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Coronavirus: Wer sind derzeit die Gewinner in der Krise?

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Der Coronavirus reißt die Weltwirtschaft mit all ihren Branchen in die Tiefe. Besonders betroffen sind Tourismus, Luffahrtindustrie und der Konsum von höherwertigen Gütern und Dienstleistungen. Aber, wie bei jedem Unheil gibt es auch Profiteure in einer Krise.

Coronavirus und das Geschäft mit der Angst

Wer hat nicht davon schon gelesen oder ist sogar selbst davon betroffen? Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken sind derzeit der Renner, dementsprechend ausverkauft und teuer sind die Produkte. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage schlägt unerbittlich zu, bis zum Nepp um das Coronavirus.

Manche Firma hat diese Situation erkannt und setzt die Situation produktionstechnisch um. Zwei Beispiele: Der große Zulieferer von Apple, Foxconn, stellte bisher Atemschutzmasken zum Schutz seiner Mitarbeiter her, nun erweitert man die Produktion um demnächst 600.000 Stück liefern zu können – täglich. Selbst ein deutscher Matratzenhersteller hat reagiert und stellt sein Fertigungsverfahren um, zum Zwecke der Produktion der begehrten Billigartikel.

In den USA produziert der Mischkonzern 3M statt fünf Tage die Woche nun sieben zur Fertigung der N95-Masken, außerdem auch für Einwegoveralls und Kopfschutzhauben für Krankenhäuser.

In Deutschland wurden Desinfektionsmittel zur Mangelware. Von der erhöhten Nachfrage profitieren Chemiefirmen wie Lanxess oder Evonik. Auch beim Hersteller des bekannten Desinfektionsmittels Sagrotan, Reckitt Benckiser, florieren die Geschäfte wegen des Coronavirus. Erst recht beim deutschen Medizintechnikhersteller Drägerwerk, der für Krankenhäuser auch höherwertige Produkte wie Beatmungsgeräte mit allem Zubehör liefert.

Eine andere Entwicklung ist die Nachfrage nach Konserven und Pulversuppen. Darbende Firmen wie Heinz Ketchup oder Campbell Soup registrieren enorme Nachfrage, entstanden durch die Angst der Menschen, es könnte zu Lebensmittelengpässen kommen. Deren Aktienkurse haben im allgemeinen Absturz stark zugelegt.

Internethandel und Homeoffice

Die Angst, sich beim Einkaufen bei anderen Menschen mit dem Coronavirus anzustecken, hat den Siegeszug des Onlinehandels noch einmal beschleunigt. Zunächst schön zu erkennen im Ausbruchszentrum Wuhan, wo völlig vermummte Kuriere die Produkte an die Haustüre geliefert haben. Daraus ist ein richtiger Hype entstanden, vor allem im stark betroffenen Südkorea, wo die Nachfrage fast nicht mehr bedient werden kann. Andere Länder werden sicherlich folgen.

Die Quarantänemaßnahmen haben auch eine Blüte des Homeoffice generiert, auch hier ist in der kurzen Zeit bereits ein Boom entstanden. Es werden IT-Konferenzen abgehalten, in China ist der Datenverkehr infolge des Coronavirus um das 22-fache gestiegen. Aber auch in anderen Ländern (Japan, Singapur und Südkorea ) geht der Trend steil nach oben, wie der IT-Konzern Cisco berichtet.

Das führt natürlich auch zur Nachfrage nach Hardware. Wie die Marktforschungsfirma iiMedia berichtete, haben rund 18 Millionen Unternehmen ihre Mitarbeiter gebeten, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Zahl der Fernarbeiter soll insgesamt bei rund 300 Millionen liegen. Diese Entwicklung bestätigt auch das deutsche Systemhaus Bechtle. Viele IT-Abteilungen decken sich zudem mit Notebooks ein, wie die Firma feststellt.

Coronavirus und die Pharmaindustrie

Nicht vergessen werden darf bei der Entwicklung einer Pandemie natürlich die Pharma- und Biotech-Industrie. Es gibt kaum eine Pressekonferenz, in der nicht nach dem Stand der Entwicklung eines Impfstoffes gegen des Coronavirus gefragt wird. Es wird weltweit mit Hochdruck geforscht, denn man erwartet auch, dass sich das Coronavirus zu einem Dauerproblem entwickeln könnte. Firmen wie die japanische Firma Takeda oder das US-Unternehmen Gilead Sciences werden hier zumeist genannt.

Davon profitieren nicht nur etablierte Hersteller wie Glaxo-Smithkline und Sanofi bei ihrer Erforschung von Impfstoffen, auch kleinere Biotechfirmen wie Moderna und Inovio sind im Gespräch – mit teilweise großen Kursaufschlägen an der Börse.

Zu guter Letzt gibt es auch Profiteure in der Finanzindustrie. Nicht die Banken, die unter dem Zinscrash leiden, sondern viele Onlinebroker, die sich an dem Anschwellen der Umsätze erfreuen. Man habe lange nicht mehr so viele Trades gesehen, manch eine Firma spricht schon von den besten Umsätzen seit der Finanzkrise 2009. Diese Branche hofft natürlich darauf, dass die Turbulenzen noch eine Zeitlang andauern mögen.

Fazit

Das Coronavirus hat einen großen Bedarf an verschieden Produkten und Dienstleistungen generiert, um sich vor ihm zu schützen, aber auch um von ihm zu profitieren. Das Geschäft mit der Angst floriert, denn von dem Höhepunkt seiner Ausbreitung sind wir bestimmt noch ein ganzes Stück entfernt. Die ersten Firmen, die diesen Trend erkannt haben, werden davon profitieren, bis es à la longue zur Überproduktion kommen wird – aber das kennt man aus früheren Infektionskrisen. Wie viel vorsorglich produzierte Medikamente mussten schon nach Ablauf des Verfallsdatums entsorgt werden? Beispiel Tamiflu und die Schweinegrippe!

Wer profitiert von der Krise um das Coronavirus?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

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