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Coronakrise: Die Stimmug der Investoren beim Dax ist jetzt depressiv!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Dax wie die Aktienmärkte insgesamt zeigen in der Coronakrise eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit – böse Zungen sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer ausgeprägten Ignoranz angesichts der realwirtschaftlichen Auswirkungen und von einer Entkoppelung zwischen Realwirtschaft und Finanzmärkten. Aber zumindest in Deutschland hat sich das nun – was die Stimmung der Investoren betrifft – doch schlagartig geändert!

Das zumindest zeigt die wöchentliche Umfrage der Deutschen Börse bei den Privatinvestoren, bei denen nur noch 21% (-5% zur Vorwoche) der Befragten im Lager der Bullen weilen, während erstaunlich hohe 61% pessimistisch (+10% zur Vorwoche) sind für die weitere Entwicklung des Dax in der Coronakrise.

Anders ist das Bild dagegen bei den befragten Profinvestoren: hier sind immerhin noch 39% bullisch (+3% zur Vorwoche), während 47% (-1% zur Vorwoche) im Lager der Bären sind.

Insgesamt sind diese Ergebnisse doch eigentlich überraschend angesichts der Tatsache, dass sich der Dax doch sehr wacker hält in der Coronakrise und zuletzt doch eine stattliche Rally hat absolvieren können. Warum also dieser Pessimismus? Ist dieser Pessimismus eine Art Anerkenntnis der realwirtschaftlichen Lage, weswegen man der Rally mißtraut?

Joachim Goldberg,  der die Stimmungsdaten wöchentlich kommentiert, stellt fest, dass der Sentiment-Index den niedrigsten Stand seit Einführung dieses Index erreicht hat:

„Obwohl mancherorts mittlerweile von einem Bullenmarkt oder dem „schnellsten Crash aller Zeiten“ die Rede war, sehen dies die mittelfristig orientierten Investoren, die von der Börse Frankfurt wöchentlich befragt werden, offenbar ganz anders. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist nun zum sechsten Mal hintereinander gefallen und markierte mit einem Rückgang um 15 Punkte auf einem Stand von -40 Punkten das niedrigste Niveau seit Beginn unserer Aufzeichnungen im August 2002.“

Was aber bedeutet das für den weiteren Verlauf des Dax in der Coronakrise? Dazu Joachim Goldberg:

„Per Saldo lässt sich also feststellen, dass sich die Stimmung bei den institutionellen Investoren trotz der eindrucksvollen Erholung der Aktienmärkte mit steigenden Kursen zunehmend verschlechtert hat bzw. sich die Absicherungen bzw. Short-Positionierungen im gleichen Zuge erhöht haben. Den heutigen Extremwert des Börse Frankfurt Sentiment-Index von -40 könnte man ähnlich wie den extremen Pessimismus der BofA-Fondsmanager nach gängiger Lesart als Einladung für spekulativ veranlagte „Contrarians“ verstehen, gegen diese Meinung zu handeln. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass die Signale beider Umfragen gemessen an der bereits absolvierten Erholung der Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks relativ spät entstanden sind. Dennoch ist gut vorstellbar, dass im Falle größerer Rücksetzer (DAX-Ständen von weniger als 10.000 Zählern) durchaus Kaufinteresse bei den derzeitigen Pessimisten entstehen könnte. Zumal sich ein großer Teil der dem Pessimismus zugrunde liegenden Engagements derzeit unter Wasser befinden dürfte. Eine ähnliche Nachfrage könnte allerdings auch entstehen, falls es zu einer Fortsetzung der Erholungsrallye jenseits der bisherigen April-Höchststände, vor allem jenseits der 11.000er Marke, kommen sollte. Denn in diesem Falle dürften nicht wenige der heutigen Pessimisten zu einer Notbremsung gezwungen sein, die sich als veritable Short-Squeeze entpuppen könnte. Alles in allem sind dies zumindest keine allzu schlechten Nachrichten für die Aktienmärkte und den DAX.“#

Also alles long im Dax – trotz Coronakrise? Vielleicht – wären da nicht die so viel optimistischeren Amerikaner, die an das Rettungswunder durch die Fed glauben. Aber der Glaube ist in den USA bekanntlich deutlich später ausgeprägt als hierzulande, was daran liegen mag, dass die damaligen Auswanderer aus Europa in die USA mental die neuzeitliche Aufklärung Europas verpasst haben. Weswegen man dann manchmal eben „Nachrichten aus Absurdistan“ senden muß als Europäer..

Die Coronakrise hat die Investoren im Dax offenkundig depressiv gemacht

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    sascha

    16. April 2020 18:53 at 18:53

    Hervorragender Ausdruck „Absurdistan“ ist eigentlich noch zu höflich :-) und zu den Bullen passt „Verblödungstan“.

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    16. April 2020 19:27 at 19:27

    Wieder einmal ein klarer Beweis, dass die Börsianer eher zu den Casinospieler gehören denn als weitsichtige Investoren genannt werden dürften. Passen so ja sehr gut zu den Nationalbanker.

    • Avatar

      Marcus

      16. April 2020 19:36 at 19:36

      Nasdaq fast 9000, Amazon Netflix ATH mit KGV 110. Hope and Dreams on Amerika.

  3. Avatar

    thinkSelf

    16. April 2020 20:44 at 20:44

    Natürlich haben die Börsen nichts mit realen Märkten zu tun. Zu den teuersten Unternehmen gehören solche, die bisher ungeheure Geldmengen sehr real verbrannt haben und auch nie irgend etwas verdienen werden.
    Aber darum geht es auch nicht. Denn es geht nur darum nicht auf den Aktien zu hängen, wenn diese knallen. Und das hoffen natürlich alle Spieler. Erinnert sehr schön an die „Cash Burn Rate“ des neuen Marktes. Umso mehr Geld ein Unternehmen verbrennt, umso besser.

    Auch andere Ponzi Systeme haben gezeigt, dass man so was schon einige Jahrzehnte am Laufen halten kann. Und da nun weitere Billionen in die Märkte gepumpt werden, müssen die ja irgendwo hin. Und was damit machen, als Aktien oder Immobilien zu kaufen?

    Wenn man das weiß, kann man natürlich enorm viel Geld verdienen.

  4. Avatar

    Marko

    17. April 2020 03:33 at 03:33

    Hier mal was zum Thema Brexit, also „Rausschmiss der ungeliebten osteuropäischen „Billig-Arbeitskräften“, na die Briten haben es ja !?

    Der Brexit /Cornona und seine Folgen…

    https://www.onvista.de/news/britische-virus-massnahmen-um-drei-wochen-verlaengert-gefaehrliche-phase-349913533

    Jüngsten Daten zufolge steigt die Zahl der in britischen Krankenhäusern verzeichneten Toten so schnell wie seit fünf Tagen nicht mehr. Insgesamt sind demnach 13.729 Todes- und 103.093 Infektionsfälle bekannt. Da diese Erhebungen nicht die Fälle etwa in Altersheimen einbeziehen,
    dürften die eigentlichen Zahlen höher liegen.

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