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Coronavirus: Die weltweite Billionen Dollar-Bazooka nimmt Gestalt an

Die USA sind nun die traurige weltweite Nummer eins bei Infizierungen mit dem Coronavirus. Derzeit ist vor allem das 2-Billionen-Dollar Rettungspaket das große Thema, welches am heutigen Freitag vom US-Abgeordnetenhaus endgültig verabschiedet werden soll. Eine Riesensumme -aber dabei geht fast ein wenig unter, was in anderen Teil der Welt in das Wirtschaftssystem gepumpt wird, um die Folgen des Coronavirus abzumildern. Noch nie wurde die Weltwirtschaft in kurzer Zeit so abrupt abgebremst wie derzeit. Deshalb ist auch ein Vergleich von Wirtschaftsindikatoren mit der Vergangenheit und das Lamento darüber eigentlich eine sinnlose Tätigkeit. Nie wurden seit dem Zweiten Weltkrieg solche Maßnahmen mit solchen Auswirkungen auf Wirtschaft und den Bürger verhängt. Wenn ich meine Firma einen Monat lang schließe, so sinkt der Umsatz eben auf null. Hier ein kleiner Überblick über die beabsichtigten Rettungspakete.

Das Rettungspaket der USA als Reaktion auf das Coronavirus

Die US-Notenbank Federal Reserve hatte bereits in der ersten Märzhälfte vorgelegt. In zwei außerplanmäßigen Sitzungen senkte die Notenbank die Leitzinsen um 150 Basispunkte bis in die Nähe des Nullpunktes. Gleichzeitig versicherte Fed-Chef Jerome Powell quasi unbegrenzte finanzielle Unterstützung für die Märkte zu, um diese außergewöhnliche Krise durch das Coronavirus abzufedern.

Dazu kommt ein gigantisches Quantative Easing 5 mit dem zusätzlichen Kauf von Unternehmensanleihen und sogar von Commercial Papers. Eine permanente Zufuhr von Liquidität gibt es auch schon seit Monaten mit der Flutung des Repo-Marktes. Da dies die Aktienmärkte in keiner Weise zufrieden stellte, legt die US-Regierung ein umfangreiches Konjunkturprogramm nach, in Höhe von zwei Billionen Dollar, welches kurz vor der letzten Hürde US-Repräsentantenhaus steht.

Diese Paket beinhaltet sieht unter anderem einen Fonds über 500 Milliarden Dollar zur Unterstützung der Industrie, dazu 3000 Dollar Helikoptergeld für Millionen bedürftiger Familien. Ein Betrag von 350 Milliarden Dollar ist für Kredite an kleine Unternehmen vorgesehen, plus 250 Milliarden Dollar für die Arbeitslosenhilfe und 100 Milliarden Dollar für das Gesundheitssystem.

Zum Programm kommen noch Bürgschaften im Volumen von bis zu zwei Billionen Dollar.

Coronavirus: Das zweite Epizentrum Europa

Der alte Kontinent, der mit Italien, Spanien und auch Großbritannien sehr stark von der Pandemie durch das Coronavirus betroffen ist, erhält von seiner Zentralbank sehr weitreichende Hilfszusagen. Die EZB will ein Kaufprogramm von insgesamt 750 Milliarden Euro auflegen, um die Wirtschaft des taumelnden Kontinents mit seinen vielen Staaten zu stützen. Ein Pandemic Emergency Purchase Programm (PEPP), in dem die Zentralbank sogar die Obergrenzen ausgesetzt hat, die für Käufe aus einem Mitgliedsland gelten – bisher maximal 33 Prozent. Swap-Linien zwischen den Notenbanken stellen eine weitere Maßnahmen dar, um die begehrte Liquidität sicherzustellen.

Da sich private Geschäftsbanken mit 200 Milliarden Euro an frischem Geld versorgt haben, ist die Bilanzsumme der EZB bereits auf 4,9 Billionen Euro gestiegen. In Europa gibt es natürlich auch Konjunkturpakete für seine Bürger und die Not leidenden Firmen. Programme unter anderem in Höhe von 66 Milliarden Euro ( Großbritannien), 45 Milliarden (Frankreich) und 32 Milliarden (Spanien), dazu noch Bürgschaften bei diesen Ländern zwischen zwölf und 20 Prozent ihres Bruttosozialprodukts.

