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Coronakrise: Wird das Auto wieder zu Deutschlands liebstem Kind?

Wolfgang Müller

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am

Wird durch die Coronakrise das Auto wieder zu Deutschlands liebstem Kind? Man hat es erwarten können: Bei dem Risiko sich in Großstädten im Personennahverkehr von S/U/- Straßenbahnen oder Verkehrsbussen mit Covid-19 zu infizieren, hat zunächst zur Nichtnutzung und später zur Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr geführt. Zugleich für manchen zur Wiederentdeckung des eigenen Pkw: wie er im Sommer als faradayscher Käfig zum Schutz vor einem Blitzschlag beim Gewitter fungiert, so jetzt als Schutzhülle gegen das Vordingen des Coronavirus.

Coronakrise: Die Rückkehr des Automobils auch in neuer Anschaffungsform

Aus ökologischer Sicht ist es gerade nicht das, was sich die Umweltpolitik künftig vorgestellt hat: die umweltbelastende Rückkehr des Individualverkehrs im Gefolge der Coronakrise – schlimmstenfalls mit nur einer einziger Person in einem tonnenschweren Gefährt. Manch einen treibt die Angst vor einer Infektion auch in Städten mit gutem ÖPNV aber zurück in den eigenen fahrbaren Untersatz und sogar weg vom Sharing-Pkw.

Skurrilerweise sitzen einige allein mit Atemschutzmaske im PKW, schön das eigene CO2 und die verbrauchte Atemluft inhalierend.

Das Ganze könnte noch weitere langfristige Folgen nach sich ziehen, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft Capgemini unter 11.000 Menschen ergeben hat: Dabei ist gerade das Interesse der unter 35-Jährigen an einem eigenen Auto wieder deutlich angestiegen. Manch Volljähriger hatte vorher sogar auf den eigenen Führerschein verzichtet oder war mit Miet-Kfz der Sharing-Industrie (2,4 Mio) unterwegs. Die Coronakrise hat diese Entwicklung zumindest kurzfristig rapide gestoppt.

Diese Wandlung förderte auch eine weitere Studie zutage, durchgeführt von der Boston Consulting Group (BCG) bei 5000 Leuten, die man nach ihren Mobilitätspräferenzen befragt hat. An erster Stelle stand auch hier das eigene Auto, wobei es die wirtschaftlichen Umstände nicht gestatten dürften, dies durch einen Kauf zu bewerkstelligen. Bei BCG erwartet man, dass die Nachfrage auf Flexibilität in der Finanzierung eine Rolle spielen wird, wie zum Beispiel bei Abo-Autos. Kurze Vertragsdauer mit einer All-Inclusive-Flat für Leute, die sich nicht festlegen können. Ein zukunftsträchtiges Thema auch für unsere großen Automarken, die derzeit noch nach Kaufprämien rufen, um die vielen Fahrzeuge an den Mann/die Frau zu bringen.

Vielfältige Mobilität

Man kann es kaum glauben: Die Coronakrise hat auch dazu geführt, dass viele Strecken zu Fuß bewältigt werden, per Fahrrad oder auch per E-Scooter. Jedenfalls gaben dies 35 Prozent der in der Studie Befragten an, wie sie Kurzstrecken zurücklegen. Das Vertrauen in das von manchen genutzte Sharing-Kfz hat zunächst stark abgenommen.

Aber es wie immer, wenn es um Zukunftsfragen geht: Nichts Genaues weiß man nicht.

Wie wird sich das Verhalten der Menschen wieder ändern, sobald es einen Impfstoff gibt? Ziemlich sicher folgt eine Renaissance der öffentlichen Verkehrsmittel. Fragt sich nur, wann es soweit sein wird – und wie viel der neuen Konzepte im „Ride-Hailing-, Carsharing- und Mikromobilitätssektor“ bis dahin noch am Leben sind.

