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Coronavirus: Der Absturz der Sentimentindikatoren

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Das Cornavirus dürckt auf die Stimmung der Anleger! Nach wochenlangem Stimmungshoch kam letzte Woche die kalte Dusche. Der Dax verlor im Lauf der Woche 4,4 Prozent, nichts war es mit dem Angriff auf das zwei Jahre alte Dax-Hoch. Die Sentimentindikatoren der Analysehäuser AnimusX, Sentix oder auch die Analyse des Behavioral Finance-Experten Joachim Goldberg haben die Korrektur vorhergesagt. Was kein Analyst so richtig auf dem Schirm haben konnte, war das Unheil aus China mit dem Coronavirus. Um so spannender die neuesten Umfragen zur Stimmung der Anleger am Wochenende, die das nervöse Geschehen an den Märkten schon voll reflektieren müssten.

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Der Stimmungseinbruch durch das Coronavirus und eine lang ersehnte Korrektur

Die aktuelle Umfrage von AnimusX, im Auftrag des Handelsblatts, brachte ein etwas seltsames und vielleicht auch etwas gefährliches Bild. Zusammengefasst beschreibt Stephan Heibel, der Leiter der Umfrage, die Situation so: Die Korrektur sei zwar noch nicht beendet, aber nach einem länger anhaltenden Bärenmarkt sieht es auch nicht aus. Es dürfte in den kommenden Tagen oder Wochen zu Kursen kommen, die man später als günstige Kaufgelegenheit beschreiben müsste. Es habe sich beim Dax um eine gesunde Rally gehandelt, da sämtliche Branchen beim Dax-Anstieg beteiligt gewesen sind. Erst die sprunghaft Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus habe die laufende Rally beendet.

Die eingebrochene Zuversicht

Die Auswertung der aktuellen Umfrage zeigt es: Die Stimmung unter den Anlegern ist von plus 4,4 auf minus 3,2 Punkte eingebrochen. Dies ist nach Interpretation der Experten ein seltenes Ereignis und für gewöhnlich der Auftakt für eine längere Phase mit schlechter Stimmung. Noch keine Panik, denn dazu hätte der Index auf unter minus vier fallen müssen. Man ist extrem verunsichert, was nicht verwundert, denn welcher Experte traut sich schon konkrete Vorhersagen über den Verlauf der Ansteckungen mit dem Coronavirus und seine Auswirkung auf die Weltwirtschaft abzugeben? Aber jetzt kommt das Paradoxon: Im Hinblick auf die Zukunft ist die Zuversicht der Investoren bei fallenden Kursen ständig gestiegen. Man betrachtet den Kursrückschlag als langersehnte Kaufgelegenheit, ablesbar am Optimismus für den mittelfristigen Ausblick, der sich auf einem Eineinhalb-Jahreshoch präsentierte.

Kurzfristig müsse es noch zu einer größeren Panik kommen, um diese Korrektur zu beenden. „Großer Optimismus und eine hohe Kaufbereitschaft bei nur moderater Angst sind nicht ausreichend, um einen stabilen Boden zu bilden“, erklärt Stephan Heibel.

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart zeigte sich vor dem Wochenende in neutraler Verfassung, die Privatanleger befanden sich mit ihren Long- und Short-Hebelprodukten im Gleichgewicht. Die Institutionellen Anleger an der Frankfurter Terminbörse Eurex, die letzte Woche noch sehr positiv aufgestellt waren, haben ihre Long-Spekulationen aufgelöst.

Und die Amerikaner?

Selbst der Abverkauf aufgrund der Unsicherheit um das Coronavirus am letzten Freitag hat die US-Investoren nicht sehr in ihrer Zuversicht beeinträchtigt. Das Put/Call-Ratio der Chicagoer Terminbörse CBOE befand sich weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau, was immer eine starke Spekulation auf steigende Kurse bedeutet.

Die US-Fondsmanager haben allerdings ihre Investitionsquote in der letzten Woche deutlich reduziert, von 93 auf 77 Prozent.

Das Verhältnis von Bullen und Bären unter den Privatanlegern ist stark zurückgegangen, mit einem kleinen Überhang der Bären.

Vor allem war der „Fear&Greed-Index“ der US-Aktienmärkte auf 44 Prozent (gestern 46) zurückgegangen. Die überhitzte Stimmung der vergangenen Wochen hat sich nun endlich abgekühlt.

Für die Experten der Investmentberatungsfirma Sentix, die auch mit einer längeren Korrektur rechnen, weist das aktuelle Aktiensentiment eine hohe Ähnlichkeit mit der Sars-Epidemie aus, welches sich bis Mitte März 2003 gehalten hatte.

Fazit und ein konträrer Ausblick über die Folgen des Coronavirus

Die Abkühlung der heißgelaufenen Sentimentindikatoren durch die Folgen des Coronavirus ist da. Fast in Übereinstimmung zu der Situation beim Jahreswechsel 2017/2018, wo eine ähnliche Euphorie wie aktuell geherrscht hatte und es erst ab dem 23. Januar zu der heftigen Korrektur kam. Was aber absolut verwunderlich anmutet, ist die heutige Zuversicht der Anleger, dass es schon in wenigen Tagen/Wochen weitergeht mit der Jagd nach Höchstkursen. Man orientiert sich doch sehr an den Verläufen früherer Epidemien und deren Börsenreaktionen. Aber die Zeiten und die Viren haben sich geändert – und vor allem der betroffene Staat China mit seiner stark gestiegenen Bedeutung für die Weltwirtschaft.

In diesem Zusammenhang ist mir ein Interview mit einem Experten aufgefallen, das etwas nachdenklich stimmt. Mit Prof. Dr. rer. nat. Ulf Dittmer, Leiter der Abteilung Virologie am Universitätsklinikum in Essen, der sich ganz speziell mit viralen Infektionen, zellulären und molekularen Immunabwehrmechanismen und der Entwicklung von Impfstoffen beschäftigt:

„Wir befinden uns am Rande einer Pandemie……!

Was nun nämlich passieren wird: In Wuhan werden die Infektionszahlen zeitnah zurückgehen, da das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht wurde. Infektionsketten, wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder bei großen Menschenansammlungen, wurden unterbrochen. In anderen Großstädten existieren sie aber noch – deshalb werden die Zahlen in anderen chinesischen Städten bald ansteigen……!

Der Ausbruch wird aller Wahrscheinlichkeit nach im Sommer beendet sein. Coronaviren mögen höhere Temperaturen und starke UV-Einstrahlung nicht. Bis zum Sommer kann so schnell aber kein Impfstoff entwickelt werden.“

Eine sehr lange Zeit für die Menschen, die mit der Infektionsgefahr leben müssen, aber auch für die Wirtschaft, die gewaltige Ausfälle verkraften müsste.

Sollte ein solches Szenario wirklich schon in den Kursen eingepreist sein?

Deshalb könnte ein psychologisches „Buy the Dip“ nach dem Vorbild früherer Tage vielleicht etwas voreilig sein.

Wegen des Coronavirus ist die Stimmung inzwischen deutlich eingetrübt

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DAX & Wall Street: Richtung klar?

Rüdiger Born

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So viele hoffen auf neue Allzeithochs an den Aktienmärkten und die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht. Sogar lassen sich aus der jüngsten Kursentwicklung einige sinnvolle Trading-Ideen ableiten, die ähnliches erwarten lassen. Doch was wenn nicht? Rüdiger Born zeigt am aktuellen Chart von DAX, Dow Jones, S&P500 und Nasdaq, womit aktuell gerechnet werden kann und wie man damit umgeht.

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Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

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Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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