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Coronakrise: Die Zweifel an den Daten aus China wachsen immer stärker

Die Welt rätselt in der Coronakrise über die relativ geringen Zahlen an Infizierten und Gestorbenen in China. Seit einigen Wochen bleiben die Zahlen der Infizierten in diesem Land fast konstant

Wolfgang Müller

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Egal, ob es um die Zahl der Toten in Wuhan, den Coronainfektionen in ganz China, dem Ausbruchsland der Virusinfektion oder um die jüngsten Daten zum Wirtschaftsaufschwung im Reich der Mitte geht: Das Ausland zweifelt mehr und mehr an den chinesischen Darstellungen, dass das Reich der Mitte die Coronakrise bereits überwunden habe. Zu sehr scheinen diese im Sinne der chinesischen Machthaber aufbereitet worden zu sein.

Seltsame Revision der Wuhan-Todeszahlen

Was rätselt die Welt in der Coronakrise über die relativ geringen Zahlen an Infizierten und Gestorbenen im 1,4 Milliarden-Menschen-Reich von China. Seit einigen Wochen bleiben die Zahlen im Bereich von 80 bis 82-Tausend Infizierten in diesem Land fast konstant, mit Ausnahme von ein paar aus dem Ausland eingereisten neuen Fällen. Im Vergleich dazu die fast 150.000 Coronainfizierten in dem kleinen Land Deutschland, welches auch noch relativ zeitnah auf die Infektionswelle reagiert hat.

Doch jetzt hat man die Todesfälle in der 11 Millionen-Metropole Wuhan um 1290 Menschen erhöht, liegt aber immer noch unter der Gesamtzahl von Deutschland, welches als derzeit am besten agierender westlicher Gesundheitsstaat gilt, in dem es bisher zu keiner Zeit auch nur annähernd einen Mangel an Beatmungsgeräten gab. Anders als in Wuhan, wo man Bilder von schreienden Patienten in überfüllten Krankenhäusern sah. Noch seltsamer erscheinen die Coronazahlen für Rest-China. Obwohl noch vor dem 23. Januar, dem Tag mit der Totalabriegelung Wuhans, circa zwei Millionen Stadtbewohner ausgereist waren, um bei ihren Verwandten das chinesische Neujahrsfest zu feiern, soll es es landesweit nur wenige Tausend Fälle gegeben haben und nur wenig Tote. Ganze acht Infektionsfälle in Peking und sieben in Shanghai. Nicht nur die Amerikaner in New York, San Francisco oder Los Angeles müssen sich bei solchen statistischen Zahlen über einen Ausbruch einer Epidemie reichlich veräppelt vorkommen. Bei einer heimtückischen Erkrankung, bei der man als junger Mensch reihenweise andere Personen infizieren kann, ohne selbst Symptome der Krankheit aufzuweisen.

Am 18. Februar soll es in China mit 57805 „active cases“ Peak Corona gegeben haben und seit zwei Wochen bewegen sich die Zahlen von 1400 erkrankten Personen immer weiter abwärts.

Coronakrise: Neue wundersame Daten aus der Wirtschaftswelt

China war als Ursprungsland des Coronavirus natürlich als erstes in die ökonomische Krise gerutscht. Der Lockdown des wirtschaftlichen Zentrums in der Region Hubei hatte schwere Produktionseinbrüche zur Folge, allein die Automobilproduktion war im Januar und Februar um 80 bis 90 Prozent eingebrochen. Mitte März konnten die Eindämmungsmaßnahmen aufgehoben und die wirtschaftlichen Prozesse wieder hochgefahren werden. Letzte Woche kamen die Wirtschaftszahlen für das erste Quartal und diese fielen mit minus 6,8 Prozent erwartungsgemäß schwach aus, es waren die schlechtesten seit der offiziellen Erhebung im Jahr 1992, andere Berechnungen sprechen sogar vom Jahr 1967. Diese Zahl lag auch noch zielgenau in der Mitte der vorher erhobenen Schätzungen.

Wei Yao, eine Chinaanalystin der Société Générale, hat sich dabei die Monatswerte aus Peking genauer angesehen. Lag der gesamte Einbruch von Chinas Industrieproduktion in den ersten beiden Monaten der Coronakrise noch bei minus 13,5 Prozent, so soll dieser im Monat März nur noch bei minus 1,1 Prozent gelegen haben und dies obwohl der Shutdown erst Mitte des Monats aufgehoben worden war.

Damit hätte die Produktion nur noch drei Prozent unter dem Niveau von Q4 des Vorjahres gelegen. Was für ein Erholungs-V, selbiges wünschte man sich auch im Westen.

Die objektiveren Daten, die aus Umwelt, Verkehr und Energieverbrauch erhoben werden, sprechen hingegen eine andere Sprache: Luftverschmutzung und Kohleverbrauch, Auto- und Schiffverkehr, lagen selbst Anfang April noch zwischen 10 und 30 Prozent unter den Werten vor der Coronakrise.

Pekings internationaler Auftritt in der Coronakrise

Chinas Machthaber wollen mit all ihren statistischen Zahlen der Welt beweisen, wie gut sie eine Krise wie die Coronakrise rasch in den Griff bekommen können. 82.000 Fälle in dem Milliarden-Einwohner-Staat, im Vergleich zu den USA (mit weniger als ein Viertel der Einwohner Chinas), deren Infektionszahlen stramm auf die Eine-Millionen-Grenze zumarschieren. Hinzu kommt, dass man öffentlichkeitswirksam medizinische Hilfsgüter in die Welt verschickt und wenn ein chinesisches Ärzteteam in Bergamo zu Hilfe eilt (was weiß Gott eine wichtige Unterstützung darstellt), waren sofort Kamerateams zur Stelle. China hat in Sachen Marketing von anderen Ländern gelernt.

Was für eine Stabilität der chinesischen Aktienmärkte

Wie man von Regierungsseite bei einer großen Krise wie der Coronakrise eingreifen kann, zeigen auch die Entwicklungen am chinesischen Aktienmarkt, vor allem in der Hochphase des Lockdowns. Der CSI 300 Index, mit den Börsen Shanghai und Shenzhen, fiel im Produktionsstopp gerade mal 15 Prozent unter den Stand des Jahresauftakts und aktuell steht nur noch ein Minus von etwa 7 Prozent zu Buche. War da irgend etwas? Selbst der Weltindex AWCI (All Countries World), der die Marktkapitalisierung auch der Emerging Markets mitabbildet, war 30 Prozent abgestürzt. Scheinbar hat auch hier die chinesische Regierung etwas nachgeholfen, indem man zum Beispiel Anfang Februar großen Händlern untersagte, Aktien zu verkaufen. Diese und andere Stützungsmaßnahmen hatten schon bei der letzten Wachtumsschwäche Chinas im Jahr 2015 funktioniert. Damals war der deutsche Leitindex, infolge der Exportsorgen, von 12390 auf 8699 Punkte abgestürzt. Dies ist in der langen Phase des Aufschwungs schon fast in Vergessenheit geraten.

Jedenfalls haben Chinas manipulative Eingriffe dafür gesorgt, dass die Kapitalmärkte in dieser Cornakrise unnatürlich wenig geschwankt haben.

Anscheinend hat nicht nur für Donald Trump ein starker Aktienmarkt Symbolcharakter für eine starke Volkswirtschaft.

Wie geht es mit Chinas Aufschwung weiter?

Genauso wie Deutschlands Automobilindustrie wegen der Coronakrise Schwierigkeiten haben dürfte ihre Produktion hochzufahren, wenn Zulieferer aus Italien oder Spanien nicht arbeiten, so dürfte dies für das Exportland China nicht einfach sein, auf Bedingungen wie vor der Coronakrise zu kommen. Zulieferketten sind gestört, ebenso wie die Nachfrage aus vielen Ländern. Auch werden sich viele Volkswirtschaften überlegen, ob es künftig so sein muss, dass man sich aus Kostengründen so abhängig von der Werkbank der Welt macht. Arzneimittel und medizinisches Gerät sind in Zeiten einer Pandemie so ein Beispiel.

Japan hat als erstes Land bereits erste Maßnahmen dazu eingeleitet. Die Regierung unterstützt Firmen, die ihre Produktion zurückverlagern – es ist von umgerechnet etwa zwei Milliarden Euro die Rede. Auch Deutschland wird sich nicht mehr so sehr von den Asiaten abhängig machen lassen. Covid-19 wird in Sachen Globalisierung manches verändern.

Für die nächsten Quartale geht man in China von einem V-förmigen Aufschwung aus, also von der Hoffnung, dass der durch die Coronakrise bedingte Einbruch in Q1 rasch wieder ausgeglichen wird. Chinafreundliche Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Wachstum von drei Prozent, der IWF geht von einem Plus von 1,2 Prozent aus. Die chinesische Regierung scheint mit ihrem Datenkranz rund um Covid-19 Viele überzeugt zu haben.

Fazit

China hat bei der Bewältigung der Virusinfektion, nach einer Phase des Vertuschens, beherzt eingegriffen und sicherlich Vieles in der Coronakrise richtig gemacht. Aber was soll man glauben, wenn man mit allerlei Daten aus dem Reich der Mitte konfrontiert wird, die nicht zu einer Beruhigung führen, sondern sogar zu etwas anderem: nämlich zu Misstrauen. Dies führt unter anderem zu einer Forderung mehrerer Staaten (natürlich auch der USA), man möge doch die Hintergründe des Ausbruchs von Covid-19 einmal gründlich und international wissenschaftlich untersuchen.

Dazu kommt noch, dass sich viele Regierung über Konsequenzen aus der Coronakrise Gedanken machen werden. Was passiert, wenn es zu einer zweiten Welle von Covid-19 in China kommen sollte? Die Zeiten, in denen China für bis zu zwei Drittel des weltweiten Wachstums verantwortlich war (die Jahre 2010 und folgende) dürften jedenfalls vorbei sein.

In der Coronakrise wachsen die Zweifel an den Zahlen aus China

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    LEO

    21. April 2020 11:52 at 11:52

    Totalitarismus ist schon abartig, oder? Gut, dass wir uns hierzulande ganz klar davon abgrenzen können und mit dem Finger auf die Chinesen zeigen. Und diesen geisteskranken Donald haben wir ja zum Glück auch noch. Aber hier läuft super, sagt Herr Altmaier und schnallt den Gürtel enger. Haben wir alles im Griff! Macht euch noch ne Mischung und nächste Woche geht’s weiter. Müsst ihr nur ne Maske aufsetzen, dann ist alles gut!

    Ich habe hier gar keine Fragen mehr

  2. Avatar

    sabine

    21. April 2020 12:14 at 12:14

    Die Amis sollen 9/11 mal so richtig gründlich und international wissenschaftlich untersuchen.

    Z.B. Wie kommt in den Staub militärisch hergestelltes Thermit, was sich allein vom Preis her sicher kein Terrorist leisten kann, geschweige denn er käme dran? Und in diesen Mengen! Da reichen nicht ein paar Kilos!
    Das das im Staub war, ist einfach mal ganz wissenschaftlich festgestellt worden. Punkt. Warum das dort vorkam, kann ja einen ganz einfachen, unverdächtigen Grund haben. Aber warum wird die Diskussion und die Forscher dazu dämonisiert, verteufelt? Warum diese Dogmen? Glaub, was die Regierung und seine Medien sagen und sei still?
    https://www.researchgate.net/publication/306520827_15_years_later_On_the_physics_of_high-rise_building_collapses
    28. August 2016 im Fachmagazin „Europhysics News“
    Physikprofessor Steven Jones hatte es 2006 ganz normal entdeckt. Natürlich von den klassichen Medien gleich brav verteufelt, argumentationsfrei. Der eine ist ja „Mormone“. Aha, na dann.
    https://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article157994861/Forscher-behaupten-Bei-9-11-war-Sprengstoff-im-Spiel.html

    Es ist rein wissenschaftlich gesehen nicht möglich, allein mit Thermit die 2 Tower und WTC7 zu sprengen, da die Vorarbeit viel zu aufwendig und auffällig ist. Aber warum war es dort? Hat es die Flugzeuglöcher gesprengt? Das glaub i.

    Jedenfalls. – Und dann China Vorwürfe machen?
    Lachhaft. Krankhaft. Zweifelhaft.

    • Avatar

      leftutti

      21. April 2020 21:43 at 21:43

      @sabine, also ich glaube ja, dass der Deep State per Thermit die beiden „Flugzeuglöcher“ gesprengt hat. Gleichzeitig wurden für ein paar Sekunden 10 Millionen New Yorker mittels einer über Tachionenwellen gesteuerten und übertragenen Frequenz in ihrer Wahrnehmung blockiert, es wurden derweil Videos auf ihre Smartphones geladen. Ebenso in ihre individuellen Erinnerungen. Digital Artists und motion capture haben dann die Flugzeuge einschlagen lassen und all das weitere Gedöns.

  3. Avatar

    Zimmermann

    21. April 2020 14:49 at 14:49

    Wer im Angesicht der Corona Infektionswellen auf der Welt an die Zahlen aus dem Reich der Mitte glaubt, ist für mich dummm oder naiv. Im schlimmsten Fall, sogar beides. In dieser Frage las ich mit mir auch nicht diskutieren.

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

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Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

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