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Coronavirus: Kann Deutschland eine zweite Welle vermeiden?

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Die aktuellen Vorfälle auf dem Xinfadi-Markt in Peking bringen das Thema schlagartig wieder auf den Radar: Das Coronavirus ist auch in China, wo es angeblich nur noch ganz wenig „active cases“ gegeben haben soll, nicht besiegt.

Während die Zahlen der aktiven Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland und Europa beständig sinken, wird deshalb unaufhörlich vor einer zweiten Welle gewarnt. Man gewinnt jede Woche neue Erkenntnisse über das Virus und die Art seiner Ausbreitung, aber selbst der führende Virologe Deutschlands spricht bereits von der Möglichkeit, dass unser Land eine zweite oder dritte bedeutsame Welle verhindern könne. Wie ist die Lage, viereinhalb Monate nach dem Auftreten des ersten Coronafalls bei einem Mann aus dem Landkreis Starnberg?

Coronavirus: Der stetige Rückgang der aktuellen Infektionen

Es ist für manche schon eine tägliche Gewohnheit, auf die Statistikzahlen des Robert-Koch-Instituts oder der John-Hopkins-Universität mit den aktuellen Infektionszahlen zu blicken. Obwohl man schon im April immer wieder vor der ominösen Reproduktionszahl R >1 gewarnt wird, gehen die aktiven Fälle beständig zurück. Deutschland wird in der westlichen Welt oft als positives Beispiel erwähnt, insbesondere in den USA.

Von etwa 188.000 Infektionen mit dem Coronavirus gesamt haben wir derzeit noch in etwa 6600 aktuelle Fälle, also nicht einmal mehr jeder zehntausendste Bundesbürger. Das Robert-Koch-Institut rechnete noch vor einem Monat damit, dass sich die Zahl der Infektionen pro Tag bei etwa 1000 einpendeln könnte. Mittlerweile sind wir unter 400 angelangt.

Glücklicherweise haben sich all die Befürchtungen nach den Lockerungen nach Ostern, zum Beispiel bei der Öffnung von Handel und Gastronomie, nicht bewahrheitet. Die Zahl der aktiven Fälle hatte in Deutschland am 6. April mit 72.665 Personen ihren Höhepunkt erlebt, am gestrigen Tag bei der erwähnten Fallzahl und in über 100 deutschen Städten und Landkreisen war in den letzten Tagen kein einziger neuer Infektionsfall aufgetreten.

Die active cases mit dem Coronavirus

Das Coronavirus in Deutschland

Noch positiver sind die Zahlen in anderen europäischen Ländern – Aktive Fälle:

Österreich (373), Schweiz (379), Dänemark (528), Norwegen (251), Finnland (578) und selbst im ehemaligen Hotspot Italien ist man vom Höhepunkt der Zahlen mit über 108.000 aktuell mit dem Coronavirus Infizierten bereits bei 26.274 angelangt.

Und in der Welt?

Auch wenn die Gesamtzahlen weiter steigen, gehen in den Industriestaaten (auch in den USA) die Zahlen bei den Genesenen schneller in die Höhe, als die Zahl der Neuinfizierten. Die USA haben zwar bereits über 2,1 Millionen Covid-19-Fälle, aber die Zahl der „Recovered“ rennt auf die Ein-Millionengrenze, die man bereits in der nächsten Woche erreichen wird.

Superspreading, die Hauptursache für die große Verbreitung des Coronavirus

Das Verbot von Massenveranstaltungen war wahrscheinlich der Haupttreiber für eine Verringerung der massenhaften Ausbreitung des Coronavirus. Die meisten Infizierten sind gar nicht so ansteckend, wie immer mehr Studien zeigen (wie zum Beispiel die Studie in Heinsberg durch Professor Streeck). Viele kennen mittlerweile schon Familien, in denen sich Angehörige nicht bei einem Infizierten angesteckt haben, obwohl man tagelang in der gleichen Wohnung gelebt hat.

Selbst bei Paaren, wo der wohl intensivste Austausch von Aerosolen stattfinden muss, nachgewiesen bei Antikörpertests. Es sind bestimmte Menschen, so genannte Superspreader, die Hunderte andere mit edm Coronavirus anstecken können – und das ist bei Massenveranstaltungen genau die Problematik. Nachgewiesen schon im Februar bei einer Superspreaderin in Daegu (Südkorea) in einer kirchlichen Sekte, bei einem Discjockey in einer Apres-Skibar in Ischgl, bei Groß-Gottesdiensten im französischen Mulhouse, im Fasching in Heinsberg – aber auch schon dort, wo in geschlossenen Räumen gesungen wird, in Gottesdiensten oder bei Chören.

Aber mit den aktuellen Maßnahmen kann man diese Gefahr minimieren, sie lokal eingrenzen und die exponentielle Verbreitung des Coronavirus verhindern. Die 400 Gesundheitsämter in Deutschland sind sich alle dieser Sachlage bewusst.

Das Thema Dunkelziffer

Wir haben weltweit die Infiziertenzahl von 8 Millionen Menschen erreicht, das bedeutet, dass bereits jeder Tausendste Erdenbürger sich „offiziell“ mit dem Coronavirus infiziert hat. Aber muss die Zahl der wirklich Infizierten nicht um ein Vielfaches höher liegen, vor allen in Metropolen, in denen ein Social Distancing gar nicht möglich war? Wie zum Beispiel in Mumbai in Indien, wo die Bevölkerungsdichte um ein Vielfaches höher liegt als selbst in New York.

Für die amerikanische Metropole rechnet man auch bereits mit ein paar Millionen Infizierten und bereits Geheilten, die bei einer zweiten Welle nicht betroffen sein dürften. Neue Untersuchungen bringen neue Erkenntnisse über die wahre Zahl der Infizierten. Im italienischen Bergamo lassen Antikörpertests und Auswertungen von Corona-Apps darauf schließen, dass sich bereits die Hälfte der dortigen Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert hatte. Für ganz Norditalien soll diese Zahl, Wissenschaftlern zufolge, in die Millionen gehen.

Die warme Jahreszeit ist Gift für das Virus, aber….?

Sind nicht gerade erst die Infektionszahlen in Florida und anderen Südstaaten der USA deutlich angestiegen, obwohl es dort sehr hohe Temperaturen gibt – und meldet man nicht aus den heißen Wüstenstaaten Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit die höchsten Infektionszahlen pro Einwohner? Dafür gibt es meines Erachtens eine recht plausible Erklärung. Die Virologen sind sich sehr einig, dass sich die Aerosole besonders in geschlossenen Räumen aggressiv ausbreiten und sitzt man bei brütender Hitze in diesen Regionen nicht in klimatisierten Räumen mit geschlossenen Fenstern, in denen das Coronavirus dann so richtig verteilt wird?

Fazit

Mit jeder Woche der Wiederaufnahme des öffentlichen Lebens bei gleichzeitig zurückgehenden Infektionszahlen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man hierzulande eine „schwerwiegende“ zweite Welle verhindern kann. Wenn selbst der omnipräsente Virologie Professor Drosten diese Möglichkeit immer öfter in den Raum gestellt: Die Reproduktionszahl R >1 bedeutet eben bei 5000 Personen etwas anderes als bei 50.000.

Das Problem dürfte bei der Genehmigung von Massenveranstaltungen, Fußballspielen mit Zuschauern oder Volksfesten und Musikfestivals auftreten, ohne die der Deutsche sicher nicht auf Dauer leben will. Aber wie schaffen es die Japaner im Großraum Tokio mit 35 Millionen Menschen, von denen täglich Millionen mit U-Bahnen und Zügen, eingepfercht, Gesicht an Gesicht stehend, die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten so niedrig zu halten? Nicht einmal mehr als 900 aktuell Infizierte bei einer Bevölkerungszahl von 126 Millionen.

Im Übrigen denke ich, dass die Gefahren bei einer zweiten Welle für die Gefährdeten in Industrieländern um Stufen geringer ausfallen sollten. Ein wesentlicher Anteil für die vielen Todesfälle in New York oder auch in London war der, dass Pfleger/innen in überfüllten U-Bahnen täglich zur Arbeit fuhren, um dann als Infizierte sich ungeschützt in Krankenhäusern und Pflegeheimen um die hochgradig Gefährdeten kümmerten. Nur ein Beispiel, aber der Mensch hat im Falle des Coronavirus dazu gelernt. Es dürfte kaum ein Risikopatient oder auch das Pflegepersonal der Hochgefährdeten im Falle eines weiteren Ausbruchs sich so ungeschützt und auch ahnungslos in die Gefahr begeben, wie im Februar/März diesen Jahres.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    15. Juni 2020 16:18 at 16:18

    Je mehr das Virus erforscht wird, desto harmloser erscheint es. Sollte sich diese Erkenntnis immer mehr bestätigen, sollten sich die Bären langsam was überlegen.
    Gerade auch was Gold betrifft…bevor es steinmäßig fällt.

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    sabine

    15. Juni 2020 16:26 at 16:26

    Wenn die Staatsquote beim Regulieren zu hoch ist, wird das hier draus. https://www.youtube.com/watch?v=UW-OslczCf0
    Hühnerstempel ab 2004. Da stimmt überhaupt nichts.
    a) Ich kenn viele Bauern, die gesagt haben, Stempel-Maschinen können wir uns nicht leisten. Auch sind die Preise der Bio-Eier in den Läden zu niedrig. Ende.
    b) Gewonnen haben die Massenbetriebe, und eher noch im Ausland. Danke Verbotspartei. Die haben Maschinen und Pressesprecher mit Rechtsabteilung, können jahrelang alles umgehen, und wenn dann doch mal über illegalem Weg etwas herauskommt, haben die anderen 80% dann Glück gehabt und sind davongekommen.

    c) Das kommt davon, wenn alles reguliert wird. Die Bioeier in dem Film sind nicht mal gute Käfighaltung. Und finden sich im Aldi, Rewe, sowie in jeder Biopizza. Was Markus Krall sagt, wenn der Bürger zu sehr nach Staat schreit, hat er ihn. Das gilt für Corona, Finanzkrise, Jobmotor usw. Und jetzt läuten sie die 2. Welle ein.
    Dann kauft die EU endgültig alles auf und wir haben den Staatskapitalismus, da gehts ab wie in dem Film, aber noch krasser. Da würde der illegale Filmer mal gleich an die Wand gestellt. Leute mit etwas Fieber in ihren Wohnungen zugeschweißt, egal was sie haben. usw.
    https://www.youtube.com/watch?v=YKogyVukT_8
    Ab Minute 3.10. und noch besser ab Min. 7.30.

    Tja, und seit die Flugzeuge nicht mehr fliegen, regnets ohne Ende. Ich kann gar nicht mehr draußen sitzen. Nix mit Dürresommer. “Das Wetter verarscht uns” sagen die Klimahysteriker. Nein, ihr Schwachsinn fliegt auf.

  3. Pingback: Coronavirus: Kann Deutschland eine zweite Welle vermeiden? – finanzmarktwelt.de – Coronavirus #BleibtZuhause #WirVSVirus

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    Wirrologe

    15. Juni 2020 18:52 at 18:52

    Unverständlich, @Columbo hat in einem zivilisierten Land mit gutem Gesundheitssystem kathastrophale Zustände bei def Pandemie erlebt. er wird aber nicht müde die Situation in entfernteren Ländern schönzureden. Dieser Herr ist für mich der Theoretiker wie er im Buch steht .

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      Adrian Monk

      15. Juni 2020 22:08 at 22:08

      @Wirrologe, @Columbo.
      Auch ich wundere mich seit einigen Tagen oder Wochen über die abnehmende Qualität und überbordene Quantität von @Columbos Kommentaren. Umso mehr, als er das katastrophale Drama in Norditalien monatelang live miterlebt hat. Schreibt hier ein Alias unter seinem Namen? Oder befindet er sich in einer Wut-Akzeptanzphase nach einer Krise?

      Mir war der alte Columbo lieber. Langsam, ohne Hektik, dafür mit Durchblick…

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        Columbo

        16. Juni 2020 09:19 at 09:19

        @Adrian Monk @Wirrologe

        Meine Aussage zum Corona-Virus deckt sich mit der Aussage der besten Virologen Deutschlands.
        Man hat inzwischen viel dazugelernt.
        Aber um das zu verstehen, müßten sich die beiden oben genannten Herren auch etwas mehr mit der Materie beschäftigen.

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USA – China: aktueller Status in einem Konflikt der Supermächte

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Seit über zwei Jahren befinden sich die USA und China nun schon in einem Konflikt, der über einen Handelskrieg hinausgeht. Ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht. Im Gegenteil, in den kommenden Monaten könnte der Konflikt noch ausarten. Für Donald Trump liegt die Präsidentschaftswahl im November an, die Angriffe auf China stehen dabei ganz weit oben auf seiner Wahlkampfagenda.

Social Media Konflikt

Am späten Montagabend hat Außenminister Mike Pompeo mitgeteilt, dass die USA ein Verbot für Social Media Apps aus China prüfen (hier mehr dazu). Apps wie TikTok stehen unter Verdacht Informationen an die chinesische Regierung weiterzugeben. Auf der anderen Seite könnte man den USA aber auch vorwerfen, das heimischen Monopol der Social Media Unternehmen (z.B. Facebook) zu schützen. Nichtsdestotrotz hat die Geschäftsleitung von TikTok erklärt, den Zensurgesuchen aus Peking nicht nachzukommen und auch keine Nutzer-Daten herauszugeben. Ob man darauf vertrauen kann, darf stark bezweifelt werden. Die Situation in Hongkong zeigt nämlich ein anderes Bild. Aufgrund des neuen Sicherheitsgesetzes mussten hunderttausende von Social Media Nutzern ihre Profile und Chatverläufe bei diversen Anbietern löschen, um sich selbst zu schützen, da es Peking nun möglich ist auf diese Daten zuzugreifen. Bald werden wir wissen, ob die USA ein Verbot aussprechen und ähnlich wie im Fall Huawei vorgehen.

Südchinesisches Meer

Im Südchinesischen Meer kam es am Montag zu einer Machtdemonstration der USA. Demzufolge haben zwei US-Flugzeugträger ein Manöver in Reichweite von chinesischen Kriegsschiffen durchgeführt. Das war nicht das erste Mal, dass die US-Marine dort ihre Macht demonstriert hat. Zwar gab es keinen Zwischenfall im Kontakt mit den chinesischen Kriegsschiffen, aber Peking kritisierte die Aktion scharf. Seit Jahren herrscht ein Streit um Teile des Seegebiets. Vietnam, Taiwan, Malaysia, die Philippinen und Brunei erheben genauso Ansprüche wie China selbst. Diese Situation nutzen die USA aus, um in dem Seegebiet Nadelstiche gegen China zu setzen.

USA im Kampf gegen Medienanstalten

Zu Beginn des Jahres war die US-Regierung bereits gegen chinesische Nachrichtenagenturen und Medienanstalten vorgegangen. Zudem wurden im Juni vier große Medien mit Sitz in den USA zu Regierungsvertretungen Chinas erklärt. Die US-Regierung wirft ihnen vor, als Instrument der chinesischen Regierung für Propagandazwecke zu dienen. Jetzt hat China seinerseits Maßnahmen gegen US-Nachrichtenagenturen eingeleitet und Journalisten Arbeitsgenehmigungen entzogen. Unter anderem beklagt sich das autoritäre China über politische Unterdrückung und einem Verstoß gegen die Pressefreiheit. Das ist schon paradox, damit fordert China etwas ein, was sie im eigenen Land noch nie gewährt hat und in Hongkong gerade mit aller Macht unterdrückt. Da muss man sich schon fragen, wie es den Inhaftierten in Hongkong geht, die genau für diese Selbstverständlichkeit demonstrieren?

Die chinesischen Börsen

Das chinesische Staatsfernsehen und Medienanstalten haben dazu aufgerufen, vermehrt chinesische Aktien zu kaufen und das Geld in die Aktienmärkte zu investieren. Darüber hinaus gab es eine landesweite per Radio ausgestrahlte Anweisung, Gelder aus dem Ausland, insbesondere aus den USA, abzuziehen, um den heimischen Markt anzukurbeln. Das ist auch einer der Gründe, weshalb der Shanghai Composite und der Hang Seng seit Wochen gut laufen und am Montag regelrecht beflügelt wurden. Dies zieht natürlich wiederum ausländische Trader an, die auch davon profitieren wollen. Dadurch verstärkt sich der Effekt einmal mehr. Infolgedessen stehen die chinesischen Märkte gut da – und die chinesische Regierung lacht sich ins Fäustchen.

Die Einführung des Sicherheitsgesetzes in Hongkong

Die Einführung des Sicherheitsgesetzes in Hongkong durch die Kommunistische Partei Chinas hat die Spannungen mit den USA weiter angeheizt. Folglich hat die USA Maßnahmen gegen China eingeleitet. Als Erstes wurde der Sonderstatus von Hongkong aufgehoben. Unter anderem dürfen keine US-Technologien und Rüstungsgüter mehr exportiert werden. Auch für Lieferungen in die Sonderverwaltungszone gelten zukünftig die gleichen Regeln wie für Lieferungen nach China. Länder wie Australien und das Vereinigte Königreich folgen dem Vorbild und haben ähnliche Restriktionen beschlossen. Darüber hinaus haben die USA Einreisebeschränkungen gegen Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas verhängt. China hat reagiert, infolgedessen gelten jetzt auch Einreisebeschränkungen für bestimmte US-Bürger.

Fazit zum Konflikt USA-China

Zwar ist der Konflikt im Zuge der Corona-Pandemie etwas in den Hintergrund geraten, aber beruhigt hat sich dieser sicherlich nicht. Schließlich gibt es immer noch mehrere aktive Brandherde. Donald Trump hat den Konflikt mit China zu seinem Wahlkampfthema gemacht. Daher wird sich die Lage in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich zuspitzen. Auch das Sicherheitsgesetz in Hongkong könnte weiter Öl ins Feuer kippen – hier ein Bericht dazu. Zudem hat sich die USA die Möglichkeit offengelassen, weitere Maßnahmen durchzusetzen. Demgegenüber lässt sich Peking nicht alles gefallen und wird entsprechend reagieren.

USA - China: aktueller Status in einem Konflikt der Weltmächte

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Stefan Riße zum Commerzbank-Desaster – warum die IT entscheidend ist

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Commerzbank Tower in Frankfurt

Sie erinnern sich noch? Im April letzten Jahres scheiterte die Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank, letztlich am Management der Deutschbanker. Gott sei Dank, möchte man sagen? Denn ja, in der Bankenszene ist es kein Geheimnis, wie komplex und veraltet die IT-Systeme von Banken und Sparkassen heute oft noch sind. Und auch von den beiden größten deutschen Banken gibt es in der Szene Gruselgeschichten, wie es in Sachen IT zugeht. Alleine die Größe der Institute und der Umfang der Geschäfte lässt erahnen, wie komplett die IT-Strukturen sind. Gerade erst hatte die Deutsche Bank die Postbank ablauftechnisch integriert.

Man stelle sich nun vor, die Deutsche Bank hätte als Seniorpartner nun auch noch die IT-Systeme der Commerzbank aufsaugen müssen, oder noch schlimmer: Es wäre zu einer Art Kombination beider IT-Systeme gekommen, oder es hätte einen kompletten Neubau gegeben? Milliarden-Investitionen und diverse Probleme auf Jahre hinaus wären programmiert gewesen. Aber Gott sei Dank, die Fusion scheiterte. Die Commerzbank kämpft nun weiter alleine. Und geht man nach dem Aktienkurs, der brutal im Keller hängt, kämpft sie ziemlich erfolglos. Deswegen muss aktuell auch der farblose CoBa-Chef Martin Zielke seinen Hut nehmen.

Im folgenden Video besprechen Manuel Koch und Stefan Riße das Thema Commerzbank als Schwerpunkt rund um die Bankenbranche. Das Thema IT sei entscheidend. Bei der Commerzbank wäre es laut Stefan Riße vielleicht sogar sinnvoller gewesen, die nun integrierte comdirect nicht einzubauen, sondern eher die ganze Commerzbank um die comdirect herum umzubauen. Denn laut Riße sei die comdirect im Commerzbank-Konzern derzeit die einzig gesunde Komponente. Die Ausführungen zu dem Thema sind recht interessant. Aber auch die weiteren Ausführungen zur Bankenbranche sind beachtenswert. Es ist laut Stefan Riße unklar, ob Deutsche Bank und Commerzbank überhaupt in der Lage sind ein neues profitables Geschäftsmodell zu finden. Von daher sieht er deren Aktien kritisch.

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Markus Krall: “Gewaltigste Blase der Menschheit” und die große Krise

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Markus Krall über den großen Crash im Finanzsystem

Der “Guru” der Crash-Vorhersage für das deutsche Bankensystem heißt Markus Krall. Er ist anerkannter Bankenexperte, und was er zu dem Thema seit Jahren immer wieder sagt, hat Hand und Fuß. Nur, so betonen wir es auch immer wieder – ob seine Vorhersagen über den Verlauf eines großen Systemkollaps und zur Hyperinflation wirklich genau so eintreffen werden, daran sind Zweifel angebracht. Seine Aussagen zum derzeit “legalisierten Bilanzbetrug” bei deutschen Banken hatten wir schon mehrfach in Artikeln besprochen (mehr dazu hier).

Markus Krall über die große Krise und der Crash an den Märkten

Im folgenden aktuellen Video zeichnet Markus Krall das Bild der aktuellen Krise aus seiner Sicht. Die aktuelle durch den Coronavirus verursachte Krise treffe auf einen Patienten (Volkswirtschaft) mit Vorerkrankung. Die Immunabwehr dieses Patienten sei schon vorher geschwächt gewesen. Ungleichgewichte seien lange angestaut worden. Die Volkswirtschaft sei dann ohne Reserven in diese Krise gegangen, so seine Meinung.

Markus Krall ist sich sicher, dass die Märkte kollabieren werden. Als Erstes würden die Aktienmärkte einbrechen, und danach die Märkte für alternative Assets, die völlig überbewertet seien. Die gewaltigste Blase der Menschheit besteht laut Markus Krall an den Anleihemärkten. Hier werde der Crash kaskadenartig ablaufen. Dazu gibt er im folgenden Video sehr interessante Erläuterungen. Am Ende gehe es für die Anleger um die große Flucht in Cash und Gold!

Inflation und die Entscheidung zwischen Sozialismus und Freiheit

Ein fallendes Güterangebot in Europa werde laut Markus Krall auf eine steigende monetäre Nachfrage treffen, dank gedruckten Billionen von Euros, welche die EZB den Regierungen ja tatsächlich bereitstellt. (FMW: Ja, ganz klar, keine Staatsfinanzierung… Satire!) Jetzt bereits würden die Waren des täglichen Bedarfs laut Markus Krall spürbar teurer (FMW: Puhhhh, das kann man auch anders sehen, siehe Preiskrieg bei Bekleidung). Die Volkswirtschaften in Europa würden in die sogenannte “Stagflation” laufen, eine schrumpfende Wirtschaftsleistung bei gleichzeitig steigenden Preisen (hier eine ausführliche Erläuterung des Begriffs).

Zwei, drei Jahre lang werde es eine fundamentale Wirtschaftskrise geben. Danach müssten sich die Menschen entscheiden. Wolle man in einer staatlichen Zuteilungswirtschaft leben, oder entscheide man sich für die freie Marktwirtschaft (Freiheit, Eigeninitiative, Unternehmertum)? Wie üblich plädiert Markus Krall auch im folgenden Video eindringlich für die zweite Variante. Man muss seine dramatischen Vorhersagen für die nächsten Jahre nicht zwingend teilen, vor allem in Sachen Hyperinflation. Aber seine Beschreibung der Ausgangslage vor der Krise und des Ist-Zustands sind bestechend, so auch heute wieder.

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