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Coronakrise: Reicht die Reaktion Europas wirklich aus?

Ist die Reaktion in Europa auf die Coronakrise und ihre wirtschaftlichen Folgen ausreichend? Sehen wir uns dazu einmal die Reaktion der Märkte an!

Coronakrise und die Reaktion Europas: Italienische Anleihe-Auktion – ein Erfolg

Die erste Phase der Platzierung italienischer Staatsanleihen zur Finanzierung all jener Finanzlöcher, die zur Lösung der Coronakrise notwendig sein werden, ist abgeschlossen (für Privatinvestoren). Heute beginnt die zweite Phase, die institutionellen Anlegern gewidmet ist (10-12 Uhr), mit einem garantierten realen Mindestkuponsatz von 1,40% (der Platzierungssatz wird vor der Eröffnung der Auktion entsprechend den Marktbedingungen festgelegt). Die Nachfrage war bisher sehr hoch, auch dank der so genannten „Treueprämie“, die den Anlegern versprochen wurde, die die Anlage bis zur Fälligkeit behalten, nämlich 8 Promille auf das investierte Kapital –  was im Vergleich zu früheren Emissionen sogar eine Verdoppelung bedeutet.

Die Laufzeit von 5 Jahren ist auch vernünftig, wenn man die Geschwindigkeit berücksichtigt, mit der sich die Märkte und die finanziellen Bedingungen in der Cornakrise derzeit verändern. Gegenwärtig werden die üblichen politischen Theater nach italienischem Vorbild neu belebt, wobei Vertreter einiger Parteien mit dem Finger auf die mögliche bedingungslose Aktivierung des ESM hinweisen (für eine Summe von rund 35 Milliarden Euro). Wir beschränken uns darauf, das, was geschieht, aus wirtschaftlicher Sicht zu kommentieren.

Sehen wir uns einmal an, was der Fall ist – und was geplant ist:

  • zunächst die Umsetzung des so genannten Einziehungsfonds mit der „Frankenachse“ (Deutschland und  Frankreich), die darum bat, im Wesentlichen öffentliche Schulden in Höhe von 500 Milliarden zu emittieren (unzureichend, aber angesichts der Möglichkeiten, die die Empfänger nicht direkt betreffen würden, interessant als mögliche Lösung)
  • die erfolgreichen italienischen Anleihe-Auktionen
  • die Möglichkeit der Nutzung des ESM und des QE durch die EZB.

Es wird also in der Coronakrise einiges gemacht, aber dies ist keineswegs eine effektive und effiziente Lösung. Aber die Finanzmärkte, die mit der europäischen Architektur vertraut sind, zeigen bis zur Erholung makroökonomischer Daten (ein paar Monate scheinen immer noch ein ausreichender Zeithorizont zu sein, um aus numerischer Sicht zu verstehen, welche Auswirkungen der bisherige Beschäftigungs- und Produktionsrückgang haben wird), dass die Risikoaversion weiter nachlässt.

Euro und Dax

Der Euro zeigte gute Reaktionen gegenüber dem US-Dollar, dem Schweizer Franken und dem Pfund Sterling, mit interessanten, wenn auch nicht sehr volatilen Versuchen eienr Stabilisierung (lediglich zum Schweizer Franken konnte sich der Euro nicht erholen, sodass die SNB intervenierte). Wir befinden uns vor der runden Marke von 1.1000 gegenüber dem Dollar – einem sehr wichtigen Bereich, der um mindestens 25 pipsüberschritten werden muss, um Platz für mögliche Versuche in Richtung des nächsten Widerstands bei  1.1125 zu schaffen.

Das aber setzt Verkäufe des US-Dollars voraus, mithin also eine Reaktion als Zeichen für eine erhöhte Zuversicht der Investoren in der Coronakrise. Insgesamt sucht der Dollar nach wie vor nach einer Richtungsentscheidung. Was den Dax betrifft, so stehen wir vor einer mittelfristigen Zwischenphase, in der die Kurse den bärischen Durchbruch der Mitte April erreichten Tiefststände im Bereich 10150 verpasst haben – und nun wieder die Höchststände von 11300 Punkten anvisieren. Im Falle eines Überschreitens des Bereichs von 11330 Punkten liegen die nächsten Widerstände bei 11390 – und bei Schließen des Gaps (siehe Cart uen), das entstand, als sich der Abverkauf in der Coronakrise zu intensivieren begann. Im Falle eines bullischen Ausbruchs ist es wahrscheinlich, dass auch die amerikanischen Indizes angesichts der weiterhin bestehenden guten Korrelation zwischen den beiden Seiten des Ozeans den Bewegungen des Dax folgen werden..

Die Märkte mit positiver Reaktion auf die Maßnahmen in Europa zur Lösung der Coronakrise

Zerbricht der Euro wegen der Coronakrise?

 



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