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Coronavirus: Was erwartet „Big Money“ – Crash oder Erholung?

Das Coronavirus hat die Investoren auf dem falschen Fuß erwischt und den schnellsten Crash seit 1929 ausgelöst. Haben wir die Tiefs bei den Aktienindizes schon gesehen?

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Das Coronavirus hat die Investoren auf dem falschen Fuß erwischt und den schnellsten Crash seit 1929 ausgelöst. Die wohl am meisten gestellten Frage von Anlegern lautet derzeit wohl: Haben wir die Tiefs bei den Aktienindizes schon gesehen oder geht es noch viel stärker abwärts? Dies kann natürlich kein Mensch seriös beantworten, egal welcher Methode er sich auch bedient. Aber interessant ist es dennoch, was große Investoren in naher Zukunft erwarten, denn schließlich sind sie es, die mit ihren großen Anlagesummen die Märkte bewegen. Deshalb sind Umfragen und der Vermögensverwaltern interessant.

Coronavirus: Die große Skepsis , auch unter den Großen

Der Crash der Aktienindizes im schnellsten Tempo aller Zeiten hat Spuren hinterlassen, auch in der Zuversicht der Großanleger. Wie eine Befragung von Boston Consulting Group (BCG) im März bei 150 Investoren ergab – die nicht weniger als vier Billionen Dollar in ihren Portfolios halten – rechnen diese zwar mit einem Ende der wirtschaftlichen Vollbremsung bis Ende des dritten Quartals, aber nur ein Sechstel der Verwalter geht davon davon, dass es bereits dann wieder mit dem gewohnten Gewinnwachstum weitergeht. Die Hoffnung auf eine schnelle, V-förmige Erholung nach dem Coronavirus ist also verflogen. 60 Prozent der Vermögensverwalter glauben an weiter fallende Kurse bis Jahresende, ein Viertel von ihnen ist für die Periode neutral gestimmt. Und das ist das Neue an der Situation: Der Glaube an die Allmacht der Notenbanken hat durchd as Coronavirus schwer gelitten, zusammen mit den Konjunkturprogrammen der Regierung könne das laut Befragten nur für eine Verhinderung des ganz großen Crash sorgen. Was heißt das jetzt in konkreten Zahlen?

Für den S&P 500 sehen die Großinvestoren weiteres Abwärtspotenzial auf durchschnittlich 2062 Punkte, einige rechnen mit noch tieferen Kursen bis knapp 1800 Punkte. Angesichts des Schlusskurs beim Leitindex der Welt von 2541 Punkten am gestrigen Tag, wäre dies doch noch ein gewaltiger Vermögensverlust bei dem immer noch über 20 Billionen Dollar schweren Index.

Es wären natürlich keine professionellen Vermögensverwalter, wenn sie für die weitere Zukunft keinen Optimismus verspürten.

Über die Hälfte glaubt für 2021 wieder an steigende Kurse – und erst recht für das Jahr 2022. Eine neue Bescheidenheit scheint eingekehrt zu sein, wenn man sich die Prognose von 3075 Punkte für den S&P 500 in drei Jahren betrachtet, denn diese Kennzahl liegt immer noch etwa 10 Prozent unter dem Höchsstand der Börse von Mitte Februar 2020. Für das aktuelle Jahr ist man äußerst bescheiden geworden. Laut BCG fordert eine Mehrheit der Großinvestoren die Firmen innerhalb des nächsten Vierteljahres auf, ihre Geschäftsergebnisse anzupassen, ohne sich aber der Illusion hinzugeben, dass diese in diesem Jahr noch erreicht werden können.

Der Buyback-Boom ist vorbei

Die neue Bescheidenheit der Vermögensverwalter nach dem Crash erkennt man an ihrer Forderung, dass die Firmen für Liquidität sorgen und damit sogar Investitionen verschieben sollten, wenn dies für absehbare Zeit von Vorteil sei. Außerdem solle man Aktienrückkäufe zurückfahren und sogar Dividendenkürzungen hält man für akzeptabel.

Wenn das „Financial Engineering“ für den S&P 500 für die weitere Zukunft drastisch gekürzt würde, entfiele ein bedeutsamer Kurstreiber für die Märkte.

Schließlich haben diese in den Jahren 2019 (806 Milliarden Dollar) und 2018 (729 Milliarden Dollar) für einen Großteil der Indexgewinne gesorgt.

Fazit

Was soll man von dieser Umfrage halten? Sehr oft sind Ergebnisse solcher Umfragen als Kontraindikation zu sehen, zumindest bei eindeutiger oder extremer Positionierung. Aus der Märzbefragung hingegen ist große Unsicherheit, aber auch große Vorsicht zu entnehmen. Das Coronavirus und seine Folgen ist für jeden Investor – selbst für Warren Buffett, der bereits sechs oder sogar sieben Rezession erleben musste – Neuland. In den kommenden Wochen wird sich vermutlich in den Zentralen der Geldsammelstellen fast extremer Wankelmut breit machen (müssen). Auf der einen Seite werden die negativsten Konjunktur- und Unternehmensmeldungen im April auf die Manager einprasseln, die sie jemals in ihrem Leben lesen mussten. Auf der anderen Seite sehen sie die gewaltigsten Stützungsprogramme, die Regierungen und Notenbanken jemals auf den Weg gebracht haben.

Und nicht zuletzt muss man das mathematisch-medizinische Konstrukt einer bisher nicht erlebten Pandemie verdauen, welches in Kürze Meldungen der Niedergeschlagenheit, aber auch der Hoffnung produzieren wird.

„Wo Gefahr herrscht, wächst das Rettende auch“, schrieb einst der vor 250 Jahren geborene Dichter Hölderin. Auf die heutige Situation bezogen, könnte dies so etwas bedeuten wie: Irgendwann werden sich die Hoffnungssignale schlagartig so verstärken, dass das neu geschaffene und das geparkte Geld an die Märkte zurückfließt und einen Crackup-Boom nach dem Abflauen des Coronavirus auslöst. Jedoch gefolgt von starker Inflation und einem erneuten Test der Finanzmärkte mit ihrem FIAT-Money. Derzeit gibt es kaum Anhaltspunkte und frühere Beispiele, wie sich die Börsen kurzfristig entwickeln könnten. Eine Eigenschaft der Wertpapierbörsen funktioniert gerade nicht: Börsen können blitzschnell Informationen verarbeiten und deren mögliche Auswirkungen auf die Zukunft, aber keine Ereignisse. Und so ein Ereignis ist das Coronavirus.

Bei Covid-19 gibt es keine Insider, die von ihren frühen Kenntnissen (und auch Beziehungen) profitieren könnten. Vielleicht bedeutet das aktuell wenigstens ein wenig Chancengleichheit zwischen den Großen und den Kleinen..

Das Coronavirus hat einen Crash ausgelöst - wie geht es jetzt weiter?

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Rüdiger Born: Dax positiv, Chance im Euro

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Im Dax sieht es heute doch recht gut aus. Dank Bankenfeiertag in UK und einem kompletten Feiertag in den USA ist nicht viel los heute. Die Chancen nach oben sind aber die besseren. Der Euro könnte interessante Tradingchancen bieten. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch mein ausführlicheres Marktvideo vom Samstag, dass Sie sich beim Klick an dieser Stelle anschauen können. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service “Trade to Go” (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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Dax Charttechnik: Neue Sichtweise – Kaufsignal möglich?

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Der Dax Performance Index konnte sich im Verlauf der zurückliegenden Handelswoche relativ gut behaupten. Auch wenn der ganz große Sprung dem Index noch versagt blieb, konnte sich eine kleine Rallye einstellen. In Folge dessen habe ich meine Sichtweise auf dem Dax umgestellt. Wie der Chart es zeigt, bin ich nun wieder leicht positiv eingestellt, wenn auch nicht euphorisch. Die seit Mitte März zu konstatierenden Bewegungen bilden lediglich eine Korrektur aus und nicht etwa das Fundament für einen größeren Aufwärtstrend.

Ausblick für den Dax

Ausblick: Aktuell bildet sich für den deutschen Leitindex im Chart ein Triangle (a-b-c-d-e) als übergeordnete Welle (B) aus. Die sich momentan noch in der Ausformung befindliche Welle (d) kann an den folgenden Tagen noch bis zur 2.00-Linie bei 11.437 Punkten im Dax steigen. Diesen Schritt erwarte ich sogar, da sich dadurch die Struktur des Triangles besser darstellen würde. Wesentlich stärker wird der Trend indes nicht verlaufen. Die sich daran anschließende (e) schließt das Triangle durch eine kleine Korrektur ab.

Das Ziel von einer „E“ lässt sich nicht zuverlässig bestimmen, sollte aber im vorliegenden Fall nicht unter dem 1.00 Retracement bei 10.367 Punkten liegen. Nach abgeschlossener Welle (B) wird die sich anschließende (C) den Dax Index noch einmal relativ kräftig steigen lassen. Dabei kann der Arm des Trends durchaus bis zum 1.00-Widerstand bei 13.093 Punkten reichen. Größere Gefahren für das beschriebene Bild würden sich erst mit Unterschreiten der 1.62-Unterstützung (10.270 Punkte) einstellen. Diesen Schritt erwarte ich indes nicht.

Fazit: Der Dax bildet innerhalb einer Korrektur eine seitliche Korrekturformation aus. Ein Kaufsignal würde sich erst über der 2.00-Linie einstellten. Die Absicherung dieser Positionen sollte auf dem 1.62 Retracement bei 10.270 Punkten erfolgen.

Dax Chart

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Dank Lufthansa, ifo und Bayer – Dax doch tatsächlich mit Eigenleben am US-Feiertag

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Ja darf das denn wahr sein? An einem US-Feiertag entwickelt der Dax ein Eigenleben mit aktuell plus 2 Prozent. Und das nicht nur aufgrund dünner Umsätze, die mal eben Aktien oder Futures rauf und runter jagen! Nach der letzten offiziellen Info der Lufthansa vom Donnerstag Abend über laufende Verhandlungen mit dem Bund hat man sich laut aktuellen Berichten nun angeblich geeinigt. Die offizielle Bestätigung fehlt noch – aber eine Alternative zur Staatskohle gibt es für die Lufthansa aktuell eh nicht? Mal abwarten, was die offizielle Mitteilung, wenn sie denn kommt, für Details der Rettung enthüllen wird. Aktuell jedenfalls wird die Lufthansa-Aktie gepusht auf 8,52 Euro, ein Plus von mehr als 6 Prozent. “Noch” ist die Lufthansa ja im Dax enthalten, und hilft dem Index nach oben. Auch die Aktien des Dax-Titels MTU legen heute 7 Prozent zu.

Die Aktien von Bayer sind mit aktuell mehr als 7 Prozent Plus  – dies hatten wir vorhin schon besprochen. Nach heutigen Berichten hofft man auf Vergleiche bei tausenden von Klägern in den USA wegen dem Unkrautvernichter Glyphosat. Auch der heute mit 79,5 (erwartet 78,3) Punkten leicht bessere ifo-Geschäftsklimaindex hilft dem Dax heute beim Ansteigen. Die Amerikaner sind dank geschlossener Börsen (heute ist Memorial Day) erst morgen wieder am Start. Im Chart sehen wir den Index-Verlauf der letzten zehn Tage.

Dax im Verlauf von zehn Tagen

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