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Coronavirus: Eine Epidemie in 80 Tagen um die Welt

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Zunächst schien das neue Coronavirus weit weg am anderen Ende der Welt. Doch 80 Tage nach der Warnung eines mittlerweile an Covid-19 verstorbenen chinesischen Arztes hat sich die Seuche auf 184 Länder ausgebreitet. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von der bislang schlimmsten Pandemie des 21. Jahrhunderts. Doch wie konnte es soweit kommen?

Das Coronavirus, das keines sein durfte

Bereits am 30. Dezember 2019 warnte der chinesische Augenarzt Dr. Li Wenliang aus der 11-Millionen-Metropole Wuhan seine Medizinerkollegen über eine Chat-App vor einem SARS-ähnlichen Erreger. Dafür musste er sich vor der lokalen Polizei verantworten und wurde abgemahnt. Einen Tag später, am 31. Dezember, folgte eine offizielle Warnung vor dem neuartigen SARS-Virus von der Regierung aus Peking. Am 7. Januar wurde das neue Coronavirus als Erreger eines schweren akuten Atemwegssyndroms identifiziert. Am 11. Januar gab es in der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubai den ersten Todesfall.

Bereits am 13. Januar verstarb die erste Patientin außerhalb Chinas in Thailand. Seitdem hat sich das Virus SARS-CoV-2, dass die Krankheit „Corona Virus Disease 2019“ (Covid-19) auslöst, über Kreuzfahrtschiffe, Flugzeuge, Busse, Bahnen und andere Verkehrsmittel zunächst in Asien und dann weltweit in exponentieller Geschwindigkeit ausgebreitet.

Am 25. Januar erreichte das Coronavirus Europa. Den ersten Fall gab es in Frankreich. Doch mittlerweile ist Italien zum Hostspot der Pandemie geworden und verzeichnet mit über 45.000 Infizierten und 4.000 Toten weltweit die meisten Opfer, noch vor der offiziellen Anzahl Verstorbener in China.

Deutschland rangiert aktuell mit knapp 20.000 infizierten Menschen auf der Weltrangliste der am meisten von dem Coronavirus betroffenen Länder auf Platz vier. Die Anzahl der Verstorbenen ist dank der guten medizinischen Infrastruktur mit 59 im Vergleich zu anderen ähnlich stark verseuchten Ländern relativ gering.

Seit einigen Tagen gehören die Vereinigten Staaten neben Italien, Spanien, Deutschland und dem Iran zu den Staaten mit den am schnellsten steigenden Infektions- und Todesraten. Mit allein 8.300 von insgesamt 18.000 Fällen gehört der Bundesstaat New York zu den Hotspots der Pandemie in den USA. Der Gouverneur Andrew Mark Cuomo hat daher am Freitag den kompletten „Shutdown“ des Staates New York angeordnet. Auch die Regierung Kaliforniens hat sich zu ähnlich drastischen Maßnahmen entschieden. Weitere Bundesstaaten werden folgen.

80 Tage nach der ersten Warnung vor dem neuen Coronavirus hat sich die Seuche über alle Kontinente und nahezu alle Länder der Welt ausgebreitet und droht die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg auszulösen.

Bis heute gibt es den Vorwurf, dass die kommunistische Parteiführung in China durch den Versuch der Vertuschung eine Mitschuld an der Ausbreitung des Virus weit über die Stadt Wuhan und weit über die Grenzen Chinas hinaus trägt.

Missstände in China begünstigten die Weltreise des Coronavirus

In China wird offen geäußerte Kritik am System unterdrückt und sanktioniert. Jeder, der die angeblich heile Welt der pseudokommunistischen Diktatur infrage stellt, droht als Querulant denunziert zu werden. Dem engagierten, mit nur 34 Jahren verstorbenen Mediziner, der das Virus als Gefahr erkannte und andere Menschen warnen und helfen wollte, wurde polizeilich der Mund verboten.

Als das Offensichtliche dann nicht mehr zu leugnen war, hat man zwar konsequent und unter Androhung drakonischer Strafen versucht, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, doch viel zu spät und mit zum Teil dilettantischen Mitteln. So wurden zum Beispiel bei Personenkontrollen massenhaft digitale Fieberthermometer eingesetzt, die eigentlich für industrielle Zwecke konstruiert wurden. Mit solchen Thermometern kann man kontaktlos von außen messen, ob z. B. in einem Kessel 150 Grad oder nur 25 Grad Celsius Temperatur vorherrschen. Die Abweichung im Vergleich zu medizinisch präzisen digitalen Fieberthermometern beträgt bis zu drei Grad Celsius. Damit waren diese Geräte völlig ungeeignet für die Erfassung Infizierter und die Kontrollen eher symbolischer Natur.

Dazu kommt, dass das neuartige Coronavirus Eigenschaften besitzt, die dessen Verbreitung begünstigen: Die Inkubationszeit ist relativ lang, die Symptome werden oft nicht erkannt, die Übertragungswege sind vielfältig und das Virus kann mehrere Tage auf Oberflächen ohne biologischen Wirt überleben. Die anfängliche Ignoranz gegenüber der Gefahr, die von einem neuartigen Coronavirus in einer so stark vernetzten Welt ausgeht, hat die weltweite Ausbreitung in dieser Dimension vermutlich erst möglich gemacht.

Wie ehrlich ist die Volksrepublik gegenüber der Welt?

Die mehrfach geänderten Erfassungsmethoden potenziell Infizierter in China werden bis heute auch bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heftig kritisiert. Sowohl die Zahl der Infizierten, als auch die Zahl der Erkrankten und Verstorbenen in China sind nicht verifizierbar. Einige Indizien, wie zum Beispiel Satellitenaufnahmen der Emissionen von Krematorien in der Provinz Hubai, weisen jedoch auf eine vielfach höhere Anzahl an Todesopfern hin. Die Dunkelziffern der an dem Coronavirus Infizierten und Erkrankten in China kann man seriös nicht einmal schätzen.

Die Reihe der Fehler und Unterlassungen ließe sich noch beliebig fortsetzen, doch es konnte einfach nicht sein, was nicht sein durfte. Schließlich standen die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr mit entsprechend positiver medialer Präsenz der Führung in Peking kurz bevor. Dieses wichtige Ereignis wollte man sich nicht verderben lassen. Und dann gab es da noch das große Versprechen des ehemaligen chinesischen Staats- und Parteichefs Hu Jintao, dessen Erfüllung durch seinen Nachfolger Xi Jinping so kurz vor dem Erreichen nicht in Gefahr gebracht werden durfte.

Das große Versprechen der Kommunisten

Von großer Bedeutung für die Führung in Peking und quasi die Existenzberechtigung für das gesamte autoritäre politische System in China war neben den Feierlichkeiten zum Neujahrsfest und dem für März geplanten Nationalen Volkskongress das Versprechen von stetig und schnell wachsendem Wohlstand. Konkret sollte sich das Bruttoinlandsprodukt im Reich der Mitte innerhalb von zehn Jahren bis zum Ende des Jahres 2020 verdoppeln. Das Gleiche sollte für das Pro-Kopf-Einkommen gelten und allen Bürgern Chinas Wohlstand und Glück bescheren. Doch beide Ziele mit hoher Symbolkraft, die die chinesische Gesellschaft bisher mehrheitlich fest an die Seite der Führung in Peking gestellt hatten, drohten durch ein neuartiges Coronavirus genau auf der Ziellinie durch die notwendigen Eindämmungsmaßnahmen in Gefahr zu geraten.

Die wirtschaftlichen Folgen für China und die Welt durch das Coronavirus sind noch nicht absehbar, aber eines ist jetzt schon sicher: die Wirtschaft Chinas und die der gesamten Welt werden zumindest im ersten Halbjahr dieses Jahres schrumpfen und nicht wachsen. Die Ökonomen von Goldman Sachs gehen mittlerweile in einer abenteuerlich anmutenden Schätzung für das zweite Quartal 2020 für die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, von einer Schrumpfung in Höhe von 24 Prozent aus.

Fazit und Ausblick

Dass es zu menschlichen Tragödien in dem Ausmaß wie bei den Pandemien im vergangenen Jahrhundert kommt, wo es gleich bei mehreren schwerwiegenden Grippewellen Millionen Todesopfer zu beklagen gab, ist aufgrund des medizinischen Fortschritts in allen Bereichen und fast allen Ländern dieser Welt zum Glück nicht zu erwarten.

Doch die ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen könnten für die wohlstands- und freiheitsverwöhnten Generationen in den Industrieländern ein Schock werden.

Im schlimmsten Fall stürzt die ohnehin überschuldete Weltwirtschaft in eine Depression. Im besten Fall können exzessive geld- und fiskalpolitische Maßnahmen dieses Szenario noch einmal verhindern – mit Risiken und Nebenwirkungen in Form von unvermeidbaren Pleitewellen und einem nachgelagerten Inflationsschock. Denn wenn das Virus eingedämmt ist, dann wird die Verschuldung noch höher, die Zinsen noch niedriger und die globale Geldmenge explosionsartig angestiegen sein.

Eine neue Realität hat sich somit in den letzten 80 Tagen durch das Coronavirus bereits manifestiert: Statt in einer Marktwirtschaft leben wir nun endgültig im Zeitalter des Notenbank-Sozialismus.

Das Coronavirus hat sich schnell von China ausgehend ausgebreitet

31 Kommentare

31 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    21. März 2020 10:38 at 10:38

    Bitte ansehen und vorallem den Aussagen über das Versagen der Gesundheitspolitik zuhören – sehr interessant!
    https://www.youtube.com/watch?v=YKogyVukT_8

  2. Avatar

    sabine

    21. März 2020 14:36 at 14:36

    Am 17. November war der erst Fall und ab da warnten die ersten Mediziner, die dann von der Regierung mundtot gemacht wurden. Die Partei vernichtete dazu alle Proben und Dokumente, und sperrte den mittlerweile verstorbenen Dr. Li Wenliang am 1.Jan ins Gefängnis, weil er „Gerüchte“ über eine mysteriöse Erkrankung verbreitete, die in Wuhan gehäuft auftreten würde. (Wie bei uns, wenn jemand etwas filmt, wird er weggesperrt oder ihm gedroht, nicht der Fall untersucht. (9/11, Smolensk https://www.youtube.com/watch?v=UF4gvWw_Fck usw.)
    https://www.nationalreview.com/corner/coronavirus-crisis-caused-by-decisions-chinese-government/?utm_source=recirc-desktop&utm_medium=article&utm_campaign=river&utm_content=top-bar-latest&utm_term=first&fbclid=IwAR3aEnqtgpgNfcaqaxXYWIqZOFJsUxhFepFW7f__7pJK6sZJVJiQFGZymtg

    1,5 Monaten später erst wurde die WHO informiert.
    Darüber berichtet sogar die staatstreue (!) „South China Morning Post“/Hongkong. Sie zitiert aus geheimen Regierungsdokumenten. Gemäß denen war der erste Fall COVID-19 am 17. Nov. Die Diktatur hatte Nov./Dez.2019 bereits mindestens 266 Personen identifiziert. Wenn das keine rasante Ausbreitung ist, was dann? Und als Ärzte in Wuhan und Umgebung dann warnten, verhaftete die Kommunistische Partei die Informaten oder drohte ihnen mit Konsequenzen. Bis es einfach nicht mehr zu verheimlichen war!
    https://www.scmp.com/news/china/society/article/3074991/coronavirus-chinas-first-confirmed-covid-19-case-traced-back

    • Avatar

      Dreamtimer

      21. März 2020 18:34 at 18:34

      Das sieht alles nicht so aus, als hätte das mit den chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten zu tun, eher schon, dass sie gewusst haben, woher das Virus stammt und ganz direkt dafür verantwortlich waren. Gerüchte über Laborversuche an Fledermäusen in der Nähe des Wuhan-Marktes kamen ja schon sehr früh auf nachdem der Fall öffentlich wurde. Die Vertuschung zielte dann darauf ab, keine Mängel an der Laborsicherheit zugeben zu müssen. Die Illusion eines stöungsfreihen Betriebs muss auf dem Weg zur High-Tech Nation aufrecht erhalten werden.

      „Alles unter Kontrolle“ – kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich glaube i.ü. nicht, dass demokratisches Theater, allgemeine Wahlen und Meinungsäußerungen, für die man nicht im Knast landet, das Regierungshandeln verbessert. Erfahrung im Umgang mit schwierigen Themen verbessert es – vielleicht.

      • Avatar

        Michael

        21. März 2020 20:25 at 20:25

        @Dreamtimer, @Sabine,
        was nutzt es jetzt und heute, die Verantwortlichkeiten einem pseudo-kommunistischen und neo-kapitalistischen Idioten-System zuzuschieben? Ist es nicht vielmehr jetzt und heute entscheidend, wie wir uns jetzt und heute als soziale Individuen verhalten? Schuldzuweisungen und Vergangenheitsbewältigungen, Ahnungen, Gerüchte und Theorien hinsichtlich China und USA zum Trotze?

        • Avatar

          Dreamtimer

          22. März 2020 09:26 at 09:26

          „Ist es nicht vielmehr jetzt und heute entscheidend, wie wir uns jetzt und heute als soziale Individuen verhalten?“

          Der Appell an das Individuum, an Freiwilligkeit verfängt nicht richtig. Das ist besonders frustrierend für Leute, die sich tatsächlich am kategorischen Imperativ orientieren, die ihr eigenes Verhalten so bestimmen, dass der maximale Nutzen für alle entsteht, wenn alle anderen sich ebenso verhalten. Dabei wälzen wir gerade gar keine tiefen moralischen Dilemmata, das ist auch kein Altruismus, sondern ein eher simples Koordinationsproblem, dass nur dadurch schwierig wird, weil es sich nicht durch spontane Selbstorganisation einstellt, sondern jemand dies orchestrieren muss und derjenige ist, wie wir sehen, wieder einmal der Staat, der zur Not von seinem Gewaltmonopol Gebrauch machen muss. Man könnte auch sagen, die primäre Funktion des Staates ist das Erzwingen von Sozialverhalten.

          Ich sehe, dass man das in China mit ziemlich drastischem Einsatz praktiziert, aber wenn deren Zahlen stimmen und andere Zahlen hat bislang noch keiner präsentiert, dann werden sie gerade nicht gelernt haben, dass Grobheit nicht zum Ziel führt. Was man in Europa und in den USA lernen wird, das steht noch aus. Das meinte ich mit „Stresstest“ – ein Wort das ich bislang nicht für unanständig gehalten habe.

      • Avatar

        Lausi

        21. März 2020 21:21 at 21:21

        So sehe ich das auch – siehe auch hier:

        https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87347722/coronavirus-forscher-verdaechtigt-fledermaus-labor-neben-wuhan-fischmarkt.html

        Und dann hat halt „Murphy’s law“ zugeschlagen, was da sagt:

        „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

        • Avatar

          Lausi

          22. März 2020 18:31 at 18:31

          Noch eine Bemerkung zu den Fledermäusen: Was glaubt man eigentlich zu finden, wenn man in die hintersten Winkel irgendwelcher Fledermaushöhlen kriecht? Da gibt es nur eines zu finden: Die Büchse der Pandora!

  3. Avatar

    Dreamtimer

    21. März 2020 16:03 at 16:03

    „Die Anzahl der Verstorbenen ist dank der guten medizinischen Infrastruktur mit 59 im Vergleich zu anderen ähnlich stark verseuchten Ländern relativ gering.“

    Die medizinische Infrastruktur ist so gut, dass nur 2 Personen als im „Kritischen Zustand“ gemeldet sind ( in der Schweiz sind es immerhin 141 ). Das sind weniger, als es registrierte Todesfälle gibt.

    Landet man als Journalist, der die deutschen Zahlen anzweifelt, eigentlich gleich auf der Shitliste der Bundesregierung und wird fortan als „Fake Newser“ gebrandmarkt oder muss man sich noch mehr herausnehmen?

    Was das China-Bashing betrifft, so würde ich lieber noch etwas warten, bis sich herausstellt, wer den aktuellen Stresstest besser übersteht.

    • Avatar

      sabine

      21. März 2020 18:54 at 18:54

      China-Bashing?
      a) China ist ein armes Land und besetzt von Kommunisten. Da können aber die Chinesen zu 90% nichts dafür, wie ja auch in der DDR, UDSSR, den Nazis usw.

      b) Und die Sozialisten benehmen sich, wie sie es immer tun.
      https://www.welt.de/geschichte/article123330246/Solschenizyns-Archipel-Gulag-ist-hochaktuell.html
      Hätten sie mit den Ärzten die Epidemie eingedämmt, statt diese ins Gefängnis zu werfen, hätten wir in Deutschland keine Probleme. Daß China mit dem Virus schneller fertig ist, ist ja kein Kunststück, es begann dort ja schon November 2019.
      Mir hat jemand erzählt, die Kommunisten hätten alle Häuser durchsucht, und bei denen, bei denen erhöhte Temperatur entdeckt wurde, mitgenommen. Egal ob die Ursache Corona, Nierenentzündung oder irgendetwas anderes war. Und diese wurden dann in Häuser gesperrt, die Türen zugeschweißt.

      Auf was warten Sie noch? Stresstext bestanden? Habe noch nie gehört, dass bei uns jemand weggesperrt wurde, Türen zugeschweißt, und zwar (!) ausgesucht gemäß extrem groben Kriterien. Das sind nicht mal Tiere!

      c) Sie helfen auch Nordkorea, an der Macht zu bleiben. Sogar die sozialistische Regierung von Zimbabwe erhält als „Entwicklungshilfe“ Waffen zur Unterdrückung des Volkes.
      https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/waffen-fuer-zimbabwe-kommt-kein-schiff-mehr-1548485.html

      Das ist alles.

  4. Avatar

    sabine

    21. März 2020 18:57 at 18:57

    Wir haben ca. 0,22% Tote. Ich glaub, daß ist die wahre Gefahr. In Italien usw. gehen die Leute sicher nicht so fleißig zum Arzt wie bei uns. Insofern stimmen unsere Zahlen und somit die anrechenbare Todesquote wohl noch am Ehesten. Von Chinazahlen mal ganz zu Schweigen.

    • Avatar

      leftutti

      22. März 2020 10:58 at 10:58

      Das hieße dann bei derzeit etwa 13.000 Verstorbenen, dass nicht 308.000, sondern fast 6 Millionen Menschen infiziert sind. Ich glaube ja eher, dass etwas an den deutschen Zahlen nicht stimmt, denn auch die Anzahl der Genesenen ist auffällig gering (etwa 0,9% im Ggs. zu 11% in Italien oder Frankreich bzw. 10% weltweit, ohne China zu berücksichtigen). So als würden die Deutschen weder sterben, aber auch nicht gesunden.

      • Avatar

        Hinterfrager

        22. März 2020 14:36 at 14:36

        Tja, das menschliche Gehirn kann nun einmal nicht exponentiell, sondern nur linear denken. Das gilt nicht nur für finanztechnische Zusammenhänge. Stand jetzt mag die Zahl der Toten im Verhältnis zu den Infizierten hierzulande noch niedrig sein, doch rd. 5 % Mortalität in Spanien oder 8 % in Italien sollten nicht nur zu denken geben, sondern der zeitliche Vorsprung MUSS genutzt werden!

        Wenn Pseudo-Wissenschaftler – übrigens sehr oft verbitterte alte weiße Männer in der höchsten Risikostufe – einer „kontrollierten Durchseuchung“ das Wort reden, sei mal die Frage erlaubt, was das bei einer durchschnittlichen Mortalität zwischen 1 und 2 % am Ende einer Pandemie für Deutschland bedeutet: Zwischen 820.000 und 1,64 Millionen Tote… Ganz klare, nüchterne Rechnung.

        Nochmals: Es gibt keine „alternativen Fakten“, sondern nur wissenschaftlich fundierte Fakten oder verantwortungslosen fake…

        https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html

        https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-die-gefaehrlichen-falschinformationen-des-wolfgang-wodarg-a-f74bc73b-aac5-469e-a4e4-2ebe7aa6c270

        https://www.youtube.com/watch?v=Fx11Y4xjDwA&feature=youtu.be&fbclid=IwAR1ShUMUiK8qxLKkzirYhBqONZzdhSoJFHF-eWj-u7ddM_3jknwA3LwlQ9Q

        Übrigens: Auch jüngere, sportliche Menschen sind durchaus gefährdet – wie bei jeder Viruserkrankung, Stichwort Myokarditis:

        https://www.abendblatt.de/sport/article228745127/Das-Coronavirus-greift-auch-den-Herzmuskel-an.html

        • Avatar

          sabine

          28. März 2020 09:39 at 09:39

          Mal kurz zu den geahnten „820.000“ Toten in Deutschland.
          Es sind ja tatsächlich gar keine Corona-Tote. Die hatten (fast?) alle eine Vorerkrankung, und zwar waren mittendrin, nicht vor Jahren. Oder waren schon 86. Und ich glaub auch, daß Türkei, Rußland usw. keine hohen Zahlen melden, weil sie wie immer rechnen: Wenn einer Lungen-, Nierenentzündung, Krebs oder sonstiges bereits hat, und es kommt Corona dazu, geht es nun nicht mehr aufwärts. Die sterben dann aber an Krebs, Lungenentzündung usw. Oder? So war es bisher. Wenn einer Typhus hatte, und es kam eine Grippe, Influenza oder etwas anderes hinzu und er starb, starb er nach normaler Statistik an Typhus. Punkt. Durch diese Hysterie stirbt jetzt alles, ob Krebs oder Leukämie als Hauptursache, an Corona. Und alles springt im Dreieck, kauft tonnenweise Plastik in Form von Handschuhen, Masken, Schutzscheiben in Geschäften, Plastikgefässe für Desinfektionsmittel, obwohl Händewaschen reicht und befüllt weiterhin die Meere mit Plastikmüll. Perfekt. Und Greta ist auch schon infiziert. Es geht bergab! Heul. Und das wegen einem Laborvirus. (Kann man eigentlich feststellen, ob ein Virus künstlich hergestellt wurde? Es fliegen ja genug herum. Ein Einschub in die DNA des Virus? Oder Züchtung in eine extreme Richtung? Verschwörungstheorie!)

  5. Avatar

    BrettonWood

    22. März 2020 08:31 at 08:31

    Das muss ich jetzt insgesamt kritisieren!

    Zwar hat China in üblicher Zensurmanier das bestehen eines Problems vorerst verleugnet, ABER anschliessend wurden richtig heftige Massnahmen ergriffen! Die GANZE Wirtschaft wurde stillgelegt, und auch heute ist noch lange keine Normalität eingekehrt.

    Im Gegenzug hat Europa (und noch viel schlimmer die USA) und in Europa besondera Deutschland nur sehr zögerlich Massnahmen ergriffen man lies den Karneval und Fussbalsapiele laufen (als eine der letzten in ganz Europa)
    Man unternand die verbreitung längst nicht so wirksam, und auch heute haben wir keinen Shutdowm, auf Baustellen und der Industrie kann und aoll weirergearbeitet werden, entsprechend wird sich das Virus auch weiterverbreiten….

    Oder hat einer von euch gehört das sich das Virus nur bei freizeitbeschäftigungen aber nicht bei der Arbeit verbreitet? Wir werden viel
    Länger und viel heftiger
    Mit dem Virus in den kommenden Monaten zu tun habe als China weil es den Behörden an den nötigen EIERN mangelt das zu tun was nötig wäre, es geht um das was es immer geht, man muss sein Pöstli schützen, die Wahöchamcen berücksichtigen, da will keiner die Verantwortung übernehmen, während in China sowieso die KP die Verantwortung hat, hat Sie bei uns niemand und auch niemand will Sie übernehmen, wir probieren mal Sovial Distanzing aus…

    Bringt natürlich sehr viel wenn der Virus schon 3 Stunden in der Luft überleben kann, wenn da einer mit dem Zug zur Arbeit fährt 1 Stunde lang bleibt da eine Ansteckungsgefahr für die nächsten 3 Stunden und man weiss bis heute nicht wieviele Viren für einen Infekt nötig sind….dafür forschen alle am Heilmittel Profit bitte….
    Ich lach mich schlapp…gut ich finde es gut das es mal eine Entalterung & Entlastung von deren gibt die das Gesundheitsystem sowieso übermässig belasten….eigentlich ist das eine natürliche Selektion, geschwächte und Alte werden weggeputzt damit es platz für neues gibt aber wir meine wir stehen über der Natur und könnten alles kontrollieren….es wird sich zeigen was für ein Irrglaube das ist….

    • Avatar

      Lausi

      22. März 2020 09:45 at 09:45

      Sie meinen also, dass der Stall mal ausgemistet werden muss?

    • Avatar

      Lausi

      22. März 2020 10:50 at 10:50

      Also weg mit diesen alten, sabernden Greisen, die für nichts mehr nützlich sind und einem nur noch auf der Tasche liegen? Ich bin froh, dass wir auf diesem Niveau noch nicht angekommen sind. Dass die Gegenmaßnahmen in einem Verhältnis zu der angenommenen Bedrohung stehen sollten, versteht sich natürlich auch. Der Ansatz, dass keine Menschen aus Mangel an adäquater medizinischer Behandlung sterben sollen, finde ich im Prinzip gut. Dafür muss die Ausbreitungsgeschwindigkeit reduziert werden, und gleichzeitig mehr Notbetten bereitgestellt werden. Die entscheidende Frage ist dabei, wie lange eine Volkswirtschaft so einen Shut-down aushalten kann, und wie groß der volkswirtschaftliche Schaden dadurch ist. Wenn in China der Käse wirklich schon gegessen sein sollte, dann könnte man mit einem shut-down von ca. ein bis zwei Monaten rechnen. Eine gesunde Volkswirtschaft sollte das eigentlich aushalten. Andererseits sollte man auch nicht vergessen: Was dieses Virus u.a. auszeichnet ist sein hohes Ansteckungspotential. Daher auch die Prognose, dass irgendwann mal 70% der Bevölkerung damit infiziert sein werden. Auch einen alten Greis erwischt es also in absehbarer Zeit mit 70% Wahrscheinlichkeit – die Frage ist nur wann.

  6. Avatar

    Wirrologe

    22. März 2020 10:52 at 10:52

    @ BrettonWood, Da hat anscheinend jemandem das Virus schon das Gehirn verbrannt.Jetzt kritisiert er die zögerlichen Massnahmen , während er vor kurzem noch tiefstapelte u.eine Dezimierung der älteren Leute als positiv benannte. Neben Wischi/ Waschi Bären gibt es also noch Wischi/ Waschi …….el.
    Wann war das als der Rentner – Entsorger von allen harsch kritisiert wurde? Weiss noch jemand ,wann diese Posts waren?

