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Coronavirus: Sind Italiens Banken am Ende?

Hannes Zipfel

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Wahrzeichen in Rom - Coronavirus stellt Banken in Italien vor Riesenproblem

Schon vor der aktuellen Krise, ausgelöst durch das Coronavirus, hingen Banken in Italien am Tropf der Regierung. Der Stillstand großer Teile der italienischen Wirtschaft wird die Probleme der Kreditinstitute nun drastisch verschärfen. Ein systemisches Risiko rollt damit auf das gesamte europäische Bankensystem zu.

Das Coronavirus als riesiges Problem für das italienische Bankensystem

Selbst große und bislang relativ solide Banken wie die Unicredit sind mittlerweile komplett abhängig von der Unterstützung der Europäischen Zentralbank (EZB), wenn sie sich am Kapitalmarkt, z. B. via Senior Bonds, refinanzieren wollen. Hätte die EZB in der vergangenen Woche nicht durch das Aufstocken ihres QE-Programms um 750 Mrd. Euro den europäischen Markt für Schuldpapiere beruhigt, wären die Renditen für italienische Staatsanleihen weiter durch die Decke gegangen. Am 19. März schoss der Zinsaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen auf bis zu 320 Basispunkte (3,2 Prozent) nach oben.

Das Problem des Landes wird dadurch auch zum Problem für im Kern gesunde Banken Italiens. Das Rating und damit verbunden der Zinsaufschlag, den Italien gegenüber solider aufgestellten Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, zahlen muss, gilt auch für die Banken. Die Kreditinstitute Italiens, deren Vermögenswerte im Falle des Stiefelstaates nach wie vor zu großen Teilen aus heimischen Staatsanleihen bestehen, können am Kapitalmarkt niemals besser bewertet werden und sich niemals günstiger refinanzieren als der Staat selbst. Trotz der Interventionen der EZB beträgt der Risikoaufschlag zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen nach wie vor über 170 Basispunkte (1,73 Prozent). Diesen Aufschlag müssen auch die Banken der drittgrößten Volkswirtschaft Europas mindestens am Kapitalmarkt bezahlen. Damit wird die Refinanzierung für die ohnehin wegen der schlechten Konjunktur unter Druck stehenden Institute teurer.

Bisher hat fast jede Regierung des Landes die heimischen Kreditinstitute dazu genötigt, die Rekordverschuldung Italiens mitzufinanzieren und die Schuldpapiere aufzukaufen. So haben sich die Kreditinstitute mit den Anleihen des Ministero dell’Economia e delle Finanze (MEF) im Volumen von über 380 Mrd. Euro vollgesogen. Dabei haben die Schatzmeister (Treasurer) der Banken dieses Volumen schon versucht zu reduzieren. In der Spitze betrug die Summe an italienischen Staatsobligationen auf den Büchern der Banken Italiens 413 Mrd. Euro. Was circa 20 Prozent aller ausstehenden Staatsobligationen entsprach.

Es droht eine Abwärtsspirale im italienischen Bankensektor

Mit 137 Prozent ist Italien nach Griechenland das am höchsten verschuldete Land der Eurozone. Gleichzeitig schrumpft die Wirtschaftsleistung. In Italien bahnte sich bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus eine Rezession an. Dies führt nun zu einer Welle an Kreditausfällen, womit sich die Qualität der Kreditportfolios der Banken drastisch verschlechtert. Dies gilt v. a. für Darlehen an KMUs, die wie in Deutschland das Rückgrat der italienischen Volkswirtschaft darstellen, sowie für Kredite an Privathaushalte und Hypothekenschuldner.

In Italien steht die Wirtschaft nach dem von Ministerpräsident Guiseppe Conte am 22. März angeordneten „Shutdown“ wegen des Coronavirus de facto still. Rund 60 Millionen Einwohner sind mittlerweile davon betroffen. Die Aktien der an der Mailänder Börse gelisteten italienischen Finanzinstitute haben seit Jahresbeginn nochmals rund die Hälfte ihres Wertes verloren. Damit ist auch der Zugang zum Eigenkapitalmarkt versperrt. Kaum ein privater Investor wäre in der momentanen Phase der Unsicherheit bereit, die Kapitalerhöhung einer italienischen Bank mitzutragen.

Doch der Kapitalbedarf ist zuletzt enorm angestiegen. Die Risikovorsorge muss massiv aufgestockt werden, das Eigenkapital droht wie Butter in der Sonne abzuschmelzen und das Volumen der „Non Performing Loans“ (notleidende Kredite) geht durch die Decke. Damit fehlen den italienischen Banken Milliardenzuflüsse an Zins- und Tilgungszahlungen. Wie hoch der Schaden tatsächlich ist, kann man noch nicht beziffern. Doch eines ist klar: Ohne die Alimentierung durch die Notenpresse der EZB wären Banken wie die Monte de Paschi aus Siena bereits zahlungsunfähig. Das älteste Kreditinstitut der Welt leidet unter faulen Krediten in Höhe von 12,3 Prozent aller ausstehenden Forderungen. Nicht viel besser sieht es bei der Intesa Sanpaolo mit 8,4 Prozent oder der der Banco BPM mit rund 8 Prozent faulen Krediten aus. Das Erschreckende daran ist, dass diese Zahlen im europäischen Vergleich mehr als doppelt so sind und noch aus der Zeit vor der durch das Coronavirus verursachten Stilllegung der italienischen Wirtschaft stammen.

Fazit, Ausblick und Notwendigkeiten

Für die italienischen Banken und damit für das gesamte europäische Bankensystem ist es überlebensnotwendig, dass sich die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen nicht wieder erhöhen. Das kann nur die EZB durch anhaltend hohe Wertpapierkaufprogramme verhindern. Vermutlich sogar bis lange nach der Zeit des Coronavirus. Auch die Refinanzierung der Banken muss indirekt über den italienischen Staat durch die Notenpresse der EZB zu bezahlbaren Konditionen sichergestellt werden.

Es ist absehbar, dass die ökonomischen Folgen des Coronavirus die italienische Wirtschaft in eine tiefe Rezession drücken werden. Das Gleiche gilt für das italienische Bankensystem, dessen Geschäfte aktuell größtenteils ruhen, womit dringend benötigt Einnahmen wegfallen. Auf der anderen Seite steigt mit jedem Tag des Stillstands das Volumen der uneinbringlichen Forderungen auf den Büchern der Banken an.

Die schon vor der Krise durch das Coronavirus auf staatliche Hilfe angewiesenen Banken, wie die Monte de Paschi, drohen als abschreckendes Beispiel für Investoren eine Kettenreaktion auszulösen. Wie die Menschen versuchen das Virus zu meiden, versucht das internationale Kapital die Banken Italiens zu meiden. Ohne eine Daueralimentierung durch Rom und Frankfurt (EZB) droht eine Pleitewelle im italienischen Bankensystem, die selbst für eine europäische Einlagensicherung nicht zu bewältigen wäre. Wenn sich der Staub der Krise gelegt hat, würde ohne öffentliche Hilfsgelder von einigen systemrelevanten Banken in Italien nicht mehr viel übrig sein.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Wutbürger

    26. März 2020 15:22 at 15:22

    Waren die in den letzten 10 Jahren mal „nicht am Ende“? Das Virus deckt jetzt alles auf und gibt denen den Rest. Aber wozu haben wir denn den größten Schrotthedgefond der Welt in Frankfurt. Der löst jedes Problem.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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