Folgen Sie uns

Allgemein

Coronakrise, die Wall Street und die Abwanderung aus New York

Die Coronakrise ist ein „game changer“! Welche Folgen wird sie haben etwa für die Großstädte, vor allem bei Immobilien? New York zeigt, was passieren wird!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Coronakrise ist ein „game changer“! Welche Folgen wird sie haben etwa für die Großstädte, vor allem bei Immobilien? Teure Mieten in Großstädten sind nicht nur ein Problem für den deutschen Einzelhandel. Selbst die Hochfinanz in New York ist davon betroffen. Goldman Sachs kehrt mit einem Teil der Firma der „Financial Capital of the Word“ den Rücken.

Die Coronakrise beschleunigt Entwicklungen

Was werden Historiker in ein paar Jahren über die Phase dieser großen Pandemie, die in über 200 Ländern grassierte, über deren Wirkungen konstatieren? Sicherlich hat das Digitale einen großen Schub erhalten, der Onlinehandel zu Lasten der Innenstädte, das Homeoffice zu Ungunsten teurer Büros, überhaupt der Wandel im Verhältnis der Menschen zu überquellenden Innenstädten. Auf jeden Fall gibt es einige Metropolen, die im Begriff sind, sich zu verändern, wie zum Beispiel New York – die Stadt, die niemals schläft, aber vor allem die Wall Street, das weltweite Symbol für den Kapitalismus.

Viele Firmen zieht es aus der Metropole

Was waren das in diesem Jahr der Cornakrise für Bilder aus dem Handelssaal der Wall Street, ohne die lärmenden Händler, mit leeren Büroetagen, aus denen unser Wall Street-Kommentator Markus Koch phasenweise verwaist aus einer ganzen Büroetage berichtete.

Vielen Firmen dämmert es natürlich nicht zum ersten Mal, welche exorbitante Summen sie dafür aufbringen müssen, um in Manhattan präsent zu sein – 2020 sogar dann, wenn die Mitarbeiter zuhause im Homeoffice tätig waren. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass das Urgestein der Wall Street (seit 1896 an der NYSE) Teile seiner Vermögensverwaltung nach Miami auslagern will – Goldman Sachs. Auch wenn dies schon andere Finanzunternehmen getan haben, die Geschichte der Wall Street ist doch eng mit Goldman Sachs verknüpft.

Für New York bahnt sich ein finanzieller Aderlass an, denn einer Untersuchung zufolge möchte jedes vierte Finanzunternehmen seine Präsenz in der Metropole verringern. In der Studie „Partnership for New York City“, heißt es weiterhin, dass auch Firmen aus der Tech-Branche umziehen wollen. Dem Standort könnten in den nächsten zwei Jahren so Steuereinnahmen in Höhe von 37 Milliarden Dollar verloren gehen. Bevorzugtes Ziel für viele Finanzfirmen ist das warme Florida: ob Hedgefonds wie Elliott Management, oder die bekannte Firma von Carl Ican, oder auch der Riese Blackstone, man kehrt New York den Rücken.

Oder wie Markus Koch gestern berichtet hat, selbst die Deutsche Bank möchte in den nächsten fünf Jahren 4600 Angestellte von New York aus in andere Regionen versetzen.

Was sind die Gründe für den Wechsel?

Dabei wären wir aktuell bei der Coronakrise. Die Firmen überdenken ihre Strategie, teure Büros zu unterhalten, wenn die Mitarbeiter vermehrt im Homeoffice arbeiten. Dies gilt insbesondere für New York mit seinen hohen Mieten, den hohen Einkommenssteuern, die gleich dreimal fällig werden: Für die Stadt, für den Bundesstaat und den amerikanischen Fiskus. Der Bundesstaat hat sich zu einem wirtschaftsfeindlichen Standort entwickelt, in dem die Steuerbelastung für Gutverdienende schon die 50 Prozent touchieren kann – und jetzt kommt auch noch Präsident Joe Biden mit seiner Unternehmenssteuererhöhung von 21 auf 28 Prozent.

Deshalb ist das Steuereldorado Florida eindeutig Profiteur dieser Entwicklung. Aktuell erwägen tatsächlich zehn Finanzfirmen ganz von New York wegzuziehen und nicht nur Außenstellen im Süden zu bilden. Eine Entwicklung, die durch die Coronakrise nur noch beschleunigt wurde, denn in den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Finanzinstitute in Miami fast verdoppelt. Das verwaltete Finanzvermögen ist über 60 Prozent gestiegen und man hat auch noch den Vorteil, in derselben Zeitzone wie die Wall Street zu arbeiten. In einer (noch) bezahlbaren Gegend zu leben, in einer anderen Klimazone und bei einem Einkommenssteuersatz, der sich auf Höhe des US-Leitzinses bewegt.

Fazit

Sollte es die Coronakrise, die hohen Mieten, die hohen Steuern und Preise tatsächlich schaffen, an der Ikone der Finanzwelt in New York zu rütteln? Der Teilabzug von Goldman Sachs ist überaus medienwirksam, schließlich ist diese Bank nicht nur so etwas wie ein Symbol des Kapitalismus, sondern beschäftigte auch stets Führungspersönlichkeiten, die nach ihrem Ausscheiden wichtige Posten in der Welt antraten. Die US-Finanzminister Steven Mnuchin, Henry Paulson und Paul Rubin, EZB-Präsident Mario Draghi, die italienischen Premiers Mario Monti und Romano Prodi, selbst ein Stellvertreter des deutschen Finanzministers Olaf Scholz, Jörg Kukies, und viele andere waren auf der Lohnliste von Goldman Sachs. Dies ist nur eine Randnotiz – die aber darauf hindeutet, dass man sicherlich auf das Urgestein der Wall Street blickt, die schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in dieser berühmten Ecke Manhattans firmiert.

Die Coronakrise beschleunigt die Abwanderung aus New York - auch die Wall Street ist betroffen

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage