Folgen Sie uns

Konjunkturdaten

Coronavirus: Weltgrößte Reederei Moller-Maersk warnt vor Folgen

„Sehr sehr schwacher Februar und schwacher März“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

AP Moller-Maersk, die weltweit größte Reederei mit Sitz in Kopenhagen, hat heute vor den Folgen des Coronavirus für die Geschäftsentwicklung vor allem im ersten Quartal 2020 gewarnt. Bereits für das abgelaufene vierte Quartal 2019 mußte der Reederei-Gigant (ca. 18% aller weltweiten Container-Schiffe laufen über Maersk) einen überraschenden Verlust von 72 Millionen Dollar Verlust verbuchen (Prognose war ein Gewinn von 343 Millionen Dollar), der Umsatz im Jahr 2019 fiel im Vergleich zum Vorjahr um -5,6% auf 9,67 Milliarden Dollar (Prognose war 9,94 Milliarden Dollar).

Das Volumen im Schiffstransport sank bei Maersk im Jahr 2019 um -1,8% – betroffen waren sowohl Transporte zwischen Nord nach Süd als auch zwischen West und Ost. Dies sei Folge des schwächeren Wachstums der US-Wirtschaft (man höre und staune!), der geringeren Nachfrage Europas sowie der anhaltend schwachen Nachfrage in Südamerika. Dabei spielt auch eine Rolle, so Maersk, dass viele Transporte bereits im Jahr 2018 abgewickelt worden waren aufgrund der erwarteten Strafzölle der USA gegen China im Handelskrieg („frontloading“).

Für das Jahr 2020 warnt die Reederei vor sinkenden Umsätzen: die Lage sei nach wie vor sehr unsicher, Prognosen daher schwierig:

“As factories in China are closed for longer than usual in connection with the Chinese New Year and as a result of the COVID-19, we expect a weak start to the year.”

Coronavirus: „Sehr sehr schwacher Februar and schwacher März“

Die Aussagen zur Geschäftstätigkeit im Februar und dem, was im März zu erwarten ist, sind an Eindeutigkeit kaum zu überbieten (“very, very weak February and weak March”).

Gegenüber der „Financial Times“ äusserte CEO Soren Skou jedoch die Hoffnung auf eine Besserung der Lage in China:

“Right now, we estimate factories in China are operating at about 50 to 60 per cent capacity. We think it will be 90 per cent by March 2.”

Ab April könne dann aber eine deutliche Erholung einsetzen – am meisten aber fürchte man bei Maersk die weitere Ausbreitung des Coronavirus nach Afrika, wenn ein Teil der auf dem afrikanischen Kontinent lebenden Chinesen (ca. eine Millionen) wieder zurück kehre und dort auf ein weniger gut vorbereitetes Gesundheitssystem träfen, so CEO Skou gegenüber der „Financial Times“:

“The risk we fear is that there are 250,000 migrant workers that have to return to Africa and other countries, and they might bring the virus to countries that are ill-equipped to deal with it.”

Aufgrund der Folgen des Coronavirus hatten zuvor schon Apple wie auch der iPhone Hersteller Foxconn ihre Umsatzerwartungen gedrosselt, neben Moeller Maersk warnte heute auch Air France vor einem Rückgang der Umsätze. In Deutschland hatten gestern adidas und ADVA Optical vor einbrechenden Umsätzen in China bzw. Lieferengpässen berichtet.

Das Coronavirus hat Folgen für die weltgrößte Reederei Moeller-Maersk

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    20. Februar 2020 17:15 at 17:15

    65 Mrd Dollar in den Repo Markt, Problem gelöst.

  2. Avatar

    Kakadus

    20. Februar 2020 18:08 at 18:08

    Coronavirus could lead to a 40% to 50% decline in Apple sales in China.
    China Global Times is out with a tweet saying that they expect sharply lower sales in China for Apple iPhones.

  3. Avatar

    Kakadus

    20. Februar 2020 18:11 at 18:11

    Wenn das Gold gleichzeitig mit den Indz. abgibt, dann haben wir Korrektur

  4. Avatar

    globalvoterorg

    20. Februar 2020 19:16 at 19:16

    Der Aktien ATH, mit einem AU ATH ist vollendetes „Kino“. Die Dominanz hat, noch, die Hosen an, so scheint es, aber, der Blattschuss gegen China wird seine Wirkung zeigen. Es ist unwirklich, wie der ausgehebelte „Un-Markt“ per QE (Falschgeld) weiter manipuliert wird, als gäbe es kein Morgen. Die „Sonne“ geht, aber, doch im Osten auf, bis dies, plötzlich, nicht mehr geht, wegen des unausweichlichen Dominoeffektes. Aufwachen, möchte man rufen, Nein, es ist schon zu spät! Die Spekulanten und Schweigegeldbezieher haben es nicht besser verdient. Die harte Tour! Nur, aus Schmerz lernt der bornierte Mensch. Die Hochmut kommt, immer, vor dem Fall! „Soft“-Crash !!!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Konjunkturdaten

Aktuell: Aufträge langlebiger US-Wirtschaftsgüter schwächer

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter (Durable Goods Orders; August) sind mit +0,4% schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +1,5%; Vormonat war +11,4%, nun jedoch auf +11,7% nach oben revidiert).

In der weniger volatilen und daher mehr beachteten Kernrate (ohne Transport und Verteidigung) liegen die Aufträge bei +0,4% (Prognose war +1,2%; Vormonat war +2,6%, nun auf +,% nach en revidiert).

Ohne Verteidigung liegen die Aufträge bei +1,8% (Vormonat war +2,5%)

weiterlesen

Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

weiterlesen

Konjunkturdaten

Aktuell: Verkäufe neuer US-Häuser extrem stark

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Die Verkäufe neuer US-Häuser (New Homes Sales; August) sind mit +4,8% auf eine Jahresrate von 1.011 Millionen deutlich besser ausgefallen als erwartet (Prognose war -0,1% auf eine Jahresrate von 895.000; Vormonat war +13,9% auf eine Jahresrate von 901.000, nun jedoch auf +14,7% auf eine Jahresrate von 965.000 nach oben revidiert).

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen