einem sonst desaströsen globalen Umfeld. Volkswagen verkaufte allein vier seiner zehn Millionen Pkw in China und hat schon vor Wochen alle 23 Fabriken im Reich der Mitte wieder in Betrieb genommen. Aber auch für Daimler ist China ein sehr essenzieller Absatzmarkt mit einem Anteil von 28 Prozent der Verkäufe, auch BMW kommt auf etwa 25 Prozent. Hierzu fließen große Summen aus den Joint Ventures mit chinesischen Autoherstellern, wie zum Beispiel dem Staatskonzern BAIC, Beträge von ein bis drei Milliarden Euro für die deutschen Hersteller.

Im Zuge der weltweiten Rettungspakete für die Industrie ist China natürlich auch nicht untätig geblieben. Die Regierung hat unter anderem die Subventionen für neue Antriebssysteme, damit auch für Elektrofahrzeuge, verlängert. Damit ist auch mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage in Q3 und Q4 zu rechnen.

Das Aufatmen der deutschen Autohersteller

Sowohl die Chinachefs von BMW, Daimler und VW zeigen sich sehr erfreut über den Anstieg der Produktionszahlen im März/April und sie zeigen sich auch für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich. Bei Volkswagen lagen die Auslieferungen der Volkswagen Group China im April sogar wieder im Plus gegenüber dem Vorjahr“, wie VW-China-Chef Stephan Wöllenstein vor der Presse verlautbarte. Glücklicherweise bevorzugen Chinas Autokäufer vor allem den Premiumsektor. Hersteller von Kleinwagen verlieren Anteile an die heimischen Produzenten, während die drei deutschen Luxusmarkenproduzenten sogar noch Marktanteile hinzugewinnen konnten.

Die Marktentwicklung nach der Coronakrise

Welche Umbrüche und Entwicklungen könnte es bei einem Abflauen der Coronakrise im großen Automarkt China geben? Aktuell gibt es das auch in Deutschland zu beobachtende Phänomen (siehe Artikel zu Deutschland), dass die Sorge um eine Infektion mit Covid-19 zu einer verstärkten Nachfrage nach Pkw führt, vor allem bei jüngeren Menschen. Millionen Menschen, eingezwängt in überfüllten U-Bahnen, werden auch in Zukunft ein Infektionsrisiko darstellen. Dies legen auch die Studien über die Metros in New York und London nahe, wo eine Quelle für die Massenausbrüche der Pandemie vermutet wird. Aufgrund der überfüllten Straßen und des limitierten Verkehrsraums sind Steigerungen des Autoverkehrs aber natürliche Grenzen gesetzt, somit dürfte das Ganze zumindest in Ballungszentren nicht allzu nachhaltig sein. Luftaufnahmen zeigen aber weltweit dieses Phänomen mit der Zunahme des Individualverkehrs.

Ein weiterer Vorteil Chinas, die niedrigere Marktsättigung

Auch wenn es kaum vorstellbar ist, dass eine Riesenbevölkerung wie die in China auch nur annähernd an eine Fahrzeugdichte pro 1000 Einwohner kommen kann, wie in westlichen Industriestaaten, so besteht zumindest für eine gewisse Zeit (trotz Coronakrise) noch ein großes Nachholpotenzial.

Der Vergleich: In Deutschland kommen auf 1000 Einwohner in etwa 500 Pkw, in den USA sogar 700 und in China sind es derzeit 150. Dies haben die Strategen in den großen Autokonzernen natürlich schon lange erkannt, deshalb auch der große Drang nach Fernost.

Was natürlich auch zu Marktbereinigungen führen muss, von den über 100 Autofirmen in China werden sicherlich einige die Coronakrise nicht überleben.

Auf alle Fälle ist die Situation in der Volksrepublik langfristig eine andere als in Europa, wo die Märkte erheblicher gesättigt sind. Auch wenn man hierzulande mit der Autoproduktion nach Beendigung des harten Lockdown wieder begonnen hat, dürfte es bei weitem nicht so rasch gehen wie in China, um auf die alten Produktionszahlen zu kommen. Dafür wird allein schon die Cornakrise und ihre Nachwirkungen sorgen.

Fazit

Es scheint sich zu bewahrheiten, was der in Peking lebende langjährige Korrespondent des Handelsblatts, Frank Sieren, im Zusammenhang mit Chinas Wiedereinstieg in die Industrieproduktion nach einer Pandemie gesagt hat – nämlich: Er fand es unglaublich, wie rasch Chinas Industrieproduktion nach der SARS-Eidemie im Jahr 2003 wieder hochgefahren wurde. Allerdings bestehen zur damaligen Virusinfektion massive Unterschiede. Die weltweit infizierten Menschen waren mit 8096 nur ein „Klacks“ verglichen und mit der jetzigen Situation in der Coronakrise. Hinzu kommt, dass sich die chinesische Autoproduktion schon vor der Ausbruch der Pandemie 24 Monate im Sinkflug befunden hat und sich zusammen mit dem Lockdown ein Nachholeffekt eingestellt hat. Daher ist die chinesische Situation noch lange nicht auf den den Rest der Welt übertragbar. Allerdings repräsentiert Chinas Volkswirtschaft ein Sechstel des gesamten Welt-Bruttoinlandsprodukts und eine Rückkehr zur Normalität – zu 80 % im Vergleich zur Zeit vor der Coronakrise? – hätte einen stabilisierenden Effekt, so dass das ganz große Untergangsszenario für die Weltwirtschaft 2020 vielleicht doch nicht so eintreten sollte.

Trotz Coronakrise ziehen die Verkäufe von Autos in China wieder an

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Besserwisser

    13. Mai 2020 12:03 at 12:03

    Kann man jetzt glauben oder auch nicht. Fakt ist, dass scheinbar wegen 7 Infizierten ganze 11 Mio. in Wuhan getestet werden sollen und eine andere 4 Mio. Stadt wegen 21 infizierten abgeriegelt wird. Chinesische Zahlen sind so zuverlässig, wie ich nach 5 Bier…
    Zudem bleibt die Frage offen, ob es überhaupt Nachfrage nach den in China produzierten Autos gibt.
    Wenn sich in China keiner ein Auto leisten kann, oder alle auf ihr Geld hocken, weil sie nicht wissen, wie es weiter geht, dann können diese Firmen noch so viel produzieren.
    Diese Überproduktion dürfte wohl eher der chinesischen Wirtschaft das Rückgrad brechen.
    Nicht alles, was sich auf den ersten Blick positiv anhört, ist es auch…

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    Peter

    13. Mai 2020 12:04 at 12:04

    Sie meinen wohl Millionen Fahrzeuge ;)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Mai 2020 12:16 at 12:16

      @Peter, danke für den Hinweis, ist jetzt korrigiert!

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    Macwoiferl

    13. Mai 2020 13:05 at 13:05

    Haha, wieder derselbe Fehler wie bei den Corona-Fallzahlen!
    Was ist an China so Schönes dran dass man alle Statistiken und Zahlen für bare Münze nimmt?
    Der DDR, UdSSR, Polen etc. hat man in früheren Jahren nie vertraut.
    Bei China wird der Wunsch (mal wieder) der Vater des Gedankens.
    Das scheint mir ohnehin eine weitere typische Investorenkrankheit zu sein:
    Man projiziert Wünsche und Lieblingsmärchen in seine Investments.
    So begibt man sich aufs Niveau von Donald Trump – in eine rosarote Filterblase.

    • Avatar

      sabine

      13. Mai 2020 13:53 at 13:53

      Die Zahlen stimmen diesmal schon im Groben, da viele ausländische Firmen in China sitzen und die Produktionszahlen, auch anhand eigener Zahlen dort, grob nachempfinden können. Das ging bei Erkrankungen in China nicht bzw. hat zu krassen Unstimmigkeiten geführt. Die Sterberate ist ja sowieso für den Hintern, denn selbst die WHO hat zu Anfang bereits geschrieben, man messe nur prozentual zu den hospitalisierten Fällen. Die anderen Erkrankten, die zum Arzt gehen oder sich selbst verarzten, werden, auch nicht grob geschätzt, mit einbezogen. Was sonst üblich ist!

      Die Werke meiner Firma laufen seit längerem schon ziemlich Richtung Normalkapazität (Mitte/Ende April).
      Auch die Lieferketten stimmen aus China einigermaßen.
      Außerdem fährt VW wegen diesen Zahlen die Werke wieder hoch, da es sehr viel seines Umsatzes dort macht. Die haben sich vor Ort sicher erst erkundigt! (Wir haben z.B. einen zuerst Corona-„verzögerten“ Auftrag eines Autokonzerns, der mit dem Absatzmarkt in China stark zusammenhängt, jetzt bekommen. Vorher wochenlanges Warten.)

      • Avatar

        sabine

        13. Mai 2020 13:55 at 13:55

        muß natürlich heißen – „nicht mit einbezogen!“

  4. Avatar

    pigeon

    13. Mai 2020 13:26 at 13:26

    Ein Aspekt könnte hier fehlen, nämlich die aufgestaute Nachfrage. Wenn die Chinesen im April wieder Autos kaufen konnten nach 2 Monaten Lockdown, dann hätte man ja eigentlich einen Nachholeffekt erwartet, also eine Zahl deutlich über dem Vorjahr. Dass die Verkäufe im April immer noch unter Vorjahr liegen könnte also heißen, dass die Gesamtjahresnachfrage stark einbricht. Das wird man sehen, wenn im Mai/Juni die Zahlen wieder schwächer werden, wo man davon ausgehen kann, dass alle, die in der Lockdown Zeit Autos kaufen wollten, dies bis dahin getan haben.

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    Realist

    13. Mai 2020 14:33 at 14:33

    Zahlen aus China, vielleicht ist deren BIP auch auf dem Vorjahresniveau?

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    TenZehn

    13. Mai 2020 15:58 at 15:58

    @Herr Müller
    Können Sie die Situation um den schwedischen Staatsfonds beleuchten?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      13. Mai 2020 16:38 at 16:38

      @Tenzehn. Hallo. Meinen Sie den schwedischen Staatsfonds AP7-Såfa-Fonds oder den norwegischen Staatsfonds, Statens pensjonsfond, der mit seiner Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar (1 Prozent aller Aktien weltweit) eine ganz andere Nummer ist?

      • Avatar

        TenZehn

        13. Mai 2020 17:31 at 17:31

        Den norwegischen Staatsfonds, natürlich! Pardon!
        Norwegen hat krisenbedingt ca. 4% – 35 Milliarden EUR aus dem Fonds in Form von Rentenpapieren (laut Bloomberg) auf den Markt gebracht. Somit wurde geltende Obergrenze für Entnahmen aus dem Fonds von 3 Prozent überschritten. Was einmalig ist.
        Den Schritt bezeichneten Bloomberg und die SEB Bank immerhin als historisch.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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