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Coronavirus: Das Problem mit den Krankheitsdaten

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Ist das nur eine allgemeine Beruhigungspille in Sachen Coronavirus? „95 Prozent der Kranken genesen wieder und alle, die gestorben sind, hatten bereits ernste Vorerkrankungen.“ So Walter Riccardi, Professor für Gesundheitswesen und Berater des italienischen Gesundheitsministers, der die Öffentlichkeit aufrief, sich zu beruhigen. Dabei wird ein spezielles Problem deutlich: Es gibt noch zu wenig Daten über das Virus und seine menschlichen Wirte.

Coronavirus: Medizinische Aspekte

Der ärztliche Direktor der Uniklinik Düsseldorf, Professor Dr. Häussinger, brachte es bei der Frage eines Journalisten in einer Pressekonferenz nach eventuellen Vorerkrankungen des sich in Lebensgefahr befindlichen Coronavirus-Patienten in Nordrhein-Westfalen auf den Punkt: „Sie erwarten doch nicht von mir, dass ich Ihnen vertrauliche Patientendaten übermittle.“ Damit wird klar, wie schwierig es ist, diese Viruserkrankung allgemein einzuordnen, in puncto Gefährlichkeit und Letalität.

Die meisten durch das Coronavirus Verstorbenen hatten Vorerkrankungen wie Herzinfarkte, Karzinome, Diabetes u.ä. und damit ein geschwächtes Immunsystem. Dazu war nach ersten Auswertungen ein Sechstel der Todesopfer zwischen 80 und 90 Jahre alt. Aus diesem Aspekt sollte man die Letalitätsrate von 2 Prozent auch einmal betrachten. Wie lautet derzeit die allgemeine Beurteilung von Virologen? „Bislang ist aber die Gefahr, sich in Deutschland mit Grippe- und Erkältungsviren anzustecken, ungleich höher als eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.“ Besondere Verhaltensregeln gelten daher im Moment nur bei Menschen, die Kontakt zu einer Person hatten, die mit dem Virus infiziert ist und die in einem Gebiet unterwegs waren, in dem Fälle von Covid-19 aufgetreten sind. So war die Lage zumindest, bevor die Infektionszahlen in NRW in die Höhe sprangen. Bisher konnte bei allen neuen Fällen in Deutschland die Ansteckungskette nachvollzogen werden: Sie gehen direkt oder indirekt auf Kontakte zurück, die sich in Italien mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Was sich aber unglaublich fatal entwickelt, ist der ökonomische Effekt vor allem aus psychologischer Sicht.

Die Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben

Diese Effekte sind am Beispiel Italien derzeit nachzuvollziehen. Denn der Coronavirus lähmt aktuell die wirtschaftlich stärksten Regionen des Landes. Mit den Provinzen Pavia, Lodi, Cremona und Mailand, den Zentren des Ausbruchs, liegen 12 Prozent der italienischen Wirtschaft darnieder. Es leidet insbesondere der Tourismus, der in Italien zehn Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ausmacht. Anfang der Woche wurde der berühmte Karneval in Venedig abrupt beendet, anschließend die Schließung von Museen, Kirchen, Kinos und Theatern angeordnet. Das in der Kultur-Hochburg Italien. Da ist es schon fatal, dass einige Länder bereits Reisewarnungen nach Italien ausgesprochen haben mit der Folge von massenhaften Stornierungen im Tourismus. Manche Quellen sprechen schon von einer Quote von bis zu 40 Prozent, der Tourismusverband von „unschätzbaren Schäden“.

Coronavirus: Die Reaktionen an der Börse

Reihenweise sind die großen Indizes in den Korrekturmodus gerutscht. Ob Dow Jones, S&P 500, Nikkei oder der Dax, alle haben in kürzester Zeit 10 Prozent von ihren Höchstständen verloren. Damit wurde schon mehr Kapital vernichtet als das Coronovirus vermutlich an Schäden in den Volkswirtschaften anrichten wird. Natürlich war eine Preisbereinigung aufgrund des extremen vorherigen Anstiegs geradezu unerlässlich. Doch eine Börsenpanik könnte im Zusammenhang mit einer möglichen Pandemie eine unheilvolle Entwicklung in Gang setzen.

Denn hier kommt die Psychologie ins Spiel. Weiter fallende Aktienkurse könnten über den Vermögenseffekt den Konsum der Menschen so einbremsen, so dass es unabhängig von Störungen der Lieferketten und der Industrieproduktion zu einer Rezession kommt. Das sieht man bereits an den weltweiten Auswirkungen in der Tourismus- und Verkehrsbranche. Kein Wunder, dass sich der Ölpreis seit einigen Tagen im freien Fall befindet. Bei einer Panik infolge stark steigender Covid-19-Zahlen kann es in diesen Zeiten von einem Tag zum anderen zu einem totalen Einbruch kommen. Dazu können auch die Medien beitragen, die jeden Einzelfall als Sondermeldung ins Bewusstsein der Bürger bringen, unaufhörlich und rund um die Uhr.

Fazit

Es wäre wirklich verkehrt die Gefährlichkeit dieser Virusinfektionen zu verharmlosen und vorbeugende Vorsichtsmaßnahmen zu ignorieren.

Aber der Schaden, der durch eine mediale Dauerberieselung entstehen könnte, dürfte extrem ansteigen, wenn der Normalbürger in Panik gerät, sich teilweise unwirksame Atemschutzmasken anschafft, Lebensmittelvorräte anlegt und sich in seiner Wohnung verschanzt.

Auch Wochen nach dem ersten Auftreten des Coronavirus herscht ziemliches Rätselraten über die Gefährlichkeit der Lungenkrankheit, seinen Infektionswegen, auch vonseiten der Experten.

Beschwichtigungen über das Coronavirus, das nicht viel gefährlicher sein soll als Influenza und Schreckensvisionen über Millionen Infizierte mit vielen Toten wechseln sich ab. Seit das Virus in Europa angekommen ist, hat sich das Medieninteresse potenziert, eine Sondersendung jagd die nächste.

Es gibt Unsicherheiten über die wirklichen Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Reinhard Fürst

    28. Februar 2020 19:33 at 19:33

    Guten Abend!

    Dazu muss ich sagen, dass es auch gute Gründe gibt die Sterblichkeitsrate anzuzweifeln. Es ist jedoch müssig das Pro und Contra aufzulisten. Da die Daten aus China in der Vergangenheit oft, sagen wir mal, problematisch waren, wird sich in den nächsten 2 Wochen klären wie gefärhlich das Virus tatsächlich ist. Süd Korea gibt die Messlatte vor, und diese wird von Tag zu Tag dramatischer.

    Und vorbereitet zu sein ist nie verkehrt, gleich was das Hintergrundrauschen statt dessen meint.

  2. Avatar

    Zimmermann

    2. März 2020 09:34 at 09:34

    Ich denke auch, nachdem das Virus sich in Europa auch immer mehr breit macht, dass wir in den naechsten beiden Wochen die Lage realistischer einschätzten koennen. Ob im Positiven als vielleicht leider auch im Negativen.

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

Redaktion

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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Ölpreis schwach – drei Gründe – kurzfristig wenig Hoffnung für Bullen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis schwächelt seit Tagen parallel zum Aktienmarkt. Notierte WTI-Öl noch vor genau einer Woche bei 41,50 Dollar, so sind es aktuell noch glatt 38,67 Dollar. Der Chart zeigt den WTI-Ölpreis seit dem 15. Oktober im Vergleich zum S&P 500 Index auf CFD-Basis. Es gibt drei Gründe, welche die aktuelle Schwäche bei Öl untermauern, und einen minimal entlastenden Grund.

Ölpreis fällt dank dieser drei Gründe

Derzeit zieht über dem Golf von Mexiko mal wieder ein Sturm auf, der morgen auf die US-Küste treffen soll. Von daher könnten Produktionskürzungen derzeit ein klein wenig helfen in Sachen Senkung der Angebotsmenge. Aber die Gründe für einen fallenden Ölpreis überwiegen derzeit. Also da wäre zunächst die Coronakrise. Immer mehr Infizierte, und immer neue Restriktionen. Auch in Deutschland stehen verschärfende Maßnahmen kurz bevor. Weniger Aktivität und weniger Bewegung in allen Bereichen des Lebens bedeutet weniger Öl-Nachfrage!

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Und da wäre der US-Dollar. Seit letzte Woche Donnerstag fällt er nicht weiter, sondern steigt und zeigt sich relativ stabil (sichtbar im US-Dollar-Index). Dies wirkt schwächend gegen alles, was in US-Dollar gehandelt wird, also auch auf den Ölpreis. Und drittens muss man sehen, dass der so sehr erhoffte neue Konjunktur-Stimulus für die USA vor der Wahl offenbar nicht mehr kommen wird (hier dazu der heutige Kommentar von Markus Fugmann). Kein neuer Stimulus bedeutet weniger wirtschaftliche Aktivität in den USA, und damit wohl weniger Öl-Nachfrage – das ist natürlich schlecht für den Ölpreis. Natürlich kann sich das ändern, wenn Joe Biden die Wahl gewinnt, und die US-Volkswirtschaft mit einem gigantischen Stimulus-Paket überflutet. Dies könnte für Aktienmärkte und Ölpreis eine ganz neue Hoffnung entstehen lassen.

Chart zeigt Ölpreis im Vergleich zum S&P 500

Expertenmeinung

Der sehr hoch angesehene Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank hat sich heute zur Lage bei Öl geäußert. So sagt er, dass die Gemengelage am Ölmarkt unübersichtlich und bedrohlich bleibe. An der bereits angeschlagenen Nachfragefront würden weitere Transporteinschränkungen drohen. Auch gebe es wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung auf das neue 2,2 Bio. USD schwere Corona-Hilfspaket in den USA, das die Nachfrage unterstützen könnte. Der Fokus der meisten Marktteilnehmer liege eine Woche vor der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowieso auf den USA. Der Effekt eines Wahlsieges von Biden sei aktuell schwer einzuordnen. Hier weitere Äußerungen von Eugen Weinberg im Wortlaut:

Welche Einflüsse werden mittel- bis langfristig überwiegen? Ist ein Biden-Sieg nun negativ für den Ölpreis wegen seiner ambitionierten Klimapläne, die alternative Energien und Antriebe zulasten fossiler Brennstoffe unterstützen? Oder positiv, insbesondere wenn die Demokraten auch im Senat die Mehrheit gewinnen, weil dann schnellere Entscheidungen und eine stärkere fiskalische Unterstützung wahrscheinlicher werden? Oder doch negativ, weil ein Wiederbeleben des Atom-Abkommens mit dem Iran die Risiken eines Überangebots im nächsten Jahr vergrößern? Oder doch positiv (für den Ölpreis), weil Biden als Präsident die US-Schieferölindustrie zerstören würde?

Die Branche scheint sich aktuell wieder zu erholen, wenngleich langsamer als erhofft. In der letzten Woche ist in den USA die Zahl aktiver Ölbohrungen um 6 gestiegen, nachdem sie bereits in der Woche zuvor um 11 zunahm. Die wechselseitige Wirkung dieser Faktoren sieht man bei der aktuellen Hurrikan-Saison im Atlantik. Wegen der wärmeren Wassertemperaturen ist mit „Zeta“ bereits der 27. benannte Tropensturm entstanden. Es wurde bereits 16% der US-Ölproduktion im Golf von Mexiko geschlossen, was die Ölpreise stützt. Morgen soll der zum Hurrikan heraufgestufte Sturm auf die US-Küste treffen, was zu Raffinerieschließungen und Transporteinschränkungen führen und damit den Ölpreis wiederum belasten könnte.

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