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Coronavirus: Warum der Sonderweg in Schweden NICHT gescheitert ist

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In Schweden sind fast 3.000 Menschen an Corona gestorben – ist der schwedische Sonderweg im Kampf gegen das Coronavirus damit gescheitert? Die Antwort gibt es in dieser Analyse, basierend auf fünf Kategorien.

Wir haben Anfang Mai und der Gegensatz zwischen Deutschland und Schweden könnte größer nicht sein: Bei uns sind die Restaurants und Bars weiterhin geschlossen, die meisten Schülerinnen und Schüler müssen zu Hause bleiben. Und beim Einkaufen gilt eine Maskenpflicht.
In Schweden dagegen sitzen die Leute bei einem Bierchen mit Freunden in der Sonne, gehen ganz entspannt shoppen und bis zur 9. Klasse wird ganz normal unterrichtet. Auf der ganzen Welt spricht man über den schwedischen Sonderweg in Sachen Coronavirus – manche bewundern die Strategie, andere sind verwundert. Warum das Land nicht auf Verbote, sondern auf Vernunft und Verantwortung setzt, habe ich euch in diesem Video gezeigt. Jetzt wird‘s Zeit für ein Zwischenfazit: Was haben diese Maßnahmen eigentlich gebracht?

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Wir klären jetzt anhand von fünf Kategorien, ob die schwedische Strategie bei der Bekämpfung des Coronavirus richtig oder falsch war – und ob sie ein Vorbild für Deutschland sein könnte. Beginnen wir mit dem Allerwichtigsten.

Coronavirus in Schweden: 1. Todesfälle

In Schweden sind (Stand: 6. Mai) bereits mehr als 2.800 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Um diese Zahl einorden zu können, muss man sie ins Verhältnis der Einwohnerzahl setzen. Our World in Data zeigt, wie sich die Zahl der Todesfälle pro eine Million Einwohner seit dem Ausbruch der Pandemie entwickelt hat. Im Vergleich zu Deutschland sind in Schweden mehr als drei Mal so viele Menschen gestorben, im Vergleich zu den Nachbarländern Finnland und Norwegen sogar fast sieben Mal so viele.

Was ist der Grund für die hohe Sterberate in Schweden? Dazu werfen wir einen genaueren Blick auf die Statistik. Mehr als die Hälft der Toten stammt aus Stockholm. In der Hauptstadt hat sich das Virus sehr stark ausgebreitet. Der Kopf hinter der schwedischen Strategie – der Staatsepidemiologe Anders Tegnell – sagt dazu in diesem Video: „Some 70,000 people in the Stockholm area probably got infected. We believe that some 25 % of the population have had the disease by the 1st of May.“

Das wäre schon ein großer Schritt in Richtung Herdenimmunität gegen das Coronavirus – also ein Zustand, in dem die Mehrheit der Bevölkerung immun gegen das Virus ist und damit die Ausbreitung gestoppt wird. Das Problem ist aber, wenn sich auf dem Weg dahin alte und schwache Menschen anstecken – und genau das ist in Stockholm passiert. Laut einem Zeitungsbericht gibt es in drei von vier Altenheimen infizierte Personen.

Die Kritik am schwedischen Sonderweg

In diesen Einrichtungen sind Besuche zwar verboten, aber anscheinend haben die Pflegekräfte das Coronavirus eingeschleppt. Und weil es dort viel zu wenig Schutzkleidung und Masken gibt, breitete sich die Lungenkrankheit schnell aus. Für hunderte schwedische Senioren endete das tödlich. Man muss also ganz klar sagen: Schweden hat dabei versagt, diesen Teil der Bevölkerung ausreichend zu schützen. Kein Wunder also, dass es Kritik an der Strategie von Anders Tegnell gibt.

In einem Artikel fordern mehr als 20 schwedische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Restaurants und Schulen zu schließen – andernfalls befürchten sie Todeszahlen wie in Italien. Und zwei Forscher haben berechnet, dass die endgültige Todeszahl in Schweden bei über 10.000 liegen wird.

