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Coronavirus: Deutschlands Fortschritte an Ostern und der lockdown

Wolfgang Müller

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Gebannt blicken Politiker und Bürger auf die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Deutschland an Ostern, die von der John-Hopkins-Universität gemeldet werden. Schließlich war dieses Familienfest mit all den Generationen eine große Gefahr für eine Wiederverstärkung der Infektionszahlen – aber auch eine Hoffnung, dass die Eindämmungsmaßnahmen wirken. Letzteres dürfte auch der Fall sein, wenn man sich die Zahlen von Ostersonntag bis Mitternacht betrachtet. Diese Daten werden auch Grundlage für die Beratungen der Bundesregierung am Mittwoch sein, wann erste Lockerungen des harten Shutdowns erfolgen können.

Coronavirus: Gesundungen auf dem Vormarsch

Aufgrund der Statistik wird man auch ohne Verwendung von mathematischen Kennziffern wie R-0, die Verdoppelungszeit der Infektionen, oder die Inzidenzzahl erkennen, dass sich seit drei Wochen die Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus weiter nach oben bewegen, aber am stärksten die Zahl der Gesundungen zunimmt und damit seit Kurzem die Zahl der aktiven Fälle an Coronainfektionen abnimmt. Hier die Entwicklung der Zahlen im Zeitraum des Lockdowns:

22. März: 24.802 Infektionsfälle, 93 Verstorbene, 266 Genesene, 24.447 Aktive Fälle
29. März: 60.659 (I), 482 (V), 9211 (G), 50.966 (AF)
5. April: 98.772 (I), 1527 (V), 28.700 (G), 68.545 (AF)
12. April: 127.574 (I), 3011 (V), 60.300 G), 64.263 AF)

Die höchste Zahl an aktiven Fällen wurde aber (vermutlich durch das Wochenende verzerrt) bereits am 6. April mit 72.865 gemeldet.

Ein kleines Stück voraus in dieser Entwicklung sind unsere südlichen Nachbarn, die Schweiz und Österreich, die Peak Corona schon ein paar Tage vorher erreicht haben.

Schweiz: 31. März 14.349 aktive Fälle – 12. April 11.609 AF

Österreich: 3. April 9.334 aktive Fälle – 12. April 6.608 AF

Österreich will ab dem 14. April kleine Geschäfte unter Auflagen wieder öffnen. Auch in Dänemark plant man ab dem 15. April die Öffnung von Kitas und Schulen für Kinder bis zur fünften Klasse und Tschechien, Litauen und Norwegen haben Erleichterungen angekündigt.

Coronavirus: Erste Hinweise auf das wahre Ausmaß, die Dunkelziffer

Die gerade genannten Infektionszahlen sind natürlich nur die Spitze des Eisbergs, seit Kurzem wird in vielen Ländern eine Jagd auf die Dunkelziffer gestartet. Man will einen Überblick darüber erhalten, wie viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert sind (waren), um einen Überblick über eine beginnende Herdenimmunisierung zu erlangen. Obwohl die wahre Infektion mit Covid-19 ein Mehrfaches von den gemeldeten Zahlen ausmachen könnte, ist man leider von einer Immunisierung eines Teils der Bevölkerung noch weit entfernt. Zu jung ist das neue Virus noch in unseren Breiten.

Das derzeit utopische Ziel einer Herdenimmunisierung

Eine Studie des Imperial College in London ließ vor Kurzem aufhorchen. Diese sprach davon, dass in Deutschland am 28. März möglicherweise um die 600.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert waren, mehr als zehnmal so viel wie an dem Tag offiziell registriert waren. In Italien hätte die Zahl sogar bei 5,9 Millionen Infizierten gelegen haben können – die Dunkelziffer wäre also gigantisch.

Erste Studien bringen ein wenig Licht in dieses Dunkel.

Der Virologe Hendrik Streeck vom Universitätsklinikum Bonn untersucht seit einiger Zeit in einer Studie 400 Familien, insgesamt 1000 Personen, im Ort Gangelt im Landkreis Heinsberg. 15 Prozent der Bevölkerung sind dort wohl bereits immun, wie der Virologe zeigen konnte. „Der Prozess bis zum Erreichen einer Herdenimmunität ist bereits eingeleitet“, hieß es daher bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse, aber der Weg bis zu 60 oder 70 Prozent sei noch weit.

