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Covid-19: Der Druck auf die Europäische Arzneimittelagentur nimmt zu

Trotz bis zu 600 Todesopfer wegen oder mit Covid-19 – der deutsche Staat verzichtet auf eine Notzulassung des Impfstoffes BNT162b2 – zurecht?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

In Deutschland gibt es ab Mittwoch wieder einen harten Lockdown, insbesondere wegen der vielen Corona-Toten und den Befürchtungen von Überlastungen der Intensivstationen: Trotz bis zu 600 Todesopfer wegen oder mit Covid-19 – der deutsche Staat verzichtet auf eine Notzulassung des Impfstoffes BNT162b2 von BioNTech/Pfizer. Man wartet voller Ungeduld auf den 29. Dezember.

Covid-19: Die große Impfaktion hat begonnen

Nach den bereits schon länger laufenden Impfungen in China (eine Millionen Menschen?) – oder in Russland mit dem Präparat Sputnik V, welches, obwohl sich noch in der klinischen Phase befindend, bereits Mitarbeitern im Gesundheitswesen und anderen besonders gefährdeten Menschen gespritzt wurde – hat die große Aktion jetzt auch im Westen begonnen.

Nach Großbritannien und Kanada haben auch die USA eine Notzulassung des deutschen Präparats gegen Covid-19 erteilt. In der EU wartet man auf die Bewertung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, die immerhin für 27 Staaten verantwortlich ist.

Die notwendige Sorgfalt

Es gibt Millionen von Impfskeptikern in Deutschland, die an die Probleme beim Impfstoff gegen die Schweinegrippe H1N1, Pandemerix, oder gar an die Contergan-Katastrophe erinnern. Auch gab es in Großbritannien bereits zwei Fälle von schweren Nebenwirkungen bei Allergikern nach Verimpfung von BNT162b2 – ein Medikament gegen Covid-19 ohne Nebenwirkungen wird es wohl auch  nicht geben.

Auch wird auf die Geschwindigkeit der Impfstoffentwicklung und die Zahl der Probanden (40.000) hingewiesen. Allerdings hatte man beim bisherigen Rekordhalter, dem nach vier Jahren Entwicklungszeit im Jahre 2019 zugelassenen Ebola-Impfstoff, vor der Zulassung das Präparat nur an 17.000 Probanden getestet.

Die Leiterin der Europäischen Arzneimittelagentur Emer Cooke sagte kürzlich in einem Interview mit Euronews:

„Wir haben zwei Impfstoffe in aktiver Evaluierung. Wir haben sie am 1. September erhalten und werden voraussichtlich spätestens am 29. Dezember ein wissenschaftliches Gutachten für Pfizer und BioNTech sowie am 12. Januar für den Moderna-Impfstoff haben!“

Bei den jetzt noch durchzuführenden Prüfungen kann aber bestimmt nicht festgestellt werden, ob es nach Millionen von Impfungen nicht doch schwere Nebenwirkungen in Einzelfällen geben wird.

Eine schwere Güterabwägung

Es ist auch eine Abwägung, wie im juristischen Sinne: Jeder Tag, der noch andauert bis zur Zulasssung der Impfstoffpräparate kostet viele Menschenleben und jede Nachlässigkeit bei einer übereilten Zulassung könnte zu vielen lebensbeeinträchtigenden Nebenwirkungen führen.

Die Bundesregierung hat einen Wettlauf um die schnellste Zulassung des Impfstoffs gegen Covid-19 in Europa vermieden, mit all den negativen Konsequenzen, die damit zusammenhängen könnten. Zum Beispiel, dass sich Ostblockstaaten dem noch nicht ausgetesteten russischen Impfstoff Sputnik V zuwenden könnten. Auch die Wirtschaft äußert sich mit Kritik über das verzögerte Verfahren durch die EU-Behörden. Hierzu im „Handelsblatt“ der ehemalige Chef des Ifo-Instituts Professor Sinn: „Der Lockdown ist zwar im Moment alternativlos, doch jeder Tag, den wir früher impfen, erspart uns Hunderte von Toten und eine Milliarde ökonomischer Kosten.“

Denn was bringen diese zwei Wochen an Zugewinn, zumal noch über die Weihnachstsfeiertage? Kann man hier noch Daten für den Impfstoff gegen Covid-19 auswerten, die von den Angelsachsen übersehen worden sind?

Wird das längere Verfahren nicht vielleicht sogar noch den Unwillen der Impfunentschlossenen steigern, in Coexistenz mit Zweifeln über die stets kritisierte EU-Bürokratie?

Fazit

Covid-19 hat die Welt im Griff. Sowohl für diejenigen, die an einen Impfstoff glauben, ihn kritisieren oder sogar auf eine Herdenimmunität warten. Letztere würde zu Millionen Toten führen und vorher zu unglaublichen humanitären (Entwicklungsländer) und wirtschaftlichen Schäden. Nach jedem Lockdown käme es immer wieder zu Jo-Jo-Effekten, über Jahre hinweg. Auf der anderen Seite bekommen wir eine Impfung spätestens Anfang Januar auch in Deutschland, mit einem Impfstoff, der in nicht einmal einem Jahr entwickelt und produziert wurde. Wieder einmal geht es um das Vertrauen in die Wissenschaft, in die Fortschritte der Medizin, wie seit langen Zeiten. Hoffen wir, dass der Begründer von BioNTech, Professor Uhur Sahin, der mit seinem Team schon zehn Jahre an der mRNA-Technologie forscht, mit seiner Behauptung Recht behält:

„Je früher ein effektiver Impfstoff verfügbar ist, desto früher können wir alle in unser altes Leben zurückkehren.“

Jedenfalls wird mit jedem Tag, an dem in anderen Ländern die Impfungen laufen, die Kritik an der EMA zunehmen. Am heutigen Tag ist im Übrigen die Deadline für das Einrichten der deutschen Impfzentren erreicht. Wird der Druck zu einer rascheren Entscheidung führen?

Warum wird der Impfstoff gegen Covid-19 in der EU nicht früher zugelassen?

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    jürgen

    15. Dezember 2020 11:01 at 11:01

    Was für ein Schwachsinn, man hat doch zur Zulassung eh keine Alternative, also warum zieht man das so hin???? Versagen auf ganzen Linie, wie wier es gewohnt sind vond en Oberen :-)

  2. Avatar

    Columbo

    15. Dezember 2020 11:16 at 11:16

    Der Mensch ist schon ein merkwürdiges Wesen. Lieber nimmt er harte Lockdowns, Wirtschaftskatastrophen, Arbeitsplatzverluste und persönliche Pleiten in Kauf, als sich mit einem Impfstoff impfen zu lassen, der halt wegen der Dramatik der Coviderkrankung nicht die fast 100% Sicherheit anderer Impfstoffe bietet. Nur vielleicht 80%, wie furchtbar!
    Die Menschen sind wie so oft nicht imstande, Wahrscheinlichkeiten abzuwägen. Was ist wie wahrscheinlich? Blitzschlag, Autounfall, Bergunfall, Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs, Coviderkrankung, Impfschaden?
    Wie wahrscheinlich sind Covid-Impfschäden, schwere Magenblutungen durch Aspirin, Nebenwirkungen einer Chemotherapie, Zwischen- und Unfälle nach Einnahme von Tranquillizern, Schlafmittel?
    Das größte Risiko einer Corona-Impfung ist die mögliche Unwirksamkeit. Das wäre die Katastrophe, Super-Gau, dann bricht alles zusammen. Davor scheinen aber die wenigsten Angst zu haben.

  3. Avatar

    Stiller User

    15. Dezember 2020 12:11 at 12:11

    @Columbo: In Deutschland gibt es doch mehr als genug die ständig nach harten und langen Lockdowns schreien, kann man reihenweise in Sozialen Netzwerken und in Kommentarspalten lesen. Dann braucht man auch keinen Impfstoff zulassen, denn die Deutschen wollen offensichtlich keinen. Außerdem lässt dies denn Schluss zu, dass es vielen nicht so schlecht geht wie man immer tut.

  4. Avatar

    Columbo

    15. Dezember 2020 12:28 at 12:28

    @Stiller User

    Die Leute wollen Lockdowns statt Impfung? Das ist in der Tat verwunderlich. Hab langsam auch das Gefühl, daß manche Kreise gar keine Lösung des Problems wollen. Die wünschen sich tatsächlich, daß alles zusammenbricht, warum auch immer. Die schreienden Kassandras sind Ausdruck davon.
    Dann werden auch die verbissenen Kämpfe gegen die Impfung klar. Cui bono?

  5. Avatar

    Quintus

    15. Dezember 2020 13:17 at 13:17

    Das Coronavirus hat es geschafft innerhalb eines Jahres ca.2800 mal zu mutieren, dabei sind 5 markante Veränderungen am Spikeprotein entstanden und nun glauben alle mit EINER Impfung wird Alles wieder wie vorher? Das Coronavirus hat den Weg in die menschliche Population geschafft und wird wie das Influenzavirus uns jedes Jahr aufs Neue erfreuen. Seit 78 Jahren gibt es nun die Grippeschutzimpfung, ist die Grippe deswegen verschwunden?

    So langsam frage ich mich, ob es nicht besser wäre auf meine Restlebenszeit von vielleicht 5-10 Jahre zu verzichten als von überkompetenten Bankkaufmännern sowie Healtmanagern obendrein Coronaangsthäslis umgeben ohne jegliche Freude dahinsiechen zu müssen. Vermutlich bekommen wir bald wieder gelbe Sterne an den Mantel gesteckt, nur dieses mal wird
    „Nicht geimpft“drauf stehen. Mit Entsetzen sehe ich die deutsche Blockwartmentalität wieder aufblühen, fast noch schöner als damals…..Nachbarn, die feiern sind nun eine Gefahr, die sofort der Polizei gemeldet gehört…..kleine Kinder die im Supermarkt als „Virenschleudern“ bezeichnet werden nur weil sie keine Maske tragen. Für solche Mitmenschen solch ich mich impfen lassen? Damit sie noch länger ihr Unwesen treiben können?
    Wir wurden einst in unserem schönen Bayernlande von einem Landesvater nicht Panikmoderator regiert:

    Franz Josef Strauß zur Politik der Angst: „Wer die Menschen verwirrt, wer sie ohne Grund in Unsicherheit, Aufregung und Furcht versetzt, betreibt das Werk des Teufels“
    https://m.youtube.com/watch?v=DnEhZ471oEY

  6. Avatar

    Columbo

    15. Dezember 2020 13:36 at 13:36

    @Quintus

    Mein Albtraum sind eher gelbe Sterne aus Altersgründen, ab 65 zum Beispiel. Zuerst Schutzhaft, dann Auslagerung.
    Da werde ich mich dann ganz schnell meines früheren systemrelevanten Berufes erinnern und, sofern nicht dement, einen Job suchen.

  7. Avatar

    Lausi

    15. Dezember 2020 19:00 at 19:00

    Also ich schwöre auf Ivermectin als Corona-Prophylaxe (neben Vit. D & Zink). Ist billich, zeigt eine gute Wirksamkeit, hat kaum Nebenwirkungen, und seine Läuse ist man ggf. auch los. Einfach mal googeln.

  8. Avatar

    Lausi

    15. Dezember 2020 19:16 at 19:16

    @Quintus – muss jetzt schon Franz Josef aus der Kiste geholt werden?

  9. Avatar

    Columbo

    15. Dezember 2020 22:05 at 22:05

    @Lausi

    Frag vorher doch bitte einen gscheiten Arzt!
    Wär schad um dich.

  10. Avatar

    Michael

    17. Dezember 2020 00:32 at 00:32

    @Lausi, wer wie @Quintus nach eigener Einschätzung nur noch 5-10 Jahre hat, greift sicher gerne auf die damaligen Legenden zurück. Auf eine Zeit, als es noch keine Medienvielfalt gab, eine Handvoll TV-Programme und ein paar Zeitungen. Als noch jeder Bürger gerne bereit war, GEZ für Staats-TV und einfache bipolare Kalte-Krieg-Propaganda abzudrücken.

    Wer die Menschen verwirrt, wer sie ohne Grund in Unsicherheit, Aufregung und Furcht versetzt, betreibt das Werk des Teufels. Sprach der Teufel in Person, FJS, während er genau Dieses Zeit seines Lebens zelebriert hat.

    Lassen wir ihn lieber in seiner Kiste ruhen, obwohl ich befürchte, dass eine Reinkarnation mit blondem Vogelnest, Schweinsäuglein, Selbstbräunungcreme, Schmollmündchen und Leguanhals (v.o.n.u.) als Zombie wiederauferstanden ist.

  11. Avatar

    Michael

    17. Dezember 2020 00:46 at 00:46

  12. Avatar

    Lausi

    17. Dezember 2020 09:04 at 09:04

    @Michael – ein Meister der Sprücheklopferei. Populismus gab’s schon immer… Gut, dass das immer mehr als Gefahr wahrgenommen wird.

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Jerome Powell – seine Aussagen auf der PK + Live-Feed – Impressionen einer surrealen Veranstaltung..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Was wird Jerome Powell heute sagen? Im Statement der Fed kein Wort zu den jüngsten spekulativen Exzessen – werden die Journalisten diesmal nachhaken und die wirklich wichtigen Fragen stellen?

– Powell muss erstmal tiefer durchatmen..

– Wirtschaftsentewicklung hängt von Virus ab – Wirtschaft hat sich wieder abgeschwächt, Konsum hat sich abgeschwächt

– Immobilienmarkt hat sich erholt (FMW: eine Umschreibung für massiv steigende Preise..)

– Arbeitsmarkt bleibt schwach, Menschen mit geringem Einkommen am stärksten betroffen

– Inflation bleibt niedrig, aber könnte anziehen wegen Impfungen

– Wirtschaft aber robuster als zu befürchten war

Ups, das war kurz – Powell „hat schon fertig“, jetzt kommen Fragen..

—–

Und gleich die Frage nach Gamestop, wow.. Powell: ich äussere mich nicht zu bestimmten Firmen (FMW: sondern behaupte einfach, dass wir mit unserer Geldpolitik nicht Blasen begünstigen…)

– Powell: beobachten Finanzbedingungen sehr genau

– jetzt Steve Liesman von CNBC zu Bewertungen, am Beispiel von Bitcoin, Gamestop etc. (FMW: Liesman ist der einzige, der ernsthafte Fragen stellt!). Und sinngemäß sagt Powell: wir kümmern uns um die Wirtschaft, nicht um Blasen..

– Powell: es ist nicht die Geldpolitik der Fed, die Bewertungen der Märkte bedingt, sondern die Sache mit dem Impfstoff (FMW: viel dreister kann man eigentlich nicht die Unwahrheit sagen! Klar: der Impftstoff ist ein zentraler Treiber, aber wo stünden die Aktienmärkte ohne die Fed??)

– Powell zu Inflation: wird vielleicht vorübergehend steigen, aber nicht nachhaltig, weil deflationäre Trends seit langem bestehen. Es sei viel schwieriger, mit Deflation umzugehen als mit Inflation (FMW: puh..)

– jetzt die Frage, ob die Fed-Mitglieder bereits geimpft seien..Powell: ich wurde einmal geimpft und hoffe die zweite Dosis bald zu bekommen

– jetzt redet Powell über die Wirtschaft und Menschen – aber was hat die Fed mit Menschen und Wirtschaft zu tun??

– Frage von einem Bloomberg-Moderator: seid ihr als Fed überhaupt noch handlungsfähig, weil ihr die Zinsen weder senken noch anheben könnt? Powell: unsere Geldpolitik funktioniert, zum Beispiel am Immobilienmarkt

– Powell: es gibt keinen Grund. bei Erholung der Wirtschaft nicht die Zinsen anzuheben und unsere ultralaxe Geldpolitik einzustellen (FMW: is klar, Jerome..)

– Powell insistiert: nachhaltige Inflation unwahrscheinlich..

– Powell: werde gut mit Yellen zusammen arbeiten, habe aber mit ihr noch nicht gesprochen, auch nicht mit Biden

– Frage nach Furcht vor Immobilienblase oder Blase bei Unternehmensanleihen – Powell: extrem steigende Nachfrage nach Immobilien vorübergehend, bei Unternehmensanleihen sehe ich die Tatsache, dass es weniger Insolvenzen gibt (FMW: es wird immer surrealer, wie Powell versucht, die Blasen-Bildungen weg-zureden!)

FMW: bleiben sie dran bei FMW – wir bringen die Zahlen von Tesla, Facebook und Apple und die Marktreaktionen darauf!

Der Live-Feed:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Jerome Powell über das Evangelium der Fed

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Fed: Das sagt das Statement der US-Notenbank – weit und breit keine Blasen, nirgends..

Markus Fugmann

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am

Von der US-Notenbank Fed ist eigentlich heute nicht viel neues zu erwarten. Eigentlich. Aber wird dennoch etwas gesagt im Statement der Notenbank zur derzeitigen Spekulations-Euphorie? Hier die wichtigsten Aussagen der Notenbank in Stichpunkten:

– Wirtschaftswachstum hat sich abgeschwächt: „The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic“
Beim letzten Statement hatte es noch geheißen in Sachen Wirtschaft: „Economic activity and employment have continued to recover but remain well below their levels at the beginning of the year.“

– keine Erwähnung spekulativer Exzesse (Gamestop!)

– wenn Situation verschlechtert, wird Notenbank handeln: „would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals“

– Inflation bleibt moderat wegen Ölpreisen: „Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation“

FMW: Subtext der Fed – kauft alles, wir bailen euch aus. Gamestop ist cool!

Das Statement im Wortlaut:

The Federal Reserve is committed to using its full range of tools to support the U.S. economy in this challenging time, thereby promoting its maximum employment and price stability goals.

The COVID-19 pandemic is causing tremendous human and economic hardship across the United States and around the world. The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic. Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation. Overall financial conditions remain accommodative, in part reflecting policy measures to support the economy and the flow of credit to U.S. households and businesses.

The path of the economy will depend significantly on the course of the virus, including progress on vaccinations. The ongoing public health crisis continues to weigh on economic activity, employment, and inflation, and poses considerable risks to the economic outlook.

The Committee seeks to achieve maximum employment and inflation at the rate of 2 percent over the longer run. With inflation running persistently below this longer-run goal, the Committee will aim to achieve inflation moderately above 2 percent for some time so that inflation averages 2 percent over time and longer‑term inflation expectations remain well anchored at 2 percent. The Committee expects to maintain an accommodative stance of monetary policy until these outcomes are achieved. The Committee decided to keep the target range for the federal funds rate at 0 to 1/4 percent and expects it will be appropriate to maintain this target range until labor market conditions have reached levels consistent with the Committee’s assessments of maximum employment and inflation has risen to 2 percent and is on track to moderately exceed 2 percent for some time. In addition, the Federal Reserve will continue to increase its holdings of Treasury securities by at least $80 billion per month and of agency mortgage‑backed securities by at least $40 billion per month until substantial further progress has been made toward the Committee’s maximum employment and price stability goals. These asset purchases help foster smooth market functioning and accommodative financial conditions, thereby supporting the flow of credit to households and businesses.

In assessing the appropriate stance of monetary policy, the Committee will continue to monitor the implications of incoming information for the economic outlook. The Committee would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals. The Committee’s assessments will take into account a wide range of information, including readings on public health, labor market conditions, inflation pressures and inflation expectations, and financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair; John C. Williams, Vice Chair; Thomas I. Barkin; Raphael W. Bostic; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Mary C. Daly; Charles L. Evans; Randal K. Quarles; and Christopher J. Waller

Die Fed - was wird sie heute sagen?

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Aktien

Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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