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Covid-19: Jetzt ist Südamerika der Hot Spot

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Covid-19 grassiert in Südamerika - hier der Strand von Ipanema in Rio

Trotz der vielen Länder, die ihre Infektionszahlen bei Covid-19 bereits gezehntelt haben, vorwiegend in Asien und langsam auch in Europa (hier mehr zum schwedischen Experiment), gehen die Zahlen weltweit immer noch nach oben. Ursache hierfür sind die USA, Russland und das lange verschonte Südamerika. Letzte Woche meldete die WHO mit 106.000 Infektionsfällen innerhalb eines Tages, die höchste bisher gemeldete Zahl.

Die Ausbreitung von Covid-19

Bei der gemeldeten Rekordzahl entfiel ein Drittel auf neue Fälle auf Südamerika, während ein Fünftel auf die USA und Europa kamen. Dabei kann man aus den absoluten Zahlen weltweit bereits deutlich einen Rückgang der aktiven Fälle – nicht der Gesamtzahl erkennen. In den Medien wird immer auf neue Rekordzahlen an Infektionen verwiesen, aber das ist nun einmal logisch, denn wenn China drei neue Fälle pro Tag meldet, ist die Gesamtzahl auch weiter gestiegen. Deshalb ist aus meiner Sicht das Verhältnis der Geschwindigkeit der Zunahme an Neuinfektionen im Verhältnis zu den an Covid-19 genesenen Personen das Relevantere. Dies sieht für zuletzt wie folgt aus: Weltweit

17.April: 1,508 Mio. aktive Fälle – 568 Tsd. Genesene

1.Mai: 2,044 Mio. AF – 1,053 Mio. (G)

17.Mai: 2,628 Mio. AF – 1,860 Mio. (G)

24.Mai: 2,831 Mio. AF – 2,28 Mio. (G)

Im Übrigen haben schon 21, hauptsächlich kleinere Länder, bereits 0 Restinfizierte gemeldet. Wenn man die obigen Zahlen fortschreibt, könnte es in ein/zwei Monaten auch weltweit zu einem Rückgang der aktiven Infektionsfälle kommen, Peak Corona für dieses Jahr? Vielleicht ein Mitgrund dafür, dass die Börsen so überaus optimistisch In die Zukunft sehen.

Die aktuellen Problemregionen

Innerhalb von wenigen Wochen ist Brasilien mit seinen Infektionszahlen nach oben geschossen (USA verbieten Einreisen aus Brasilien), an die zweite Stelle hinter den USA. Zum großen Entsetzen der WHO hatte Präsident Bolsonaro die Lungenkrankheit anfangs sehr bagatellisiert, mit schrecklichen Folgen für die zahlreichen Slumsbewohner. Doch jetzt zieht ganz Lateinamerika nach, insbesondere der Süden. Covid-19 breitet sich in Staaten aus, in denen das Thema Notfallbetten noch eine ganz andere Dimension einnimmt, als es in Deutschland je der Fall war.

Ende Februar wurde in Brasilien der erste Corona-Fall gemeldet. Aber nicht nur dort hielt man die Krankheit als vergleichsweise harmlos, auch in Mexiko vernachlässigte Präsident Lopez zunächst die Gefahr. Inzwischen ist man auch dort schon bei 68.000 Infektionen angelangt. Mit teilweise schlimmen Konsequenzen, in Ecuador haben über 36.000 Fälle das Gesundheitssystem derart überlastet, dass Menschen auf Straßen starben, weil sie von Krankenhäusern abgewiesen wurden.

Jetzt erwischt es die südlicheren Staaten. In Peru zählt man bereits fast 120.000 Fälle, in Chile sind es über 69.000 Infizierte. Bei der Betrachtung der Testzahlen schleicht sich jedoch ein Verdacht ein. Die Zahl der Coronatests pro 1000 Einwohner betrug in Chile und Peru 22, in Brasilien 3,5 und in Mexiko gar nur 1,5. Sehr wahrscheinlich, dass es bereits viel mehr Infizierte und Opfer gegeben hat, als in der Statistik angegeben. Nichtsdestotrotz will man anscheinend auch in den Ländern Südamerikas nichts mehr vom Lockdown wissen, besonders in Brasilien, denn die Folgen des Zusammenbruchs der Wirtschaften sind dort erheblich existenzieller als in den Industrieländern. Ein Spiel mit dem Feuer?

