Folgen Sie uns

Allgemein

Coronakrise: Subventionierte Wohlstandversprechen für alle!

Hätte es die Coronakrise nicht gegeben, müsste man sie fast erfinden..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Fast hat man den Eindruck, als sei die Coronakrise schon vorbei – oder als hätte es sie irgendwie gar nicht gegeben! Erinnern wir uns überhaupt noch an den herben Abverkauf der Aktienmärkte ab Februar? Lange her – inzwischen handeln eben diese Aktienmärkte wieder direkt (Leitindex S&P 500) oder nicht allzu weit von Allzeithochs (etwa der Dax).

Coronakrise: Reicher und viel gerechter als zuvor

Im Gefolge der Coronakrise fielen die zuvor stets steigenden Vermögenspreise, also retteten die Notenbanken und Staaten alles und jeden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Vermögen der Bürger in Deutschland im 2.Quartal wieder deutlich steigen, wie heute Zahlen von Flossbach von Storch erweisen:

„Auch im zweiten Quartal 2020 ist die Entwicklung der Vermögenspreise deutscher privater Haushalte von der Covid-19 Pandemie geprägt. Während noch im ersten Quartal die Preise um -2,7 % nachgaben, sind sie innerhalb des zweiten Quartals um +3,2 % angestiegen und liegen zur Jahresmitte +4,4% über dem Vorjahreswert.“

Also war das erste Quartal nur ein Ausrutscher? Faktisch sind also die Deutschen nun reicher als ein Jahr zuvor – das ist schön. Fast noch schöner aber ist, dass die Unterschiede zumindest nicht größer geworden sind, wie Flossbach von Storch betonen. Nur die untere Mittelschicht scheint weniger zu profitieren:

„Die Vermögenspreisinflation fällt im Querschnitt des Nettovermögens deutscher Haushalte zur Jahresmitte verhältnismäßig homogen aus. Bis auf die untere Mittelschicht liegt die Preissteigerungsrate innerhalb einer Bandbreite von einem Prozentpunkt mit Ausnahme der Haushalte der unteren Mittelschicht. Grund für das homogene Bild ist die geringe Preisveränderung des Betriebsvermögens, das in den vergangenen Jahren die Preise des Vermögens wohlhabender Haushalte stark ansteigen lassen hat. Die untere Mittelschicht besitzt ein geringes Immobilienvermögen und eine anteilsmäßig hohe Sparquote. Daher beträgt die Preissteigerung für das Vermögen dieser Haushalte lediglich +1,7 %.“

Auch die Unterschiede nach Alter sind nicht wirklich groß:

„Im Querschnitt des Alters der Referenzperson der Haushalte beträgt die Spannbreite der Vermögenspreisinflation lediglich einen halben Prozentpunkt. Für jüngere Haushalte ist sie am geringsten, da sie am seltensten über Immobilienvermögen verfügen, und steigt mit dem Alter der Haushalte an.“

Man sieht: das bißchen Coronakrise stecken wir locker weg. Na gut: wir müssen dafür das Insolvenzrecht ausser Kraft setzen, Banken faule Kredite in der Bilanz verzeihen, halb Deutschland in Kurzarbeit versetzen (und diese dann wohl bald verlängern), die eigenen Staatsanleihen aufkaufen (QE), Unternehmensanleihen kaufen. Und Scholz als Kanzlerkandidaten ertragen.

Aber das ist ja nicht schlimm. Das machen wir einfach so weiter, bis die Wirtschaft völlig vom Staat abhängig ist. Spätesten dann wird Scholz Kanzler. Und der wird dann, frei nach Wirecard, feststellen, dass da 1,9 Billionen Euro irgendwo fehlen. Und dann machen wir eine Währungsreform, und das Geld ist plötzlich wieder da.

Ach, so eine Coronakrise hat doch was Gutes: Subventionierte Wohlstandsversprechen für alle. Hätte es die Coronakrise nicht gegeben, müsste man sie fast erfinden..

Als hätte es die Coronakrise gar nicht gegeben

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    franko33

    17. August 2020 14:27 at 14:27

    Persönlich habe ich einen großen Respekt vor den Bürgern der ehemaligen DDR.
    Wir können viel von ihnen lernen,wenn wir unsere Arroganz ablegen.Schon merkwürdig:
    Früher stand der Westen für die Nazis und der Osten für den Sozialismus mit dem Motto
    wer anderer Meinung ist, ist mein Feind.Dann kamen die „Bürgerrechtler“ – vergleichbar
    mit unseren heutigen Verschwörungstheoretikern.Es war eben eine analoge Revolution.
    Jetzt haben wir plötzlich den sozialiustischen Westen und den Nazi-Osten ?
    Habe ganz vergessen – jeder,der anderer Meinung ist,ist eben Nazi.
    So befinden wir uns eben in einer digitalen Revolution mit (noch)ungewissem Ausgang.
    Um auf Sie zurückzukommen,Herr Fugmann.Allgemein bekannt scheint die gewollte Richtung
    vergleichbar mit der jetzigen chinesischen Diktatur als „Planziel“ weltweit und wenn es Deutschland schafft diesen Weg zu gehen,wird uns die gesamte Welt ein weiteres Mal verfluchen und der Preis ist der Verlust des Restes unserer freien Marktwirtschaft und
    noch schwerwiegender,der Verlust unser persönlichen Freiheit !

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    17. August 2020 14:56 at 14:56

    Ich würde als Politiker und Kandidat für das höchste Amt ebenfalls die Insolvenzmeldungen möglichst vertagen in die Zukunft, die Bürger mit neuen Unterstützungs-Euros beschenken und dabei geschickt die Termine bis nach der Wahl einkalkulieren. Damit wird man bestimmt als Retter der Nation zum Amt gewählt, wenn auch das Erwachen erst nach der Wahl erfolgt. Denn auch die neuen Schulden haben einen Rückzahlungstermin und dass die Bürgen eines Landes diese auch bezahlen müssen, wissen ja die Griechen zu berichten – ausser… es kommen wieder einige Billionen von der Brüsseler Kollegin, die bei Verteilungsmodalitäten hohe Kompetenz bewiesen hat und deshalb die Beste ist die man wählen konnte.

  3. Avatar

    asyoulike

    17. August 2020 18:09 at 18:09

    Moin, moin,

    Währungsreform? Was würde sich dadurch ändern? Es wird wie immer mehr Geld ausgegeben, um Ruhe im Land zu kaufen, als durch Steuern und Abgaben eingenommen wird. In welcher Währung man das rechnet ist doch egal oder?

    M.E. wird es für den Steuerzahler und die Wirtschaft in einer Katastrophe enden. Wer nichts hat, der kann nichts verlieren. Wer etwas hat wird verlieren, mehr oder weniger. Und das Grundproblem ist das BRD Wahlsystem. Wieso darf jemand, der sich erfolgreich vor der Arbeit drückt bei Wahlen über die Verwendung von Steuergeldern mit entscheiden?

    Aber solange noch BRD gilt, gibt es Wohlstand für alle. Im September nun 300 Euro für jedes Kind. Nur viele gebildete Personen mit guten Jobs haben keine Kinder. Sozusagen ist das wieder ein Extrageld für unsere Tagesfreizeitartisten. Die erkaufte Ruhe.

  4. Avatar

    Lausi

    17. August 2020 20:01 at 20:01

    Keine Sorge – der Scholzomat wird’s schon richten! Man muss nur wie ein Cyborg an die Sache ran gehen! :-)

  5. Avatar

    Michael

    17. August 2020 21:05 at 21:05

    @Markus Fugmann

    Du wolltest ja nicht hören, als ich vor 7 Monaten vom Rücksenderecht oder alternativ vom föderalistischen Länderaustausch mit EU-Recycling Gebrauch machen wollte.
    https://finanzmarktwelt.de/zahlen-sie-2020-mehr-steuern-als-sie-gewinn-machten-153552/
    Michael @19:02

    Jetzt haben wir den Insalata Mista. Nach Dekaden, in denen der Staat von einigen wenigen Wirtschaftskonzernen abhängig war, wird nun die Wirtschaft abhängig vom Staat. Mit Scholz als kommunistisch-inkompetentem Westkanzler und Höcke als freiheitlich-kapitalistischem Ost-Kanzler. Kaiser Markus aus dem Süden wacht derweil als moderat-regulierende Veto-Instanz über Wohl und Wehe der geschundenen Republik.

  6. Avatar

    Ranzentier

    17. August 2020 21:53 at 21:53

    Soziale Marktwirtschaft ist das auf das wir uns konzentrieren müssen…das sollte das Ziel sein…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage