Folgen Sie uns

Allgemein

Coronavirus: Impfstoff-Zulassung – warum die übergroße Eile?

Warum gibt es diese übergroße Eile bei der Zulassung von neuen Impfstoffen gegen das Coronavirus? Das Virus hat nämlich einen großen Gegner – das menschliche Immunsystem

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Warum gibt es diese übergroße Eile bei der Zulassung von neuen Impfstoffen gegen das Coronavirus? Bekanntlich dauerte es bislang mindestens fünf Jahre bis zu einer Zulassung – nun soll es aber mit dem Impfstoff gegen Corona ganz schnell gehen.

Es ist sicherlich sehr viel Spekulation bei der folgenden Hypothese im Spiel – und sie ist auch noch ohne echte Beweiskraft: Juristisch würde man sie als Anfangsverdacht einstufen und nicht als dringenden Verdacht. Nämlich die Annahme, dass hinter dem Wettlauf auf den Impfstoff gegen das Coronavirus auch sehr große wirtschaftliche Interessen stehen! Denn das Coronavirus hat einen sehr großen Gegner – das menschliche Immunsystem.

Coronavirus: Der Wettlauf um eine schnelle Zulassung eines Impfstoffs

Sicherlich geht es bei dem Impfstoff um Gesundheit und sogar um das Überleben von Personen aus den vulnerablen Gruppen. Millionen alte Menschen und jüngere mit Vorerkrankungen. Da ist jeder Tag wertvoll, an dem ein Wirkstoff gegen das Coronavirus früher auf den Markt kommt. Aber bedeutet eine Zulassung eines Vakzins in Rekordzeit und ohne ein bisschen Erprobungszeit nicht auch ein Risiko für die zu Impfenden?

Klar, geht es auch um ein Geschäft für die Pharmaindustrie, bereits über eine Milliarde Impfdosen wurden schon bei den verschiedensten Firmen in Auftrag gegeben, unter großer Unsicherheit in allen Belangen, wirtschaftlich und medizinisch. Die Firmen mit Impstoffprojekten übertreffen sich gerade in ihrer Darstellung des Entwicklungsstands und der Wirksamkeit ihrer Ergebnisse, BioNTech/Pfizer, Moderna und auch jüngst CureVac, die Liste dürfte rasch länger werden.

Die Infektionslage in den USA

Ich hege langsam einen anderen Verdacht bezüglich der Wettlaufs bei der Geschwindigkeit der Zulassung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus: Wie viele Infektionen haben wir denn bereits in den USA? Fast 12 Millionen und aktuell 256.000 Coronaopfer. In einem gestrigen Artikel habe ich schon über die inoffiziellen Zahlen spekuliert – bei einer Sterblichkeitsrate von 0,2 bis 0,5 Prozent und einem Multiplikator von 200 bis 500 kommt man bereits auf Infektionszahlen von 51 bis 128 Millionen Amerikaner. An jedem Tag mit der jetzigen Ausbreitung kommen große Zahlen hinzu. Eine brutale Rechnung: Bei 500.000 bis einer Million Coronatoten setzt die Herdenimmunisierung ein und – man bräuchte dann die Millionen Dosen Impfstoff gegen das Coronavirus nicht mehr.

Wie war es denn bei der Vogelgrippe und Schweinegrippe H5N1 und H1N1 in den Jahren nach der Jahrtausendwende? Ich kann mich noch genau erinnern, wie das Bundesinnenministerium für die Sicherheitsbehörden große Mengen antiviraler Grippemedikamente orderte. Es wurden bei Roche Abermillionen Dosen von Tamiflu bestellt, die keiner gebraucht hat, weil sich beide Grippearten mit der Zeit erledigt hatten – unser Immunsystem hatte gesiegt. Wie bei allen Epidemien. Millionen Dosen von Tamiflu mussten nach Ablauf des Verfallsdatums vernichtet werden. Regierungen kauften aber immer wieder auf Vorrat nach.

Das ist allen Pharmafirmen bekannt. Wenn die Einführung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus noch ein Jahr dauern würde, wäre der Umsatz dahin – und das nach den hohen Kosten für die Entwicklung des Impfstoffs.

Man betrachte nur die Infektionszahlen aus Indien oder Brasilien, speziell aus den Slums von Neu Dehli oder Rio de Janeiro. Ein Rückgang der Infektionen mit dem Coronavirus, trotz des Fehlen von Atemmaskens und jeglicher Hygiene. In Großraum Mumbai leben 35 Millionen Menschen, Antikörpertests ergaben Infektionsraten bis zu 50 Prozent in den Elendsvierteln.

Ergo:  wenn es bei der Impfstoffentwicklung noch ein Jahr dauern würde, könnte eine zweite Tamiflu-Situation entstehen. Deshalb auch die Eile.

Fazit

Es ist sicherlich eine wacklige Hypothese von mir, aber ich denke, dass die Argumente hierzu nicht uninteressant sind, gerade jetzt beim Fortschreiten der Corona-Pandemie in Welle zwei oder drei. Selbst die offiziellen Infektionsraten in Europa – Belgien, Tschechien, Frankreich, Spanien, Schweiz überschreiten schon „offiziell“ die 3- und 4-Prozentmarke bei der Infektionsrate der Bevölkerung. Man liegt noch sehr weit von einer Herdenimmunisierung entfernt, aber wie hoch ist die Dunkelziffer wirklich? Hat man in der Region Mailand im Februar/März auch nur einen Bruchteil der Infektionen erfasst und wie hoch wäre die Zahl, wenn die Infektionen noch ein Jahr Zeit hätten um sich auszubreiten?

Noch ein Wort zum Verhältnis Letalitätsrate und Gesamtinfektionen: Haben denn Frankreich, Italien und Spanien nicht deutlich über 40.000 Coronatote (an oder mit)? Und jetzt multipliziert man diese Zahl mit 200 bis 500. Aber wie gesagt, die obige These ist nur eine Vermutung, aber wieso redet die Wissenschaft von der immer mehr bewiesenen Letalitätsrate des Coronavirus – und macht keine Schlussfolgerungen auf die gerade genannten Länder? Fragen über Fragen, wie bei Corona vom ersten Moment an.

Coronavirus und Impfstoff: Warum die große Eile bei der Zulassung?

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Sven

    20. November 2020 15:21 at 15:21

    Ich schätze FMW sehr,aber bitte hier nicht auch noch Spekulationen über Impfstoffe,deren Wirkung und Notwendigkeit. Der Corona Nervfaktor liegt bei vielen inzwischen bei 110%.
    Mir ist Corona völlig egal und wenn eine Impfung die „Eintrittskarte“ für ein normales Leben ist, dann muss ich diese eben lösen.
    Auch wenn es in Mumbai oder sonst wo eine Herdenimmunität gibt, können Inder auch nicht wieder international reisen oder normal leben. Eine Impfung – ob sinnvoll oder nicht ist das Einzige, was die komplette irrationale Hysterie beenden kann.

  2. Avatar

    Torsten

    20. November 2020 15:44 at 15:44

    Wer haftet bei einer Eilzulassung und möglichen Nebenwirkungen aufgrund der schnellen Zulassung?
    Der Staat oder der Impfstoff Hersteller?

    Angenommen es werden nur 100-200 Mio Dosen benötigt dann ist Eile geboten. Wer zu spät kommt den bestraft…

    Es besteht aber auch die Möglichkeit das die Eile aus echter Angst rührt. Halbierung der Aktienmärkte wäre denkbar wenn Corana ausser Kontrolle gerät und die Wirtschaft richtig runterzieht. Home Office funktioniert nur wenn die Firma nicht pleite ist.

  3. Avatar

    Columbo

    20. November 2020 16:38 at 16:38

    @Wolfgang Müller

    „Warum die große Eile bei der Impfstoffzulassung?“

    Die Wirtschaft bricht gerade zusammen (wie auch von FMW fast täglich berichtet), Menschen sind verzweiflelt, weil sie nicht mehr wissen, wie sie überleben sollen. Kleinbetriebe gehen reihenwiese pleite, die Arbeitslosigkeit nimmt zu.
    Ärzte und Krankenpfleger wissen nicht mehr ein und aus. Operationen und Krebsbehandlungen müssen verschoben werden. Unfallopfer können vielerorts nicht mehr adäquat behandelt werden.
    Und da kommt doch tatsächlich einer und fragt, warum die große Eile?
    Das Immunsystem wird es schon richten. Tut es nicht, nicht von alleine! Wissen Sie, was Herdenimmunität bedeutet? Daß man bereit ist, Eltern, Großeltern und unzählige andere Menschen zu opfern und Gesundheitssysteme platt zu machen.
    Bisher schätzte ich Ihre Beiträge sehr…

  4. Avatar

    Fritz Wolfert

    20. November 2020 17:44 at 17:44

    Guter Artikel! Ich sehe das ganz genauso wie Herr Müller. Dass die mediengelenkte Hysterie jetzt alle Überängstlichen aufschreien lässt ist klar. Der profitgierigen Pharmaindustrie darf man allerdings ruhig alles zutrauen.

  5. Avatar

    Stiller User

    20. November 2020 18:27 at 18:27

    @Columbo: Dieser Beitrag ist für Ihre Verhältnisse ja schon richtig negativ. Wie kommts? In den letzten Wochen und Monaten hat man anderes von Ihnen gelesen, und da waren Sie eher auf der Seite wo es darum ging die „Negativlinge“ nieder zu machen.

  6. Avatar

    Columbo

    20. November 2020 18:35 at 18:35

    Ein guter Verschwörungstheoretiker läßt sich nicht von Fakten ablenken.

  7. Avatar

    DOW Jones 15000

    20. November 2020 18:44 at 18:44

    Logischerweise reagieren die Aktien von Fluggesellschaften u.s.w. viel stärker als die betreffenden Herrsteller von Impfstoffen. Wie wir wissen haben uns die Notenbanken versichert, dass es keine grossen Aktienkorrekturen mehr gibt oder geben darf. Daher glaube ich, dass der Druck auch stark von der Politik und der Finanzwelt kommt. Eine längere Rezession würde das Kartenhaus arg erschüttern, daher auch die Finanzhilfe von staatlicher Seite für die Impfstoffkünstler. Hat doch der eher zurückhaltende Daniel Stelter gesagt:
    EINE ZWEITE WELLE WÄRE EIN GAU.Vielleicht ist das jetzt der SCHWARZE SCHWAN der nicht mit Geldflutung ertränkt werden kann.Ein bekannter Analyst von der Ba….. Bank hat zwar einmal gesagt : Die Notenbanken würden sämtliche schwarzen Schwäne auf weiss malen. KÖNNTE DIESMAL SCHWIERIG WERDEN,ABER DIE WELT IST SÜCHTIG NACH DEM STOFF UND HOHEN BÖRSENKURSEN.

  8. Avatar

    Rechtsgelehrter

    20. November 2020 18:54 at 18:54

    @Torsten, mit der Haftung ist es so, wenn eine USFirma tausende von Leuten schädigt wird nicht viel passieren.Wenn irgendeine Firma 5Amis schädigt ist die Firma durch Milliardenklagen ruiniert. ( Boeing lässt grüssen)

  9. Avatar

    Columbo

    20. November 2020 19:37 at 19:37

    @Stiller User

    Ich versuche immer beide Seiten zu betrachten und suche dann die goldene Mitte.
    Aber darum geht es hier nicht. Ich verstehe nicht, warum man die Möglichkeiten uns von dieser Plage zu befreien ohne Kenntnis der Materie prinzipiell schlechtmacht.
    Sehr merkwürdig diese autodestruktiven Tendenzen.
    „Ich bin der Geist, der stets verneint. Und das mit Recht; denn alles was entsteht, ist wert dass es zugrunde geht“ sagt Mephisto im Faust.
    Na dann…

  10. Avatar

    Tino Gruchmann

    21. November 2020 01:03 at 01:03

    Man sollte hierzu mal zu uns nach Spanien schauen, da scheint es schon eine relativ grosse Durchseuchung zu geben, trotz keinem lockdown aber Beschränkungen gehen die Belegungen der Krankenhausbetten zurück, allein diese Woche um ca. 10% . In Catalunya und auch Madrid gibt es bereits wieder Lockerungen. Während es in Frankreich noch düster aussieht. Die hatten im Sommer mit dem starken Anstieg später begonnen. Ich gebe dem Schreiber des Artikels recht auch wenn eine natürliche Immunisierung mit mehr Menschenleben als bei der normalen Grippe erkauft wird, so wird das wohl in die Richtung gehen wenn kein Impfstoff verfügbar ist. Und ganz klar gibt es hier finanzielle Interessen. Am besten wäre es wenn man die alten Menschen auf Freiwilligenbasis impft. Da wäre die Gefahr des Virus wahrscheinlich grösser als irgendwelche Nebenwirkungen. Bei Jungen Menschen sehe ich aber eine Gefahr von Nebenwirkungen als grössere Gefahr an, zwecks Autoimmunerkrankungen.

  11. Avatar

    Torsten

    21. November 2020 05:25 at 05:25

    Ursache für Corona und andere Krisen wird nicht thematisiert – Raubbau an der Natur und Klimaerwärmung
    Vorstände von Pharmafirmen verkaufen Anteile kurz nach “Erfolgsmeldungen”
    Corona Forschung wird und wurde vom Stadt mit hunderten Millionen Euro unterstützt, warum erhalten die Länder keine gratis Impfstoffdosen?
    Der Impfstoff sollte keinem Patent o.ä. unterliegen sondern weltweit hergestellt werden können.
    Pandemie und Profitgier das hat berechtigter Weise Geschmäkle!

    Corona ist das Beste was der Welt passieren konnte , es zeigt das der Mensch nicht Herr über die Natur ist, egal wieviel Geld gedruckt wird. Es ist der letzte Weckruf umzusteuern, weg von Wachstum, Wachstum, Wachstum.

    Nachhaltigkeit und Bedarfsorientierte Wirtschaft mit Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Leider geht es nur mit “Den Laden( Erde) gegen die Wand fahren”
    Und dann waren natürlich immer “die anderen Schuld” und “wer hätte das ahnen können”

    Ich muss jetzt los, Schnäppchen kaufen die ich nicht brauche – Hauptsache BILLIG! :))

    Ich bin ein Teil von jener Kraft,
    Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. …

    :))

  12. Avatar

    Greg

    21. November 2020 17:58 at 17:58

    Angst frisst Hirn!

    Bei Einer Letalität von ca. 0.5% ist es verantwortungslos, 99.5% gesunde Menschen einem Impschadenrisiko auszusetezn. Vorallem, wo bleibt die Solidarität zu all den lebenslänglich autoimmunerkrankten Kindern, Depressionsuiziden, aus Vereinsamung gestorbenen ….

    Nebenbei liegt das Median Sterbealter bei ca. 85 Jahren. Das Durschnisttsalter liegt darunter … eine Gesundheitsdiktatur sondergleichen.

    Das Ganze ist absolut absurd unverhätlnismässig!

  13. Avatar

    Peter

    22. November 2020 11:59 at 11:59

    Die vorkommentare machen es deutlich:wir sind voll von Angst, Angst die auch gegensätzliche Meinungen kaum noch zulässt.
    Ich habe an die Fachleute eine sicherlich etwas naive Frage: dieses Jahr fällt die Grippe aus. Gut so, es gibt ja auch kaum Impfstoff. Meine Frage:wird durch unser aktuelles Verhalten (mundschutz, Abstand usw.) Unser Immunsystem nicht erheblich geschwächt mit der Folge, dass wir in den kommenden Jahren mit einer sehr starken Grippewelle zu rechnen haben?

    Ich kann darüber nichts lesen. Freue mich auf Anmerkungen

  14. Avatar

    Quintus

    22. November 2020 14:03 at 14:03

    @Greg
    Ob man diesen Zahlen trauen kann?

    In der Schweiz sind bisher 16 Menschen unter 50 Jahren an Covid 19 gestorben. (Stand November 2020) Das entspricht 0.5% der COVID 19 Toten. Durchschnittliches Todesalter: 81 Jahre.

    Das Risiko an COVID zu sterben in Abhängigkeit des Lebensalters:
    – 0-49 Jahren bei 0.5%
    – 50-59 Jahren bei 2%
    – 60-69 Jahren bei 6%
    – 70-79 Jahren bei 21%
    – 80+ Jahren bei 71%

    Noch ein Fundstück zur ANGST:
    Die Antwort von Hermann Göring vor dem Nürnberger Tribunal auf die Frage, wie die Deutschen das alles akzeptieren konnten:

    Es ist einfach und hat nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun; es hat mit der menschlichen Natur zu tun.
    Man kann es in einem nationalsozialistischen, sozialistischen, kommunistischen, monarchischen oder demokratischen Regime tun:
    Das Einzige was eine Regierung braucht, um Menschen zu Sklaven zu machen, ist ANGST!

    Dann kann ja nichts mehr schiefgehen……

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

weiterlesen

Allgemein

BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

weiterlesen

Allgemein

Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage