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Coronavirus: Haben wir in Deutschland bereits die zweite Welle?

Wolfgang Müller

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Erleben wir gerade die zweite Welle des Coronavirus? Es ist Urlaubszeit, Reise- und Ferienzeit, zumindest noch in vielen Bundesländern. Gleichzeitig gibt es den Kampf gegen die Pandemie mit der Eindämmung in seinen Auswirkungen auf Mensch und Wirtschaft. Permanent ist die Rede von einer zweiten oder gar dritten Welle, die die Gesundheitsbehörden in große Aufmerksamkeit versetzen. Doch ab wann spricht man eigentlich von einer solchen Welle?

Die aktuelle Lage um das Coronavirus

Testungen für Reiserückkehrer aus Urlaubsgebieten – verpflichtend oder freiwillig, je nach Urlaubsregion – Maskenpflicht in manchen Schulen, die Gesundheitsbehörden sind alarmiert, aufgrund der gestiegenen Infektionen in den letzten Wochen. Während der Ärzteverband und manch ein Politiker aus dem Süden schon von einer realen zweiten Welle des Coronavirus spricht, ist das Robert-Koch-Institut noch vorsichtig und formuliert im Konjunktiv: Das Institut spricht gegenwärtig von vielen kleineren Ausbruchsgeschehen in verschiedenen Landkreisen. Die Zahl der Bezirke aus denen in der letzten Woche keine Fälle an das RKI gemeldet wurden, sei von 125 von Mitte Juli auf aktuell 70 gesunken.

Auslöser der Infektionsherde waren des Öfteren Feiern im Familien- und Freundeskreis, die bekannten Ausbrüche in den vergangenen Wochen in Schlachthöfen und bei Gottesdiensten und zuletzt ausgehend von Reiserückkehrern.

In den letzten Julitagen war ein Anstieg der Neuinfektionen bis zum fünften August bis auf 1024 pro Tag festzustellen, die aktiven Erkrankungen waren von ihrem Tief von Mitte Juli von etwa 5900 Fällen auf fast 10.000 gestiegen. Das Hoch vom 6. April lag bei 72.685 Menschen.

Der momentane 7-Tagesdurchschnitt an Neuinfektionen liegt bei 756 Fällen, das Hoch war bei durchschnittlich 5755.

Die Sorge der Gesundheitspolitiker

Auf der einen Seite gibt es die großen Warner, wie den Gesundheitspolitiker Professor Lauterbach und die Beschwichtiger wie Professor Schmidt-Chanasit, der die ständigen Warnungen vor einer zweiten Welle für falsch hält. Dies sei wenig konkret und für die Bevölkerung Angst einflößend.

Der Gesundheitsexperte der SPD Lauterbach hatte zu Beginn der Pandemie mit seiner Methode und seiner Doppelfunktion – Politiker und studierter Virologe – große Erfolge mit der Methode der „kontrollierten Panik“ und war seither Stammgast in vielen Talkshows. Momentan erntet er aber zunehmend Kritik, weil er praktisch vor allem warnt: Vor Fußballspielen, vor dem Sommertourismus, vor Superspreadern, vor Leichtsinnigen, vor schwerwiegenden Gesundheitsfolgen, vor unzureichenden Testungen und natürlich vor der zweiten Welle des Coronavirus. Das Problem dabei ist, dass sich die Methode mit der Zeit abnutzt – ein Abstumpfungseffekt tritt ein und mancher Reaktanz-Effekt auf. Ein solches Umfeld ist nicht über Monate aufrechtzuerhalten.

Das Problem

Auch wenn die Infektionszahlen wieder steigen und die so genannte Reproduktionszahl (R) immer wieder warnend genannt wird, ab 1,01 beginnt die Zunahme, ist es doch ein Unterschied, ob dies von 700 Neuinfizierten aus geschieht oder von 70.000, wie in den USA, trotz vierfacher Bevölkerungszahl.

Es ist wirklich nicht einfach, einen gesunden Mittelweg zu finden, zwischen fast schon paranoiden Menschen, die einsame Spaziergänge machen mit Atemmasken – und vielen Gruppen junger Menschen, die Spezialpartys feiern. Wir haben derzeit keine wissenschaftliche oder auch politische Definition, wie eine zweiten Welle des Coronavirus aussieht.

Das bedeutet auch eine permanente Bedrohung für manche Menschen, die mit der Interpretation von Zahlen überfordert sind. Gesundheitspolitiker Lauterbach wurde zuletzt konkret und sprach davon, dass für ihn die Zahl von täglich 1000 Neuinfektionen der Beginn der zweiten Welle sei. Diese Marke wurde am Mittwoch laut der Übersicht der John-Hopkins-Universität überschritten.

Es bleibt bei der Ambivalenz des Coronavirus: Harmlos für viele und extrem gefährlich für die Risikogruppen in seinen medizinischen Folgen, aber auch im Umgang mit seiner Bewältigung.

Erlebt Deutschland gerade die zweite Welle des Coronavirus

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Karl Margin

    7. August 2020 11:17 at 11:17

    Wir haben eine Dauerwelle.

  2. Avatar

    Übelkeit

    7. August 2020 14:23 at 14:23

    Wo war denn die erste Welle? In den Krankenhäusern Kurzarbeit…

  3. Avatar

    Kotzübel

    7. August 2020 21:03 at 21:03

    @Übelkeit, bitte erläutern Sie den Zusammenhang zwischen den aktuell abgesagten und verschobenen Operationen und der ersten Welle im März/April.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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