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Coronakrise: Fortschritte bei Lockdown entscheidend für Aktienmärkte

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Auch wenn die globalen Infektionszahlen schon Hauptthema in der täglichen Berichterstattung sind in der Coronakrise, so wird man in dieser Woche in manchen Ländern ganz besonders darauf blicken. Ist der Reproduktionsfaktor (R) tatsächlich schon so weit gesunken, dass man im Westen mit den ersten Maßnahmen der stufenweisen Normalisierung beginnen kann? Von den Wirtschaftsdaten dürfen sich die Aktienmärkte keine Unterstützung erwarten, diese dürften auch weiterhin in historisch einmalige Dimensionen vordringen. Eigentlich logisch, denn wann wurde nach dem Krieg jemals ein Teil der Weltwirtschaft von einem Tag auf den anderen so ins künstliche Koma versetzt? So könnte auch der für Deutschland so bedeutsame Ifo-Index am kommenden Freitag in „uncharted territory“ vorstoßen.

Coronakrise und die Dominanz der Infektionszahlen

Exponentialanstieg oder bereits Linearanstieg, das ist hier die Frage. So könnte man die Aussage unseres Gesundheitsministers Jens Spahn bewerten, der am Freitag davon sprach, dass Covid-19 von nun an beherrschbar geworden sei. Mit einem Reproduktionsfaktor (R) von 0,7, was bedeutet, dass die Ansteckungsquote auf dem Rückweg ist. Seltsamerweise hat das Robert-Koch-Institut noch wenige Tage zuvor von einem Faktor 1,2 in seiner üblichen Pressekonferenz berichtet. Aber da gibt es das Problem des Meldeverzugs über das Wochenende, wenn die Daten nach Sonn- und Feiertagen verspätet eintrudeln. In der Tat ist es aber so, dass die Zahl der aktiven Fälle, also die Differenz zwischen Gesamtinfektionen und Gesundungen in Deutschland seit dem 6. April größer wird. Ich habe schon öfters darauf hingewiesen, dass die Höchstzahl an diesem Tag „offiziell“ 72.665 an „active cases“ betragen hat und seither fast kontinuierlich fällt, auf 52.598 Fälle, gestern Abend.

Übrigens ist unser Nachbar Österreich fast schon auf Südkoreas Spuren, denn bei 14749 Infektionsfällen hat man bereits 10.501 Fälle an gesundeten Personen im Lande. Die Anzahl an aktiven Fällen hat sich von 9334 vom 3. April seit gut zwei Wochen auf 3796 schon bald gedrittelt. Ebenso ermutigend die Zahlen aus der Schweiz, in der von 27.740 Infektionsfällen gestern noch 8547 aktiv waren (Höchststand der active cases war 14.313).

Weltweit steigen die Zahlen noch deutlich an, auf bereits über 2,4 Millionen, allerdings auch die Zahl der Gesundungen, die auch schon deutlich über die 600.000-er Marke gesprungen ist. Vor einer Woche lag das Verhältnis noch bei 1,77 Millionen zu 400.000, vor zwei Wochen 1,25 Mio zu 259 000 – prozentual steigt letztere Zahl auch bereits deutlicher an. Jedenfalls wird von Ost nach West in der Coronakrise darüber diskutiert, wie man langsam ein Ende des Lockdowns in Stufen vollziehen kann. Selbst in den USA, wo nicht nur die absoluten Zahlen astronomisch sind (etwa ein Drittel aller registrierten Fälle weltweit), sondern die Kurve noch am steilsten nach oben zeigt.

Auch wenn es manche Trumpfans nicht hören mögen: Der US-Präsident ist an der Coronakrise in den USA nicht ganz unschuldig, denn am 30.1./19.2/24.2./28.2. und noch am 6. März hat er (nachweislich) in Statements behauptet, dass das Virus harmlos sei und von ganz allein verschwinden werde. Aktuell ist er ja sehr umtriebig, mit dem Aufspüren von Verantwortlichen für die Coronakrise.

Berichtssaison und Konjunkturdaten – von geringer Halbwertszeit

Zumindest geben es Firmenchefs, Analysten, Fondsmanager und Wirtschaftfachleute zu: Man hat keine Ahnung, wie sich die Situation um Covid-19 und damit die Coronakrise entwickeln wird. Es gibt zu viele Unwägbarkeiten auf der einen, wie auf der anderen Seite. Kommt es nach den zwangsläufigen Öffnungsmaßnahmen für die Wirtschaft zu einer zweiten Welle und einem erneuten Lockdown? Diese hätte aber dann derartig heftige Konsequenzen für die Wirtschaft, dass die Märzeinbrüche an den Börsen nur ein milder Vorgeschmack auf kommende Crashszenarien gewesen wären. Wenn es wegen der Coronakrise zu Massenpleiten von Firmen kommt, die nicht mehr gestützt werden können und dies zu Dauerarbeitslosigkeit führen wird.

Oder kommt es doch zu einer witterungsunterstützten raschen Eindämmung von Covid-19 im Zusammenspiel mit den vielen Prophylaxemaßnahmen und einer grundlegenden Verhaltensänderung der Bevölkerung, ersten Medikamenten und der Wirkung der weltweiten Bazookas durch Regierungen und Notenbanken? Also möglicherweise zu einem Crackup-Boom, infolge Anlagenotstandes?

Oder zu einer der unzähligen Möglichkeiten zwischen den beiden Extremszenarios? Keiner weiß es.

In der neuen Woche kommt es in den USA zur Fortsetzung der Berichtssaison zum Jahresauftaktquartal. In Deutschland startet man wie üblich mit den Zahlen von SAP in den Beginn einer Saison, für die die Deutsche Bank vorsichtig schon mit 40 Prozent Gewinneinbruch rechnet, obwohl der Shutdown erst zum Ende der Periode voll zugeschlagen hat.

In den USA geht es weiter mit den großen Brocken aus allen Branchen, wie zum Beispiel, IBM, Coca Cola, Procter&Gamble, Alphabet, Facebook, Visa, Amazon, American Express und Southwest Airlines. Damit dürfte alles dabei sein, vom absoluten Nutznießer der Krise Amazon bis zu dem ohne staatliche Hilfe nicht überlebensfähigen Luftfahrtkonzern. Der Grundtenor im Ausblick der Unternhmen in der Coronakrise dürfte jedoch sein: „Wir wissen es nicht!“

Mit Spannung erwarten Börsianer am kommenden Donnerstag auch den EU-Gipfel zur Coronakrise. Thema Nummer eins wird die Schuldenaufnahme zur Bekämpfung der Pandemieauswirkungen sein.. Das Europaparlament verlangt im Kampf gegen die Coronakrise sogenannte Recovery-Bonds – also europäische Anleihen, die durch den EU-Haushalt abgesichert sind. Damit versucht man den Streit um Eurobonds zu entgehen, also der Vergemeinschaftung der bestehenden Schulden.

An Konjunkturdaten wird es auch in der nächsten Woche nicht mangeln.

Im Reigen von Daten zu Preisen, Verbrauchervertrauen und Einkaufsmanagerindizes (EU), ragt vor allem ein weiteres Mal die Meldung zu den wöchentlichen Arbeitslosenanträgen in den USA am Donnerstag hervor. Wie stark wird die bereits gemeldete Zahl von 22 Millionen Anträgen weiter ansteigen?

In Deutschland ist neben dem ZEW-Index (Stimmung der Finanzprofis), dem GfK-Index (Verbraucherstimmung) vor allem der wirtschaftsrelevante Ifo-Index zu Wochenschluss von Bedeutung.

Im letzten Monat war das Barometer von 96 auf 86,1 Punkte gefallen, der stärkste jemals gemessene Rückgang. Für diese Woche werden 77 Punkte erwartet. Zur Einordnung: Der Index hatte in seiner Historie noch nie unter 80 Punkten notiert. Der Jahresdurchschnittswert bei der Finanzkrise 2009 betrug 85,2 Punkte. Aber wie erwähnt: Einen solchen wirtschaftlichen Lockdown wie in der Coronakrise hat es seit Beginn der Befragung der Unternehmenschefs zur Einschätzung der Lage ihrer Firmen noch nie gegeben.

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Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    BrettonWood

    20. April 2020 09:31 at 09:31

    Und wer sind den die Anleger? Black Rock, Birkshire, Brian Singer usw. hinzu kommen noch die Staaten mit Ihren Staatsfonds & Nationalbanken wie die SNB (die alleine schon 0.25% des Weltmarktes an Aktien hält…

    DIE ANLEGER gibt es gar nicht mehr und Sie spielen auch keine Volumenrollle mehr! Common Ownership ist das Stichwort!

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Dax: Jahresausblick – Anleger sehen mehr Gefahren als Chancen

Stephan Heibel

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am

Der Dax ist 2021 bereits angesprungen, der Bitcoin hatte die 40.000 USD geknackt und Tesla konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits um 30% zulegen!

Der Quadratmeter Bauland wird in meiner Nachbarschaft auf 2.200 Euro taxiert, ich war bis vor kurzem von 800-1.000 Euro ausgegangen. Ja, liebe Notenbanken, von Inflation keine Spur, oder? Ich habe gelesen, dass die EZB im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung nach Möglichkeiten sucht, den Zins für langfristig laufende Anleihen zu beeinflussen, ohne über den Geldmarkt gehen zu müssen. Abenteuerlich.

Für uns Anleger sind das goldene Zeiten, wobei der Gradmesser der Inflation, das Gold, tatsächlich nicht anschlägt. Die Feinunze Gold verlor diese Woche 1,4%. Ich denke, die überschüssige Liquidität der Anleger wandert derzeit eher in den Bitcoin als ins Gold. Den Bitcoin können Sie problemlos über Landesgrenzen mitnehmen, beim Gold ist das nicht so einfach.

Durch Disruption zum Milliardär

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Gandhi

1990-2000:

Es ist nicht leicht, Milliardär zu werden: Bill Gates lief sich in der Industrie die Hacken wund, niemand wollte Computer für den Privatanwender bauen. Das solle man den Profis überlassen, war die Antwort und IBM hatte eine ganze IT-Industrie erschaffen, die von den Personal Computern nichts wissen wollte. Der IBM Mainframe fristet heute ein Nischendasein, Bill Gates wurde mit seinem Betriebssystem für Personal Computer, dem Windows, zum reichsten Mann der Welt.

2000-2010:

Man muss in Büchern herumblättern, wenn man sich eine Kaufentscheidung bilden möchte, so das Dogma des Buchhandels vor 20 Jahren. Jeff Bezos bot die Bücher im Online-Versand an und hatte nicht nur alle Buchhändler der Welt, sondern später auch alle Einzelhändler der Welt gegen sich. Eine kleine Nische, die kaum Potential habe, urteilten viele damals. Amazon liefert heute so ziemlich alles, was das Herz an materiellen Wünschen hat. Jeff Bezos löste Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab.

2010-2020:

Wenn Sie sich einmal die Ölindustrie und deren weltweite Logistiknetze anschauen, dann können Sie sich vorstellen, dass nicht nur die Autoindustrie gegen die Ablösung der Verbrennermotoren war: Als wichtiger Abnehmer der Ölindustrie liefen also gleich mehrere Branchen weltweit Sturm gegen das Elektroauto. Elon Musk peitschte sein Projekt durch, baute weltweit mangels Kooperationswillen in der Ölindustrie (denen gehören die meisten Tankstellen) ein eigenes Netz an Ladesäulen auf, die weltweit größten Batteriefabriken (Giga-Factories). Durch den Kurssprung in den Tesla-Aktien löste Elon Musk gestern Jeff Bezos als reichten Mann der Welt ab.

2020-2030:

Vielleicht steht der nächste Milliardär ja schon in den Startlöchern. Der Erfinder des Bitcoin ist nicht bekannt. Die mRNA-Technologie wird von mehreren Unternehmen genutzt, aber Moderna und BionTech scheinen die Nase vorn zu haben. Beyond Meat krumpelt die Nahrungsmittelindustrie um. Und Zoom Video und Twilio verändern die Art und Weise, in der wir untereinander kommunizieren. Spannend! Und es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Ich habe den Eindruck, dass die Coronakrise in einigen Bereichen Entwicklungen der kommenden Jahre vorweg genommen hat. So konnten die Aktien von BionTech, Zoom Video usw. im vergangenen Jahr exorbitant anspringen. Im Jahr 2021 wird sich zeigen, welche Entwicklungen tatsächlich beschleunigt wurden, und welche lediglich eine Sonderkonjunktur erfuhren.

Dax: Jahresausblick 2021

Bereits seit sechs Jahren führe ich die Jahresumfrage unter Lesern des Handelsblatts durch. Im Sinne der Sentiment-Theorie interpretiere ich die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass es unwahrscheinlich ist, dass genau diese Erwartung eintritt. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass an den Finanzmärkten in der Regel das Unerwartete passiert.

