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Coronavirus: Diese Wirtschaftsdaten werden Licht ins Dunkel bringen

Illustration - Angst vor Coronavirus lähmt die Wirtschaft

Bis auf ein paar wenige bekannte Daten stochern die Ökonomen bezüglich der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus noch im Dunkeln. Doch das wird sich demnächst ändern.

Wie hoch sind die ökonomischen Schäden durch den Coronavirus?

Abgesehen davon, dass den Zahlen des Regimes aus Peking nicht zu trauen ist, gibt es bislang kaum harte ökonomische Daten. Lediglich die bereits viel zitierten Gruselzahlen des chinesischen Automobilverbands CAAM zum Absatz im Januar geben einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt.

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Fakt ist, dass momentan gut zwei Drittel der chinesischen Wirtschaft stillstehen. Fakt ist auch, dass die Versuche der Regierung in Peking, die Produktion wieder anzukurbeln, mangels Personal kaum voranschreiten. Viele Maßnahmen zur Prävention einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 blockieren weiterhin ganze Städte, große Teile des Binnenverkehrs in China, die meisten großen Häfen sowie den Flugverkehr. 70 Airlines, hauptsächlich aus den westlichen Staaten, fliegen Festlandchina bis Ende März/Anfang April überhaupt nicht mehr an. 50 Weitere Fluggesellschaften haben die Anzahl der Flüge nach China mangels Nachfrage drastisch reduziert.

Es ist daher wahrscheinlich, dass im kompletten Monat Februar sowie vermutlich bis weit in den März hinein die Wirtschaft in China durch den Coronavirus stark belastet sein wird.

Bedenkt man zudem, dass bereits vor dem Ausbruch der Covid-19-Epidemie die Wirtschaftsdaten in den meisten Regionen der Welt, so zum Beispiel für die Eurozone aber auch für die gesamte Weltwirtschaft und den Welthandel schwach waren, dann sollte sich diese zusätzliche Belastung massiv in den nun anstehenden Daten bemerkbar machen.

Diese Daten bringen bereits etwas Licht ins Dunkel

Als Erstes werden zunächst Stimmungs- und Frühindikatoren einen Eindruck von der Dimension der ökonomischen Schäden durch den Coronavirus vermitteln. Bereits am Dienstag stehen Zahlen zur Neukreditvergabe in China für den Monat Januar an, so diese denn veröffentlicht werden. Die Exportzahlen für den Januar aus dem Reich der Mitte wurden dem Markt bislang vorenthalten.
Ebenfalls am Dienstag steht der deutsche ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen an. Da das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung bei der Erhebung der Daten aber v. a. Experten von Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen befragt, orientiert sich dieser Index erfahrungsgemäß stärker am Stand des DAX als an der Realwirtschaft.

Hier gibt der ifo-Geschäftsklimaindex deutlich verlässlicher Auskunft darüber, wie es um die Wirtschaft Deutschlands bestellt ist, deren Entwicklung stark vom Außenhandel mit China abhängt. Die Konjunkturforscher des ifo-Instituts befragen über 9.000 Manager aus deutschen Unternehmen verschiedenster Branchen. Der nächste Veröffentlichungstermin dieses wichtigen ökonomischen Frühindikators ist der kommende Montag, 10:00 Uhr.

Bereits an diesem Freitag wird der Datenanbieter Markit Economics um 9:30 Uhr das aktuelle Umfrageergebnis unter deutschen Einkaufsmanagern des Verarbeitenden Gewerbes bekannt geben. Der Wert des Diffusionsindex lag zuletzt bei mageren 45,3 Punkten. Bereits seit über einem Jahr verharrt dieser Index unter der Expansionsschwelle von 50. Die Analysten erwarten einen nur leichten Rückgang um 0,1 auf 45,2 Punkte. Na, wenn das mal nicht zu optimistisch ist. Im Tief notierte der Index Ende Oktober 2019 bei 41,7.

Ebenfalls am Freitag, nur eine halbe Stunde später, also um 10:00 Uhr, wird Markit auch den Index der Einkaufsmanager aus dem Verarbeitenden Gewerbe für die gesamte Eurozone publizieren. Um 15:45 Uhr folgen dann die entsprechenden Daten aus den USA. Hier stand der Index für das Verarbeitende Gewerbe zuletzt bei 51,9 (Prognose Februar: 51,7) und für den US-Dienstleistungssektor bei 53,4 (Prognose Februar: 53,2). Auch hier sind in Anbetracht der nur moderaten prognostizierten Rückgänge negative Überraschungen sehr wahrscheinlich.

Mitte März wird dann erneut der chinesische Automobilverband CAAM seine Schätzungen für den wichtigsten Automarkt der Welt im Februar publizieren. Vermutlich mit einem Rückgang der Autoabsätze von 30 bis 50 Prozent gegenüber dem Februar 2019.
Bis endgültige und vor allem harte Daten für den noch laufenden Monat veröffentlicht werden und auch endlich wieder Zahlen aus China kommen, wird noch einige Zeit vergehen.

Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt Chinas für das Auftaktquartal 2020 werden erst in der 14. Kalenderwoche veröffentlicht, vermutlich am Mittwoch, den 1. April – kein Scherz. Die BIP-Daten für Deutschland gar erst Mitte Mai.
Auch die Zahlen aus den Unternehmen lassen noch auf sich warten. Hier wird man die Bremsspuren durch den Coronavirus erst im Zuge der Berichtssaison ab Ende April sehen können.

Fazit und Ausblick

Noch stochern Ökonomen, Analysten, Politiker und Marktteilnehmer im Nebel, wenn es um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus geht. Schaut man sich jedoch die nur moderat verringerten Prognosen diverser Frühindikatoren an, dann sind herbe Enttäuschungen vorprogrammiert. Eine der am meisten zu lesenden Floskeln in den Wirtschaftsmedien wird in den nächsten Tagen und Wochen wohl diese sein: „Die Daten waren überraschend schwach“.

Für die Aktienmärkte wäre aber auch das noch kein Grund zur Sorge, denn bereits am kommenden Donnerstag plant die People´s Bank of China eine weitere Zinssenkung. Am 12. März folgt dann die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank und am 18. März die Sitzung der US-Notenbank Fed. Die Helden der Märkte, die Geldpolitiker, könnten also im Notfall zeitnah Maßnahmen ergreifen, um die Aktienkurse erneut trotz schlechter Nachrichten aus der Realwirtschaft stützen.



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