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Coronavirus: Impfstoffhoffnungen – Staaten bestellen bereits Milliarden Dosen

Manches Land wird zig Millionen Dollar in den Wind schießen, um dabei zu sein, wenn der große Run auf das Jahrhundertprodukt Impfstoff gegen das Coronavirus beginnt..

Wenn man die aktuellen Meldungen über die Bestellungen von Einheiten eines Impfstoff gegen das Coronavirus liest, könnte man den Eindruck gewinnen, man sei nur noch eine kleine klinische Phase weit entfernt von dem großen Produktionsstart.

Impfstoff gegen Coronavirus: Rekordbestellungen in Höhe von drei Milliarden Dosen

Nachdem es immer mehr Meldungen über Fortschritt und Zeitpunkt in Sachen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, ist weltweit ein richtiger Wettlauf um die Zuteilung des begehrten Vakzins entbrannt. Dabei überschlagen sich auch die Schätzungen über die Höhe der erreichbaren Umsätze. Bernstein Research spricht von 20 Milliarden Dollar Umsatz für die erste Runde, Evercore ISI rechnet sogar mit einem Gesamtvolumen von 100 Milliarden Dollar und dies bei einem bisherigen Umsatzvolumen der globalen Impfbranche von 35 Milliarden Dollar.

Auch wenn noch keine konkreten Zusagen von irgendeiner Firma für ein anwendungsfähiges Produkt vorliegen – außer beim russischen Gamaleja-Institut mit seinem Sputnik-V-Impfstoff, welcher aber noch nicht einmal die klinische Phase drei durchlaufen hat -, werden schon konkrete Preise für eine Impfdosis genannt. Zwischen 2,50 und 21 Dollar pro Impfdosis, zwei Impfungen sollen für eine Immunisierung genügen. Bei welchen Firmen wurden die bisherigen Bestellungen, die bereits einen Umfang von drei Milliarden Dosen ausmachen sollen, getätigt? Hier sind die bekannten Namen im Spiel, die auch ständig in den Schlagzeilen stehen:

Biontech-Pfizer, Astra-Zeneca, Sanofi, Johnson&Johnson, Novavax, Moderna, Valneva, Curevac befindet sich noch in Verhandlungen mit den Regierungen

An erster Stelle der Einkäufer für einen Impfstoff gegen das Coronavirus unter den westlichen Industriestaaten stehen die USA, mit ihrer Operation Warp Speed, die bisher 800 Millionen Impfstoffeinheiten bei sechs Firmen geordert haben – mit der Option weiterer großer Lieferungen. An zweiter Position steht Japan, welches sich fast 500 Millionen Dosen gesichert hat, dann die EU mit 400 Millionen Einheiten und mit der bisherigen Festlegung auf den britischen Hersteller Astra-Zeneca mit dem Partner Oxford University. Weiters steht man in Verhandlungen mit Sanofi und GlaxoSmithkline über die Lieferung von 300 Millionen Einheiten. Großbritannien hat vier Anbieter, Deutschland ordert bei Biontech/Pfizer und steht in Verhandlungen mit weiteren Kandidaten.

Welche Pharmafirmen sind bisher am Weitesten?

Astra-Zeneca, Moderna und Biontech und drei chinesischen Projekte gelten als potenzielle Impfstoff-Kandidaten, bei denen bereits große Phase-3-Studien laufen. So hat kürzlich der Chef des Paul Ehrlich Instituts, Klaus Cichutek, die ersten Impfungen gegen das Coronavirus für Anfang 2021 in Aussicht gestellt.

Die große britische Pharmafirma Astra-Zeneca hat anscheinend die umfangreichsten Bestellungen erhalten, mehr als 1,2 Milliarden Impfstoffeinheiten, die man zum Selbstkostenpreis liefern will.

Die Kursexplosion der Impfstoff-Firmen

An den Börsen haben sich natürlich große Spekulationswellen mit potenziellen Impfstoff-Kandidaten entwickelt. Hier die bisherigen Kursentwicklungen von Biotech-Firmen, gelistet nach Börsenwert seit Jahresanfang:

Moderna plus 260 Prozent (26,7 Milliarden Dollar)

Biontech plus 70 Prozent (16,7 Milliarden Dollar)

Curevac plus 325 Prozent (12 Milliarden Dollar)

Cansino Biologics plus 255 Prozent (10,5 Milliarden Dollar)

Novavax plus 3180 Prozent (2,4 Milliarden Dollar)

Der Hype hat auch Deutschland erfasst, erkennbar an der Tübinger Curevac, deren Kurswert sich bereits in den ersten beiden Tagen nach dem Börsengang mehr als vervierfacht hatte.

Fazit

Man bestellt auf Verdacht, weil kein Land weiß, welche Firma das Rennen machen wird und welcher bestellte Impfstoff es überhaupt zur Zulassung bringen könnte. Es geht um eine Menge Geld, denn bei den ersten Verträgen kommt man bereits auf über 10 Milliarden Dollar Auftragswert. Schwer abschätzbar, was dabei die reinen Kosten für eine Impfdosis ausmachen, denn in den gemeldeten Summen sind manchmal Zuschüsse für die Produktentwicklung enthalten oder auch nicht. Es hat sich ein Rennen um den begehrten Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt, bei dem es erst im Oktober die ersten Daten aus den großen Phase-3-Studien geben dürfte, mit verlässlicheren Aussagen über die Qualität der Impfstoffkandidaten.

Auch dann gibt es bestimmt noch viele weitere Fragezeichen über Wirksamkeit, Verträglichkeit, Dauer der Immunität und damit die Häufigkeit der Impfung und Weiteres mehr.

Es könnte also sein, dass manches Land zig Millionen Dollar in den Wind schießt, um dabei zu sein, wenn der große Run auf das Jahrhundertprodukt Impfstoff gegen das Coronavirus beginnt. Auf der anderen Seiten stehen die gigantischen Kosten, die die Pandemie an jedem weiteren Tag der Weltwirtschaft an Schäden zufügt. Es scheint, dass Covid-19 die gesamte Welt nicht nur in Sachen Lockdown auf den Kopf gestellt hat..

Das Wettrennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus



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1 Kommentar

  1. Milliarden Dosen Heiße Luft? Kein potenzieller Wirkstoff hat bisher die entscheidende Phase III erfolgreich bestanden, das sind bis jetzt alles nur Experimente und sonst nichts. Zudem ist es ja offensichtlich auch so, das nach wenigen Monaten keinerlei Antikörper mehr bei Menschen welche die Krankheit überstanden haben nachweisbar mehr sind. Sollte dies flächendeckend so zutreffen, ist jede Impfstoff-Entwicklung sowieso Makulatur, weil dies ein entscheidender Baustein ist das eine Impfung erfolgreich ist.

    Was bringt ein Impfstoff wenn man alles sechs Monate nachimpfen muss? Das ist meiner Ansicht nach Schwachsinn! Ein Bekannter von mir der Arzt ist sagte, das wenn dauernd nachgeimpft werden muss wird der Körper irgendwann mit einer Abwehrreaktion reagieren weil ihm von außen ständig etwas „fremdes“ zugeführt wird.

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