Das Erstaunliche ist: Trotz dieser Fakten hält die oberste Gesundheitsbehörde an der Strategie fest, das alltägliche Leben nicht weiter einzuschränken. Dabei würde es in Deutschland vermutlich einen Riesenaufschrei geben, wenn wir so viele Tote hätten. Wie die schwedische Bevölkerung das sieht, klären wir in Punkt 2.

Coronavirus in Schweden: 2. Stimmung

An der Spitze der schwedischen Regierung steht seit fast sechs Jahren der Sozialdemokrat Stefan Löfven. Er hätte theoretisch das Recht dazu, per Notstandsgesetz den Lockdown zu verordnen. Bisher hat er das aber nicht getan, stattdessen folgt er den Empfehlungen von Anders Tegnell. Und die Schweden stützen diesen Kurs.

Schon im zweiten Monat in Folge legten die Sozialdemokraten – hier ganz links in rot – im Wählerbarometer des schwedischen Senders SVT deutlich zu. Der Grund dafür: Die Bevölkerung hat nach wie vor ein großes Vertrauen darin, dass die Behörden das Virus unter Kontrolle haben. Diese Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Novus zeigt: Zwei von drei Schweden finden, dass ihr Land gut mit der Krise umgeht.

Es gibt sogar einen regelrechten Personenkult um den Staatsepidemiologen Anders Tegnell – vor allem bei jungen Leuten. Manche Schwedinnen tragen ihn als T-Shirt, andere drucken sein Konterfei auf Stoffbeutel. Oder sie bauen ihm gleich ein Denkmal – aus Seife. Und einer hat sich sein Gesicht sogar als Tattoo stechen lassen.

Trotz der hohen Todeszahlen muss man also sagen: Der Großteil der schwedischen Bevölkerung ist nach wie vor einverstanden mit dem Sonderweg. Sie wollen keine Verbote, sondern leben lieber mit Empfehlungen. Aber halten sie sich auch wirklich daran? Damit kommen wir zu Kategorie 3.

Corona in Schweden: 3. Eigenverantwortung

Am Anfang dieses Videos habe ich euch aktuelle Bilder aus Schweden gezeigt, auf denen alles ziemlich normal aussieht. Das sind aber nur Momentaufnahmen. Eine bessere Übersicht liefert der Mobility Report von Google, der die Bewegungsdaten von einzelnen Ländern in Zeiten von Corona auswertet. Und tatsächlich: Im Vergleich zum Beginn des Jahres gehen die Stockholmer weniger in Cafés und Kaufhäuser, außerdem hat die Nutzung des Nahverkehrs deutlich abgenommen.

Das Osterwochenende war ein besonders wichtiger Test für die Strategie der Eigenverantwortung – und die Schweden haben ihn bestanden. Laut der Daten des Mobilfunkanbieters Telia hat die Zahl der Reisen von Stockholm in beliebte Urlaubsgebiete wie zum Beispiel Gotland im Vergleich zum Vorjahr um 80 bis 90 Prozent abgenommen.

Wenn es mal doch Menschengedränge gibt, greift die Politik durch. In Stockholm wurden vor Kurzem mehrere Bars und Restaurants für ein paar Tage dicht gemacht, weil der Abstand zwischen den Gästen zu gering war. Und in der Studentenstadt Lund hat sich der Gemeinderatsvorsitzende etwas besonderes einfallen lassen: Um eine Tanz in den Mai-Party zu verhindern, ließ er eine Tonne Hühnerkot im Stadtpark verteilen.

Pragmatische Entscheidung, würde ich sagen – und eben typisch schwedisch: Scheiß auf Verbote, es lebe die Vernunft! Dieser Teil des Sonderwegs scheint also gut zu funktionieren. Deshalb würde ich jetzt sagen: Zeit für Kategorie 4.

