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Coronakrise: Die ehemaligen Steuerschätzungen und die Realität

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Derzeit wird in Reaktion auf die Coronakrise aus allen Rohren gefeuert, insbesondere durch die Rettungspakete des Staates. Es zeigen sich erste Erfolge in der Wirtschaftserholung, man geht immer mehr von einem starken Aufschwung im Jahre 2021 aus. Aber was macht das Ganze mit den Staatsfinanzen, mit den Steuereinnahmen, die man in der längeren Planung in anderer Höhe einkalkuliert hatte?

Coronakrise und der Weg aus der Rezession

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2019 – 3,44 Billionen Euro. Dies war vor der Coronakrise, das erste Quartal 2020 brachte ein Minus von 2 Prozent, gefolgt von einem Minus von 10,1 Prozent im zweiten Quartal. Verglichen mit dem 4. Quartal 2019 bedeutet dies ein Minus von 12 Prozent. Soweit die aktuellen Fakten. Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesregierung in ihrem letzten Ausblick mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung von mindestens 160 Milliarden Euro, 2021 mit einem Wachstum von über sechs Prozent oder mit einem Zuwachs von über 200 Milliarden Euro. Damit hätte Deutschlands Bruttoinlandsprodukt Ende 2021/Anfang 2022 wieder 3,5 Billionen Euro erreicht.

Wer jetzt von einer Rückkehr zur Normalität spricht, unterschlägt die Wachstumsaussichten für Deutschland, die den Haushaltsplanungen, insbesondere des Sozialetats für die nächsten Jahre zugrunde gelegen haben.

Noch Ende 2019 gingen unsere Haushaltspolitiker von Wachstumsraten von jeweils drei Prozent für 2020 und 2021 aus.

Damit rechnete man für Ende des kommenden Jahres mit 3,65 Billionen Wirtschaftsleistung, bei Eintritt des positiven Wachstumsszenarios für 2021 fehlten dann aber 150 Milliarden. Dieses niedrigere BIP aufgrund der Coronakrise sorgt für deutlich weniger Beschäftigung, geringere Steuereinnahmen, die für Investitionen oder auch für das Sozialbudget fehlen, das bereits die Ein-Billionen-Eurogrenze überschritten hat. Viele Zahlenspiele, die auf dem Niveau von vor der Cornakrise basieren sind damit Makulatur – der Basiseffekt.

Damit ist festzustellen, dass die Coronakrise längerfristige Folgen haben wird, die der Staat ausgleichen muss. Entweder durch Kürzungen im Etat, was politisch außerordentlich schwierig werden dürfte, durch weitere Schuldenaufnahme (mit ebenso problematischen Folgen – Anstieg der Kapitalmarktzinsen) oder durch außerordentliches Wachstum – dem Allzweckrezept jeder neuen Regierung. Aber speziell für Deutschland gibt es ein weiteres, wenngleich nicht sofort relevantes Problem.

Die Keule der Demografie

Auch wenn die Bevölkerungszahl Deutschlands in kurzer Zeit auf aktuell über 83 Millionen Bürger angestiegen ist – durch Nettozuwanderung von 327.000 Menschen 2019, 400.000 / 2018, 427.000 / 2017 -, so bleibt die Alterung der Gesellschaft ein virulentes Problem. Hierzu genügt ein Blick auf unsere Alterspyramide.

Hierzu ein paar einfache Zahlenbeispiele:

Der geburtenstärkste Jahrgang 1964 in Deutschland umfasst 1,357 Millionen Menschen, bereits ab 1965 ging es abwärts. Der letzte Jahrgang 2019 brachte nur 778.090 Geburten, von 1995 bis heute lag die Geburtenrate in diesen zweieinhalb Jahrzehnten nie über 800.000 pro Jahrgang. Junge Menschen, die jetzt ihre Erwerbstätigkeit starten und die Pensionäre ersetzen. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass die geburtenstarken Jahrgänge noch fast ein Jahrzehnt abgabenträchtige Arbeitszeit vor sich hätten, aber die Zahl der heutigen 65-Jährigen liegt auch schon bei 1,113 Millionen. Die Zahl derjenigen, die das gesetzliche Rentenalter erreichen, steigt von Monat zu Monat an.

Zur Abmilderung der Folgen der demografischen Probleme Deutschlands hat uns die Coronakrise gerade noch gefehlt, könnte man zynisch bemerken.

Fazit

Auch wenn diese Gedanken aktuell während der Coronakrise und in der Phase des Wiederaufbaus fast ein wenig deplatziert erscheinen – schließlich ist Feuerlöschen angesagt und auch ein optimistischer Blick in die Zukunft – so sollte man sie nicht ganz ignorieren. Die jetzigen niedrigen Zinsen animieren zum privaten Schuldenmachen, eine Zins- und Tilgungslast erscheint locker stemmbar. Und da ist auch noch der deutsche Staat mit seinem Versorgungssystem, könnte man angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Erfolge feststellen und darauf hoffen. Auch wenn man auf die deutschen Tugenden setzt, im Hinblick auf Arbeit und Krisenbewältigung, ein wenig Weitblick kann angesichts der anstehenden Probleme nicht schaden. Vieles lässt sich in einer Gesellschaft relativ schnell ändern und reformieren, die demografische Struktur eines Landes nicht. Ähnlich schwer wie der Abbau von Staatsschulden – aber das ist wieder ein anderes Thema.

Die Coronakrise lässt die Steuereinnahmen in Deutschland einbrechen

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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