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Coronakrise: USA gegen China – wer gewinnt den Machtkampf?

Die Coronakrise macht den Machtkampf zwischen den USA und China noch deutlicher, noch offensichtlicher. Graham Allison hat vor einigen Jahren den Kampf zwischen der aufsteigenden Großmacht China und der scheinbar unangefochtenen Supermacht USA als Thukydides-Falle beschrieben: um den aufsteigenden Konkurrenten nicht an sich vorbei ziehen zu lassen, versucht die herausgeforderte Supermacht historisch immer wieder, die Macht des Newcomers einzugrenzen. Die Folge: Wenn eine unangefochtene Supermacht aber dann durch eine aufstrebende Macht herausgefordert wird, entsteht „struktureller Streß“. In den letzten 500 Jahren geschah das laut Allison 16 Mal – zwölf Mal kam es zu einem (heißen) Krieg. Daher lautet der Titel des Werks von Allison auch „Destined for war“ (Vorbestimmt zum Krieg; siehe hierzu auch einen Vortrag von Graham Allison).

Wie die USA agieren? Es geht darum, den Aufstieg Chinas zur mindestens gleichwertigen Macht neben den USA zu verhindern – so steht es beispielweise in dem Begleit-Text zur immensen Erhöhung des Militärbudgets: Ziel der Erhöhung des Militär-Budgets sei, eine auch militärisch dominante Stellung Chinas so weit wie möglich zu verhindern.

Aber es geht auch um Technologie: warum etwa der Feldzug der Trump-Administration gegen die technologische Speerspitze Chinas, nämlich Huawei? Da werden gegen den chinesischen Konzern Vorwürfe erhoben, er würde andere Länder ausspionieren – aber genau das machen die großen US-Tech-Konzerne selbstverständlich schon seit Jahren, und ohne auch nur mit der Wimper zu zucken! In der Coronakrise geht es dazu noch um Impfstoffe, Medikamente etc.

Die Machtfrage entzündet sich in der Coronakrise

Mit der Coronakrise, die China zuerst durchlitt, kommt die Machtfrage wieder überdeutlich zum Vorschein.  Die USA stehen vor nohch deutlich größeren wirtschaftlichen Problemen als China – das gilt für so viele Bereiche, nicht zuletzt auch für den Autosektor (siehe hierzu den kürzlichen Artikel von Wolfgang Müller). Die Coronakrise legt die Achillesversen der Amerikaner schonungslos offen.

Das Grundproblem der Amerikaner ist: sie sind maßlos verschuldet (Konsumenten, Unternehmen und zunehmend auch der Staat). Der Vorteil der Amerikaner wiederum ist: sie können mit dem Dollar das Geld drucken, in dem sie selbst verschuldet sind!

Florian Homm sieht dennoch den Vorteil klar auf der Seite Chinas – und die Coronakrise könnte faktisch eine Art Beschleuniger einer Entwicklung sein, die auch  ohne die Coronakrise eingetreten wäre, aber vermutlich länger gedauert hätte:

Die Coronakrise beschleunigt den Konflikt zwischen den USA und China



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