Das Ergebnis meiner Analyse der Jahresumfrage vor einem Jahr war die Erwartung, dass der DAX frühzeitig im Jahr 2020 ausverkauft würde, um dann bis in den November hinein stark anzusteigen. Den Jahresschlusskurs hatte ich sodann auf knapp unter das Jahreshoch taxiert. Optisch betrachtet habe ich damit ziemlich gut gelegen.

Wenn wir jedoch die Beschriftung der X-Achse zufügen, könnte ich nicht schlechter gelegen haben: Das Tief hatte ich auf über 12.000 festgelegt und als Jahreshoch hielt ich die 15.000 Punkte für möglich.

Nun könnte man sagen, die Corona-Pandemie hat ohnehin alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade solche unvorhersehbaren Ereignisse sollen ja mit Hilfe technischer Instrumente, wie beispielsweise dieser Jahresumfrage, berücksichtigt werden. Dennoch würde ich sagen, dass wir den Verlauf recht gut prognostiziert haben, wenngleich die Intensität durch Corona nach unten verstärkt wurde. Heute werden wir untersuchen, ob der Lauf in Richtung 15.000 nur um ein Jahr verschoben wurde, oder ob sich nach Corona eine vollständig neue Situation ergibt.

Bei unserer Jahresumfrage vor einem Jahr wurde die Anlage in Immobilien als beste Investmentchance bezeichnet, gefolgt von Aktien und Edelmetallen. Industriemetalle (bspw. Kupfer) und Nahrungsmittel (bspw. Getreide) wurden als mäßig attraktiv betrachtet.

Tatsächlich haben gerade Industriemetalle (+26%) und Nahrungsmittel (+16%) im abgelaufenen Jahr eine gute Performance gezeigt. Der DAX konnte sich auf Jahressicht knapp ins Plus retten (+3,5%).

Immobilien muss man für das Jahr 2020 detailliert betrachten: Bauland zeigt mit +13% den stärksten Wertzuwachs, gefolgt von Wohnimmobilien mit +8%. Gewerbeimmobilien litten stark unter der Corona-Pandemie, wobei Büroimmobilien Einbußen erlitten, während Flächen für logistische Nutzung gefragt waren.

Wenngleich der Wertzuwachs bei Wohnimmobilien nicht mit Industriemetallen und Nahrungsmitteln mithalten konnte, so ändert sich das Bild wenn wir berücksichtigen, dass Immobilien in der Regel zu einem großen Teil finanziert werden. Die Wertentwicklung des Eigenkapitals ist, auch nach Abzug der derzeit niedrigen Zinsen, deutlich höher anzusetzen.

Hier die Jahresperformance:

· Kupfer +26%

· Getreide +16%

· Gold +12%

· Immobilien 8%

· DAX +3,5%

· Anleihen +0,5%

· Öl -25%

· Dow Jones +6%

· Nikkei +16%

· Shanghai A-Aktien +12%

In einem Punkt haben die Umfrageteilnehmer vor einem Jahr gut gelegen: Der Median der Umfrageerwartung von vor einem Jahr erwartete einen DAX-Jahresschluss 2020 bei 13.750 Punkten, was einem Plus von 3,8% entsprochen hätte. Mit dem tatsächlichen Jahresschlusskurs von 13.719 (+3,5%) wurde dieser Median ziemlich gut getroffen.

In den vergangenen 50 Jahren hat der DAX nur fünfmal mit einem so kleinen Plus (kleiner 5%) geschlossen.

Nun hat die Corona-Pandemie zu einem durchweg überraschenden und untypischen Börsenjahr geführt, sowohl im Ergebnis als auch im Verlauf. Ich wäre daher vorsichtig, unseren Umfrageteilnehmern vorschnell eine hohe Trefferquote zuzusprechen: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Gedämpfte Erwartungen für Aktien im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 erwarten Anleger nicht viel vom Aktienmarkt: zum Jahresende dürfte sich der DAX in etwa erneut auf dem aktuellen Kursniveau bewegen, wenn unsere Umfrageteilnehmer Recht haben.

Wo steht der Dax Ende 2021?
Abbildung 1: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahresschlusskurs DAX

Die meisten gehen von einem Jahresschlusskurs im Bereich von 13.600 bis 13.900 aus, was im Mittel einem Jahresplus von mageren 0,2% entspräche. Wenn wir die durchschnittliche Erwartung unter Einbeziehung aller Antworten errechnen, ergibt sich sogar nur ein Wert von 13.726 Punkten, also +0,1%.

Interessant dabei ist, dass die Streuung der Erwartungen sehr gering ist: 60% aller Teilnehmer erwarten einen Jahresschlusskurs zwischen 13.500 und 14.400 Punkten. Werte außerhalb dieses Bereiches wurden nur vereinzelt ausgewählt. Einen Schlusskurs unter 13.000 befürchtet fast keiner mehr. Nach oben gibt es vereinzelte Stimmen, die sogar einen DAX bis 16.000 Punkte erwarten.

Wo wird der Höchststand beim Dax 2021 sein?
Abbildung 2: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahreshoch im DAX

Das Jahreshoch wird gemäß der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens über 13.950 Punkten liegen, im Mittel wird ein Jahreshoch bei 14.250 (+3,9%) Punkten erwartet. Berechnen wir den Durchschnitt aller Erwartungen, so erhalten wir einen Wert von 14.385 Punkten (+4,9%). Ein Jahreshoch über 14.850 Punkte (+8,2%) hält kaum jemand für möglich.

Wo wird das Tief beim Dax sein?
Abbildung 3: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahrestief im DAX

Auch beim Jahrestief sind die Erwartungen etwas pessimistischer: Unter 12.750 Punkte (-7,1%) sollte der DAX nach der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens nochmals rutschen. Im Mittel wird sogar ein zwischenzeitliches Abrutschen bis auf 12.150 Punkte (-11,4%) befürchtet. Das durchschnittlich erwartete Tief im Jahr 2021 liegt bei 11.910 Punkten (-13,2%). Immerhin fürchtet kaum jemand ein erneutes Abrutschen unter 11.250 Punkte (-18%).

Ich finde dieses Ergebnis merkwürdig: Im Jahr 2019 sprang der DAX um 25% an. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Schwankungsbreite im DAX über 60%! Für das Jahr 2021 gehen Anleger jedoch nur von einer maximalen Schwankungsbreite von 24% aus, die meisten erwarten eine Schwankungsbreite von nur 17%. Es wäre schön, wenn’s so kommt.

Für den DAX erwarten die meisten Anleger das Jahreshoch im Mai. „Sell in May and go away…” heißt eine Börsenweisheit, die sich offensichtlich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hat. Doch in den vergangenen Jahren galt diese Regel kaum.

Das Jahrestief wird im August erwartet, ebenfalls entsprechend der obigen Börsenregel: „… and always remember to come back in September”.

Bis zum Jahresschluss würde der DAX dann wieder in Richtung seiner Höchststände marschieren, wenn wir der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer glauben. Soweit wird hier eine durchaus typische Jahresentwicklung erwartet.

Untypisch ist jedoch die Befürchtung eines unmittelbar anstehenden Ausverkaufs zum Jahresbeginn: Verhältnismäßig viele Anleger befürchten, dass wir bereits im Februar das Jahrestief sehen können. Daraus können wir zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Zum einen wird der Markt aktuell als überhitzt wahrgenommen, so dass kurzfristig keine weiteren Kurssteigerungen erwartet werden. Nach dem Jahresschlussspurt wird nun eine Konsolidierung bis hin zu einer Korrektur erwartet.

Zum anderen spiegelt die Erwartung der Kurstiefs bereits so früh im Jahr die optimistische Erwartung der Anleger wider, dass die Kurse im Jahr 2021 überwiegend steigen werden.

Diese Erwartung widerspricht offensichtlich der weiter oben formulierten Erwartung der geringen Sprunghöhe im DAX: Wenn der DAX schon in den kommenden Wochen sein Tief sieht und dann für den Rest des Jahres steigt, dann erscheint das Kursziel bis zum Jahresende bei durchschnittlich 13.726 Punkten (+0,1%) sehr konservativ. Einzige Erklärungsmöglichkeit wäre ein heftiger Ausverkauf in den kommenden Wochen, so dass der DAX von tiefem Niveau aus dann das ganze Jahr steigen kann, ohne über die 14.000 Punkte zu springen.

Das wäre eine Entwicklung, die der DAX-Entwicklung aus dem Pandemie-Jahr 2020 entspräche. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

Umfragen zum Dax im Jahr 2021

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Ganz so einfach ist die Lage bei Dow Jones, Nasdaq und Silber derzeit nicht. Schauen wir genauer auf die Charts im folgenden Video.

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