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Coronavirus: Das große Impfstoffprojekt – und ein paar kleine Tücken

Es geht los mit dem Jahrhundertprojekt Massenimpfung gegen das Coronavirus, zumindest im Westen – nachdem China bereits wieder vorgelegt hat. In Großbritannien hat man am gestrigen Tag die erste Aktion an einer 90-jährigen Dame medial begleitet. Bei uns in Deutschland sollen die Impfzentren in einer Woche stehen, die Impfung selbst wird aber im Januar keine Sache von ein paar Tagen werden.

Die Wirksamkeit des neuen Vakzins gegen das Coronavirus

Neben der produktspezifischen Wirksamkeit, zum Beispiel des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes BNT162b2 ist die Wirkung auch von einer Wiederholung der Prozedur abhängig. Davon ist in den Medien nicht so häufig die Rede, die Wiederholung der Impfung führt aber erst zur essenziellen Immunreaktion gegen das Coronavirus. Eigentlich keine außergewöhnliche Situation, denn auch bei anderen Schutzimpfungen (z.B gegen Hepatitis B) gibt es diese Notwendigkeit.

Virologen erklären die Immunreaktion beim Coronavirus so: Bei der Erstimpfung wird das Immunsystem nur angeregt, es bilden sich aber nur wenige Zellen, die das Impfantigen erkennen. Deshalb ist eine Vermehrung erforderlich, die nur mit der zweiten Impfung erfolgt, im Abstand von drei bis vier Wochen, wo dann genug Antikörper gebildet werden. Fällt diese aus, würden diese absterben und wieder verschwinden. Das Immungedächtnis ist erst dann gegeben, deshalb spricht BioNTech auch erst nach drei bis vier Wochen von einem vollen Schutz der Impfung. Wird die Wiederholung aus irgendwelchen Gründen in diesem Zeitraum versäumt, war das Prozedere umsonst. Das einzig Positive ist aber, dass es nicht wie einem Bakterium zu einer Resistenz kommen wird, wenn zu wenig Antibiotikum genommen wird – so der aktuelle Stand der Wissenschaft.

Zwei Impfungen heißt eine Halbierung der Impfdosen

Es ist also unbedingt notwendig, dass die Wiederholungsimpfung erfolgt, sonst wäre der Impfstoff verschwendet. Bei der Festlegung des Ersttermins soll bereits der Wiederholungstermin festgelegt werden, anscheinend gibt es aber dafür noch keine fertige Lösung für die vielen Impfzentren, die bereits in sechs Tagen stehen sollen.

Und vor allem darf der Patient den Termin nicht versäumen – sollte er es sich bis dahin anders überlegt haben, gäbe es nach dem Stand der Dinge keine Sanktionen.

Allerdings ist die Zahl der Impfdosen, die durch die beiden Hersteller BioNTech/Pfizer und Moderna für das erste Quartal zugesichert wurden, für ein Land wie Deutschland auch nicht so opulent. Die Regierung spricht von sieben Millionen Dosen, was aber dann 3,5 Millionen Impfungen entspricht. Für die Bundeshauptstadt sind 900.000 Einzeldosen vorgesehen, ausreichend für 450.000 Impfungen. Berlin hatte zum Ende des Jahres 2019 bereits 3,769 Millionen Einwohner, es sollten also möglichst auch alle Zweitimpfungen erfolgen.

Bei den Standardimpfungen wird schon einmal die Hausarztpraxis aktiv und erinnert die Patienten an den Wiederholungstermin, diese sind aber bei der Spezialimpfung von BioNTech mit dem extrem zu kühlenden Vakzin zunächst nicht mit von der Partie. Eine Erinnerung ist bei der Verimpfung von BNT162b2 nicht vorgesehen, könnte bei den hochbetagten „Erstimpflingen“ aber durchaus Sinn machen.

Fazit

Die große Impfaktion hat begonnen, in Großbritannien mit dem Vaccine Day. Auch in Deutschland fiebert man der Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam bis spätestens am 29. Dezember entgegen. Bei einem positiven Votum kann die EU in wenigen Tagen den Impfstoff von BioNTech/Pfizer zulassen. Wenn ab Anfang Januar mit der Impfung begonnen wird, dürfte die erwartbare Imunität der ersten Geimpften erst ab Ende Januar erreicht sein. Üben wir uns also in Geduld, vor allem diejenigen, die nicht der Generation Ü80, Ü70 oder Ü60 angehören. Die Zeit der Restriktionen wegen des Coronavirus könnte sich also noch hinziehen.

Das Coronavirus und das Impfstoffprojekt



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3 Kommentare

  1. So richtig interessant wird das Verhalten dann, wenn die Geimpften so gegen 30% gehen und dann die Meinung vertreten wird, dass nun speziell für sie keine Restriktionen mehr gelten.

  2. Moin, moin,

    neues Medikament, neues Risiko.

    M.E. alles zu schnell, zu überstürzt. Aber jeder soll frei entscheiden können, ob er dieses neue Impfgut probieren möchte. Kennt noch jemand Contergan? Erst hoch gepriesen und dann?

  3. Langsam bekomme ich Zweifel an dieser Impfstoff-Euphorie. Und zwar seit ich durch Zufall erfahren habe, dass es eine Impfung eigentlich schon gibt – d.h. eine wirksame Prophylaxe. Normalerweise bin ich kein VT-Anhänger, aber in diesem Fall bekomme ich doch meine Zweifel. Der Punkt ist, dass dieses vorbeugende Medikament spottbillig ist und keiner etwas daran verdient! Es handelt sich um das Anti-Parasiten-Mittel Ivermectin, was z.B. auch gegen Läuse eingesetzt wird. Ist schon seit Jahren auf dem Markt, und hat kaum Nebenwirkungen. Bekannt ist es als Covid-Medikament wohl vor allem in Enticklungsländern wie in Südamerika oder Indien. Aber auch in den USA, England, Australien und vielen anderen Industrieländern wird darüber diskutiert. Erste vielversprechende Untersuchungen laufen, und viele „Feldversuche“ zeigen eine phänominale Wirkung.

    Generell scheint bei Corona die vorbeugende Behandlung der klügere Ansatz zu sein, da damit auch schon viele gute Erfahrungen gesammelt wurden. Zwei Ärzte dieser Richtung sind z.B. Dr. Zelenko aus N.Y. oder Dr. Mobeen Syed aus Indien. Aber warum wird dann diese vorbeugende Behandlung nicht mehr angewendet, warum ist diese so unpopulär? Warum wird nicht mehr daran geforscht? Wie viele hunderttausende Menschenleben hätten vielleicht dadurch gerettet werden können? Aber damit wird ja kein Geld verdient, und auf der anderen Seite steht das Jahrhundert-Geschäft mit den Impfungen. Wenn man sich dann noch überlegt, in welcher Rekordzeit diese ganzen Impfstoffe durchgepeitscht wurden, und welche Risiken damit in Kauf genommen werden, kann einem eigentlich nur noch übel werden.

    Diese Ivermectin-Info habe ich übrigens von einem vielerfahrenden exzellenten Arzt, der hier in Peru auf einer Intensivstation arbeitet.

    Abschließend noch ein paar diesbezügliche Links. Ansonsten einfach mal googeln:

    https://www.skynews.com.au/details/_6179108952001

    https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.10.29.20222661v1

    https://youtu.be/jsU8ujTIKfk (auf spanisch)

    https://www.deutschlandfunk.de/corona-wundermittel-ivermectin-hysterie-in-suedamerika.676.de.html?dram:article_id=486901

    https://youtu.be/HU5FYiB_bIE

    https://youtu.be/MhLD1P5nH30

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