Das Rekordpaket der Bundesregierung

Viel beherzter ist in diesen Tagen die deutsche Staatsregierung in die Rettungsaktionen infolge der ökonomischen Folgewirkungen durch das Coronavirus eingestiegen. Am Mittwoch wurde ein Nachtragshaushalt in Höhe von 156 Milliarden Euro beschlossen, dazu noch ein Wirtschaftsstabilisierungsfonds mit 600 Milliarden Euro. Zusammen mit anderen Maßnahmen kommt ein Betrag von 1,35 Millionen Euro zustande, einer Summe, die immerhin 40 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Bei einer Inanspruchnahme des gesamten Betrags würde derzeit die deutsche Staatsschuld auf eine Höhe im Vergleich zum BIP steigen, wie nach der Finanzkrise im Jahr 2009.

Der Rest der Welt

Da die Pandemie natürlich keine Ländergrenzen kennt und sie fast in allen Regionen der Welt auftritt, sind auch die Maßnahmen von nie dagewesener globaler Natur. In den vergangenen Wochen gab es über 40 Zinssenkungen und dies nach einem Jahr 2019, in dem es bereits Rekordzinssenkungen gegeben hat. Man bekommt kaum mehr einen Überblick über die weltweiten Rettungsaktionen.

Allgemein haben die Zentralbanken weitreichende Hilfszusagen gemacht, um die infolge der Krise ins Trudeln geratenen Finanzmärkte zu beruhigen.

Nach einer Rechnung von Ökonomen von Goldman Sachs haben allein 13 der wichtigsten Industrienationen eine Summe von insgesamt 2,4 Billionen Euro an Konjunkturprogrammen und von weiteren 4,3 Billionen Euro an Bürgschaften und Krediten zugesagt. Diese 6,7 Billionen Euro entsprechen nicht weniger als 17 Prozent der Wirtschaftsleistung der untersuchten Länder.

Fazit

Rechnet man alles zusammen, ergibt sich ein Betrag von über 9 Billionen Dollar, welcher bisher an Summen der Rettung der Volkswirtschaften wegen des Coronavirus ins Feuer geworfen werden können. Eine unglaubliche Geldmenge, auch in Relation zum Bruttosozialprodukt der gesamten Welt, welches 2019 – 86 Billionen Dollar betragen hat.

Noch nie hat die Welt so koordiniert auf eine nichtmilitärische Bedrohung reagiert –  es ist eine Pandemie und dies ist in allen Köpfen der Politiker und Notenbanker angekommen. Auch wenn der ein oder andere schon von einer großen Erholung der Wirtschaft seines Landes spricht. Während noch Viele vor Kurzem der Ansicht waren, dass das Geld der Notenbanken nicht ausreichen könnte, um so einen wirtschaftlichen Kollaps stemmen zu können: Diese unglaublichen monetären und fiskalpolitischen Anstrengungen machen es auf kurz- und mittelfristige Sicht schon wahrscheinlich, dass der Kollaps vermieden werden kann.

Und da wären wir wieder bei dem Hauptthema der Gegenwart: Gelingt es den Gesundheitsorganisationen in über 200 Ländern dieser Welt dieses heimtückische Coronavirus (weil vergelichsweise harmlos für Junge und manchmal unentdeckt und tödlich für Ältere und Vorbelastete) in diesem Jahr unter Kontrolle zu bringen und einen Impfstoff zu entwickeln? Wenn nicht, werden diese Billionen nicht ausreichen – angesichts des medizinischen Fortschritts eher unwahrscheinlich- aber wie zerstörerisch die Schuldenorgien auf die Geldsysteme vieler Staaten wirken werden, und wie man eine große Inflation inklusive die Vernichtung von Geldvermögen in Zukunft verhindern will, das steht auf einem anderen Blatt.

Zuerst ist in Sachen Coronavirus Feuerlöschen angesagt – und anschließend sieht man, welche Gebäude noch bewohnbar sind..

Zur Bekämpfung des Coronavirus weredn Billionen in die Wirtschaft gepumpt



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1 Kommentar

  1. Guten Tag @Herr Müller, ein gelungener Beitrag!
    Ich würde auch die kommenden Eurobonds in die weltweite Bazooka packen.

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