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COT-Daten: VIX mit Kaufsignal – Vorsicht bei Gold!

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlicht jeden Freitag die Commitments of Traders, die sogenannten COT-Daten. Diese Aufschlüsselung der Positionierungen am Terminmarkt geben wertvolle Hinweise zum kurzfristigen Auf- oder Abwärtspotenzial eines Marktes.

COT-Daten als klassischer Kontraindikator

Die US-Aufsichts- und Regulierungsbehörde für den Future- und Optionshandel in den USA, CFTC, erhebt jede Woche die noch offenen Positionen der Händler nach Börsenschluss am Dienstag. Die Daten werden von den meldepflichtigen Marktteilnehmern am Mittwoch an die Behörde geliefert und jeweils am darauffolgenden Freitag um 21:30 MEZ der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (feiertagsbedingt manchmal auch erst am darauffolgenden Montag).

Die Daten werden aktuell für 66 verschieden Futures- und Options-Märkte für folgende Kategorien ermittelt: Währungen, Zinsen/Anleihen, Aktien-Indizes, Rohstoffe (Metalle, Energieträger, Nahrungsmittel und Baustoffe). Die CFTC teilt die Terminmarktteilnehmer in ihren Berichten in drei Gruppen ein:

1) Die sogenannten „Commercials“ sind Rohstoffproduzenten, Industriekonzerne (Verarbeiter) oder Banken, die sich primär gegen Kursschwankungen an bestimmten Märkten absichern wollen.

2) Die „Large Speculators“ sind Trader, die aufgrund ihrer Größe meldepflichtig sind und rein spekulativ am Terminmarkt agieren (direktionale Wetten abschließen).

3) Die „Small Speculators“ sind eine Gruppe von Kleinhändlern, die einzeln nicht meldepflichtig sind und daher nur als Sammelgröße mit in den COT-Report einfließen.

Relevant für die Analyse der COT-Daten sind primär die „Commercials“ und die „Large Speculators“. Aufgrund der unterschiedlichen Motive der Terminmarkthändler, die auf Preisentwicklungen in der Zukunft setzen, lassen sich Rückschlüsse auf die Verfassung des jeweiligen Marktes ziehen.

Bei den „Commercials“ geht man davon aus, dass diese umso mehr Kauf- oder Verkaufs-Kontrakte halten, umso weiter sich der Preis von seinem fairen Wert entfernt hat (fundamental orientiert), wohingegen die „Large Speculators“ prozyklisch ihre Positionierungen immer weiter ausbauen, je mehr ein Markt sich in eine Richtung bewegt (Momentum getrieben). Es ist empirisch belegt, dass die „Commercials“ an Extrempunkten eine gute Indikation für die „richtige“ Positionierung im Markt darstellen, wohingegen die großen Spekulanten als klassische Kontraindikatoren gelten.

Darüber hinaus beinhaltet der COT-Report das sogenannte „Open Interest“, das die Gesamtzahl aller offenen Kontrakte anzeigt und Rückschlüsse auf das generelle Interesse an einem bestimmten Markt offenbart. Auch daraus lässt sich ableiten, ob ein Markt bereits „heiß“ gelaufen ist, wenn er im Fokus vieler Marktteilnehmer mit entsprechend hohem Exposure steht.

Der COT-Indikator

Der COT-Index ist ein Oszillator, der Wendepunkte in einem Markt mit einer gewissen Zuverlässigkeit anzeigt. Immer dann, wenn die Positionierungen der Marktteilnehmer im historischen Vergleich der letzten Monate, Quartale oder Jahre besonders extrem sind, generiert der COT-Index ein Kauf- oder Verkaufssignal. Der Index schwankt zwischen 0 und 100. Stände über 75 generieren ein Kaufsignal, Stände unter 25 ein Verkaufssignal. In dem verlinkten Chart zum Mexikanischen Peso zeigt der COT-Index (rote Linie ganz unten im Chart) aktuell exemplarisch ein klares Verkaufssignal gegenüber dem US-Dollar. Der COT-Index ist in Kombination mit anderen Indikatoren ein wertvoller Hinweisgeber für die Verfasstheit eines Marktes.

COT-Index mit klarem Kaufsignal für den VIX

Das deutlichste Kaufsignal auf Basis der COT-Daten gibt es aktuell beim VIX, also der Volatilität auf den S&P 500 (neunte Spalte von oben, Chart wird sichtbar via Mouseover). Die Short-Positionierung der „Large Traders“ (Großspekulanten) befindet sich im absoluten Extrembereich, wohingegen die „Commercials“ in einem Ausmaß auf eine wieder steigende Volatilität setzen, wie noch nie zuvor seit Beginn der Datenaufzeichnung.

Informationen darüber, welche Möglichkeiten es für deutsche Privatanleger gibt, auf einen steigenden VIX zu investieren und welche Besonderheiten dabei zu beachten sind, finden Sie in diesem Artikel der FMW (den Link zu den Hebelzertifikate-Produkten auf den VIX finden Sie in den Kommentaren unter dem verlinkten Artikel).

Vorsicht bei Gold

Trotz meiner grundsätzlich sehr positiven Einstellung gegenüber Goldinvestments, signalisiert der COT-Report aktuell kurzfristig weiteres Korrekturpotenzial. Der COT-Index steht momentan bei 11 (rote Linie ganz unten im Chart) und damit trotz der Preisrückgänge der letzten Wochen nach wie vor tief in der Verkaufszone. Etwas besser sieht das Bild bei Silber aus. Hier steht der COT-Index aktuell bei 25. Indexstände über 50 sind positiv und über 75 befindet sich der COT-Index dann erneut in der Kaufzone. Die Preisrückgänge seit Dienstag letzter Woche sind noch nicht in den COT-Daten für Gold und Silber erhalten und werden erst in der nächsten Veröffentlichung des Reports ihren Niederschlag finden.

Datenquellen zu den COT Daten

Für einen schnellen Überblick per Mouseover über alle von den COT-Daten abgedeckten Märkte empfiehlt sich folgende Seite, auf der man sich die Daten auch per Excel downloaden und anschließend selbst bearbeiten kann. Den COT-Index zu immerhin 40 der von der CFTC abgedeckten Märkte bieten die Charts auf dieser Seite.

Fazit und Hinweis

In Kombination mit anderen Indikatoren stellen die COT-Daten der CFTC Informationen für den Grad der Überkauftheit bzw. Überverkauftheit eines Marktes dar. Ergänzt um charttechnische Signale und fundamentale Daten können kurzfristig orientierte Händler ihren Tradingerfolg mittels COT-Daten deutlich erhöhen. Als alleiniger Indikator sind die COT-Daten gleichwohl nicht geeignet, da sie überlagert von fundamentalen Einflussfaktoren, wie zum Beispiel aktuell einem Angebotsdefizit bei Palladium, auch über längere Zeiträume permanent Fehlsignale generieren können.

Bei Rohstoffen gilt generell: Oberste Priorität hat die physische Angebots-Nachfrage -Situation. Ist ein Rohstoff im Defizit (weniger Angebot als Nachfrage) steigen die Preise – unabhängig von charttechnischen Signalen oder der Terminmarktstruktur á la COT-Daten. Weitergehende Informationen zum Thema COT-Daten, auch zum erweiterten COT-Report, erhalten Sie hier.

COT-Daten - Terminhandel in Chicago
Historische Aufnahme vom Terminhandel in Chicago 1993.



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1 Kommentar

  1. Danke für die Analyse!

    Habe heute eine Call Position auf VIX eröffnet. Geeigneter SL wird noch im Laufe des Tages platziert.

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