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Coronakrise: Warum stehen die Aktienmärkte noch so hoch?

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Die Coronakrise errreicht einen Hochpunkt nach dem anderen – und viele reiben sich derzeit verwundert die Augen: Warum stehen die Aktienmärkte so hoch, angesichts der schlechtesten Konjunkturaussichten in den vergangenen 100 Jahren? Gerade mal 20 bis 25 Prozent im Minus und nur leicht im Bärenmarkt. Spinnen die Börsianer – oder sehen Sie etwas anderes, was man aus den gegenwärtigen Daten nicht entnehmen kann? Hierzu ein paar Argumente aus der bullishen Sicht der Märkte.

Coronakrise: Was bringt uns das zweite Halbjahr?

Aus der Sicht der Börsen geht es fast nie um die Gegenwart oder die nahe Zukunft. Aktienmärkte fragen, wie sieht es in einigen Monaten aus? Also haben wir im Spätsommer 2020 noch Millionen von Coronainfizierten in den USA und ein Vielfaches davon an Arbeitslosen im Gefolge der Coronakrise? Das scheint sich in den Kursen derzeit niederzuschlagen.

Viele könnten von einer falschen Grundprämisse ausgehen.:Was nicht beachtet wird beim Vergleich mit früheren Rezessionen, selbst mit der von 1929 ist, dass es noch nie ein Situation gab, in der die Wirtschaft staatlich verordnet in Teilbereichen so auf null heruntergefahren wurde (und auch absehbar wieder hochgefahren wird).

Nicht einmal im Zweiten Weltkrieg wurde in den USA einem Friseur, einem Bäcker, einem Hot-Dog-Verkäufer u.a. die Arbeit untersagt. Das heißt aber auch, dass die kommenden Tage des Lockdowns alles überbieten werden, was es an kurzfristigen (!) Wirtschaftsindizes wie Arbeitslosenanträge, Verbrauchervertrauen etc. je gebeben hat. Klar, vermutlich erleben wird bald,  dass es wegen der Coronakrise in den USA 25 Millionen Arbeitslose geben wird –  in einem Land mit einer Hire-and-Fire-Mentalität. Aber Covid-19 hat ein natürliches Ende. Und dann wird es kurzfristig Anstiegsdaten aus tiefem Niveau geben, wie es sonst nur in Aufbauphasen nach einen Bombenkrieg möglich ist – einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt bereits China mit seinen Einkaufsmanagerindizes.

Beispiel Deutschland

Wir haben bereits in dieser Woche R-0 erreicht (Feststellung Robert-Koch-Institut): das heißt, ein Infizierter steckt nur noch einen Menschen an. Vor drei Wochen lag dieser Wert bei 3-7 und damit noch deutlich höher. Bereits in wenigen Tagen/Wochen wird sehr wahrscheinlich die Zahl der „active cases“ sinken und dann die ersten Maßnahmen der Integration ins Arbeitsleben erfolgen. Die Epidemiologen dürfen nur nicht zu früh Entwarnung geben, sonst würde durch Leichtsinn der ganze Effekt zunichte gemacht werden und sich der Schaden der Coronakrise noch  potenzieren. Nach dem 20. April wird es in Deutschland ziemlich wahrscheinlich mit einer leichten Exitstrategie losgehen.

Coronakrise: Wird die Arbeitslosigkeit Bestand haben?

Die US-Börsen sehen nicht mehr auf den Mai, in dem die schlechtesten Arbeitslosenzahlen seit 1930 kommen werden, sondern sie blicken vermutlich auf den Sommer und später. Deshalb fallen sie auch zur Zeit nicht so stark, trotz der schlechtesten Arbeitslosenzahlen, die man sich ausmalen kann. Man erwartet bereits das Schlimmste und wenn Goldman Sachs von 25 Millionen im Mai spricht, so ist das weitgehend schon eskomptiert. Sonst müssten die Börsen schon weit über 50 Prozent ihres Wertes verloren haben. Das ist ein Grund, warum die Aktienmärkte derzeit nicht in die Tiefen fallen, die dem aktuellen Wirtschaftseinbruch durch die Coronakrise entsprächen. Der Zukunftsaspekt der Börse und als zweiter Grund das 10 Billionen-Dollar-Rettungspaket weltweit, was den Konsum vor einem totalen Kollaps bewahrt.

Was einige Investoren immer noch unterschätzen, ist die absolute Hemmungslosigkeit, Schmerzfreiheit oder Radikalität der US-Regierung, um den US-Konsum zu retten. Wenn das 4 Billionen-Dollarpaket für die Coronakrise nicht ausreicht, wird man eben noch weitere Billionen hinterherschieben: es ist ein Wahljahr und Donald Trump wird ohne Rücksicht auf Verluste alle fiskalpolitischen Mittel einsetzen.

Dass er damit die Verschuldung der USA in gefährlichste Dimensionen anheben wird, das kümmert ihn bisher noch wenig. Schließlich hat er wohl den stärksten Glauben Aller in die Einzigartigkeit der US-Wirtschaft und deren Leitwährung. Spricht er nicht schon dauernd davon, wie gestärkt Amerika aus der Coronakrise hervorgehen wird? Noch glauben ihm die Weltmärkte: der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung und die Federal Reserve kann als eine der wenigen Notenbanken in unvorstellbarem Ausmaß Geld drucken. Dass das nicht ewig gut gehen kann und auch in einem Desaster enden könnte (muss?) – das steht auf einem anderen Blatt. Bisher sind die USA eine der wenigen Länder, die noch niemals einen Staatsbankrott erleben mussten. Deutschland hingegen schon derer sieben, in den letzten 200 Jahren. God bless America..

Noch ein Wort zu China: Warum sind dort im Januar/Februar wegen der Coronakrise die Aktienmärkte nicht in die Tiefe gestürzt, als eine Schlüsselindustrie, die Automobilbranche, mit 92 und 80 Prozent Rückgang die schlechtest denkbaren Daten geliefert hat? Weil man erwartet hat, dass sich die Wirtschaft ab April/Mai von der Coronakrise wieder erholen wird. Was gerade auch geschieht.

Das ist nämlich auch für die USA der springende Punkt: Man kann doch nicht erwarten, dass die Masse der Friseure, Bäcker, Souvenirhändler (um nur ein paar einfache Beispiele zu nennen) auch in drei oder sechs Monaten noch arbeitslos sein werden. Von einem langsamen Wiedereinstieg im Flug- und Touristikgeschäft gar nicht zu reden. Die Touristikbranche steht für acht Prozent des weltweiten BIPs. Menschen werden wieder den Friseur (und viele Dienstleister, vom Masseur bis zum Fitnessstudio) brauchen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Lausi

    5. April 2020 13:15 at 13:15

    Was kein Mensch bisher noch weiß, ist, wie sich eine Lockerung der Kontaktsperre auswirken wird. Schießen dann wieder die Infektionszahlen nach oben? Als unwahrscheinlich würde ich das nicht ansehen. Wie will man damit ggf. umgehen? Die Börsen dürften sich dann mindestens noch einmal halbieren, und eigentlich wäre dann sowieso alles dem Untergang geweiht.

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      Columbo

      5. April 2020 17:35 at 17:35

      @Lausi

      Man kann die Kontaktsperre lockern, wenn die Leute Disziplin mitbringen und die Hygienemaßnahmen einhalten.
      Die richtigen Masken richtig anwenden, Abstand usw. Medizinisch bekommt man das vorläufig in den Griff (war bei anderen Pandemien auch so) bis dann die Impfung kommt.
      Die Börsen können sich gern halbieren und Gold sich verdoppeln. Dann kaufe bzw. verkaufe ich und gut ist.
      Die Welt wird wieder einmal NICHT untergehen, auch wenn manche davon träumen😊.

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        Lausi

        5. April 2020 20:40 at 20:40

        @Columbo: Ich kann dir nur raten dir den Film „Perfect Storm“ anzugucken. Für Menschen, die das Meer lieben, ist das sowieso ein toller Film. Für mich ist dieser Film das perfekte Drehbuch für die jetzige Krise. Und dieses „wunderschöne“ Ende dabei: Nach endlosem Kampf mit den Naturelementen noch ein letzter kleiner Hoffnungsschimmer (die Sonne lugt kurz hervor), und dann kommt die alles vernichtende Riesenwelle (symbolisiert die Hyperinflation? – oder den Klimawandel? – oder was?)

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          Columbo

          5. April 2020 21:38 at 21:38

          @Lausi

          Echt cooler Film! Aber wie kommst du auf den Vergleich mit der Viruserkrankung? Die „Coronawellen“, beispielsweise in Italien, aber auch in anderen Ländern flachen schon wieder ab, ganz anders als die alles vernichtende Riesenwelle im Film.
          Dieses Virus ist ein kleines Ding aus Eiweiß, Fett mit ein paar hundsgemeinen RNA Filamenten drinnen. Die Medizin kennt solche Dinger schon lange und wird sie auch diesmal besiegen. Sind ja schließlich keine Aliens.
          Die Realität ist meistens (leider nicht immer, siehe WK 2) ganz anders als Hollywood.
          Übrigens, falls du Katastrophenfilme magst, so wie ich, schau dir „Outbreak“ mit Dustin Hoffmann an.
          Die Geschichte eines Virusausbruches😉. Spannend!

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            Lausi

            6. April 2020 07:53 at 07:53

            @Columbo: Ich versuche die Symbolik, die Metaphern aus diesem Film zu interpretieren, und auf die jetzige Krise zu übertragen. Also auf das Finanzsystem könnte das ggf. schon ganz gut passen: Die Politiker und Zentralbanker kämpfen wie verrückt um einen deflationären Kollaps zu vermeiden, dann kommt der kurze Hoffnungsschimmer (Infektionszahlen gehen zurück), aber dann kommt die finale Riesenwelle, sei es in Form wieder ansteigender Infektionszahlen (und einem erneuten Shut-Down) oder sei es in Form einer nicht mehr kontrollierbaren Inflation.

            Bis nicht entweder wirksame Medikamente oder eine Impfung etabliert sind, wird die Corona-Pandemie wohl weiter ihr Unwesen treiben, denn von einer Herdenimmunität sind wir ja noch meilenweit entfernt. Vielleicht ist ja auch diese Handy-App der Retter in der Not. Wer’s glaubt wird selig. :-)

            Danke für den Outbreak-Filmtipp. Genug Zeit für Filme gucken hat man ja im Moment (wenn man nicht gerade Kassandra-Kommentare schreibt). ;-)

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      leftutti

      6. April 2020 11:10 at 11:10

      @Lausi, im Prinzip ist das ganz einfach: Bis nicht etwa 60 bis 70% der Bevölkerung infiziert waren und wieder genesen sind, wird das Virus nicht aussterben und sich immer weiter verbreiten. Außer, man findet vorher einen Impfstoff.

      Die Kontaktsperren dienen nur dem einen Effekt, um den Gipfel dieser Gaußschen Kurve niedrig zu halten und Zeit zu gewinnen, damit die verfügbaren Intensivbetten im Idealfall jederzeit ausreichen. Würde man die Kontaktsperren schlagartig aufheben, würden die Infektionszahlen massiv nach oben schießen, und das in relativ kurzer Zeit, eine Tsunamiwelle also.

      Das ist der Tanz auf Messsers Schneide, den alle Politiker derzeit zu bewältigen haben. Um die Infektionskurve weiterhin flach zu halten, kann man eigentlich nur sehr langsam und Schritt für Schritt alles wieder hochfahren. Ziel dabei ist es, dass jederzeit mehr Infizierte genesen, als sich neu anstecken. Mit jeder Lockerung wird eine neue Welle angestoßen, deren Höhe hängt davon ab, wie groß die Lockerung seine wird und welche begleitenden Maßnahmen sonst noch getroffen werden (Maskenpflicht, trotzdem Abstand halten etc.).

      Oder man macht es wie die Asiaten: Die volle Überwachung per Mobiltelefon, eine App, die einen, der in Kontakt mit einem Infizierten war, gleich nach Hause beordert, ständig Mundschutz tragen, Risikogruppen isolieren, nur bereits Genesene mit Antikörpern dürfen raus. Letzteres hieße aber, dass man letztendlich Millionen von Antikörpertests verfügbar haben müsste. Mit diesen Maßnahmen plätschert die Infektionskurve dann für lange Zeit dahin wie sanfte Wellen am Strand:
      https://www.worldometers.info/coronavirus/country/south-korea/ (und dort „Daily New Cases in South Korea“)

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    Hesterbär

    5. April 2020 15:52 at 15:52

    Die meisten Marktteilnehmer sind eben keine Wirtschaftswissenschaftler und sie glauben, man könne die Wirtschaft nach dem Ende der Coronakrise einfach wieder hochfahren und die Schäden mit den Billionensubventionen schnell wieder beheben. Donald Trump und viele seiner Amtskollegen glauben das wohl auch. Das ist aber ein Trugschluss. Insbesondere die noch eintretenden Folgewirkungen werden so massiv sein, dass sich viele noch die Augen reiben werden.

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      Columbo

      5. April 2020 18:39 at 18:39

      „Wirtschaftswissenschaftler“ (was immer das auch heißt), sind die schlechtesten Prognostiker, ist ja hinreichend bekannt.
      Die besten Kontraindikatoren sind die sogenannten Wirtschaftswissenschaftler.

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        Hesterbär

        6. April 2020 00:56 at 00:56

        Columbo, mein Stalker auf FMW, weiß zwar nicht, was ein Wirtschaftswissenschaftler ist, was er aber weiß ist, dass diese Berufsgruppe (die er nicht kennt), die schlechtesten Prognostiker und die besten Kontraindikatoren sind. 😂

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    thinkSelf

    5. April 2020 18:09 at 18:09

    Die Überlegungen sind nur dann richtig, wenn man davon ausgeht, dass die Welt einfach da wieder weitermacht, wo sie aufgehört hat. Das wird aber nicht passieren. Denn erstens gehen schon jetzt die ersten Firmen pleite und viele verheizen jetzt ihre letzten Reserven.
    Investitionen und teure Einkäufe werden von vielen für längere Zeit zurückgehalten. Denn trotz enormer Geldschwemme verliert in diesem Jahr ein relevanter Teil des produktiven Teils der weltweiten Arbeitnehmerschaft erhebliches Einkommen.

    Hier kommt es zu strukturellen Brüchen. Und die werden uns lange begleiten.

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    Rainer Helmstedt

    5. April 2020 23:52 at 23:52

    Wichtiger als die absolute oder relative Staatsschuldenhöhe ist die Belastung des Staatshaushaltes durch die zu zahlenden SchuldZinsen. Und die ist im Moment durch die stark gesunkenen Leitzinsen nicht sonderlich hoch. Der Dollar ist imho eher so stark, da wohl derzeit gilt: unter den Blinden ist der Einäugige König. Bisher hat es die EU leider viel schlimmer erwischt und ich vermute auch das die EU mit ihrer sowieso schon recht anämischen Wirtschaft an den Folgen der Krise noch länger zu knabbern hat.

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    Mike Lohmann

    6. April 2020 01:03 at 01:03

    Die ganze Entwicklung ist vermutlich viel einfacher zu erklären. Einerseits hat der Markt gelernt, dass die Notenbanker alles tun werden, um den Markt nicht weiter sinken zu lassen und sie vertrauen darauf. Echte ökonomische Regeln spielen schon lange keine wirkliche Rolle mehr. Zudem kaufen die Notenbanker nicht zuletzt alles auf, damit die Unternehmen nicht den ausländischen Konkurrenten zum Frass vorgeworfen werden und zum Nulltarif das westliche Rückgrad verscherbelt wird. Echte ökonomische Grundlagen spielen schon lange nur noch in Hörsälen und in professoralen Interviews noch eine Rolle. Zudem steht auch noch eine mögliche EU-Krise vor uns, was wiederum die Notenbanker zu neuen Höchstleistungen im Gelddrucken und Aufkaufprogrammen anteiben wird. Da können Spekulanten risikolos mitzugreifen.

  6. Avatar

    Lausi

    6. April 2020 08:15 at 08:15

    Vorsicht! Jetzt wurde auch ein Tiger vom Corona-Virus infiziert!

    https://t.co/dTjZjVSlib

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    Ihab Hotait

    6. April 2020 11:05 at 11:05

    Corona hat einfach das seit 2018 tatsächlich begonnene globale Wirtschaftsproblem beschleunigt. Die amerikanische Wirtschaftspolitik Inden letzten paar Jahren, die Trump verfolgte, indem er vielen Ländern, vor allem China, Steuerstrafen auferlegte, ist ein Beweis dafür, dass die globale Wirtschaftskrise schon davor begonnen hat, und Amerika ist die erste, die davon betroffen war, und die Corona-Krise beschleunigte diese Auswirkungen, die zu einem Wirtschaftskrieg zwichen diejenigen führen , die die Welt danach führen werden .

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

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Wie die UBS ihren Gewinn im Vergleich zu 2019 um 99 Prozent steigern konnte

Claudio Kummerfeld

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Coronakrise, Insolvenzwelle voraus, mögliche Krisen bei den Banken? Die US-Banken jedenfalls haben robuste Quartalszahlen gemeldet (siehe hier Branchenführer JP Morgan). Oder man hat die Erwartungen sogar extrem stark übertroffen, wie zum Beispiel Goldman Sachs mit einem sehr starken Kapitalmarktgeschäft – denn die Coronakrise hat die letzten Monate Kapitalmarktaktivitäten stark erhöht. Und heute war der Schweizer Bankgigant UBS an der Reihe. Und die Finanzdaten für das 3. Quartal sind äußerst stark ausgefallen, wie bei Goldman Sachs. Sensationell positiv überrascht, so darf man es formulieren. So notiert die UBS-Aktie heute auch 2,8 Prozent im Plus. Die UBS meldet für die letzten drei Monate einen um Sonderfaktoren bereinigten Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Dollar. Dies ist ein Plus von 99 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2019. Unfassbar, und das in diesen Zeiten. Wie hat die UBS das geschafft?

UBS mit sehr niedrigen Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle

Nun, zunächst lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Risikovorsorge der Bank für möglicherweise anstehende Kreditausfälle. Dafür muss eine Bank schon im Vorweg möglichst gut planen und Geld bei Seite legen, also die Rücklagen aus dem Gewinn herausrechnen und auf die hohe Kante legen. Die aktuellen Quartalszahlen der UBS umfassten Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 89 Millionen US-Dollar. Davon entfielen insbesondere 92 Millionen US-Dollar auf den Bereich Personal & Corporate Banking und 15 Millionen US-Dollar auf die Investment Bank. Dem standen Auflösungen von Wertberichtigungen für Kreditrisiken von netto 22 Millionen US-Dollar in Global Wealth Management gegenüber. Also, für einen so riesigen Tanker wie die UBS sind Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in Höhe von 89 Millionen US-Dollar fast gar nichts. Entweder die Bank hat wirklich kaum bis gar keine anstehenden Kreditausfälle, oder man blickt viel zu optimistisch auf die nächsten Quartale. Auf jeden Fall erhöht diese fast nicht vorhandene Rückstellungssumme den Gewinn.

Global Wealth Management und Investment Bank bei der UBS laufen prächtig

Vermögensverwaltung, Kapitalmärkte und Investment Banking laufen in turbulenten Coronazeiten offenbar bestens. Das sah man wie gesagt bereits an den blendenden Quartalszahlen von Goldman Sachs. Wer also seinen Fokus auf Kapitalmärkte und Vermögensverwaltung hat, der fährt als Bank in so einer Krise deutlich besser als Banken, die auf das klassische Geschäft mit Krediten und Spareinlagen setzen – denn dort sind die möglichen Ausfallsummen bei Krediten logischerweise höher.

Wir picken uns an dieser Stelle zwei Geschäftsbereiche bei der UBS heraus. Das Global Wealth Management zeigt einen Vorsteuergewinn von 1,057 Milliarden Dollar. Asien und die Region Americas erzielten einen rekordhohen Vorsteuergewinn für ein drittes Quartal. Die positive Operating Leverage stützte sich auf das Kreditwachstum und höhere transaktionsbasierte Erträge, bei rückläufigen Kosten. In der Investment Bank der UBS lag der Vorsteuergewinn bei 632 Millionen Dollar, mit starkem Wachstum in allen Regionen. Die annualisierte Rendite auf das zugeteilte Eigenkapital belief sich auf 19,9% Prozent.

Möglichst viel Geld an Aktionäre ausschütten?

Die UBS scheint wenig bestrebt zu sein, viel Geld in Rücklagen zu parken. Nein, das Geld soll wohl so kräftig wie möglich an die Anteilseigener fließen. Wenn man denn die Kreditrisiken wirklich so gut im Griff hat? Zitat UBS:

UBS ist nach wie vor bestrebt, überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre zurückzuführen und ihre Kapitalrückführungen im bisherigen Umfang beizubehalten. Dabei wird das Verhältnis von Bardividende versus Aktienrückkäufe ab 2020 im Vergleich zu früheren Jahren angepasst werden. Per 30. September 2020 hat UBS bislang USD 1,0 Milliarde für die Bardividende zurückgestellt, deren Ausschüttung voraussichtlich an der Generalversammlung im April 2021 vorgeschlagen wird. Zusätzlich hat UBS im dritten Quartal eine Kapitaleinlagereserve von USD 1,5 Milliarden für potenzielle Aktienrückkäufe gebildet, was die starke Kapitalgenerierung durch ihre Geschäfte widerspiegelt. Unter Ausklammerung dieser Reserve hätte sich die harte Kernkapitalquote (CET1) um 70 Basispunkte auf 14,0% per 30. September 2020 erhöht. UBS erwartet, 2021 ihre Aktienrückkäufe wieder aufnehmen zu dürfen.

Die UBS zu ihrer Kernkapitalquote:

Per 30. September 2020 wies UBS eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,5% (Vorgabe: ~13% bzw. 12,7–13,3%), eine Leverage Ratio des harten Kernkapitals (CET1) von 3,8% (Vorgabe: >3,7%) und eine Tier 1 Leverage Ratio4 von 5,5% aus, ohne Berücksichtigung vorübergehender Konzessionen oder Erleichterungen.

Das UBS-Logo am Frankfurter Opernturm
UBS-Logo am Frankfurter Opernturm. Foto: Quartl CC BY-SA 3.0 de

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