Fazit

Das Covid-19 Virus und seine Verbreitung stellt nach wie vor vor Rätsel. Wieso gibt es in den bevölkerungsreichen südstasiatischen Staaten und Metropolen so wenig Infektionen? Es kann doch nicht nur daran liegen, dass so wenig gemessen wird und damit vieles nicht erkannt. Denn die dann explodierenden Todesraten können nicht verheimlicht werden, außer man sperrt eine Stadt militärisch von außen ab (Wuhan). Zum Beispiel Thailands Hauptstadt Bangkok, mit 8,2 Millionen Einwohner fast genauso groß wie New York, aber man hatte bisher in ganz Thailand nur insgesamt 3000 Fälle (offiziell)? Wie soll in einer aus unserer Sicht heillos verstopften Stadt „Social Distancing“ praktiziert worden sein? Ähnliches gilt für die Metropolen von Indonesien, den Philippinen oder Vietnam. Nirgendwo Massenausbrüche bei Covid-19.

Liegt es vielleicht doch etwas an den Temperaturen? Dies kommt einem gleich in den Sinn bei der Betrachtung des Anschnellens der Infektionszahlen in einem Teil von Südamerika, wo jetzt der Winter beginnt. Jetzt könnten die reichen arabischen Länder mit ihren vielen Fällen ins Spiel gebracht werden. Aber leben die Menschen dort nicht in unzähligen klimatisierten Gebäuden, in denen sich die Viren bei 20 Grad noch schön verteilen können? Fragen über Fragen mit dieser Virusinfektion, die vieles ist, harmlos und zugleich tödlich, aber vor allem rätselhaft.

9 Kommentare

9 Comments

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    Wirologe

    25. Mai 2020 13:20 at 13:20

    Was für ein Wahnsinn, wie ist die Entwicklung der Pandemie in Afrika?

  2. Avatar

    Pessi-Mist

    25. Mai 2020 15:42 at 15:42

    Ich habe schon vor einigen Wochen mein Erstaunen über die Nicht-Pandemie in Südamerika u.Afrika bekundet. Über Südamerika wissen wir jetz Bescheid , von Afrika werden wir noch hören.
    In Ländern mit viel Armut u.schlechten Gesundheitssystemen könnte das noch katastrophal enden,
    Mit den blockierten Reise u.Tourismusmöglichkeiten könnten die Folgen weltweit noch länger anhalten als die grössten Pessimisten je gedacht hätten.Zum Glück sind in diesen Ländern die bestmöglichen Präsidenten am Ruder, die über steigende Börsen Schlimmeres verhindern? ?

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    sabine

    25. Mai 2020 16:42 at 16:42

    “Zum großen Entsetzen der WHO hatte Präsident Bolsonaro die Lungenkrankheit anfangs sehr bagatellisiert.” Das ist ja mal eine lustige Aussage, insoweit das Thema natürlich gar nicht lustig ist. Die WHO mit ihrem äthiopischen Chef Tedros hatte zuerst von einem vernachlässigbarem Virus gesprochen.
    https://www.focus.de/finanzen/news/tedros-adhanom-ghebreyesus-politisch-abhaengig-fehler-in-corona-krise-das-problem-der-who-ist-nicht-china-sondern-ihr-eigener-chef_id_11889145.html
    Und das aus 3 Gründen:
    1. Cheffe verdankt China seinen Posten. So kann die kommunistische Regierung in Peking sich sicher sein, Wohlwollen von ihm zu ernten.
    2. Äthiopien ist gegenüber China hoch verschuldet, mit 30% des BIP! (The Africa Report) Äthiopien verhandelt mit China, die Rückzahlungen von 10 auf 30 Jahre zu strecken. Tja, schlechter Zeitpunkt.
    3. Ghebreyesus war Mitglied der Derg, die sozialistische Militärjunta in Äthiopien; von 1974 – 1987 an der Macht. Danach kam ein kommunistisches Regime auf Gnaden der UDSSR bis 1991, Ende der UDSSR, auch Ende der Kommunisten in Äthipien. Also ein Genosse der Kommunisten in China.
    (Derg heißt auf deutsch offiziell “Provisorischer Militärverwaltungsrat” – 13 Jahre lang. In der Landessprache heißt es soviel wie “Komitee”. Na dann.)
    https://äthiopien.de/land-leute/geschichte/

    Außerdem, der Virus ist ja gar nicht so schlimm. Es hieß im März noch, bei 2,7% Sterberate hätten wir in Deutschland bei 80 Mill -> mit 2 Millionen Tote zu rechnen. Stand heute haben wir 8.257 Tote laut RKI, und schon seit 15. März Lockdown, also 2,5 Monate Virusherrschaft. Hochgerechnet aufs Jahr werden die 100.000 sicher nicht mehr erreicht. Außerdem sind das ja keine Corona-Tote, wie Ebola-, Pest- oder spanische Grippetote, sondern viele hatten, wie bei Influenza auch, eine Vorerkrankung oder waren über 80, also Immunsystem geschwächt. Wirklich nur wegen Corona-Verstorbene sind von den 8.257 vielleicht geschätzt 80, und selbst die hatten sicher eine Gesundheitsschwäche…

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    leftutti

    25. Mai 2020 22:28 at 22:28

    Interessanterweise sind es die seltsamen Fünf, die statistisch ganz oben überzeugen, aber auch wirklich überzeugende Argumente auf ihrer Seite haben:
    USA: China ist Schuld, Europa ist Schuld, WHO ist Schuld, Obama ist Schuld.
    Brasilien: Nur ein Grippchen, die Wälder brennen dennoch weiter.
    Russland: Sehr, sehr viele neue Fälle, keine Toten, genetisch bedingt.
    Türkei: Sehr viele Fälle, keine Toten, genetisch und von Erdo-Allah bedingt.
    UK: Viele Fälle, viele Tote, kein Plan, EU ist Schuld.

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      md

      26. Mai 2020 06:12 at 06:12

      @leftutti, mei gudder :),
      mach dir mal über die türkei keine sorgen. wir haben sehr strenge maßnahmen. ausserdem habe ich von meinem jüdischen freund gesagt bekommen ich soll ihm das medikament Devit-3 besorgen. bei uns ist die dosierung um das 100 fache höher wie in der brd. also meine herren Vitamin D tabletten ist eine gute lösung gegen jeden virus. aber es muss eine ordentliche dosierung sein. bitte naxhforsxhen.
      dann lefutti, warum greifst du immerwieder uns türken an, zivilisation haben wir gesehen erkannt und waren sofort dabei.
      und vor allem musst du ganz ruhig sein, ich meine, wenn ich mich nicht falsxh erinnere, habrn die germanen auch nicht die zivilisation erfunden. im gegenteil die römer haben kriege führen müssen um den germanen die “zivilisation” zu schenken. wirklich leftutti, ich schwöööre das war eine deutsche doku wo ich das gesehen habe.
      ausserdem könnte ich weiter gehen und sagen das ca. 90% der erfindungen unserer jüdisxhen bevölkerung zu verdanken ist.
      von daher bitte, bevor man andere aufklären will, mal in den spiegel sehen.
      vg md

      • Avatar

        leftutti

        27. Mai 2020 00:43 at 00:43

        @md, alter Suppenkasper ;)
        Ich mache mir um die Türkei keine Sorgen, ich staune nur über deren auffällige Zahlen und Statistiken. Analog dazu greife ich die Türken nicht an, ich hinterfrage nur die eine oder andere Behauptung. Ich mag die Türken grundsätzlich sehr, weil ich drei Arbeitskollegen und deren etwa 40 Familienangehörige im Gefolge kenne und sehr schätze.

        Synthetisches Vitamin D, in 100-facher Dosierung, warum nicht? Dumm-Donnie schmeißt Chlor-Verbindungen ein, alles hilft, zumindest den Börsen.

        Den Rest mit Germanen, Römern und jüdischer Bevölkerung schenken wir uns besser hier an dieser Stelle, weil es sich auf einen ganz anderen Kommentar bezieht. Meine dahingehende Intention und Selbstironie hast du offensichtlich oder absichtlich nicht verstanden.

        Aber mal was anderes: Warum tippst du immer ein X statt C? Das macht deine Kommentare teilweise fast unleserlich. Das ist keine Kritik, es macht die Lesbarkeit nur sehr schwierig! Ein paar Beispiele:

        naxhforsxhen, falsxh, jüdisxhen

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    Moon on the Man

    26. Mai 2020 00:32 at 00:32

    Die ständigen Themen abseits der Finanzmarktwelt nerven langsam. Veröffentlichen Sie diese Geschichten und Märchen doch auf anderen Plattformen, die thematisch dafür offen sind. Die FMW ist kein Forum für Möchtegern-Virologen oder linke Dauernörgler.

    Wo einstmals Größen wie der Segler, Lossless und PK sachlich auf Augenhöhe diskutierten, geht es nun um Covid-19? Um E-Mobilität, um Klimafragen, um Flüchtlinge?

    Falsches Forum!

    • Avatar

      Columbo

      26. Mai 2020 10:17 at 10:17

      Hab gar nicht gewußt, daß dieser @Mondmensch FMW übernommen hat.

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    Lausi

    26. Mai 2020 04:46 at 04:46

    Ja, schon merkwürdig warum das Corona-Virus besonders in Lateinamerika wütet, und nicht in Afrika und anderen 3. Welt-Ländern. Ist da vielleicht ein genetischer Faktor mit im Spiel? Tatsache ist ja, dass Menschen in größter Armut sich nicht an Quarantäne und Lockdown halten können, wenn sie nicht verhungern wollen. Und Wärme scheint dem Virus auch nicht so viel anzuhaben, wenn man sich die Corona-Zahlen in Guayaquil (Ecuador), Iquitos und Manaus (Amazonasgebiet) ansieht. Nach neusten Erkenntnissen scheint ja eine Ansteckung vor allem über Aerosole (in Innenräumen) stattzufinden. Draußen bei einer frischen Brise sollte das Ansteckungsrisiko dementsprechend gering sein. In Äquatornähe und im tropischen Regenwald ist es ja relativ windarm – vielleicht ein Grund für die hohen Infektionszahlen?

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Banken vor großer Krise: 127 Milliarden Ausfälle drohen, Baukredit-Boom endet

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Hochhäuser zahlreicher Banken in Frankfurt

Den deutschen Banken steht wohl ab Herbst eine große Krise bevor. Oder anders formuliert: Sie ist wohl schon längst da, wird aber ab Herbst erst richtig sichtbar! Die Buchautorin und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer erwähnt im folgenden aktuellen Interview, dass Wirtschaftsforscher davon ausgehen, dass auf Banken Kreditausfälle von mindestens 127 Milliarden Euro zukommen können. Das folgende Video gibt grundsätzlich einen aufschlussreichen Ausblick über die anstehende Krise bei den deutschen Banken.

Banken mit massenweise Stundungen

Jüngst wurde von 70.000 Kredit-Stundungen alleine bei der Deutschen Bank berichtet im Zuge der Coronakrise. Es ist verständlich. Millionen Kurzarbeiter, mehr Arbeitslose, viele Selbständige vor dem Nichts. Da nimmt man die gesetzlichen Möglichkeiten einer mehrmonatigen Stundung seiner Kreditzahlungen gerne in Anspruch. Aber auch bei der Commerzbank und den Sparkassen hört man offenbar von jeder Menge Stundungen. Klar, es wird flächendeckend alle Banken betreffen, die Konsumentenkredite vergeben.

Wir haben die letzten Monate schon mehrmals darüber berichtet, und weisen jetzt erneut darauf hin. Wie kaputt die Bücher der deutschen Banken bereits sind, weiß niemand. Der staatlich genehmigte “bilanzielle Betrug” (so nannte es Markus Krall) wurde jüngst von Ende Juni bis Ende September verlängert. Von März bis Ende September sind Banken nicht verpflichtet, gestundete Kredite als Kreditausfall in ihren Büchern zu deklarieren. Also, offiziell keine Verluste, sondern saubere, werthaltige Kreditforderungen – offiziell, wie gesagt. Und ab Oktober? Entweder der Staat verlängert diese Regelung, oder ab Oktober könnten gigantische Milliarden-Löcher in den Büchern der Banken sichtbar werden, die jetzt wohl schon vorhanden sind.