  7. Avatar

    joachim

    22. März 2020 14:26 at 14:26

    Warum verlautbart China mittlerweile den dritten Tag in Folge keine neuen inländischen Coronafälle, obwohl die 2. Krankheitswelle bereits anrollt?
    Diese Angst nach der 1. Quarantäne beschäftigt derzeit ganz Asien und Australien, bei uns hört man davon nichts!

    Massnahmen, sofern veranlasst, sind in einem totalitär geführten System wie China wesentlich leichter umzusetzen, da die Disziplin der Bevölkerung höher ist als in irgendeinem europäischen Staat.

    Gleichzeitig müssen wir davon ausgehen, dass ALLE Zahlen, die wir zum Coronavirus jetzt gerade präsentiert bekommen zumindest nicht korrekt sind.

    Wie kann es z.B. sein, dass die USA die Todesrate bei Influenza pro Jahr mit ca. 20.000 Toten angibt, etwa genauso hoch wie in Deutschland?

    Solche Zahlenwerke sind und waren niemals belastbar, dafür stehen zu viele unterschiedliche Lobbys und Interessen am Start.

    Von Januar bis März ist bei uns in Europa die Mortalitätsrate aufs Jahr gerechnet am höchsten, auch ohne Corona!
    Schon klar, wenn sich jetzt in Italien die Sterberate plötzlich vervierfacht, da ist Kacke am Dampfen…

    Von COVID-19 gibt’s anscheinend mehrere Untergruppen (Mutationen?)…hat vielleicht irgendjemand von euch diesbezügliche Informationen (Herr Spahn wollte auf eine diesbezügliche Frage eines Journalisten nicht näher eingehen…)

    • Avatar

      joachim

      22. März 2020 14:33 at 14:33

      Korrektur: „…in manchen Teilen Italiens vervierfacht…)

  8. Avatar

    md

    22. März 2020 15:20 at 15:20

  9. Avatar

    Susi

    22. März 2020 17:08 at 17:08

    China hat sicherlich versucht die Sache länger zu vertuschen.

    Aber die industrialisierten Staaten haben das ganz genauso verschlafen. Vor 3-4 Wochen als die Chinesen schon rotierten und in Schutzanzügen rumliefen, hätte man erkennen können, dass hier ein ernstes Problem auf uns zukommt.
    Aber in Deutschland und anderswo hat man lieber gewartet bis die Keule uns erschlägt (auf Sicht fahren, nur das Nötigste tun).
    Man hätte einfach von den Chinesen lernen und rasch und konsequent reagieren können. Dann hätten wir jetzt das Schlimmste schon hinter uns.

    Und das alles fällt uns jetzt vor die Füße. Pro Kopf haben wir jetzt höhere Infektionszahlen als China sie im Maximum hatte und es ist noch lange nicht vorbei…

    • Avatar

      Gixxer

      22. März 2020 22:09 at 22:09

      Kann dir nur zustimmen.
      Wie das in China abgelaufen ist, kann man sicher kritisieren, aber was war oder ist denn bei uns? Trotz des Wissens der Gefahr wurde noch in betroffene Gebiete gefahren und Urlaub gemacht. Genauso sitzen etliche noch dicht gedrängt in Cafés rum oder feiern sogar Corona Partys. Diese Dummheit können wir den Chinesen nicht vorwerfen. Die ist ganz alleine unsere Schuld!

  10. Avatar

    Quintus

    22. März 2020 17:29 at 17:29

    Wer sich zur Abwechslung weniger mit Halbwissen und Verschwörungstheorien sondern einmal mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft auseinandersetzen möchte:

    Impact of non-pharmaceutical interventions (NPIs) to reduce COVID- 19 mortality and healthcare demand

    Neil M Ferguson, Daniel Laydon, Gemma Nedjati-Gilani, Natsuko Imai, Kylie Ainslie, Marc Baguelin, Sangeeta Bhatia, Adhiratha Boonyasiri, Zulma Cucunubá, Gina Cuomo-Dannenburg, Amy Dighe, Ilaria Dorigatti, Han Fu, Katy Gaythorpe, Will Green, Arran Hamlet, Wes Hinsley, Lucy C Okell, Sabine van Elsland, Hayley Thompson, Robert Verity, Erik Volz, Haowei Wang, Yuanrong Wang, Patrick GT Walker, Caroline Walters, Peter Winskill, Charles Whittaker, Christl A Donnelly, Steven Riley, Azra C Ghani.

    https://www.imperial.ac.uk/media/imperial-college/medicine/sph/ide/gida-fellowships/Imperial-College-COVID19-NPI-modelling-16-03-2020.pdf

  11. Avatar

    Andreas M.

    22. März 2020 19:27 at 19:27

    Danke, Quintus, aber 20 Seiten?
    Gib‘ mal eine Zusammenfassung, das kannst du doch so gut.

  12. Avatar

    Marvin Lester

    23. März 2020 03:54 at 03:54

    Vielleicht kann mir jemand Helfen.Wo sind die Kirchen Vertreter mit ihren schlauen Kommentaren,für mich gehört das ganze Gesocks in einen Sack und ins Meer sehr tief und viele Haie.Wo sind die Anlaufstellen der Kirchen wenn jemand Rat braucht wieso wird kein Millionen Betrag zur schnellen Hilfe unbürokratisch zur Verfügung gestellt.Ich gehe davon aus das das Geld da ist.Vielleicht arbeiten sie ja im Untergrund? Ist nur meine Meinung In der Kriesen Situation erkennt man was diese Schwätzer für Blender sind.Wenn ich jemanden mit meiner Meinung beleidigt habe bitte ich um Entschuldigung aber nicht bei Kirchenvertretern.Guten Morgen Marvin

    • Avatar

      Lausi

      23. März 2020 09:42 at 09:42

      @Lester: Vielleicht sind Sie bei den Zeugen Jehovas gut aufgehoben. Die sagen den Weltuntergang schon seit geraumer Zeit voraus – und sollen als ausgewählte Gruppe die Apokalypse überleben. Und die römisch-katholische Kirche bringt schon jetzt Opfer: Habe gehört, dass sich in Italien viele Priester bei der letzten Ölung angesteckt haben, und inzwischen selber unter der Erde liegen.

