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Coronavirus: Warum wir mit den Zahlen so im Dunklen tappen!

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Es ist derzeit das Thema schlechthin in allen Medien und praktisch rund um die Uhr – das Coronavirus, die Lungenseuche mit dem Namen 2019-nCOV.

Hierzu ein paar Gedanken, warum es schwer ist, über diese Infektionskrankheit mit all ihren Auswirkungen, ein objektives Bild zu erhalten.

Coronavirus: Ein gefundenes Fressen für die Medien

Trotz des Informationsauftrags der Medien für die Bevölkerung, sind Ereignisse wie das Auftreten einer weltweiten Pandemie ein besonderer Fall für die Informationslandschaft. Meldungen über Naturkatastrophen, Terrorakte, technische Unglücksfälle und eben Seuchen wie dem Coronavirus steigern Auflage, Einschaltquoten und Weiteres – mit der Folge, dass die Berichterstattung, selbst ohne neue verlässliche Daten über Stunden wiederholt wird. Besonders deutlich bei dem Fernsehsender n-tv, bei dem nach einem Unglück rund um die Uhr, ohne Unterlass von dem Ereignis berichtet wird. Mit der Folge, dass dem Vorfall eine überragende Bedeutung beigemessen wird. Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann bezeichnet diese Dauerberieselung als Verfügbarkeitsheuristik.

Man misst den ständigen Wiederholungen extreme Bedeutung bei, bis zur Panik. Oder anders ausgedrückt: Das Gehirn des Menschen enthält einen Mechanismus, der darauf ausgelegt ist, schlechten Nachrichten den Vorrang zu geben.

Als Beispiel sei hier nur die Wahrscheinlichkeit genannt, von einem Terroranschlag betroffen zu sein, im Vergleich zu der Häufigkeit von tödlichen Verkehrsunfällen. Jeder fürchtet sich vor dem Terror, aber kaum einer vor den Gefahren des Autofahrens, wenn man mit hoher Geschwindigkeit über die Autobahn „brettert“.

Die besondere Aufmerksamkeit hat dabei, wie erwähnt, eine biologische Ursache, die immer noch in unseren Genen schlummert. Bei Gefahren, die von der Natur oder von dem Angriff von Tieren ausgingen, musste man blitzschnell reagieren. Ein Knurren längere Zeit zu ignorieren, hätte das Überleben der Spezie infrage gestellt. Deshalb gibt es auch heute noch das urbiologische Interesse an jeder Art von Unglücksfällen, was die Medien in der Regel wirtschaftlich ausnutzen. Nicht alle, aber vor allem die Massenmedien, deshalb werden auch Bücher über einen Aktiencrash eher zu Bestsellern, als Ratgeber für erfolgreiches Handeln.

Oftmals verfälscht dies auch auf die Objektivität der Berichterstattung. Derzeit wird jeden Tag über die Zahl der Infizierten und Toten durch das Coronavirus berichtet, die Anzahl der als geheilt Entlassenen, die auch stark ansteigt, wird eher ignoriert.

Aktuelle (offizielle) Zahlen: 43101 Infizierte (30695 mit leichten Symptomen), 1018 Tote und 4043 als geheilt Entlassene

Informationen von WHO und chinesischen Behörden zum Coronavirus

Ein besonders kniffliges Feld ist die Informationspolitik der internationalen Behörden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte zu Beginn leichtsinnigerweise das Coronavirus als vergleichsweise harmlos eingestuft. Um panische Maßnahmen zu verhindern, mit allerlei Unwägbarkeiten. Später hat man sich korrigiert und den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Was die chinesischen Gesundheitsbehörden betrifft, ist die Sachlage noch viel schwieriger. Die Beamten im Gesundheitssystem sind Teil eines totalitären Systems, welches nach außen hin nicht die Spur von Schwäche oder Unzulänglichkeit sichtbar machen darf. So hatte man zu Beginn den Vorfall zu vertuschen versucht, aber schnell gemerkt, dass man ohne radikale Maßnahmen auf eine nationale Katastrophe zusteuern wird.

Gleichwohl ist man derzeit stark überfordert, denn das Gesundheitssystem mit all seinen Vorkehrungen, entspricht nicht dem Standard westlicher Industriestaaten. China wird von den heutigen Agenturen nicht umsonst noch als Emerging Market eingestuft. So kann man nur mit großer Skepsis mit den veröffentlichten Zahlen umgehen, bei einer Bevölkerungszahl von 1,4 Milliarden Menschen.

Wenn man die aus Wuhan gemeldeten Infektionszahlen von gut 43.000, nach bereits mehr als zweiwöchiger Quarantäne, streng mathematisch betrachten würde, so könnte man bei einer Einwohnerzahl von 11 Millionen Bürgern (7-mal so viel wie München), noch von einer niedrigen Quote sprechen, die als Infizierte gelten. Aber wie bemerkt: Stimmen diese Zahlen?

Als im jetzigen Fall positiv, obwohl äußerst zweifelhaft, ist die Tatsache zu werten, dass es sich mit China um einen Überwachungsstaat handelt. Quarantänemaßnahmen sind hier leichter durchzusetzen, ebenso verschaffen Millionen Überwachungskameras (teilweise mit Wärmebildfunktion zur Fiebermessung) einen besseren Überblick. Ohne jetzt das chinesische System gutheißen zu wollen.

Fazit

Wir leben im Zeitalter der Informationstechnologie mit Milliarden Mobiltelefonen und dem World Wide Web, welches in Sekundenschnelle Informationen in die Welt hinaussteuert. Dennoch tappen wir bei der Bewertung der Gefährlichkeit und der Auswirkungen des Coronovirus noch weitgehend im Dunkeln. Viele Medien werden die Brisanz des Themas ausreizen, erstaunlicherweise ist es in der Zeitschrift mit den vier Buchstaben derzeit von der Titelseite verschwunden. Vergessen darf man natürlich nicht die Tatsache, dass es bei dieser Viruserkrankung um eine hoch diffizile virologische Sachlage geht. Selbst die Forscher auf diesem Gebiet sind sich über die Gefährlichkeit des Nachfolgers des SARS-Virus im Umfeld der betaCoronaviren nicht einig.

Nicht nur deshalb wird es schwer bleiben, aus allgemein zugänglichen Quellen einen Überblick über das Thema Coronavirus mit all seinen Implikationen zu erhalten. Zu different sind die damit verbundenen Interessenskonflikte der Informationsquellen.

Das Coronavirus - stimmen die zahlen aus China?

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    PK

    11. Februar 2020 09:32 at 09:32

    Ich fand bezüglich des Umgangs mit Corona den folgenden Bericht ganz interessant:
    https://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/corona-virus-wie-es-eine-studentin-aus-wuhan-nach-kiel-schaffte-a-fec672b7-78c0-4707-9d4d-577c2c5bf669
    Nur mal kurz die Zusammenfassung:
    Die Studentin war in China ständiger Beobachtung ausgesetzt, wird ungefragt angerufen etc.
    Dann kommt sie nach Deutchland, landet in Frankfurt und ES INTERESSIERT KEINE SAU.

    Wir kommen mit Corona in DE nur deshalb klar, weil wir bisher einfach nur Glück hatten (hoffentlich bleibt das so !).

    Die Reisen nach China wurden nicht etwa vom Auswärtigen Amt untersagt, nein, die Fluggesellschaften selber haben diese Entscheidung treffen müssen (und das will was heissen bei den entgangenen Einnahmen).
    Deutschland ist im Fall so einer Krise völlig paraylisiert und handlungsunfähig.

    Wir können nur hoffen, daß es nicht mal bei uns zu einer Pandemie kommt.

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    Columbo

    11. Februar 2020 09:55 at 09:55

    In den letzten Tagen frage ich mich gelegentlich, ob FMW zu einem virologischen Fachmedium mutiert ist? Durchaus interessant für hier lesendes Gesundheitspersonal, aber für die großen Indizes, die derzeit fast täglich um ein Prozent steigen, scheint die Virusgeschichte irrelevant geworden zu sein(oder immer gewesen zu sein). Wen interessiert in einer Welt der Fahnenstangenbörsen bitte ein Virus?

    • Avatar

      Sven

      11. Februar 2020 12:06 at 12:06

      So sieht es aus, das Thema interessiert null, so wie es die Märkte null interessiert. Das Risiko durch Corona wurde durch den kurzen Dip abgearbeitet. Das konnte man noch mal zum letzten billigen Einkauf vor dem neuen Mega-Run nutzen. Jetzt bitte wieder die wichtigen Themen auf die Tagesordnung.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        11. Februar 2020 12:31 at 12:31

        @Sven, ich weiß, Reflektion und Offenheit für Argumente ist nicht so Ihr Ding mit Ihrer Einbahnstraßen-Sicht – aber hier einer der führenden Virologen:

        https://www.theguardian.com/world/2020/feb/11/coronavirus-expert-warns-infection-could-reach-60-of-worlds-population

      • Avatar

        Columbo

        11. Februar 2020 13:29 at 13:29

        @Sven

        Was gibt es für Sie in einem Finanzmedium eigentlich noch für wichtige Themen?

        • Avatar

          Sven

          11. Februar 2020 15:09 at 15:09

          Wie gesagt: Konjunkturdaten, Unternehmensdaten, Notenbanken-Politik. Wird auch alles sehr gut herausgearbeitet. Fundamentals spielen zwar keine Rolle mehr, gehören aber nun mal dazu. Aber Corona ist von den Märkten ad acta gelegt. Wir sehen täglich neue ATHs, was auch zurecht noch sehr lange so weiter geht.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            11. Februar 2020 15:28 at 15:28

            @Sven, „Fundamentals spielen zwar keine Rolle mehr, gehören aber nun mal dazu.“ Diesmal ist alles anders, nicht wahr? Ich habe an den Märkten die Dotcom-Bubble erlebt, und die Hausse vor der Finanzkrise – und die Euphoriker damals klangen alle so wie Sie jetzt..

          • Avatar

            Columbo

            11. Februar 2020 16:17 at 16:17

            Daß vom Corona große Gefahren ausgehen, glaub ich nicht, aber sonst……noch ein paar @Sven‘s und der Crash ist da😉.

  3. Avatar

    Quintus

    11. Februar 2020 10:21 at 10:21

    @Wolfgang Müller
    Vollkommen richtig analysiert. Es wird jeden Tag unübersichtlicher, statt daß sich schon vorhandene Fragen nach und nach auflösen, wirft jeder neue Tag noch mehr Fragen auf. Man kann Diese aber kaum diskutieren, da diese sofort Etwas implizieren würden, welches aber letztendlich, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt im hochspekulativen Raum wabert. Eines jedoch zeichnet sich immer stärker ab, die Wirtschaft wird wohl viel stärker in Mitleidenschaft gezogen werden, als es viele hier einpreisen möchten.
    Und von der drohenden humanitären Katastrophe in Nordkorea, ein Land welches dem Virus aufgrund fehlendem medizinischem Knowhows und Ausstattung hilflos ausgeliefert ist, berichtet hier noch gar niemand….

    • Avatar

      sabine

      11. Februar 2020 13:07 at 13:07

      Nordkorea kann noch viel weniger Zahlen melden als China, wenn sie soweit weniger technische Hilfsmittel haben – Diktatur hin oder her. Und will es wohl auch gar nicht.

      Selbst die Wärme-Überwachungskameras in China sollten vor und nach dem Essen vergleichen können, und den, der sich viel und schnell bewegt oder sogar läuft, mit dem, der nur langsam schleicht. Jemand der schnell Fieber entwickelt, und jemand (wie ich), die nie Fieber haben, auch wenn sie noch so krank sind.

  4. Avatar

    Hesterberg

    11. Februar 2020 10:39 at 10:39

    Stutzig macht mich das eher lineare Wachstum der Infizierten gerade in den letzten 10 Tagen. Das hohe Ansteckungsrisiko, die lange Inkubationszeit und andere Faktoren sprächen klar für eine stark exponentielle Kurve. Zum anderen dürfte die Zahl der amtlich nicht erfassten Infizierten sehr hoch sein. Die offiziell ausgewiesenen Zahlen spielen aber wohl eher eine untergeordnete Rolle für die Entwicklung an den Weltbörsen, entscheidend dürften die Maßnahmen der chinesischen Regierung und deren tatsächliche bzw. anzunehmende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sein. In zwei Wochen wissen wir hier viel mehr.

  5. Avatar

    Marcus

    11. Februar 2020 16:14 at 16:14

    @Markus Fugmann: Wie ich neulich mal geschrieben habe, Diagnose hochgradig betriebsblind. Das sind dann meistens so Phasen wo der „normale Bürger“ in Aktien investiert weil er meint es geht auf Ewigkeiten so weiter und ihm kann ja nichts passieren.

    Zudem halte ich dagegen was die Notenbanken betrifft: Bei neuen Verwerfungen werden die Maßnahmen weit weniger effektiv sein als vorher.

  6. Avatar

    Lausi

    11. Februar 2020 18:45 at 18:45

    Schon auffällig wie losgelöst die US-Aktienbörsen von der Realität agieren mit ihren immer steiler werdenden Trends. Vielleicht ein Zeichen, dass das Hausse-Ende nicht mehr fern ist.

    Hier noch eine Webseite wo die offiziellen Zahlen über das Corona-Virus (Infizierte & Tote) immer aktualisiert in Charts abgebildet sind – inkl. dem Vergleich zu Schweinepest und Sars-Epidemie.

    https://ncov.r6.no/

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Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

Redaktion

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Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

An der Börse geht angesichts der finanziellen Repression kein Weg vorbei

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Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

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Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

Kurzfristig ist ein Aktiensplit immer ein kleiner Kursturbo, auch wenn sich fundamental nichts ändert. Und für Trader eine lohnende Angelegenheit, wenn es gelingt….?

Wie ein Aktiensplit die Kurse von Apple und Tesla treibt

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Markus Fugmann

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