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Coronavirus: Erste Signale der Hoffnung in dieser Woche?

Es ist allgemein bekannt, dass die Infektionswelle durch das Coronavirus in verschiedenen Ländern einen exponentiellen Verlauf genommen hat. Dies kann jedermann nachvollziehen anhand der Daten, die die John-Hopkins-Universität täglich zur Verfügung stellt. Diese sind vor allem aus den Ländern China, Südkorea und zuletzt aus Italien sehr aufschlussreich geworden, weil dort der Prozess des Anstiegs und der folgenden Abflachung der Inflationskurve bereits seit geraumer Zeit nachvollziehbar ist.

Während in Asien bereits deutliche Zeichen der Eindämmung – beziehungsweise des Stillstands der Infektionsrate durch das Coronavirus – erkennbar sind, könnte man aus Italien und speziell aus der Region Mailand in dieser Woche bereits die ersten auch für Deutschland interessanten Signale erhalten. Italien ist zwar das Land nach China mit den meisten Infektionafällen (63.927 gestern Abend) und der unglaublichen Zahl von 6077 Toten, aber es gibt auch bereits 7432 von der Lungenkrankheit Genesene. Die Infektionskurve nimmt an Steilheit ab – und da die schweren Quarantänemaßnahmen in der Region Mailand schon über zwei Wochen Bestand haben, könnte noch in dieser Woche so etwas wie ein „Peak Corona“ gemeldet werden (aus Mailand wohlgemerkt; also ein Patt zwischen der Zahl der Neuinfektionen und der Gesundeten).

Die Exponentialfunktion in der Infektions- sowie der Gesundungsrate durch das Coronavirus

Derzeit gehen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Deutschland nach Angabe des Robert-Koch-Institut noch steil nach oben – mit einer Verdoppelung alle drei Tage. Ein täglicher Faktor von 1,27, oder um etwa 20 Prozent täglich, was in absoluten Zahlen immer erschreckender wirkt. Am 5. März waren es 129 Fälle, am 12. März 987, am 19. März 9415, am gestrigen 23. März 28.865 – und in drei Wochen? Eine unglaublich entscheidende Frage, die das gesamte Gesundheitssystem in angespannte Erwartung stellt.

Die Exponentialkurve muss gebrochen werden, das „Social Distancing“ Wirkung zeigen, ansonsten wäre schon in zwei Wochen die Millionengrenze überschritten.

Aber in diesem Anstieg liegt auch eine gewisse Hoffnung, denn die soziale Distanzierung soll in 10 bis 12 Tagen Wirkung zeigen, während hingegen auch die Anzahl der Gesundeten exponential ansteigen müsste. Bei einer Infektion mit dem Coronavirus, die bei etwa 80 Prozent der Betroffenen relativ milde Symptome zeigt, dauert es circa zwei Wochen bis zur Abheilung der Krankheit, in schweren Fällen 3-6 Wochen. Das müsste auch schon in dieser Woche zu einem steilen Anstieg der Gesundungsfälle führen – bisher liegen diese seit Tagen noch im unteren dreistelligen Bereich.

Gestern: 28.665 Infektionsfälle, 113 Todesopfer, 422 Gesundete

Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen hatte am 13. März die 1000-er Schwelle überschritten, so dass ab dem 28. März auch die Zahl der Immunsierten in den vierstelligen Bereich klettern sollte, mit danach stark steigender Tendenz (bis 20 Prozent pro Tag).

Ein Hoffnungsschimmer für die Börsen…., wenn da nicht die USA wären

Ein großes Problem stellt die Entwicklung der Infektionszahlen in den USA dar. Zum einen, weil das Riesenland mit seinen 332 Millionen Einwohnern und den spärlichen Tests zu Beginn und den spät eingeführten Gegenmaßnahmen eine Riesenwelle an Infizierten vermuten lassen. Durch das Verharmlosen des Cornonavirus durch Donald Trump und das Fehlen an Test-Kits, haben die Vereinigten Staaten wertvolle Zeit im Kampf gegen das Coronavirus verloren. Die USA hatten gestern eine Anstieg von über 8600 Erkrankten, auf über 42.000 und sie werden damit vermutlich bereits in dieser Woche die Zahl der gemeldeten infizierten in ganz China übertreffen. Was da wohl Donald Trump zu dieser Meldung sagen wird?

Zum anderen werden diese Zahlen der Infizierungen mit dem Coronavirus die Wall Street massiv beeinträchtigen – und da der S&P 500 nach wie vor als Leitindex für die Welt fungiert, dürfte es anderen Börsen schwerfallen, sich diesem Trend zu widersetzen.

„Die USA drohen nach Europa nun zum neuen Epizentrum der Corona-Pandemie zu werden”, so Jochen Stanzl, Marktanalyst bei CMC Markets.

Damit könnten Meldungen zu Produktionsfortschritten in China und einem Abflachen der Infektionsrate in Europa ausgerechnet durch die USA konterkariert werden.

Fazit: Coronavirus und die Märkte

Auch bei allen Bemühungen der Staaten und ihrer Notenbanken mit billionenschweren Paketen die Folgen des Coronavirus abzufedern, so ist und bleibt die entscheidende Variable der Virus selbst: seine Ausbreitung, seine Eindämmung – und vor allem der Zeitpunkt der „wahrscheinlichen“ Verfügbarkeit eines Impfstoffs. Auch ein Eindämmen der Krankheit und eine langsame Rückkehr zur Normalität wird nach einiger Zeit zu einem Wiederaufflammen der Infektion führen.

Europa und die USA können bei weitem nicht die strenge Maßnahmen von China und Südkorea einführen und aufrechterhalten: mit Handyüberwachung, Bewegungsprofilen, den Einsatz von Millionen Überwachungskameras mit Wärmebildfunktion, der Verwendung aller Gesundheitsdaten und weiterer Auswertung personenbezogener Daten. In der westlichen Welt ist man in Sachen Datenschutz noch nicht so gläsern, oder soll man sagen – Gottseidank nicht!

Die USA werden nun zum Zentrum der Infizierungen mit dem Coronavirus



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2 Kommentare

  1. Ich sage nur noch nicht. Bei uns in Valencia/Spanien fliegen auch schon Drohnen und die Wärmebildkameras wurden letztes Wochenende eingeführt. Das Militär patrouliert auch schon seit ner Woche.

  2. Wenn Kapitalismus buchstäblich über Leichen geht… Siehe einmal mehr der dumpfe Donald oder die eine oder andere Schlaftablette aus der Fed, der seltsamerweise auch nicht in Expotentialfunktionen denken kann, obwohl man Finanzprofi ist…

    https://www.abendblatt.de/politik/article228761075/Corona-Krise-Riskiert-Trump-Tote-um-Wirtschaft-zu-retten.html

    Preisfrage: Wie soll eine Nachfrage in einer Wirtschaft entstehen, in der Millionen Menschen krank zuhause oder dem Tode nahe in und um absolut schlecht ausgestatteten Hospitälern dahinvegetieren? Kurzfristgier frisst Langfristverstand! Dabei war man gegenüber China mindestens zwei Monate im Zeitvorsprung.

    Wow, Amerika, Du hast es wirklich besser^^!

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