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      Koch

      23. März 2020 10:40 at 10:40

      Hi,Marvin Lester.Cleverer als den Atheisten heraushängen zu lassen,wäre es zweigleisig zu fahren.Sollten sie nämlich falsch liegen,hätten sie mit Sicherheit beim durchaus möglichen Ableben die berühmte A….l…karte gezogen.Ich bin kein Kirchenvertreter,noch nicht mal besonders gläubig,halte mir jedoch gerne Optionen offen.Als Chancenrealist mag ich daher kein 50/50%iges russisch Roulette.P.s.Selbst wenn die Pfaffen keine Igel in ihren Taschen hätten und einige Milliönchen locker machen würden,würde die mit Milliarden und Billionen nur so umsich werfende Konkurrenz sie nur müde belächeln!So sollen sie besser bei ihren Leisten bleiben und den Guten weiter das ewige Leben versprechen.

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        Marvin Lester

        23. März 2020 11:40 at 11:40

        Ich lasse keinen Atheisten raus hängen.Ich bin es seit über 50 Jahren und gedenke es auch weiter zu bleiben.Das ich bei meinem Ableben die besagte Karte gezogen habe ist mir so was von egal das ich das besser nicht mit Worten beschreibe.Ich lasse mich auch mit dem Bauch nach unten Beerdigen damit mich gewisse Personen auch nach dem Tot am Allerwertesten lecken können.Alter Spruch ich weiß aber er gefällt mir.Mit einem Fröhlichen Gruß Marvin

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          Andreas M.

          23. März 2020 12:27 at 12:27

          Meint ihr etwa, Glaube ist verhandelbar? Der Glaube für den einzelnen Menschen ist eine absolute Bereicherung. Er ist nicht durch Kircheneintritt erlangbar und hat tatsächlich gar nichts mit der Kirche zu tun. Dort wird dein Glaube lediglich gemanagt, wahrscheinlich zum Wohle ….(lass‘ dir was einfallen, aber dir nicht den Glauben erklären, das ist dein ureigener Weg).
          In diesem Zusammenhang finde ich übrigens die Generierung von Gewinnen an der Börse nur dann vertretbar, wenn man damit gute Zwecke verfolgt.

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      sabine

      28. März 2020 09:44 at 09:44

      @Marvin: Unsere Pfarrei war von Anfang an für jeden erreichbar, und besucht auch jeden, egal was er hat. Die Priester haben es auch sofort per Email verteilt. Sie kämen unter allen Umständen. Und telefonisch sind sie auch immer erreichbar. Sie haben ja auch Zeit :)
      Das soll aber kein Widerspruch zu Ihrem gepredigtem Atheismus sein, nur zu Ihrem Vorwurf.

  13. Avatar

    Kritisch on fire

    23. März 2020 17:02 at 17:02

    Wenn da was dran ist, na dann „Gute Nacht Marie“. Eine, wie ich finde interesssante Feststellung mit daraus resultierender These!
    https://www.epochtimes.de/china/seit-corona-ausbruch-in-china-zahl-der-handynutzer-um-21-millionen-gesunken-wie-viele-tote-gibt-es-wirklich-a3193212.html?newsticker=1

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Immobilien: Nach der Coronakrise wird es einen Gewinner geben!

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Mieter von gewerblichen Immobilien sind wohl die Gewinner nach der Krise

Alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft sind derzeit von der Coronakrise betroffen, so auch die Immobilien. So hört man die letzten Tage, dass zahlreiche gewerbliche Großmieter wie Adidas, Deichmann und Co einfach Mietzahlungen für ihre Ladengeschäfte aussetzen. Aber wie wird die Lage bei Immobilien nach der Coronakrise aussehen? Wird alles weitergehen wie bisher? Ich möchte hier ein Szenario besprechen, dass nicht mit hundertprozentiger Garantie so eintreten muss. Aber die im folgenden Text beschriebene Auswirkung der Coronakrise auf die Branche scheint mir logisch.

Die Lage am Markt für Immobilien wird sich nach der Krise ändern

Bislang war es so: Die Eigentümer von Immobilien waren die Gewinner. Egal ob gewerblich oder privat, wer besitzt und vermietet, konnte jahrelang immer höhere Mieten kassieren. Und die jahrelange Flutung der Märkte mit Notenbankgeld und die abgeschafften Zinsen trieben Assets wie Aktien und Immobilien immer weiter nach oben. Die Käufer von Wohnungen und Projektentwickler von Gewerbeimmobilien mussten immer höhere Grundstückspreise und Erstellungskosten zahlen – und waren somit gezwungen die Mietpreise immer weiter hochzuschrauben, wenn sie denn noch eine nennenswerte Rendite auf ihren Kapitaleinsatz erzielen wollten. Aber jetzt wird sich einiges ändern. Womöglich nicht für private Mieter.

Aber die Mieter von Gewerbeimmobilien im Bereich Einzelhandel und in der Gastronomie, die werden nach der Coronakrise die großen Gewinner sein. Natürlich meine ich diejenigen Mieter, die diese aktuelle Durststrecke finanziell überleben werden, und auch danach ihre Cafes, Restaurants und Bekleidungsgeschäfte weiter betreiben. Bisher war es so: Der Immobilien-Eigentümer konnte bei Auslauf des Mietvertrags für den nachfolgenden Zeitraum stets kräftige Mietpreissteigerungen verlangen. Aber was passiert jetzt? Selbst nach gigantischen Rettungspaketen und KfW-Kreditprogrammen werden zahlreiche Gastronomen und Bekleidungsgeschäfte nicht überleben. By the way… viele kleine Unternehmer werden diese Kredite wohl gar nicht erhalten (mehr dazu hier). Entweder gehen zahlreiche Unternehmer in den nächsten Monaten pleite, oder dank der KfW-Kredite werden sie vielleicht erst in einem Jahr überschuldet aufgeben und ihren Laden dicht machen.

Angebot und Nachfrage

Dadurch, dass zahlreiche dieser Mieter aus dem Markt ausscheiden, verschiebt sich das Machtgefüge zwischen Mietern und Vermietern bei Immobilien im gewerblichen Bereich. Es wird viel Leerstand geben. Die Entwicklung hatte ja schon vor der Coronakrise in Innenstädten und Einkaufszentren eingesetzt. Zu viel Fläche, zu hohe Ladenmieten und immer mehr Online-Konkurrenz machen den Mietern schon seit Jahren zunehmend das Leben schwer. Nach und nach gaben einige auf und machten ihre Läden dicht. Dieser Trend wird nun durch die Coronakrise massiv beschleunigt werden. Der Leerstand wird deutlich zunehmen. Und die Eigentümer der Flächen werden auf einmal den bestehenden Mietern entgegenkommen. Ja, diese Prognose wage ich, auch wenn ich selbst kein Experte für Immobilien bin. Es geht um das Grundprinzip von Angebot und Nachfrage.