Fazit

Wird das eine weitere Folge der Coronakrise? Auf der einen Seite die Verringerung von Verkehrsströmen durch Home-Office und digitale Konferenzen, auf der anderen Seite aber die Rückkehr des eigenen Pkw als Rückzugsraum vor möglichen äußeren Gefahren, insbesondere ausgelöst durch die Angst vor Infektionen, die auch mit dem Gedanken an Welle zwei und drei möglicher Ausbrüche nicht verschwinden sollte.

Damit dürfte auch die Sorge vor einer jahrelang darbenden Autoindustrie in Deutschland etwas voreilig sein. Wir haben in Deutschland 47 Millionen zugelassene Pkw, von denen 40 Prozent bereits über zehn Jahre (Durchschnittsalter 9,5 Jahre) alt sind. Hierdurch entsteht rasch ein Ersatzbedarf (Verschrottung von etwa 500.000 Pkw jährlich, eine Million wird ins Ausland verkauft), möglicherweise spielt auch eine (temporäre) Verhaltensänderung der Menschen in unserem Lande als unvorhergesehene Folge der Coronakrise statt. Was nicht gerade unproblematisch werden dürfte, gerade in Großstädten. Hat man nicht in Berlin während der Phase des Lockdowns viele Kilometer an Radwegen innerhalb des Stadtgebietes installiert auf dem bestehenden Straßennetz?

Das Auto steht in der Coronakrise vor einem Comeback

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    sabine

    13. Mai 2020 09:53 at 09:53

    Das wird eine Katastrophe. Gerade die detailliebenden Deutschen nehmen alles 200% genau.
    In den Firmen:
    a) Zugreisen und Flug generell verboten, außer es geht wirklich nicht anders und nur mit Oberobervorgesetzten-Erlaubnis.
    b) Vorzugsweise mit eigenem PKW. Mietwägen nur im Notfall, nur einzeln benutzen, höchstens zu zweit.
    c) Alles desinfizieren. Tonnen von Desinfektionsmittel, Masken und Plastikscheiben überall. Inklusive Sonderentsorgung. Wird wahrscheinlich verbrannt?

    Wir töten gerade unsere Wirtschaft. Mal sehen, wann der Bauer eine Maske tragen muss.

    In den Südländern werden diese Vorsichtsmaßnamen ganz sicher nicht so gehandhabt. Also doch wieder Produktion ins Ausland verlagern. Denn die Kosten holt man nie wieder rein. Die ganzen Schulungen, wie die Hände waschen, mindestens 30 Sekunden, welche Finger zuerst … Nur noch in großen Abständen in den Gängen…
    Die armen Chefs, wenn nur ein Fall auftritt, ein Mitarbeiter stirbt an Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder was auch immer (diese Todesarten gibt es ja nebenher immer noch), und er hat am Schluß eine Corona-Infektion (oder Grippe, die verwechselt wird mit Corona durch falschen Test), wird er gevierteilt, falls irgendeine Maßnahme nciht überall bis ins kleinste durchgeführt wurde. Hier liegt die neue Macht der RKIs & Co. Vernunft kannst Du vergessen.

    Da hat Musk mal recht gehabt. Sollen sie ihn doch festnehmen.

  2. Avatar

    Scheer

    13. Mai 2020 10:51 at 10:51

    Hallo Sabine
    ich persöhnlich halte den ganzen Corona Lockdown für vollständig übertrieben.
    Ja, man wird krank und ja es ist ansteckend (eigene Erfahrung) aber es ist lang nicht so gefährlich wie in den Medien größtenteils fastschon panisch beschrieben wird.
    Die Problematik mit der Desinfektion ist noch bei den Menschen gar nicht angekommen, was bedeutet denn diese massenhafte Anwendung der Desinfektionsmittel?
    Wir werden immer anfälliger für jeden kleinen viralen Angriff auf unseren Organismus.
    Fakt ist, die Natur hat den Menschen geschaffen um diesen ständig mit Viren zu konfrontieren. Nur dadurch kann der Organismus gestärkt werden und kann sich eigenständig erhalten. Das sieht man ganz schön bei Kindern die in der Natur aufgewachsen sind und im Dreck gespielt haben im Gegensatz zu den Kindern die gar nicht mit Dreck spielen durften oder gleich danach mit Sagrotan abgewischt werden.
    Mit der aktuellen handhabe begeben wir uns in die vollständige Abhängigkeit von Medizin und schwächen unseren Organismus nachhaltig. Nur zur Vollständigkeit, ich bin kein Gegner der Medizin aber man sollte Sie mit bedacht einsetzen.

    • Avatar

      sabine

      13. Mai 2020 12:07 at 12:07

      Hallo Herr Scheer,
      ich gebe Ihnen recht. Es ist totaler Schwachsinn. NRW hat im April 2020 gesamtgesehen weniger Tote als 2019.
      Die vorausberechneten Millionen Tote in D sind auch ausgeblieben. Aber wenn wir das schreiben, sind wir schon dem Verfassungsschutz nahe, denn wir verharmlosen eine wichtige Pandemie, die für die ganze Gesellschaft gefährlich ist, gemäß offizieller von PR-Agenturen begleiteter Virologen und Wissenschaftlern. (Der Vater der Greta ist Schauspieler, Drehbuchautor, Manager seiner Frau als Opersängerin und hat ein Medienunternehmen, Ernman Produktion AB und der Northern Grace AB, prädestinierter Zufall für Wedonthavetime, eine AG.)
      https://www.infosperber.ch/Medien/So-sehen-Greta-Thunbergs-Eltern-ihre-Tochter

      Wir sind im Teufelskreis, und meiner Ansicht nach angetrieben von geschickt gelenkten Ängsten. Wie bei Tempolimit, Versicherungen usw.: keiner will der Depp sein und nachher gesagt bekommen, hättest Du so und so gehandelt, hättest Du das Risiko minimiert. So aber bist Du schuld an dem Unfall blablabla. Also wird von Entscheidern überreagiert. Und die Medien freuen sich, denn Panik ist gut fürs Geschäft. Bei der Schweinegrippe hat die Pharmacie ihren Umsatz verdoppelt, die Medien verdreifacht.

      Aber diesmal, find ich, wird der Schaden immens, auf allen Seiten.

  3. Avatar

    sabine

    13. Mai 2020 11:45 at 11:45

    Hier ein Beispiel, welches endlich jedem zeigt, das Storytelling bei fokusierten Themen wie Corona sehr wichtig ist. Für die eine Seite.

    (Sogar) SZ (und Focus) berichten, dass wegen der Arbeiten von Virologe Hendrik Streeck plus seinem Heinsberg-Protokoll, welche von der PR-Agentur story telling „begleitet“ wurden**, die Wissenschaft bei der breiten Masse in Verruf komme. (Und die Politik übrigens auch. Aber das nur nebenbei.) Der ebenfalls Top-Virologe Christian Drosten finde es total unglücklich. (Soso.) Und findet es auch noch schlimmer, wenn er im Wirtschaftsmagazin Capital liest, dass die PR-Firma Geld in der Industrie (welcher? Pharmacie? Medien? Kunststoff? Wär mal interessant.) einsammelt, um die öffentliche Meinung zu lenken. Gemäß einem entdeckten Dokument wurden „Tweets und Aussagen des Studienleiters Hendrik Streeck in Talkshows wörtlich vorgefasst“. Da falle ihm nichts mehr ein.
    Mir schon. So etwas sind doch gewachsene Strukturen, daß ist doch nicht erst seit gestern so! Sonst würde es diese Firma doch gar nicht geben und sie würde so etwas nicht so selbstverständlich tun. Genauso damals Relotius und Silberstein. Das sind keine Eckpfosten, die mal was extrem anderes machen, sondern die sitzen mittendrin, werden von Parteien offiziell bezahlt wie Silberstein (gefakte Facebook-Gruppen mit Forum und „Diskussionen“). Das ist doch nicht mehr außerwgewöhnlich, höchstens „eher selten“ und nur bei politisch brisanten Themen – mehr aber auch nicht.

    https://www.sueddeutsche.de/wissen/heinsberg-studie-herdenimmunitaet-kritik-1.4873480
    https://www.noen.at/in-ausland/ex-spoe-berater-silberstein-war-auch-fuer-unternehmer-gusenbauer-taetig-politik-politische-bewegungen-spoe-wahlen-oesterreich-62823790#

    ——–
    ** Finanziert von Steuern, wenn ich das richtig sehe, was aber auch schon ganz schön wurscht ist, da wir die Schuldner der Griechenkredite und sonstiger Schuldner seit langem bereits retten durften. So kommt es auf die paar Mark auch nicht mehr an.

  4. Avatar

    Quintus

    13. Mai 2020 13:07 at 13:07

    Die Angst vor dem „Gar furchterbaren Tode“, sie ist allgegenwärtig.
    Den Wahnsinn im Gepäck.
    Tragen Maske, schließen uns ein, sperren uns weg.
    Agieren ohne Sinn und Zweck

    Doch welch Glück in diesem Lande
    Es gibt noch einen Menschen bei klarem Verstande.
    Es ist der Fugmann, erfahren und stets bemüht
    Die Trader zu warnen was ihnen bald blüht….bei unbedachtem Verhalten.
    Leute hört auf die „Alten“…

    Der kleine Racker SarsCov2 legt eure Ängste und Schwächen frei.
    Hunde wollt ihr ewig leben, dem Wahnsinns fette Beut
    Ob ihr euer Verhalten bald bereut?

    Redundanz verkam zu einem Kostenfaktor.
    Der Größenwahn war durch Nichts und Niemandem zu bremsen.
    Vorsicht blieb zurück,
    Noch mehr Technik sei die Lösung, des Ganzen Sinn.
    Wer will ich Sein, wo will ich hin?

    Welch eine Farce…das wars…

  5. Avatar

    Quintus

    13. Mai 2020 13:44 at 13:44

  6. Avatar

    sabine

    13. Mai 2020 14:37 at 14:37

    • Avatar

      Quintus

      13. Mai 2020 15:22 at 15:22

      @sabine
      Danke, mein eingesetzter Link führt leider ins Leere. Ob Kevin James Humor bei allen ankommt, oder ob wir nun den unwissenden Verharmlosern zugeordnet werden?

  7. Avatar

    Tom

    13. Mai 2020 16:24 at 16:24

    23% der Haushalte besitzen laut Statistischem Bundesamt keinen einzigen Pkw. Und viele können sich auch schlicht keinen leisten. Jetzt umso weniger. Da helfen auch keine Prämien.

    Es gibt mehrere Studien aus Asien, kürzlich eine aus Österreich. Unisono wurde kein Schwerpunkt im ÖPNV oder auch Supermarkt festgestellt. Und bei der aktuellen Zahl bestätigter Neuinfektionen dauert es rechnerisch 225 Jahre bis sich jeder Deutsche einmal infiziert hätte.

    Die Leute werden nach und nach ihren Alltag zurückerobern. Mit anderen Verhaltensweisen. Und der Klimawandel bleibt real, egal wie sehr die nach uns die Sintflut Leugner im Internet dagegen schimpfen.
    Bezüglich der Ökobilanz ist die Wahl zwischen Lithiumakku und Sprit die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ohne ÖPNV keinen ausreichenden Klimaschutz im Verkehr.
    Sollten die Leute ernsthaft nach der Krise weiterhin mehr Auto fahren muss man eben gegensteuern.

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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