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Coronakrise: Rückkehr zu alten Gewohnheiten – beim Konsum

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Wie verändert sich der Konsum angesichts der Coronakrise? Wir leben in einer Konsumgesellschaft, zugleich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Langsam aber stetig kehren die Menschen zu ihrem gewohnten Rhythmus zurück, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten. Das Konsumbarometer jedenfalls zeigt in diese Richtung.

Coronakrise und Konsum: Das HDE-Konsumbarometer auf dem Weg nach oben

Schneller als von manchem erwartet geht es mit dem deutschen Konsum trotz Coronakrise nach oben. Wie aus der Verbraucherumfrage für den Handelsverband HDE hervorgeht, kletterte das Barometer für den Juli um über 3 Punkte auf 96,34 Zähler. Das betrifft sowohl die Konjunkturerwartungen als auch die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung der Konsumenten.

Darauf hatten schon die Einzelhandelsumsätze im Mai hingedeutet, die um 13,9 Prozent zum Vormonat und sogar um 3,9 Prozent zum Vergleichsmonat des Jahres 2019 gestiegen waren.

Dabei bestätigte sich der Trend zum Internet- und Versandhandel, während der stationäre Handel mit Textilien und Lederwaren im Mai noch 20 Prozent hinter dem Vorjahr zurückgelegen hatte.

Langsam kommt auch wieder Leben in die Innenstädte. Aus aktuellen Daten wird ersichtlich, das Ende Juni bereits fast schon Besucherzahlen in Restaurants gezählt wurden, wie vor Jahresfrist. Die Geschäfte außerhalb des Lebensmittelhandels meldeten noch Rückgänge von 10 Prozent gegenüber der Zeit vor der Coronakrise. Ein Problem sind nach wie vor die Modeläden in den Städten – schon weil langwieriges Anprobieren mit Atemmasken in der Kabine nicht gerade verlockend ist..

So schnell kann es gehen: Analysten der Commerzbank sprachen schon davon, dass die Umsätze im zweiten Quartal bereits schon die des ersten Quartals 2020 erreicht haben könnten. Seit einer Woche gibt es auch noch die Senkung der Mehrwertssteuer, die sich der Staat geschätzt 20 Milliarden Euro kosten lässt. Ob alle Unternehmen die Senkung weitergeben?

Der Chart des Barometers, ein kleines V

 

Aber auch für Europa zeigt das Barometer nach oben. Der von der EU-Kommission erhobene Wert stieg um 8,1 Punkte auf 74,8 Zähler, er ist damit allerdings noch weiter entfernt von seinem langjährigen Mittel von 100 Punkten. Bis auf Malta und Griechenland vermeldeten alle EU-Staaten Zuwächse. Für das Exportland Deutschland ist eine Erholung in den Nachbarstaaten aus der Coronakrise eine „Conditio sine qua non“, also eine Grundbedingung, schließlich ist die EU nach wie vor unser großer Absatzmarkt.

Fazit

Die Coronakrise hat zum größten Wirtschaftseinbruch in der jüngeren Geschichte geführt. Mit dramatischen Folgen, die noch nicht absehbar sind. Insolvenzen, Arbeitslosigkeit (nach Auslaufen der Insolvenzregel) und die Möglichkeit der Verlängerung wirtschaftlicher Bremsklötze (2. Welle). Aber eines hat die Coronakrise bisher nicht gebracht: die Zerstörung von Infrastruktur und Produktionsstätten, wie es Umweltkatastrophen oder Kriege mit sich bringen. Alles steht noch an Ort und Stelle. Deshalb besteht auch die Möglichkeit eines raschen Hochfahrens der Wirtschaft, zumindest in einigen Bereichen. Wie es den Bürgern aus den Industriestaaten nach alten Gewohnheiten giert, konnte man schon nach wenigen Wochen Lockdown erkennen: Im bayerischen Voralpenland musste an manchen Orten die Polizei einschreiten, wegen des Verkehrschaos, welches die Touristen in den Bergen verursacht hatten.

Aber die Erholung aus der Coronakrise bezieht sich auf den Konsum – für die Industrie dürfte es langsamer vorangehen. Wer braucht derzeit schon die teuren deutschen Güter des Maschinenbaus? Schneller Rückgang aus dem staatlich verordneten Totalstillstand ja, aber im Herbst könnte es allein unter dem Einfluss der Pandemie wieder deutlich langsamer nach oben gehen, außer…

Obwohl die Coronakrise noch nicht ausgestanden ist, zieht der Konsum an

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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