Schweden und Coronavirus: 4. Gesundheitssystem

Obwohl Schwedens Weg so anders ist, wollen sie doch das gleiche Ziel wie alle anderen Länder erreichen: das Gesundheitssystem nicht überlasten, damit alle Schwerkranken behandelt werden können. Am Anfang war ich ehrlich gesagt skeptisch ob die das hinbekommen, der Grund dafür ist diese Statistik:

Das Coronavirus in Schweden: Intensivbetten

Schweden hat die geringste Zahl an Krankenhausbetten für die Akutversorgung in Europa – pro 1.000 Einwohner waren 2017 im Schnitt gerade einmal zwei vorhanden. Trotzdem hat Schweden es geschafft, dass die Kapazitäten zu keiner Zeit überlastet waren. Das berichtet der Epidemiologe Anders Tegnell: „When it comes to our health care system it has been working very well. At least 20 % of the beds have been empty.“

Der entscheidende Grund dafür ist, dass die Zahl der Betten in den vergangenen Wochen erhöht wurden, so wie in Deutschland auch. In diesem Punkt hat der schwedische Sonderweg also auf jeden Fall funktioniert. Kommen wir damit zum letzten Punkt.

Corona in Schweden: 5. Wirtschaft

Zuerst ein Blick nach Deutschland: Ende April hat unser Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei der sogenannten Frühjahrsprojektion berichtet, welche dramatischen Folgen das Virus hat. „Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland in diesem Jahr um 6,3 Prozent, also um rund 6 Prozent schrumpfen wird“, sagte er in dieser Pressekonferenz.

Und in Schweden? Da geht die schwedische Zentralbank davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 6,9 Prozent schrumpfen wird – also auf den ersten Blick kein Vorteil gegenüber Deutschland. Wenn man sich aber die Situation während des Shutdowns anschaut, ergibt sich ein anderes Bild. Das Münchner ifo Institut meldet dafür einen Einbruch von 16 Prozent in Deutschland. Besonders schwer getroffen ist neben der Reise- und Tourismusindustrie das Gastgewerbe. Logisch: hat ja alles dicht.

In Schweden dagegen haben Restaurants, Cafés und Bars weiter geöffnet. Weil weniger Leute kommen, geht der Umsatz natürlich trotzdem runter – aber eben bei weitem nicht so stark wie in Deutschland. Der schwedische Minister für Unternehmertum schätzt, dass manche Gastronomiebetriebe einen Einbruch von 50 Prozent haben. Und die schwedische Finanzministerin sagte der New York Times, dass Friseure Restaurants und Hotels im Vergleich zu anderen Ländern weniger Einbußen haben.

Unterm Strich sind also schwedische Konzerne ähnlich stark betroffen wie in Deutschland, weil sie deutlich weniger Ware im Ausland verkaufen können und Fabriken für eine Zeit lang stillstanden. Bei den kleineren Unternehmen aber ist Schweden etwas im Vorteil, weil die Nachfrage nicht komplett eingebrochen ist.

Fazit: Der schwedische Sonderweg ist nicht gescheitert!

Ob der schwedische Sonderweg richtig ist oder nicht – das kann man zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall abschließend beurteilen. Aber sicher ist auf jeden Fall: Er ist nicht gescheitert! Natürlich ist die Zahl der Toten erschreckend hoch. Aber vielleicht wird man in einem Jahr sehen, dass es im Vergleich zu anderen Ländern gar nicht so viele mehr waren – und dass der Anstieg am Anfang einfach nur sehr steil war, weil Schweden weniger strikte Maßnahmen hatte. Die schwedische Politik jedenfalls vertraut darauf – und betont dabei eine Sache immer wieder: Der Kampf gegen das Coronavirus ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Während wir uns in Deutschland also vor einer zweiten oder vielleicht sogar dritten Infektionswelle fürchten, bei der wir dann wieder zurück zum Lockdown müssten, ist der Kern der schwedischen Philosophie: „What we are doing in Sweden we can continue doing that for a long time and I think that’s gonna proof to be very very important in the long run.“

Es geht also darum, die Bevölkerung nicht nur kurzfristig und körperlich vor dem Virus zu schützen – sondern sie auch langfristig davor zu bewahren, wirtschaftlich runiert zu sein und die Lust am Leben zu verlieren. Und tatsächlich hat jetzt sogar der Nothilfedirektor der Weltgesundheitsorganisation dieses Modell empfohlen:

Zum Schluss habe ich noch zwei Zahlen für euch die zeigen, dass der schwedische Sonderweg bisher tatsächlich in die richtige Richtung geführt hat. Da ist zum einen die Reproduktionszahl. Sie gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Wenn diese Zahl kleiner als 1 ist, bedeutet das: Corona stirbt langsam aber sicher aus. Schauen wir doch mal, wie sich das in Schweden entwickelt hat.

