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Coronavirus: Kann Deutschland eine zweite Welle vermeiden?

Wolfgang Müller

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Die aktuellen Vorfälle auf dem Xinfadi-Markt in Peking bringen das Thema schlagartig wieder auf den Radar: Das Coronavirus ist auch in China, wo es angeblich nur noch ganz wenig „active cases“ gegeben haben soll, nicht besiegt.

Während die Zahlen der aktiven Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland und Europa beständig sinken, wird deshalb unaufhörlich vor einer zweiten Welle gewarnt. Man gewinnt jede Woche neue Erkenntnisse über das Virus und die Art seiner Ausbreitung, aber selbst der führende Virologe Deutschlands spricht bereits von der Möglichkeit, dass unser Land eine zweite oder dritte bedeutsame Welle verhindern könne. Wie ist die Lage, viereinhalb Monate nach dem Auftreten des ersten Coronafalls bei einem Mann aus dem Landkreis Starnberg?

Coronavirus: Der stetige Rückgang der aktuellen Infektionen

Es ist für manche schon eine tägliche Gewohnheit, auf die Statistikzahlen des Robert-Koch-Instituts oder der John-Hopkins-Universität mit den aktuellen Infektionszahlen zu blicken. Obwohl man schon im April immer wieder vor der ominösen Reproduktionszahl R >1 gewarnt wird, gehen die aktiven Fälle beständig zurück. Deutschland wird in der westlichen Welt oft als positives Beispiel erwähnt, insbesondere in den USA.

Von etwa 188.000 Infektionen mit dem Coronavirus gesamt haben wir derzeit noch in etwa 6600 aktuelle Fälle, also nicht einmal mehr jeder zehntausendste Bundesbürger. Das Robert-Koch-Institut rechnete noch vor einem Monat damit, dass sich die Zahl der Infektionen pro Tag bei etwa 1000 einpendeln könnte. Mittlerweile sind wir unter 400 angelangt.

Glücklicherweise haben sich all die Befürchtungen nach den Lockerungen nach Ostern, zum Beispiel bei der Öffnung von Handel und Gastronomie, nicht bewahrheitet. Die Zahl der aktiven Fälle hatte in Deutschland am 6. April mit 72.665 Personen ihren Höhepunkt erlebt, am gestrigen Tag bei der erwähnten Fallzahl und in über 100 deutschen Städten und Landkreisen war in den letzten Tagen kein einziger neuer Infektionsfall aufgetreten.

Die active cases mit dem Coronavirus

Das Coronavirus in Deutschland

Noch positiver sind die Zahlen in anderen europäischen Ländern – Aktive Fälle:

Österreich (373), Schweiz (379), Dänemark (528), Norwegen (251), Finnland (578) und selbst im ehemaligen Hotspot Italien ist man vom Höhepunkt der Zahlen mit über 108.000 aktuell mit dem Coronavirus Infizierten bereits bei 26.274 angelangt.

Und in der Welt?

Auch wenn die Gesamtzahlen weiter steigen, gehen in den Industriestaaten (auch in den USA) die Zahlen bei den Genesenen schneller in die Höhe, als die Zahl der Neuinfizierten. Die USA haben zwar bereits über 2,1 Millionen Covid-19-Fälle, aber die Zahl der „Recovered“ rennt auf die Ein-Millionengrenze, die man bereits in der nächsten Woche erreichen wird.

Superspreading, die Hauptursache für die große Verbreitung des Coronavirus

Das Verbot von Massenveranstaltungen war wahrscheinlich der Haupttreiber für eine Verringerung der massenhaften Ausbreitung des Coronavirus. Die meisten Infizierten sind gar nicht so ansteckend, wie immer mehr Studien zeigen (wie zum Beispiel die Studie in Heinsberg durch Professor Streeck). Viele kennen mittlerweile schon Familien, in denen sich Angehörige nicht bei einem Infizierten angesteckt haben, obwohl man tagelang in der gleichen Wohnung gelebt hat.

Selbst bei Paaren, wo der wohl intensivste Austausch von Aerosolen stattfinden muss, nachgewiesen bei Antikörpertests. Es sind bestimmte Menschen, so genannte Superspreader, die Hunderte andere mit edm Coronavirus anstecken können – und das ist bei Massenveranstaltungen genau die Problematik. Nachgewiesen schon im Februar bei einer Superspreaderin in Daegu (Südkorea) in einer kirchlichen Sekte, bei einem Discjockey in einer Apres-Skibar in Ischgl, bei Groß-Gottesdiensten im französischen Mulhouse, im Fasching in Heinsberg – aber auch schon dort, wo in geschlossenen Räumen gesungen wird, in Gottesdiensten oder bei Chören.

Aber mit den aktuellen Maßnahmen kann man diese Gefahr minimieren, sie lokal eingrenzen und die exponentielle Verbreitung des Coronavirus verhindern. Die 400 Gesundheitsämter in Deutschland sind sich alle dieser Sachlage bewusst.

Das Thema Dunkelziffer

Wir haben weltweit die Infiziertenzahl von 8 Millionen Menschen erreicht, das bedeutet, dass bereits jeder Tausendste Erdenbürger sich „offiziell“ mit dem Coronavirus infiziert hat. Aber muss die Zahl der wirklich Infizierten nicht um ein Vielfaches höher liegen, vor allen in Metropolen, in denen ein Social Distancing gar nicht möglich war? Wie zum Beispiel in Mumbai in Indien, wo die Bevölkerungsdichte um ein Vielfaches höher liegt als selbst in New York.

Für die amerikanische Metropole rechnet man auch bereits mit ein paar Millionen Infizierten und bereits Geheilten, die bei einer zweiten Welle nicht betroffen sein dürften. Neue Untersuchungen bringen neue Erkenntnisse über die wahre Zahl der Infizierten. Im italienischen Bergamo lassen Antikörpertests und Auswertungen von Corona-Apps darauf schließen, dass sich bereits die Hälfte der dortigen Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert hatte. Für ganz Norditalien soll diese Zahl, Wissenschaftlern zufolge, in die Millionen gehen.

Die warme Jahreszeit ist Gift für das Virus, aber….?

Sind nicht gerade erst die Infektionszahlen in Florida und anderen Südstaaten der USA deutlich angestiegen, obwohl es dort sehr hohe Temperaturen gibt – und meldet man nicht aus den heißen Wüstenstaaten Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit die höchsten Infektionszahlen pro Einwohner? Dafür gibt es meines Erachtens eine recht plausible Erklärung. Die Virologen sind sich sehr einig, dass sich die Aerosole besonders in geschlossenen Räumen aggressiv ausbreiten und sitzt man bei brütender Hitze in diesen Regionen nicht in klimatisierten Räumen mit geschlossenen Fenstern, in denen das Coronavirus dann so richtig verteilt wird?

Fazit

Mit jeder Woche der Wiederaufnahme des öffentlichen Lebens bei gleichzeitig zurückgehenden Infektionszahlen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man hierzulande eine „schwerwiegende“ zweite Welle verhindern kann. Wenn selbst der omnipräsente Virologie Professor Drosten diese Möglichkeit immer öfter in den Raum gestellt: Die Reproduktionszahl R >1 bedeutet eben bei 5000 Personen etwas anderes als bei 50.000.

Das Problem dürfte bei der Genehmigung von Massenveranstaltungen, Fußballspielen mit Zuschauern oder Volksfesten und Musikfestivals auftreten, ohne die der Deutsche sicher nicht auf Dauer leben will. Aber wie schaffen es die Japaner im Großraum Tokio mit 35 Millionen Menschen, von denen täglich Millionen mit U-Bahnen und Zügen, eingepfercht, Gesicht an Gesicht stehend, die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten so niedrig zu halten? Nicht einmal mehr als 900 aktuell Infizierte bei einer Bevölkerungszahl von 126 Millionen.

Im Übrigen denke ich, dass die Gefahren bei einer zweiten Welle für die Gefährdeten in Industrieländern um Stufen geringer ausfallen sollten. Ein wesentlicher Anteil für die vielen Todesfälle in New York oder auch in London war der, dass Pfleger/innen in überfüllten U-Bahnen täglich zur Arbeit fuhren, um dann als Infizierte sich ungeschützt in Krankenhäusern und Pflegeheimen um die hochgradig Gefährdeten kümmerten. Nur ein Beispiel, aber der Mensch hat im Falle des Coronavirus dazu gelernt. Es dürfte kaum ein Risikopatient oder auch das Pflegepersonal der Hochgefährdeten im Falle eines weiteren Ausbruchs sich so ungeschützt und auch ahnungslos in die Gefahr begeben, wie im Februar/März diesen Jahres.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    15. Juni 2020 16:18 at 16:18

    Je mehr das Virus erforscht wird, desto harmloser erscheint es. Sollte sich diese Erkenntnis immer mehr bestätigen, sollten sich die Bären langsam was überlegen.
    Gerade auch was Gold betrifft…bevor es steinmäßig fällt.

  2. Avatar

    sabine

    15. Juni 2020 16:26 at 16:26

    Wenn die Staatsquote beim Regulieren zu hoch ist, wird das hier draus. https://www.youtube.com/watch?v=UW-OslczCf0
    Hühnerstempel ab 2004. Da stimmt überhaupt nichts.
    a) Ich kenn viele Bauern, die gesagt haben, Stempel-Maschinen können wir uns nicht leisten. Auch sind die Preise der Bio-Eier in den Läden zu niedrig. Ende.
    b) Gewonnen haben die Massenbetriebe, und eher noch im Ausland. Danke Verbotspartei. Die haben Maschinen und Pressesprecher mit Rechtsabteilung, können jahrelang alles umgehen, und wenn dann doch mal über illegalem Weg etwas herauskommt, haben die anderen 80% dann Glück gehabt und sind davongekommen.

    c) Das kommt davon, wenn alles reguliert wird. Die Bioeier in dem Film sind nicht mal gute Käfighaltung. Und finden sich im Aldi, Rewe, sowie in jeder Biopizza. Was Markus Krall sagt, wenn der Bürger zu sehr nach Staat schreit, hat er ihn. Das gilt für Corona, Finanzkrise, Jobmotor usw. Und jetzt läuten sie die 2. Welle ein.
    Dann kauft die EU endgültig alles auf und wir haben den Staatskapitalismus, da gehts ab wie in dem Film, aber noch krasser. Da würde der illegale Filmer mal gleich an die Wand gestellt. Leute mit etwas Fieber in ihren Wohnungen zugeschweißt, egal was sie haben. usw.
    https://www.youtube.com/watch?v=YKogyVukT_8
    Ab Minute 3.10. und noch besser ab Min. 7.30.

    Tja, und seit die Flugzeuge nicht mehr fliegen, regnets ohne Ende. Ich kann gar nicht mehr draußen sitzen. Nix mit Dürresommer. „Das Wetter verarscht uns“ sagen die Klimahysteriker. Nein, ihr Schwachsinn fliegt auf.

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  4. Avatar

    Wirrologe

    15. Juni 2020 18:52 at 18:52

    Unverständlich, @Columbo hat in einem zivilisierten Land mit gutem Gesundheitssystem kathastrophale Zustände bei def Pandemie erlebt. er wird aber nicht müde die Situation in entfernteren Ländern schönzureden. Dieser Herr ist für mich der Theoretiker wie er im Buch steht .

    • Avatar

      Adrian Monk

      15. Juni 2020 22:08 at 22:08

      @Wirrologe, @Columbo.
      Auch ich wundere mich seit einigen Tagen oder Wochen über die abnehmende Qualität und überbordene Quantität von @Columbos Kommentaren. Umso mehr, als er das katastrophale Drama in Norditalien monatelang live miterlebt hat. Schreibt hier ein Alias unter seinem Namen? Oder befindet er sich in einer Wut-Akzeptanzphase nach einer Krise?

      Mir war der alte Columbo lieber. Langsam, ohne Hektik, dafür mit Durchblick…

      • Avatar

        Columbo

        16. Juni 2020 09:19 at 09:19

        @Adrian Monk @Wirrologe

        Meine Aussage zum Corona-Virus deckt sich mit der Aussage der besten Virologen Deutschlands.
        Man hat inzwischen viel dazugelernt.
        Aber um das zu verstehen, müßten sich die beiden oben genannten Herren auch etwas mehr mit der Materie beschäftigen.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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