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Coronakrise: Der Kampf im Senat um den US-Konsum

Wolfgang Müller

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Die Coronakrise hat die USA schwer getroffen – nun muß, um Schlimmeres zu verhindern, der US-Konsument bei Laune gehalten werden! Die US-Wirtschaft ist bekanntermaßen extrem abhängig von der Kauflaune seiner Verbraucher: 16 Billionen Dollar im Jahr oder 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, so die nackten Wirtschaftskennziffern zur Dimension der US-Konsumökonomie. Dann kam die Coronakrise mit einem Absturz der Wirtschaft in unbekannte Tiefen und einem Anstieg der (bisher kurzfristigen) Arbeitslosigkeit auf Höhen wie bei der Weltwirtschaftskrise von 1929 ff. Doch die Regierung reagierte umgehend mit Riesen-Rettungspaketen und Helikoptergeld, um die Konsum-Maschinerie am Leben zu erhalten. Doch jetzt rückt ein Datum näher, an dem eine wundersame Geldquelle versiegen könnte.

Coronakrise: Ein Rettungspaket jagd das Nächste

Bereits im März hatte die US-Regierung in einer raschen Reaktion auf das epochale Ereignis der Coronakrise mit einem ersten Konjunkturpaket in Höhe von 2,3 Billionen Dollar reagiert. Darin enthalten auch Helikoptergeld, verteilt für die unteren Einkommen in Höhe von 1200 Dollar pro Person und 500 Dollar pro Kind. Es sollten noch drei weitere Pakete folgen. Hinzu kam die Unterstützung von Arbeitslosen in einer Höhe, wie es für die USA nicht für möglich gehalten wurde. Mit einige seltsamen Nebenwirkungen.

Vor einem Monat hatte ich die Situation so beschrieben:

„Für viele US-Bürger rechnet sich das Arbeiten derzeit nicht – Arbeitslose in den USA bekommen 600 Dollar, wöchentlich. Zählt man die lokale Unterstützung der Behörden hinzu, die je nach Bundesland in anderer Höhe ausgezahlt wird, so kommt man in Massachusetts dem großzügigsten Bundesstaat auf über 4600 Dollar im Monat. Im „knausrigen“ Mississippi gibt es immer noch 3250 Dollar. Damit verdient die Hälfte der US-Beschäftigten laut Arbeitsministerium derzeit zuhause mehr, als wenn man in den Job zurückkehrt. Diese Hilfen werden noch bis zum 31. Juli bezahlt, aus dem letzten, über 2 Billionen Dollar schweren Corona-Rettungspaket.“

Das Ganze hatte zu der aberwitzigen Situation geführt, dass die Arbeitslosen während der Coronakrise in Relation mehr konsumieren als die weiterhin Beschäftigten, was man übrigens auch an den Statistiken über die Verbraucherausgaben und dem Verbrauchervertrauen erkennen kann – als ob es gar keine Coronakrise geben würde.

Jetzt aber nähern wir uns dem Ende des Zeitraums, in dem diese Unterstützung gezahlt werden soll.

Der Kongress verhandelt fieberhaft

Nach einer zweiwöchigen Pause verhandelt man seit Montag dieser Woche auf dem Capitol Hill wieder und die Zeit drängt und nicht nur wegen der drastisch gestiegenen Pandemiezahlen, die eine Erholung der Wirtschaft verzögern könnten. Noch beziehen in etwa 25 Millionen Amerikaner Arbeitslosenunterstützung und das opulente Paket hat eine begrenzte Laufzeit.

Jetzt liegen sich Demokraten und Republikaner „in der Wolle“, nicht zuletzt wegen Donald Trumps Forderung nach einer weiteren Lohnsteuersenkung. Der Präsident droht einmal wieder – dieses Mal mit dem Entzug von Geldern für die Gesundheitszentren. Ohne Worte!

Das Paket, welches den Republikanern zur Bekämpfung der Coronakrise vorschwebt, soll eine Höhe von etwa einer Billion Dollar betragen, das der Demokraten gleich drei Billionen. Deren Forderungskatalog ist lang: Erhöhung des Arbeitslosengeldes und mehr Geld für die regionalen Regierungen, was vor allem Finanzminister Steven Mnuchin sauer aufstößt, der „keine Bundesstaaten retten möchte, die schon vor der Viruskrise schlecht verwaltet wurden.“ In jedem Fall wird sich die Schuldenspirale weiterdrehen müssen, die schon zu Wachstumszeiten durch eine aggressive Steuersenkung in Gang gesetzt wurde. Die Staatsschulden galoppieren, mittlerweile ist man bei 130 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt angelangt.

Aber jetzt geht es im Kern der Diskussion erst einmal um die Rettung der taumelnden Konjunktur – und das heißt in erster Linie, Aufrechterhaltung des Konsums trotz Coronakrise.

Fazit

Sowohl der US-Regierung als auch der Opposition ist klar, dass angesichts von vier Millionen „offizieller“ Coronainfizierter und der Gefahr schwerer Rückschläge in der Wirtschaftserholung (regionale Lockdowns) nicht die Zeit für Sparvorschläge gekommen ist. Allerdings ist es nur wenige Monate vor einer Wahl noch schwerer, Kompromisse in beiden politischen Lagern erzielen zu können.

Nach dem Leid mit den vielen Schwerkranken und den Coronatoten käme schnurstracks die ökonomische Katastrophe: Konsumeinbruch, Firmenpleiten, Verfestigung der Arbeitslosigkeit in dauerhaft Beschäftigungslose – schon wäre man auf dem Weg auf ein Szenario à la 1929, auch wenn man die damaligen Verhältnisse aus vielerlei Gesichtspunkten nicht mit heute vergleichen kann.

Deshalb wird man erst recht die Geldschleusen öffnen, zumal es Anfang November ein Ereignis gibt, bei dem die Bürger ihr Votum über die künftige Regierung abgeben werden. „Whatever it Takes“ war mal eine verbale Bazooka eines fast schon in Vergessenheit geratenen Notenbankers aus Europa zur Rettung der Eurozone. Im Jahr 2020 scheint diese Parole zu einer globalen Devise während der Coronakrise zu werden, um einen Virus zu bekämpfen, der eine sich schon im Gang befindliche ökonomische Durststrecke auf das Extremste verstärkt hat.

Die nächste Rettungsbillion befindet sich auf dem Weg – damit auch wieder eine Stütze für den wundersamen Aktienboom 2020?

Während der Coronakrise muß der US-Konsum gestützt werden

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Koch

    22. Juli 2020 12:22 at 12:22

    Dass die Yankees in der grossen Masse nicht die Hellsten sind,ist eher keine Beleidigung.Von der Stütze allerdings Aktien,wie unseren Harzern vielfach und zumeist fälschlich unterstellt Schnaps und Kippen zu kaufen,bedingt natürlich eine sofortige Umbennung von Uncle Sam in Uncle Roland!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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