Auf 0,33 Prozent kommt man in Österreich nach einer ersten Studie an 1544 Personen, die derzeit landesweit mit dem Coronavirus infiziert seit könnten, etwa dreimal so hoch wie offiziell gemeldet. Aber: bereits immune Personen sind hier nicht enthalten, dennoch gibt die Zahl einen Hinweis, dass das Ziel einer natürlichen Herdenimmunität unter humanen Maßstäben unglaublich schwer erreichbar sein dürfte. Um herauszufinden, wie viele Menschen das Coronavirus schon haben oder hatten, bräuchte man verlässliche Antikörpertests, die nicht nur wie PCR-Tests akute Infektionen nachweisen, sondern Menschen identifizieren, die eine Infektion bereits überstanden haben.

Diese könnten dann relativ gefahrlos für sich und andere das Gesellschafts- und Wirtschaftsleben wieder aufnehmen.

Das aktuelle Ziel in Deutschland ist Zeitgewinn: Eine größtmögliche Eindämmung und Kontrolle des Coronavirus, bis ein Impfstoff einsatzbereit ist und dann eine Herdenimmunität in medizinischer Weise hergestellt werden kann.

Die Strategie einer natürlichen Herdenimmunität ist praktisch in absehbarer Zeit wohl kaum ohne große weitere Opfer durchführbar. Wie will man alte und/oder vorerkrankte Menschen konsequent isolieren? Diejenigen, die mit jüngeren oder nicht vorerkrankten Menschen zusammenleben? Man kann diese Menschen nicht über Monate von jedem sozialen Kontakt ausschließen. Was geschieht mit denjenigen, die die über drei Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland insgesamt oder die 800.000 in Pflegeheimen betreuen? Die Gesellschaft steht zweifelsohne auch mit dem Anlaufen von Exitstrategien vor gewaltigen Herausforderungen.

Fazit

Auch wenn die letzten Zahlen der John-Hopkins-Universität in manchen europäischen Ländern Mut machen und zu ersten Lockerungen führen werden, so ist man vom eigentlichen Ziel noch weit entfernt. Eine entsprechend hohe Anzahl an immunisierten Menschen oder die Anwendung eines Impfstoffes, der die Gefahr einer zweiten oder dritten Welle des Coronavirus abmildert oder ganz eliminiert. Wie will man denn bei einer geringen Zahl an immunisierten Menschen (von ein paar Hunderttausend, so imposant diese Zahl auch klingen mag, es sind nur Promill- oder niedrige Prozentwerte) Großveranstaltungen und Massenansammlumgen zulassen, wie Sportveranstaltungen, Freizeitparks, Volksfeste (Oktoberfest in München, Ähnliches in Stuttgart, Rosenheim, Passau) – Theater, Opernhäuser, Kinos, Messen, Museen, Schwimmbäder und Biergärten öffnen, ohne eine neue Welle an Infektionen auszulösen? Dazu das Wirtschaftsleben wieder aufnehmen, insbesondere dort, wo Menschen keinen Sicherheitsabstand von drei Metern einhalten können? Die exponentielle Infektionsmathematik schlüge ein weiteres Mal zu – aber dann nochmal ein Lockdown?

Sollten die Angaben des Imperial College für Italien mit den sechs Millionen Infektionen stimmen, dann hätte gerade dieses gebeutelte Land die besten Voraussetzungen für einen Re-Start. Bei einer derartig hohen Anzahl an Immunisierten und vielleicht auch noch auf die Wirtschaftszentren im Norden bezogen, hätte man gute Chancen für eine Wiederaufnahme des gesellschaftlichen Lebens ohne die Gefahr eines erneuten kompletten Shutdowns.

So makaber es klingen mag: Desto weniger gemeldete (und überwundene) Infektionen mit dem Coronavirus in einer Region, desto höher das Risiko einer künftigen Ansteckung. Die große Hoffnung liegt daher zunächst auf verlässlichen und massenhaft anwendbaren Antikörpertests und den Impfstoff. Die Firma, die die Herstellung schaffen sollte – wann gab es weltweit jemals so einen Bedarf an einem Medikament für so viele Anwender in so kurzer Zeit?

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Deutschland:am Mittwoch will die Bundesregierung eine Entscheidung treffen
Foto: Sven Mandel – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62213303

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    13. April 2020 13:02 at 13:02

    Die berühmte Dunkelziffer, ich kann es nicht mehr hören. Egal bei welchem Thema, immer wird von einer dramatischen Dunkelziffer gesprochen.

    Armut – Dunkelziffer ist höger
    Gewalt in der Familie – Dunkelziffer ist höher
    Korruption – Dunkelziffer ist höher
    Krebs – Dunkelziffer ist höher
    Diabetes – Dunkelziffer ist höher
    egal was es ist – Dunkelziffer ist höher

    Frage: Was soll der letzte Satz bedeuten? Die Dunkelziffer an fehlenden Buchstaben ist hoch. :)

    „Die Firma, die die Herstellung schaffen sollte – wann gab es weltweit jemals so einen Bedarf an einem Medikament für so viele Anwender in so kurzer Zeit? „

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    schwarze_pille

    13. April 2020 13:38 at 13:38

    Wer sagt euch, dass die Menschen die potenziellen Nebenwirkungen eines Impfstoff der Gefahr einer potenziellen Coronaerkrankung vorziehen? Ich z.B. denke nicht daran, mir irgendein halb ausgegorenes Zeug einspritzen zu lassen.
    Was den Shutdown angeht, es gibt dafür nicht einmal eine politische Begründung mehr, jetzt wo die Menschen sich an die Berichterstattung gewöhnt haben so langsam „Herdenimmunität“ gegen die Panikmache der Medien hergestellt ist.

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      Tom

      13. April 2020 16:42 at 16:42

      Ich persönlich habe auch keine Angst die Erkrankung durchzumachen. In meiner Altersgruppe liegt die Mortalität bei ca. 0,08 % inklusive derer mit Vorerkrankungen, von denen ich keine habe.
      Für meine Großeltern ist das aber ganz anders, da ist das Risiko seltener Nebenwirkungen durch eine Impfung sicher wieder kleiner als die schreckliche Todesrate in deren Altersgruppe. Das muss man dann eben genau überlegen.

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    Wirrologe

    13. April 2020 15:24 at 15:24

    Glaubt wirklich jemand im Ernst, dass Tageszahlen vom Wochenende verlässlich sind.War doch schon letztes Wochenende so.Herr Fugmann hat erklärt warum diese Zahlen verzerrt sind. Bitte lasst den Scheiss u.diese Diskussion .Dass zum Beispiel in Japan gerade die zweite Welle anrollt interessiert anscheinend niemanden.

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      Tom

      13. April 2020 16:39 at 16:39

      Die Zahlen haben durch Laborzeit und Meldekette ca. 7 Tage Verzug.
      Wenn morgen die Bundesregierung tagt befasst sie sich also mit der tatsächlichen Lage Dienstag letzter Woche, usw.

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    Dreamtimer

    13. April 2020 15:32 at 15:32

    Es scheinen nicht alle zu glauben, dass Streecks Studie einwandfrei ist:

    https://www.merkur.de/welt/coronavirus-heinsberg-studie-drosten-streeck-diekmann-immunitaet-kritik-forschung-wissenschaft-pr-agentur-zr-13648698.html

    Zitat: „Auch Virologe Drosten sieht ein Problem bei den Antikörpertests. Durch diese könnten zum Teil Antikörper gegen harmlose Erkältungserreger nachgewiesen werden, die auch zu den Coronaviren gehören, so der 48-Jährige. Das Helmholtz-Institut bestätigt diese These, wie die SZ berichtet. Demnach werden ein Drittel der Erkältungen durch vier bekannte, harmlose Coronaviren ausgelöst.

    Weiter heißt es, dass nur aufwändige Neutralisationstests bislang belegen können, dass die betroffene Person eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchgemacht hat. Diese seinen aber auf der Pressekonferenz am 9. April von Hendrik Streeck nicht erwähnt worden.“

    Ein „Neutralisationstest“ muss demonstrieren, dass Antikörper wirken, dass diejenigen, die gefunden wurden, tatsächlich SARS-COV2 bekämpfen. Ich glaube, das traut sich keiner, die Leute noch einmal zu infizieren, um zu sehen, ob sie immun sind.

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      Tom

      13. April 2020 16:38 at 16:38

      Dann lese auch die restliche Berichterstattung darüber.
      Der Hersteller des Tests hat 99 % Spezifität des Tests bestätigt und die Studie wird gemäß WHO Vorgaben durchgeführt.
      Sie wurde öffentlich kritisiert bevor sie überhaupt veröffentlicht wurde, das war in meinen Augen vor allem eine Blamage für die Kritiker.

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    ollifred

    13. April 2020 16:24 at 16:24

    Verstehe ich das richtig ?
    28.März 60Tausend infiziert vielleicht (600Tausend dabei ca 500Tote = 0,08%)

    80Millionen Einwohner * 0,08% = 64 Tausend Tote? im Besten Fall?
    Welcher Politiker will das verantworten?

    Die möchten doch gern wiedergewählt werden.

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    B. Reichert

    13. April 2020 17:26 at 17:26

    Zum Ramadanbeginn am 24. April werden die Beschränkungen aufgehoben.

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      Torsten

      13. April 2020 18:57 at 18:57

      Und am 1.Mai dürfen wir wieder demonstrieren, dafür sorgen die Gewerkschaften, und zu Himmelfahrt saufen das klärt der Gastronomie Verband, ab Juli wieder Hotel und Ferienwohnungen anmieten das klärt das Hotelgewerbe.

      Alles wird gut!

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    Torsten

    13. April 2020 19:50 at 19:50

    Angeblich ist es nicht bestätigt das Patienten die Corona hatten nicht wieder daran erkranken können ( WHO aktuell )

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      Dreamtimer

      13. April 2020 20:11 at 20:11

      Wo wir schon bei der Presseschau sind.

      Eine kulturgeschichtliche Wende zeichnet sich gerade in China ab. Dank Corona, gelten Hunde nun als Haustiere:

      https://nationalpost.com/pmn/environment-pmn/china-reclassifies-dogs-as-pets-not-livestock-in-post-virus-regulatory-push

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      Tom

      13. April 2020 23:44 at 23:44

      Und daraus machen die Laien in den sozialen Netzwerken natürlich gleich den Umkehrschluss, dass es nicht so ist.

      Ganz grundsätzlich:
      es gibt gegen fast keine Erkrankung hinterher 100 % Immunität. Nicht durch Impfung (!) und nicht wenn man sie durchgemacht hat. Aber wenn das Immunsystem schonmal Kontakt mit einem Erreger hatte reagiert es trotzdem wesentlich schärfer und man erlebt auch in diesen Fällen einen milden Verlauf. Die Erkältung ist ein Beispiel dafür, sie wird oft von diversen anderen Coronaviren ausgelöst. Und besonders geschwächte Menschen bringen selbst diese immer wieder mit Lungenentzündung in die Notaufnahmen. Aber im Großen und Ganzen sind diese keine große Gefahr.
      Virologen haben wieder und wieder betont, dass dieses Coronavirus deswegen so gefährlich ist, weil niemand auch nur eine Teilimmunität hat, da es bis jetzt noch nie in der Menschheit zirkulierte.

      Ich selbst habe es schon gehabt, durch meine Mutter, die als Krankenschwester tätig ist und sich mutmaßlich am Arbeitsplatz ansteckte. Sie hatte milde Symptome und wurde wegen ihres Arbeitsplatzes vorsichtshalber getestet, ich als Kontaktperson.
      Und ich habe GAR NICHTS gemerkt.

      Und dann gibt’s auch Menschen mit schwerem Verlauf.

      Verlauf wie Immunantwort sind also letztlich offensichtlich immer auch eine individuelle Sache.
      Das ist aber langfristig egal. Weil wir irgendwann die Herdenimmunisierung zwangsläufig haben, durch Impfung oder durchgemachte Infektionen. Und dann kann der Virus generell nicht mehr so in der Bevölkerung wüten und auch denen mit schwachem Immunsystem nicht mehr so gefährlich werden.

      • Avatar

        Tom

        13. April 2020 23:47 at 23:47

        Sollte ich also zu denen ohne volle Immunität gehören und mich nochmal infizieren habe ich trotzdem keine Angst davor. Wenn ich’s beim ersten Mal nicht einmal gemerkt habe und die Mortalität in meiner Altersgruppe sehr gering ist fände ich Angst auch irrational.
        Aber da ich kein Egoist bin halte ich mich natürlich trotzdem an die Empfehlungen, um nicht jemand unabsichtlich anzustecken der darunter mehr zu leiden hat als ich.

  8. Avatar

    Kritisch on fire

    13. April 2020 20:05 at 20:05

    Wie ich finde sehr treffende Analyse in der Süddeutschen auf Basis eines Interviews mit Henry KISSINGER – ein sehr kluger Mann, wie ich finde!
    https://www.msn.com/de-at/nachrichten/coronavirus/welt-nach-der-pandemie-virus-im-system/ar-BB12w71r?MSCC=1586800453&ocid=spartandhp#page=1

  9. Avatar

    Dreamtimer

    14. April 2020 07:47 at 07:47

    Ah, die Trump hat die Karotte für die Märkte ausgepackt, die ich eigentlich schon länger erwartet hatte.

    Er kündigt baldiges Ende des Lockdown an. Märkte ziehen an. Dann wird er, wenn er nicht vollkommen wahnsinnig ist, was ich glaube, das Ende ein wenig herauszögern. Märkte geben etwas nach. Dann kündigt er wieder baldiges Ende an …

    Er macht das erfahrungsgemäß so gut, dass ich nicht mehr daran glaube, dass die FED Aktien kaufen wird, jedenfalls nicht in großem Umfang.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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