Mieter werden nach Auslauf der Verträge womöglich günstigere Anschlussverträge aushandeln können, weil die Vermieter sehen, wie links und rechts schon Flächen leer stehen. Da hat man Angst seinen noch vorhandenen Bestandsmieter zu verlieren, denn der hat nun die freie Auswahl. Und ganz schnell werden wohl auch die Neuvermietungspreise für Flächen im gewerblichen Bereich purzeln. Wer also die Coronakrise finanziell überlebt, und/oder wer nach der Krise ganz neu mit einer Geschäftsidee im Einzelhandel oder in der Gastronomie startet, der wird womöglich spürbar geringere Mietkosten erwarten dürfen, oder aushandeln können! Vielleicht noch nicht Ende April oder im Mai. Aber wohl in sechs Monaten, wenn nach und nach andere Gewerbemieter pleite gehen und ihre Läden dicht machen. Die letzten Tage haben Restaurantketten wie Maredo und Vapiano bereits Insolvenz angemeldet. Ob und wie viele dieser Läden fortbestehen werden nach einer möglichen Restrukturierung? Unklar, aber die Pleitewelle wird wohl kommen. Was man jetzt in Einzelfällen sieht, ist erst der Anfang.

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Schwellenländer drohen durch die Pandemie im Chaos zu versinken

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Christus-Statue in Rio - Schwellenländer hart getroffen durch Pandemie

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung schauen die Märkte zur Zeit vor allem auf die dramatischen Entwicklungen in den USA und Europa. Doch für die Schwellenländer, die bereits vor der Pandemie angeschlagenen waren, droht nun der ökonomische Super-GAU.

Schwellenländer leiden bereits unter dem Abzug von Kapital

Wie wir schon vor der Pandemie berichteten, bewegten sich wichtige Schwellenländer bereits vor der Pandemie in schwerem Fahrwasser. Einige Länder, wie Argentinien, Brasilien, die Türkei, Venezuela, Südafrika oder Chile haben bereits Schlagseite. Die sich jetzt bereits in Ansätzen abzeichnenden globalen Verwerfungen drohen diese Staaten ökonomisch zum Kentern zu bringen. Die Schwellenländer sind besonders abhängig von Mittelzuflüssen aus den Industriestaaten und reagieren in einer Krise wie jetzt sehr sensibel auf eine Umkehr der Kapitalströme. Doch genau das passiert bereits, wie das Institute of International Finance (IIF) berichtet: Seit Ende Januar 2020 sind 95 Mrd. USD aus Aktien und -Anleihen der Emerging-Markets von ausländischen Investoren abgezogen worden.

Damit sind in dieser relativ kurzen Zeitspanne deutlich mehr Gelder rapatriiert worden als in der Finanzkrise ab September 2008. Die Kapitalflucht der Investoren aus Nordamerika und Europa aus den Schwellenländer-Märkten ist in weltweit unruhigen Zeiten ein bekanntes Phänomen. Gerade dann stellen stark überschuldete und politisch instabile Länder ein besonderes Verlustrisiko dar, das es zu meiden gilt. Kommt es zeitgleich zu Turbulenzen an den großen Finanzmärkten in New York, Tokio und London, wird die Liquidität dringend zu Hause benötigt, um Vermögenslöcher zu stopfen oder Margin-Calls zu bedienen.

Für eine Pandemie schlecht gewappnet

Im speziellen Fall der COVID-19-Pandemie befürchten die Investoren wahrscheinlich zu Recht, dass die Gesundheits- und Sozialsysteme einiger Schwellenländer mit der Seuche überfordert sein könnten. Eine Befürchtung, die in Indien bereits Realität ist. Dort sind soziale Sicherungssysteme kaum vorhanden, das Gesundheitssysteme ist extrem fragil und die Bevölkerungsdichte sehr hoch. Die jetzt eingeleiteten Maßnahmen zum Schutz der Menschen verursachen Chaos im indischen Verkehrssystem und bringen die Menschen ohne jeden Schutz noch dichter zusammen. In Brasilien, wo das Virus mittlerweile ebenfalls angekommen ist, folgte die Regierung um Präsident Jair Bolsonaro zunächst der Strategie Londons und Washingtons und verharmloste das Virus. Jetzt rudert die Staatsführung in Brasília zurück, wahrscheinlich wie in den USA und England viel zu spät.

Die bereits getätigten und sich aktuell verstärkenden Kapitalabflüsse werden die fiskalpolitischen Möglichkeiten in den Schwellenländern stark beeinträchtigen. Zum einen wird weniger Geld für die Seuchenbekämpfung und zur Abmilderung der ökonomischen und sozialen Folgen mobilisiert werden können. Zum anderen steigen die Kosten für die Kreditaufnahme ausgerechnet jetzt deutlich an. Gleichzeitig schwinden auch die Devisenreserven, die nicht nur für die hohen Zinslasten der zum Teil hoffnungslos in US-Dollar überschuldeten Länder benötigt werden, sondern auch für den Ankauf von Schutzkleidung, Test-Kits und teuren medizinischen Geräten. Staaten wie Venezuela, Brasilien, Südafrika oder Argentinien sind zudem wichtige Rohstofflieferanten. Die Preise für natürliche Ressourcen waren in den letzten Wochen stark rückläufig, was die Ökonomien dieser Staaten zusätzlich belastet. Außerdem müssen viele Förderstätten zum Schutz der Arbeiter vorübergehend stillgelegt werden. In Südafrika für mindestens drei Wochen. Es ist daher zu befürchten, dass die Schwellenländer die Pandemie noch schwerer werden bewältigen können als die Industriestaaten.

Schwellenländer bekommen den Stress im Finanzsystem zu spüren

Seit Mitte März bekommen die Schwellenländer die Krise bereits an den Finanzmärkten zu spüren. Die Zinsaufschläge, die Entwicklungsländer aktuell gegenüber zehnjährigen US-Staatsanleihen zahlen müssen, sind seitdem stark angestiegen. Besonders hart trifft es die Ukraine. Der osteuropäische Pleitestaat muss nun statt 400 Basispunkten Zinsaufschlag über 1.200 Basispunkte mehr bezahlen. Der Risikoaufschlag türkischer Staatsanleihen hat sich von 352 Anfang März auf aktuell über 700 erhöht. Russland steht trotz des Ölpreisverfalls mit 350 Basispunkten aufgrund der niedrigen Staatsverschuldung von lediglich 12,5 Prozent des BIP noch vergleichsweise gut da. Deutlich dramatischer stellt sich die Lage für den afrikanischen Ölproduzenten Nigeria dar, der nach einer Verdreifachung der Zinsaufschläge nun ebenfalls bei über 1.200 Basispunkten Zinsaufschlag gegenüber US-Anleihen angekommen ist. Auch Südafrika ist mit in den Aufwärtssog bei den Renditen geraten und muss aktuell 1.120 Basispunkte Zinsaufschlag bezahlen. Argentinien, dass seinen Schuldendienst bereits ausgesetzt hat, ist sogar gezwungen, für seine stark ausfallgefährdeten Anleihen (S&P-Rating: CCC-) Mehrkosten in Höhe von 2.640 Basispunkten am Kapitalmarkt zu akzeptieren. Das Land ist bereits de facto bankrott.

Die Kapitalflucht und die steigenden Risikoprämien werden auch in den Währungsentwicklungen der Schwellenländer sichtbar. Seit der verstärkten Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus Anfang Februar über die Landesgrenzen Chinas hinaus, kam es auch an den Devisenmärkten zu heftigen Bewegungen. Der mexikanische Peso verlor seitdem 23 Prozent, der russische Rubel über 20 Prozent (was übertrieben scheint), der argentinische Peso von niedrigem Niveau aus nochmals 5 Prozent und der südafrikanische Rand 16 Prozent.

Fazit und Möglichkeiten der Stabilisierung

Die bereits sichtbaren Folgen für die Schwellenländer sind wahrscheinlich nur der Beginn schwerer ökonomischer, sozialer und politischer Verwerfungen. In den kommenden Wochen und Monaten könnten sich die Turbulenzen infolge der Rezession in den USA und Europa, der zunehmenden Anzahl von COVID-19-Fällen auch in den Schwellenländern, einer fortschreitenden Unterbrechung der Lieferketten und einer sinkenden Nachfrage nach Rohstoffen, Waren und Dienstleistungen noch vergrößern. Der für viele Entwicklungsländer als Devisenquelle enorm wichtige Tourismus ist bereits weitgehend kollabiert.

Ein Großteil der Schwellenländer hat keine ausreichenden Rückstellungen oder fiskalischen Spielräume, um die heimische Wirtschaft mit großen Konjunkturpaketen á la USA oder Deutschland zu unterstützen. Würde die Zentralbank Argentiniens vergleichbar der US-Notenbank Fed eine staatliche Schuldensause von 10 Prozent des BIP durch Gelddrucken finanzieren, würde sich der Restwert des argentinischen Peso in Luft auflösen. Der makroökonomische Handlungsspielraum der Schwellenländer ist generell im Vergleich zu fortgeschrittenen Volkswirtschaften aufgrund der begrenzten Glaubwürdigkeit ihrer Währungen stark limitiert. Selbst Staaten mit niedriger Verschuldung, wie Russland, bekommen dies bereits durch die massive Abwertung ihrer Währung zu spüren. Daher sind die Schwellenländer auf externe Hilfe mittels harter Devisen angewiesen.

Die Fed hat diesem Bedürfnis bereits Rechnung getragen und ihre Dollar-Swap-Linien geografisch stark ausgeweitet und bietet nun auch Entwicklungsländern über diesen Weg einen Zugang zu US-Dollar-Liquidität. Bereits 80 Länder haben zudem den Internationalen Währungsfonds (IWF), gemäß dessen Direktorin Kristalina Georgiewa, um finanzielle Hilfe gebeten. Der supranationalen Institution stehen zur Zeit dafür 1 Billion US-Dollar zur Verfügung. Dieser Betrag muss dringend in Anbetracht der Vielzahl der Hilfegesuche aufgestockt werden.

Auf Ebene der G20-Staaten wurde beim jüngsten virtuellen Sondergipfel ebenfalls über Hilfen für Entwicklungsländer diskutiert – allerdings sehr abstrakt. So sollen Handelsbeschränkungen abgebaut und die Entwicklungshilfe ggf. aufgestockt werden. Dem Rest der Welt sollten die Schwellenländer nicht egal sein. Wenn diese im Zuge der jetzt bevorstehenden Weltrezession noch tiefer in finanziellem Chaos versinken, würde dies für die gesamte Weltwirtschaft einen zusätzlichen Schock bedeuten. Eine schnelle wirtschaftliche Erholung exportorientierte Länder wie Deutschland nach dem Abebben der Pandemie wäre dann unwahrscheinlich.

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Dirk Müller über die dramatischen Folgen der Corona-Krise

„Unser Finanzsystem hat fertig“

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Die Corona-Krise nimmt immer dramatischere Foolgen für die Wirtschaft an – der Einbruch ist heftiger als in der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, sagt Dirk Müller. Eigentlich sollte „Mr. Dax“ bei einer Finanzmesse auftreten – aber da das aufgrund der Corona-Krise nicht möglich ist, hielt Dirk Müller seinen Vortrag von zuhause aus per Video.

Corona-Krise schlimmer als Weltwirtschaftskrise 1929

Der Crash der Aktienmärkte passierte sogar schneller als in der Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929 (und folgende). Und das wird bedeuten, dass da viele Finanz-Player erwischt wurden – daher sind viele Pleiten im Finanzsektor wahrscheinlich, von denen wir in den nächsten Wochen und Monaten erfahren werden. Das gilt auch und vor allem für Banken – Dirk Müller erwartet daher Banken-Pleiten. Wenn aber Banken pleite gehen, werden auch die Gelder auf deren Konten in Gefahr sein, sagt Dirk Müller – denn faktisch ist ein Kontoguthaben bei einer Bank eine Art Kredit, den man der Bank gibt.

Dirk Müller über den Crash des Kreditsystems

„Unser Finanzsystem hat fertig“, so Dirk Müller – wir erleben jetzt einen reset des Systems. Das Coronavirus sei nur der Auslöser für diesen reset – und die Ausrede zugleich, warum eben dieser „reset“ nun vermeintlich nötig sei. Bisher haben die Notenbanken es nicht geschafft, die Märkte zu beruhigen, was aber eigentlich durch das „plunge protection team“ der Amerikaner möglich gewesen, aber eben nicht erfolgt sei, meint Dirk Müller.

Das eigentliche Problem könnten die Notenbanken so oder so nicht lösen, so „Mr. Dax“: den „Credit Crunch„. Alle brauchen nun Liquidität, um Kredite und Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Cash ist King im deflationären Schock.

Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesellschaft

Was fast noch schlimmer ist: die Menschen haben Angst um ihre Jobs und damit um ihre Zukunft. Dazu kommt noch die Angst um die Gesundheit der eigenen Familie – Müller spricht daher von einer so noch nie dagewesenen „Angstkombination“, die massive und bisher unkalkulierbare Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Gesellschaft haben dürfte. Es könne daher zu sehr häßlichen Szenen kommen, die wir bisher nicht für möglich halten. Diese „Angstkombination“ in der Gesellschaft verstärke dann die Neigung der Menschen, Sündenböcke zu suchen – vielleicht die Flüchtlinge, die mit der einheimische Bevölkerung etwa um Arztbesuche konkurrieren?

Sehen Sie hier das Szenario von Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise:

Dirk Müller über die Folgen der Corona-Krise

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