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Coronavirus: Impfstoff-Zulassung – warum die übergroße Eile?

Warum gibt es diese übergroße Eile bei der Zulassung von neuen Impfstoffen gegen das Coronavirus? Das Virus hat nämlich einen großen Gegner – das menschliche Immunsystem

Wolfgang Müller

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Warum gibt es diese übergroße Eile bei der Zulassung von neuen Impfstoffen gegen das Coronavirus? Bekanntlich dauerte es bislang mindestens fünf Jahre bis zu einer Zulassung – nun soll es aber mit dem Impfstoff gegen Corona ganz schnell gehen.

Es ist sicherlich sehr viel Spekulation bei der folgenden Hypothese im Spiel – und sie ist auch noch ohne echte Beweiskraft: Juristisch würde man sie als Anfangsverdacht einstufen und nicht als dringenden Verdacht. Nämlich die Annahme, dass hinter dem Wettlauf auf den Impfstoff gegen das Coronavirus auch sehr große wirtschaftliche Interessen stehen! Denn das Coronavirus hat einen sehr großen Gegner – das menschliche Immunsystem.

Coronavirus: Der Wettlauf um eine schnelle Zulassung eines Impfstoffs

Sicherlich geht es bei dem Impfstoff um Gesundheit und sogar um das Überleben von Personen aus den vulnerablen Gruppen. Millionen alte Menschen und jüngere mit Vorerkrankungen. Da ist jeder Tag wertvoll, an dem ein Wirkstoff gegen das Coronavirus früher auf den Markt kommt. Aber bedeutet eine Zulassung eines Vakzins in Rekordzeit und ohne ein bisschen Erprobungszeit nicht auch ein Risiko für die zu Impfenden?

Klar, geht es auch um ein Geschäft für die Pharmaindustrie, bereits über eine Milliarde Impfdosen wurden schon bei den verschiedensten Firmen in Auftrag gegeben, unter großer Unsicherheit in allen Belangen, wirtschaftlich und medizinisch. Die Firmen mit Impstoffprojekten übertreffen sich gerade in ihrer Darstellung des Entwicklungsstands und der Wirksamkeit ihrer Ergebnisse, BioNTech/Pfizer, Moderna und auch jüngst CureVac, die Liste dürfte rasch länger werden.

Die Infektionslage in den USA

Ich hege langsam einen anderen Verdacht bezüglich der Wettlaufs bei der Geschwindigkeit der Zulassung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus: Wie viele Infektionen haben wir denn bereits in den USA? Fast 12 Millionen und aktuell 256.000 Coronaopfer. In einem gestrigen Artikel habe ich schon über die inoffiziellen Zahlen spekuliert – bei einer Sterblichkeitsrate von 0,2 bis 0,5 Prozent und einem Multiplikator von 200 bis 500 kommt man bereits auf Infektionszahlen von 51 bis 128 Millionen Amerikaner. An jedem Tag mit der jetzigen Ausbreitung kommen große Zahlen hinzu. Eine brutale Rechnung: Bei 500.000 bis einer Million Coronatoten setzt die Herdenimmunisierung ein und – man bräuchte dann die Millionen Dosen Impfstoff gegen das Coronavirus nicht mehr.

Wie war es denn bei der Vogelgrippe und Schweinegrippe H5N1 und H1N1 in den Jahren nach der Jahrtausendwende? Ich kann mich noch genau erinnern, wie das Bundesinnenministerium für die Sicherheitsbehörden große Mengen antiviraler Grippemedikamente orderte. Es wurden bei Roche Abermillionen Dosen von Tamiflu bestellt, die keiner gebraucht hat, weil sich beide Grippearten mit der Zeit erledigt hatten – unser Immunsystem hatte gesiegt. Wie bei allen Epidemien. Millionen Dosen von Tamiflu mussten nach Ablauf des Verfallsdatums vernichtet werden. Regierungen kauften aber immer wieder auf Vorrat nach.

Das ist allen Pharmafirmen bekannt. Wenn die Einführung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus noch ein Jahr dauern würde, wäre der Umsatz dahin – und das nach den hohen Kosten für die Entwicklung des Impfstoffs.

Man betrachte nur die Infektionszahlen aus Indien oder Brasilien, speziell aus den Slums von Neu Dehli oder Rio de Janeiro. Ein Rückgang der Infektionen mit dem Coronavirus, trotz des Fehlen von Atemmaskens und jeglicher Hygiene. In Großraum Mumbai leben 35 Millionen Menschen, Antikörpertests ergaben Infektionsraten bis zu 50 Prozent in den Elendsvierteln.

Ergo:  wenn es bei der Impfstoffentwicklung noch ein Jahr dauern würde, könnte eine zweite Tamiflu-Situation entstehen. Deshalb auch die Eile.

Fazit

Es ist sicherlich eine wacklige Hypothese von mir, aber ich denke, dass die Argumente hierzu nicht uninteressant sind, gerade jetzt beim Fortschreiten der Corona-Pandemie in Welle zwei oder drei. Selbst die offiziellen Infektionsraten in Europa – Belgien, Tschechien, Frankreich, Spanien, Schweiz überschreiten schon „offiziell“ die 3- und 4-Prozentmarke bei der Infektionsrate der Bevölkerung. Man liegt noch sehr weit von einer Herdenimmunisierung entfernt, aber wie hoch ist die Dunkelziffer wirklich? Hat man in der Region Mailand im Februar/März auch nur einen Bruchteil der Infektionen erfasst und wie hoch wäre die Zahl, wenn die Infektionen noch ein Jahr Zeit hätten um sich auszubreiten?

Noch ein Wort zum Verhältnis Letalitätsrate und Gesamtinfektionen: Haben denn Frankreich, Italien und Spanien nicht deutlich über 40.000 Coronatote (an oder mit)? Und jetzt multipliziert man diese Zahl mit 200 bis 500. Aber wie gesagt, die obige These ist nur eine Vermutung, aber wieso redet die Wissenschaft von der immer mehr bewiesenen Letalitätsrate des Coronavirus – und macht keine Schlussfolgerungen auf die gerade genannten Länder? Fragen über Fragen, wie bei Corona vom ersten Moment an.

Coronavirus und Impfstoff: Warum die große Eile bei der Zulassung?

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Sven

    20. November 2020 15:21 at 15:21

    Ich schätze FMW sehr,aber bitte hier nicht auch noch Spekulationen über Impfstoffe,deren Wirkung und Notwendigkeit. Der Corona Nervfaktor liegt bei vielen inzwischen bei 110%.
    Mir ist Corona völlig egal und wenn eine Impfung die „Eintrittskarte“ für ein normales Leben ist, dann muss ich diese eben lösen.
    Auch wenn es in Mumbai oder sonst wo eine Herdenimmunität gibt, können Inder auch nicht wieder international reisen oder normal leben. Eine Impfung – ob sinnvoll oder nicht ist das Einzige, was die komplette irrationale Hysterie beenden kann.

  2. Avatar

    Torsten

    20. November 2020 15:44 at 15:44

    Wer haftet bei einer Eilzulassung und möglichen Nebenwirkungen aufgrund der schnellen Zulassung?
    Der Staat oder der Impfstoff Hersteller?

    Angenommen es werden nur 100-200 Mio Dosen benötigt dann ist Eile geboten. Wer zu spät kommt den bestraft…

    Es besteht aber auch die Möglichkeit das die Eile aus echter Angst rührt. Halbierung der Aktienmärkte wäre denkbar wenn Corana ausser Kontrolle gerät und die Wirtschaft richtig runterzieht. Home Office funktioniert nur wenn die Firma nicht pleite ist.

  3. Avatar

    Columbo

    20. November 2020 16:38 at 16:38

    @Wolfgang Müller

    „Warum die große Eile bei der Impfstoffzulassung?“

    Die Wirtschaft bricht gerade zusammen (wie auch von FMW fast täglich berichtet), Menschen sind verzweiflelt, weil sie nicht mehr wissen, wie sie überleben sollen. Kleinbetriebe gehen reihenwiese pleite, die Arbeitslosigkeit nimmt zu.
    Ärzte und Krankenpfleger wissen nicht mehr ein und aus. Operationen und Krebsbehandlungen müssen verschoben werden. Unfallopfer können vielerorts nicht mehr adäquat behandelt werden.
    Und da kommt doch tatsächlich einer und fragt, warum die große Eile?
    Das Immunsystem wird es schon richten. Tut es nicht, nicht von alleine! Wissen Sie, was Herdenimmunität bedeutet? Daß man bereit ist, Eltern, Großeltern und unzählige andere Menschen zu opfern und Gesundheitssysteme platt zu machen.
    Bisher schätzte ich Ihre Beiträge sehr…

  4. Avatar

    Fritz Wolfert

    20. November 2020 17:44 at 17:44

    Guter Artikel! Ich sehe das ganz genauso wie Herr Müller. Dass die mediengelenkte Hysterie jetzt alle Überängstlichen aufschreien lässt ist klar. Der profitgierigen Pharmaindustrie darf man allerdings ruhig alles zutrauen.

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    Stiller User

    20. November 2020 18:27 at 18:27

    @Columbo: Dieser Beitrag ist für Ihre Verhältnisse ja schon richtig negativ. Wie kommts? In den letzten Wochen und Monaten hat man anderes von Ihnen gelesen, und da waren Sie eher auf der Seite wo es darum ging die „Negativlinge“ nieder zu machen.

  6. Avatar

    Columbo

    20. November 2020 18:35 at 18:35

    Ein guter Verschwörungstheoretiker läßt sich nicht von Fakten ablenken.

  7. Avatar

    DOW Jones 15000

    20. November 2020 18:44 at 18:44

    Logischerweise reagieren die Aktien von Fluggesellschaften u.s.w. viel stärker als die betreffenden Herrsteller von Impfstoffen. Wie wir wissen haben uns die Notenbanken versichert, dass es keine grossen Aktienkorrekturen mehr gibt oder geben darf. Daher glaube ich, dass der Druck auch stark von der Politik und der Finanzwelt kommt. Eine längere Rezession würde das Kartenhaus arg erschüttern, daher auch die Finanzhilfe von staatlicher Seite für die Impfstoffkünstler. Hat doch der eher zurückhaltende Daniel Stelter gesagt:
    EINE ZWEITE WELLE WÄRE EIN GAU.Vielleicht ist das jetzt der SCHWARZE SCHWAN der nicht mit Geldflutung ertränkt werden kann.Ein bekannter Analyst von der Ba….. Bank hat zwar einmal gesagt : Die Notenbanken würden sämtliche schwarzen Schwäne auf weiss malen. KÖNNTE DIESMAL SCHWIERIG WERDEN,ABER DIE WELT IST SÜCHTIG NACH DEM STOFF UND HOHEN BÖRSENKURSEN.

  8. Avatar

    Rechtsgelehrter

    20. November 2020 18:54 at 18:54

    @Torsten, mit der Haftung ist es so, wenn eine USFirma tausende von Leuten schädigt wird nicht viel passieren.Wenn irgendeine Firma 5Amis schädigt ist die Firma durch Milliardenklagen ruiniert. ( Boeing lässt grüssen)

  9. Avatar

    Columbo

    20. November 2020 19:37 at 19:37

    @Stiller User

    Ich versuche immer beide Seiten zu betrachten und suche dann die goldene Mitte.
    Aber darum geht es hier nicht. Ich verstehe nicht, warum man die Möglichkeiten uns von dieser Plage zu befreien ohne Kenntnis der Materie prinzipiell schlechtmacht.
    Sehr merkwürdig diese autodestruktiven Tendenzen.
    „Ich bin der Geist, der stets verneint. Und das mit Recht; denn alles was entsteht, ist wert dass es zugrunde geht“ sagt Mephisto im Faust.
    Na dann…

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    Tino Gruchmann

    21. November 2020 01:03 at 01:03

    Man sollte hierzu mal zu uns nach Spanien schauen, da scheint es schon eine relativ grosse Durchseuchung zu geben, trotz keinem lockdown aber Beschränkungen gehen die Belegungen der Krankenhausbetten zurück, allein diese Woche um ca. 10% . In Catalunya und auch Madrid gibt es bereits wieder Lockerungen. Während es in Frankreich noch düster aussieht. Die hatten im Sommer mit dem starken Anstieg später begonnen. Ich gebe dem Schreiber des Artikels recht auch wenn eine natürliche Immunisierung mit mehr Menschenleben als bei der normalen Grippe erkauft wird, so wird das wohl in die Richtung gehen wenn kein Impfstoff verfügbar ist. Und ganz klar gibt es hier finanzielle Interessen. Am besten wäre es wenn man die alten Menschen auf Freiwilligenbasis impft. Da wäre die Gefahr des Virus wahrscheinlich grösser als irgendwelche Nebenwirkungen. Bei Jungen Menschen sehe ich aber eine Gefahr von Nebenwirkungen als grössere Gefahr an, zwecks Autoimmunerkrankungen.

  11. Avatar

    Torsten

    21. November 2020 05:25 at 05:25

    Ursache für Corona und andere Krisen wird nicht thematisiert – Raubbau an der Natur und Klimaerwärmung
    Vorstände von Pharmafirmen verkaufen Anteile kurz nach “Erfolgsmeldungen”
    Corona Forschung wird und wurde vom Stadt mit hunderten Millionen Euro unterstützt, warum erhalten die Länder keine gratis Impfstoffdosen?
    Der Impfstoff sollte keinem Patent o.ä. unterliegen sondern weltweit hergestellt werden können.
    Pandemie und Profitgier das hat berechtigter Weise Geschmäkle!

    Corona ist das Beste was der Welt passieren konnte , es zeigt das der Mensch nicht Herr über die Natur ist, egal wieviel Geld gedruckt wird. Es ist der letzte Weckruf umzusteuern, weg von Wachstum, Wachstum, Wachstum.

    Nachhaltigkeit und Bedarfsorientierte Wirtschaft mit Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Leider geht es nur mit “Den Laden( Erde) gegen die Wand fahren”
    Und dann waren natürlich immer “die anderen Schuld” und “wer hätte das ahnen können”

    Ich muss jetzt los, Schnäppchen kaufen die ich nicht brauche – Hauptsache BILLIG! :))

    Ich bin ein Teil von jener Kraft,
    Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. …

    :))

  12. Avatar

    Greg

    21. November 2020 17:58 at 17:58

    Angst frisst Hirn!

    Bei Einer Letalität von ca. 0.5% ist es verantwortungslos, 99.5% gesunde Menschen einem Impschadenrisiko auszusetezn. Vorallem, wo bleibt die Solidarität zu all den lebenslänglich autoimmunerkrankten Kindern, Depressionsuiziden, aus Vereinsamung gestorbenen ….

    Nebenbei liegt das Median Sterbealter bei ca. 85 Jahren. Das Durschnisttsalter liegt darunter … eine Gesundheitsdiktatur sondergleichen.

    Das Ganze ist absolut absurd unverhätlnismässig!

  13. Avatar

    Peter

    22. November 2020 11:59 at 11:59

    Die vorkommentare machen es deutlich:wir sind voll von Angst, Angst die auch gegensätzliche Meinungen kaum noch zulässt.
    Ich habe an die Fachleute eine sicherlich etwas naive Frage: dieses Jahr fällt die Grippe aus. Gut so, es gibt ja auch kaum Impfstoff. Meine Frage:wird durch unser aktuelles Verhalten (mundschutz, Abstand usw.) Unser Immunsystem nicht erheblich geschwächt mit der Folge, dass wir in den kommenden Jahren mit einer sehr starken Grippewelle zu rechnen haben?