Schweden Reproduktionszahlen mit Coronavirus

Und tatsächlich ist die Reproduktionszahl Ende April deutlich unter 1 gesunken – ein echter Erfolg für die Strategie der Gesundheitsbehörde. Außerdem gibt es noch eine andere Entwicklung, die Mut macht: In der schwedischen Hauptstadt Stockholm, die am stärksten von der Lungenkrankheit betroffen ist, sinkt seit Mitte April die Anzahl der Todesfälle pro Woche. Es könnte also sein, dass Schweden das Schlimmste bereits hinter sich hat – und all das ohne Lockdown.

Da stellt sich natürlich die Frage: Hätten wir das bei uns nicht auch so machen können? Meine Meinung ist: nein. Denn man muss sich ja überlegen, was diese hohe Sterberate in einem bevölkerungsreichen Land wie Deutschland bedeutet hätte: mehrere Zehntausend Tote! Ich bin froh, dass unsere Politik dieses Risiko nicht in Kauf genommen hat.

Außerdem ist Schweden ja abgesehen von der Region Stockholm sehr dünn besiedelt. Und selbst in der Hauptstadt wohnen viel mehr Leute alleine als bei uns – da ist Social Distancing natürlich deutlich leichter. Als Fazit würde ich sagen: Der schwedische Sonderweg ist richtig für die Bedindungen und die Bevölkerung in Schweden. Er ist aber nicht wirklich übertragbar auf andere Länder. Jetzt bin ich gespannt auf eure Meinung:

Wie bewertet ihr die Maßnahmen in Schweden? Schreibts mir gerne in die Kommentare, ich freue mich sehr auf die Diskussion. Ich hoffe, euch hat dieses Video gefallen. Wenn ihr meine Arbeit als unabhängiger Journalist unterstützen wollt, abonnniert gerne meinen Youtube-Kanal WasmitWirtschaft – und dann sehen wir uns bei vielen weiteren Videos wieder. Machts gut! Euer Max.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Mic

    6. Mai 2020 18:54 at 18:54

    Ich suche die ganze Zeit nach einer einzigen Studie, die belegt, dass die Maßnahmen die über das Großveranstaltungsverbot hinaus gehen, einen Effekt haben. Ich finde nur Untersuchungen die besagen, dass das kaum messbar ist.

    https://www.heise.de/tp/features/COVID-19-WHO-Studie-findet-kaum-Belege-fuer-die-Wirksamkeit-von-Eindaemmungsmassnahmen-4706446.html

    https://www.theguardian.com/world/2020/apr/17/antibody-study-suggests-coronavirus-is-far-more-widespread-than-previously-thought

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/32179701

    https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/corona-nach-saarland-urteil-riesen-zweifel-ob-massnahmen-wirklich-helfen-70361550.bild.html

    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/feuchte-aussprache-wie-verteilt-sich-das-coronavirus-16756426.html

    https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-31-maerz-2020-100.html

    Und wenn es einen Unterschied machen sollte, wie man agiert, dann sind die Todeszahlen in Schweden ja nur höher, weil die bereits weiter fortgeschritten in der Pandemie sind.

    Aber ich finde wie gesagt nichts, das belegt, das Kontaktbeschränkungen in jeglicher Form je was gebracht hätten.

    • Avatar

      Andy

      25. Mai 2020 01:54 at 01:54

      Eine merkwürdig unkritische Verteidigung des hochriskanten Kurses, die die erschreckenden Todeszahlen zwar erwähnt, aber versucht mit Punkten aufzuwiegen, die nahezu lächerlich sind…Als Beispiel seien hier gewisse evt. nicht ganz so schwere Verluste von Gastronomen und Fanboys für einen Virologen angeführt. Zudem wird völlig ignoriert dass man Gestorbene nicht mehr zum Leben erwecken kann, sollten mittlerweile wirksame Medikamente oder ein Impfstoff gefunden werden…

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    Becker

    6. Mai 2020 19:02 at 19:02

    Hallo ich find den Schwedischen Weg teilweise gut. Hätten die Schweden in den Ballungsgebieten die Maßnahmen verstärkt wäre wahrscheinlich weniger passiert.
    Bei uns richtet sich alles nach Bundes und Landespolitischer Auffassung. Ich wohne auf dem Land und hier in meinem Ort und in den Nachbargemeinden hat es bis jetzt keinen Coronafall gegeben Trotzdem sind alle Schulen Kneipen und Restaurates Fitnisstudios geschlossen.
    Eine Einschätzung der Stadträte und Bürgermeister wird nicht gefragt und diese können für Ihre Bürger auch nichts tun. find ich sehr schade.

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    Columbo

    6. Mai 2020 21:16 at 21:16

    Wenn Sie den Epidemiologen Karl Lauterbach fragen, sagt er Ihnen, der Weg Schwedens sei verantwortungslos.

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    Tino Gruchmann

    6. Mai 2020 21:35 at 21:35

    Schweden hat einen Fehler wie fast alle mit dem Schutz der Altenheime gemacht. Wenn man Schweden mit Spanien, also dem stärksten Shutdown Vergleicht dann schneidet Schweden um Meilen besser ab. Abgesehen davon die 3000 Coronatoten sind teilweise auch mit und nicht nur durch Corona gestorben.

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      Andy

      25. Mai 2020 01:47 at 01:47

      Was soll eigentlich diese ausgesprochen dumme Unterscheidung bringen, die höchstens als Todeskosmetik taugt. Covid19 ist ein Multi Organ Virus, das gerade bei Älteren und Vorerkrankten zu schweren und tödlichen Verläufen führt. Es verkürzt Lebenszeit und vermindert Lebensqualität durch dauerhafte Schäden an der Lunge, den Nieren oder Gefäßen. Wenn sich eine Grunderkrankung wie Diabetes, mit der man noch viele Jahre hätte leben können, so verschlechtert dass Menschen versterben, weil das Virus einen befällt, dann trägt es auch die Schuld, weil es den Sterbeprozess über Umwege einleitet. Den Toten und Hinterbliebenen nutzt Ihre zynische Differenzierung wenig…

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    F. Beyer

    7. Mai 2020 08:39 at 08:39

    Ein schnelles Ende des Lockdown läuft den Interessen von Bill Gates zuwider. Und da unsere Bundesregierung offensichtlich seine Interessen vertritt, werden die Lockerungsmaßnahmen so lange wie möglich hinausgezögert werden.

    • Avatar

      Nico

      7. Mai 2020 09:58 at 09:58

      @F. Beyer. Sie haben schon verstanden, dass die Umsetzung der Maßnahmen Sache der Bundesländer geworden ist.
      Mecklenburg-Vorpommern wird sich zum Beispiel bei der Umsetzung des Tourismus-Konzepts eher nicht um Bill Gates scheren. Zu viel Verschwörungstheorie.

  6. Avatar

    Ottmar Kienle

    8. Mai 2020 12:40 at 12:40

    Grundsätzlich sind unterschiedliche Strategien beim Umgang mit Corona hilfreich da man nur voneinander lernen kann. Möglicherweise klappt es in Schweden, allerdings zum Preis von 7x mehr Toten wie in den vergleichbaren Nachbarländer Finnland und Norwegen! Übertragen auf Deutschland hätten wir also jetzt um die 35 tsd Tote.
    Großbritannien ist mit der gleichen Methode krachend gescheitert und ist nun trauriger Rekordhalter in Mitteleuropa was Corona-Tote angeht, ähnliches Szenario in den USA.
    Trotzdem müssen auch wir uns an eine Lösung herantasten mit möglichst wenig Beschränkungen bei gerade noch medizinisch beherrschbaren Infektionszahlen. Ein Tanz auf der Rasierklinge klar, aber wollen wir tatsächlich evtl. jahrelang mit teils erheblichen Einschränkungen leben, von den wirtschaftlichen Folgen gar nicht zu reden.

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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