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Coronakrise: Die zweite Welle und die Erholung der Konjunktur

Man spürt den Bammel der deutschen Politik, die wegen ihrer Corona-Strategie im Ausland als Vorbild dargestellt wird, vor einer Neuauflage der Coronakrise

Derzeit ist die Coronakrise wieder in aller Munde. Nicht nur wegen der dramatisch hohen Zahlen in den USA, Brasilien und Indien. Sondern auch wegen der fast überall wieder ansteigenden Infektionen – selbst in Ländern, in dem man das Virus auf niedrigste Ausbreitungraten gedrückt hatte. Jetzt hat auch RKI-Chef Prof. Dr. Wieler wieder eindringlich vor einem Wiederaufflammen der Coronazahlen gewarnt.

Coronakrise: In tiefer Sorge

Es war eine lange Liste an mahnenden Formulierungen an, die Professor Wieler in seiner letzten Pressekonferenz in die Kameras aufgezählt hat. Der Anstieg der (bestätigten) Neuinfektionen von über 3500 in den letzten sieben Tagen, verursacht durch Sorglosigkeit, Spezialfällen in Hotspots wie Landwirtschaftsbetrieben oder Asylunterkünften, aber auch durch die Tourismussaison.

Immer wiederholend die Faustformel A-H-A: Abstand, Händewaschen und Atemschutz. Das ist gewissermaßen das Mantra der Coronakrise!

Sollte sich diese Entwicklung tatsächlich fortsetzen, in Größenordnungen, die nicht mehr so leicht zu beherrschen sind, würde unsere Wirtschaftsnation eine Bremsung tätigen in ihrer Aufholbewegung aus der Coronakrise, die sich bisher vor allem in den Frühindikatoren offenbart.

Die unglaublichen Indikationen

Nicht die aktuellen Wirtschaftsmeldungen sind es, die überraschen. Diese können eigentlich gut zwei Monate nach dem Lockdown auch noch gar nicht im Bereich der Normalität sein, das Virus ist ja schließlich noch da, ebenso wie bestimmte Einschränkungen, ebenso die Furcht vieler Bürger vor Ansteckung sowie das Symbol dafür – die Maskenpflicht.

Aber die Frühindikatoren haben einen Lauf, der sich gewaschen hat, ein V, welches der Realwirtschaft weit vorausläuft.

Ifo-Index Geschäftsklima:
April bis Juli: 74,3 – 79,7 – 86,2 – 90,5

Einkaufsmanagerindex IHS Markit Gesamt:
April bis Juli: 26,2 – 36,3 – 47,0 – 55,5

GfK-Konsumindex:
Mai bis Juli: minus 23,1 – minus 18,6 – minus 9,3 (August minus 0,3 e)

Auch wer sich auf den Straßen bewegt, wird die extreme Zunahme des Verkehrs bemerkt haben –  das unterscheidet sich deutlich von der Stille, die auf dem Hochpubkt der Coronakrise herrschte. Dies wird durch Überwachungsparameter bestätigt, wie zum Beispiel den Lkw-Mautindex, aber auch durch Mobilfunkdaten der Konsumenten.

All dies könnte sich im Herbst wieder deutlich abschwächen, nicht zuletzt wegen des näher rückenden Datums der Insolvenz-Sonderregelung des Staates zu Ende September, sondern auch wegen des Anstiegs der Coronazahlen, von welcher Ecke sie auch immer klettern mögen. Stehen wir also auch vor einem „kleinen“ Wellental in der Wirtschaftserholung?

Fazit

Egal, wie man persönlich die Gefährlichkeit von Covid-19 einschätzt: Ob extrem harmlos bis gering gefährlich bei unter 25-jährigen ohne Vorerkrankungen – oder extrem bedrohlich bei älteren Menschen, vor allem mit zahlreichen medizinischen Vorbelastungen, von denen man richtigerweise wegen des Persönlichkeitsschutzes kaum etwas erfährt. Nahezu jeder hat solche Risikopatienten in seinem engeren oder zumindest weiteren Familienumfeld.

Eines zeigt die aktuelle Entwicklung. Beim Auftreten von größeren Infektionswellen, vor allem wenn diese weit verstreut sind, reagieren die Gesundheitsbehörden umgehend – und neue Maßnahmen tangieren dabei unmittelbar Wirtschaft und Gesellschaftsleben und gefährden den eingepreisten Aufschwung. Die Gemeinschaft – von Politik, Medizin, Wissenschaft bis zum Normalbürger – lernt jeden Tag hinzu. Wie man mit einer Virusinfektion umgeht, für die uns die Natur mit einem guten Immunsystem ausgestattet hat. Aber über eines rätseln selbst Insider wie führende Virologen: Wieso gibt es die so genannten Superspreader, die extrem viele Viren im Rachen – und Nasenraum aufweisen und auf einmal mehrere Menschen gleichzeitig infizieren können?

Man denke nur an Chöre, Gottesdienste oder fröhliche Großfamilienfeste. Und dabei verspüren diese Extremverteiler selbst oft noch gar keine Symptome an sich. Während sich viele Infizierte als sehr harmlos erweisen – man betrachte nur die Erkenntnisse aus Familien mit Infizierten – sind diese für ganze Infektionswellen verantwortlich – und die exponentielle Ausbreitung nimmt ihren Lauf. Wenn man dies zulässt. Aber selbst das Hightech-Land Israel hat seit ein paar Wochen arg mit der Coronakrise zu kämpfen.

Ergo: Man spürt den Bammel der deutschen Politik, die wegen ihrer Corona-Strategie im Ausland als Vorbild dargestellt wird, dass dies durch Leichtsinn oder zu schneller Öffnung infrage gestellt werden könnte. Deshalb werden Merkel, Söder und Co hartnäckig bleiben und auch in Sachen Insolvenz-Deadline meines Erachtens noch etwas aus dem „Finanzsäckel“ hervorholen zur Bekämpfung der Coronakrise.

Die deutsche Politik und ihre Angst vor einer Neuauflage der Coronakrise



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1 Kommentar

  1. Ich möchte mich lieber nicht zu der „C“-Krise äußern.
    In diesem Portal könnte man sicherlich eher von einer Finanzkrise reden,deren Ausmaß
    zum Herbst hin zunehmen wird.In welchem Ausmaß steht in den Sternen,denn es kann
    durchaus sein, das wir im zweistelligen Billionenbereich zur „Stützung“ (Niedergang ?)
    unseres Finanzsystems stehen.

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