    Ich kann darüber nichts lesen. Freue mich auf Anmerkungen

  14. Avatar

    Quintus

    22. November 2020 14:03 at 14:03

    @Greg
    Ob man diesen Zahlen trauen kann?

    In der Schweiz sind bisher 16 Menschen unter 50 Jahren an Covid 19 gestorben. (Stand November 2020) Das entspricht 0.5% der COVID 19 Toten. Durchschnittliches Todesalter: 81 Jahre.

    Das Risiko an COVID zu sterben in Abhängigkeit des Lebensalters:
    – 0-49 Jahren bei 0.5%
    – 50-59 Jahren bei 2%
    – 60-69 Jahren bei 6%
    – 70-79 Jahren bei 21%
    – 80+ Jahren bei 71%

    Noch ein Fundstück zur ANGST:
    Die Antwort von Hermann Göring vor dem Nürnberger Tribunal auf die Frage, wie die Deutschen das alles akzeptieren konnten:

    Es ist einfach und hat nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun; es hat mit der menschlichen Natur zu tun.
    Man kann es in einem nationalsozialistischen, sozialistischen, kommunistischen, monarchischen oder demokratischen Regime tun:
    Das Einzige was eine Regierung braucht, um Menschen zu Sklaven zu machen, ist ANGST!

    Dann kann ja nichts mehr schiefgehen……

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Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Extrem schwach! Der Amazon-Effekt in brutaler Klarheit

Claudio Kummerfeld

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USA Flagge und Adler

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Zuwachs von 245.000 Stellen für November, was deutlich schlechter war als erwartet (Prognose 470.000). Bezüglich der Gesamtzahl von 245.000 neuen Stellen gab es einen Abbau von 99.000 Stellen beim Staat. Somit gibt es im November 344.000 neu geschaffene Stellen im Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es insgesamt einen Zuwachs von nur 55.000 Stellen. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung bei +1.000. Auf dem Bau waren es +27.000 Stellen, und in der Industrie +27.000. Die folgende Grafik zeigt die gesamten Daten für das Verarbeitende Gewerbe im November.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Grafik zeigt US-Arbeitsmarktdaten für November im Detail

Verbleibt bei den neu geschaffenen Stellen im November noch ein Plus von 289.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor. Ein sehr schwacher Wert nach +783.000 im Oktober. Der Einzelhandel baute 34.700 Stellen ab. Das ist dramatisch, wo der Sektor doch als einer der Jobmaschinen gilt. Elektronikgeschäfte bauten netto 11.300 Stellen ab, Sport- und Buchgeschäfte 12.100 Stellen, und Kaufhäuser sowie große Supercenter (Walmart etc) verloren netto 20.800 Stellen. Gleichzeitig explodieren die Neueinstellungen bei Amazon und Co (also vor allem Amazon). Alleine im November wurden netto 81.900 neue Kurierfahrer eingestellt, und 36.800 Mitarbeiter in Warenlagern.

Grafik zeigt Details zu Job-Änderungen im US-Einzelhandel

Der Sektor „Professional and Business Services“ konnte 60.000 Stellen hinzugewinnen (sehr schwach), wobei hier alleine fast 70.000 neue Jobs bei Zeitarbeit und Hilfsarbeit entstanden. Andere Teilsegmente in dem Bereich bauten also eher Stellen ab. Der Bereich „Pflege und Bildung“ ist mit nur +54.000 Stellen auch sehr schwach dabei. Wobei der Bereich Bildung 5.700 Stellen abgebaut hat. Die Pflege schuf 59.600 neue Stellen. Der mit Abstand größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist in der Regel der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Freizeitparks etc.  Hier ist die Schaffung neuer Stellen im November extrem schwach ausgefallen mit gerade mal +31.000. Innerhalb dieses Segments wurden bei Restaurants und Bars sogar 17.400 Stellen abgebaut. Die zweite Corona-Welle lässt grüßen.

Grafik zeigt Details zu verschiedenen US-Jobdaten

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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