Bundesbank mit aktuellen Umfragedaten

Von der Bundesbank liegen aktuell Umfragedaten von deutschen Banken vor. Daraus geht hervor, dass die Banken ihre Kreditrichtlinien verschärfen. Zitat Bundesbank:

Die befragten Banken verschärften die Kreditrichtlinien (d. h. die internen Richtlinien oder Kriterien einer Bank für die Gewährung von Krediten) im Unternehmenskreditgeschäft erneut in größerem Umfang (Nettoanteil von +9 % der befragten Banken nach netto +13 % der Banken, die im Vorquartal die Richtlinien verschärft hatten). Auch bei den Kreditvergaberichtlinien für private Wohnungsbaukredite (Nettoanteil von +21 % der befragten Banken, nach +3 % im Vorquartal) und Konsumenten- und sonstige Kredite (Nettoanteil von +20 % der befragten Banken, nach +10 % im Vorquartal) schlagen sich die Auswirkungen der Pandemie in strengeren Vergabemaßstäben nieder. Für die kommenden drei Monate planen die Banken keine nennenswerten Änderungen der Standards in allen erfragten Bereichen. Gleichzeitig verschärften die befragten Institute die Kreditbedingungen (d. h. die in den Kreditverträgen vereinbarten tatsächlichen Bedingungen für die Gewährung von Krediten) in allen erfragten Geschäftsfeldern. Als Hauptgründe für die Verschärfung der Kreditstandards und -bedingungen nannten die Institute das höher eingeschätzte Kreditrisiko sowie eine geringere Risikotoleranz.

Die Coronakrise schlägt auf die Praxis im Kreditgeschäft durch, was man ganz klar aus den Worten der Bundesbank herauslesen kann. So scheint der Kreditboom bei Immobilienkrediten erst einmal vorbei zu sein. Zitat Bundesbank:

Die Nach­fra­ge nach Woh­nungs­bau­kre­di­ten ging erst­ma­lig seit Ende 2017 zu­rück, wenn­gleich der Rück­gang deut­lich schwä­cher aus­fiel als im Vor­quar­tal er­war­tet wor­den war. Auch bei den Kon­su­men­ten- und sons­ti­gen Kre­di­ten kam es zu einem kräf­ti­gen Nach­fra­ge­rück­gang. Nach An­ga­ben der Ban­ken waren ein deut­lich ge­sun­ke­nes Ver­brau­cher­ver­trau­en in­fol­ge der Covid-19-Pan­de­mie sowie die Fi­li­al­schlie­ßun­gen der Ban­ken wäh­rend des Lock­down die we­sent­li­chen Grün­de für die ge­rin­ge­re Kre­dit­nach­fra­ge sei­tens der pri­va­ten Haus­hal­te. Für die kom­men­den drei Mo­na­te er­war­ten die Ban­ken einen wei­te­ren An­stieg der Nach­fra­ge nach Un­ter­neh­mens­kre­di­ten, einen er­neu­ten Nach­fra­ge­rück­gang bei den pri­va­ten Woh­nungs­bau­kre­di­ten und eine Zu­nah­me des Mit­tel­be­darfs bei Kon­su­men­ten- und sons­ti­ge Kre­di­ten. Der An­teil der ab­ge­lehn­ten Kre­dit­an­trä­ge stieg in­fol­ge der ge­straff­ten Kre­dit­ver­ga­be­maß­stä­be und auch wegen einer ver­schlech­ter­ten Bo­ni­tät der An­trag­stel­ler in­fol­ge der wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie in allen Kre­dit­seg­men­ten deut­lich an.

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Warum in Euroland erst einmal keine Inflation droht

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Die EZB sprach jüngst in Szenarien eher von drohender Deflation statt Inflation (mehr dazu hier). Zahlreiche kritische Zeitgeister wie Markus Krall und Dirk Müller (hier zu den dramatischen Corona-Folgen) sprechen von einer bevorstehenden kräftigen Inflation, oder sogar Hyperinflation. Warum sie “erst einmal” nicht ansteht, dazu liefert, so meine ich, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aktuell eine sehr interessante und einfach zu verstehende Denkschrift. Dabei geht es auch viel um das einfache, nachvollziehbare Verhalten der Bürger (Konsumenten) in und nach der Krise.

Erstmal Deflation statt Inflation

Zahlreiche Südländer in Europa sind schon in der Deflation (14 Euro-Länder im Monat Mai). Das ist nachvollziehbar. Denn wenn der Großteil der Touristen den Stränden fern bleibt, passiert was? Richtig, die Anbieter senken die Preise drastisch um die Touristen anzulocken. Hotels, Getränke, Ausflüge. Alles wird verbilligt angeboten, um zum Konsumenten zu animieren. Dazu sagt das IW, Zitat:

Besonders betroffen von der zurückhaltenden Nachfrage sind unter anderem das Gastgewerbe und der Tourismus. Viele Reisen konnten und können nicht stattfinden, darunter leiden besonders Länder, die sich auf den Tourismus spezialisiert haben. Das hat Folgen für die Inflation: Sinkt die Nachfrage, sinken gewöhnlich auch die Preise. Die fehlenden Touristen waren unter anderem ein Grund, warum die Preise in Griechenland im Juni um 1,7 Prozent und in Zypern um 2,5 Prozent einbrachen. Deflation zeigt sich aber auch in Estland und Lettland. In Italien sanken die Preise um 0,4 Prozent und in Spanien um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber auch zuhause ist es eine klare einfache Sache. Man braucht nur online zu surfen oder in die Innenstädte zu gehen. Nichts mit Inflation. Rabatte überall, und dazu nun auch noch die Mehrwertsteuersenkung, die zahlreiche Einzelhändler auch tatsächlich weitergeben. Dies senkt die Preise gleich doppelt (hier offizielle Berechnungen), was die Angst vor der Inflation erst recht in weite Ferne rücken lässt. Und wollen die Konsumenten einfach nicht konsumieren, müssen die Preise eben noch weiter runter gehen, bis man der Verlockung nicht mehr widerstehen kann? Dazu das IW, Zitat:

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Deutschen weniger Geld ausgeben. Umsätze sind ausgefallen, durch Kurzarbeit schrumpft das Einkommen – entsprechend überlegen sich viele ganz genau, was sie kaufen und welche Ausgaben sie vielleicht lieber verschieben. Zudem besuchen die Bundesbürger weniger Geschäfte, Cafés oder Restaurants, um sich nicht anzustecken. Auch das Homeoffice senkt die monatlichen Ausgaben, beispielsweise, weil sich das Mittagessen vergleichsweise günstig zuhause kochen lässt. Insgesamt sinken die Ausgaben dadurch stärker als die Einkommen. Dieser allgemeine Trend zeigt sich bereits in der Sparquote der Haushalte: Während in Deutschland im vierten Quartal 2019 noch fast 18 Prozent des verfügbaren Einkommens gespart wurden, so waren es im ersten Quartal 2020 fast 24 Prozent.

Kommt die Inflation doch noch?

Tja, wird die Inflation doch noch “über uns kommen”? Denn wo die Bürger jetzt möglichst viel auf die hohe Kante legen aus Angst vor der Ungewissheit, da wird es zukünftig womöglich einen Nachholeffekt beim Konsum geben, was die Preise antreiben wird? Dazu IW, Zitat:

Fallende Preise sind nur auf den ersten Blick vorteilhaft für Konsumenten. Wer davon ausgeht, dass die Preise weiter fallen, schiebt alle Käufe auf, die nicht dringend notwendig sind. Das wiederum sorgt dafür, dass die Umsätze der Unternehmen weiter schrumpfen und sich eine Wirtschaftskrise verfestigen kann. In der aktuellen Situation wäre das sehr problematisch, weshalb die Europäische Zentralbank versucht, mit einer sehr expansiven Geldpolitik eine Deflation zu vermeiden.

Vermutlich wird die Geldpolitik in der aktuellen Situation erfolgreicher sein als bei der Bekämpfung der Deflation im Jahr 2015. Denn anders als damals sparen die Haushalte nicht, um Schulden abzubauen, sondern weil viele das Geld durch die Vermeidung einer Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht ausgeben können. Dieses Geld werden sie aber wieder ausgeben – zumindest sobald etwas mehr Zuversicht besteht und absehbar ist, dass die Pandemie langfristig unter Kontrolle ist. Dann werden sich auch die Inflationsraten wieder normalisieren.

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Kreditausfälle und die Deutsche Bank – bilanziell ist das gar kein Problem!

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Drohen Kreditausfälle? In den USA beginnt die Berichtssaison mit den Großbanken. Da lohnt es sich doch auch Mal ein Blick auf die Deutsche Bank zu werfen. Wie heute Morgen gemeldet, aber bereits von vielen vermutet, steigen die Zahlen an möglichen Kreditausfällen drastisch. Die Deutsche Bank berichtet, dass circa 70.000 Stundungsanträge von Privatkunden bei der Deutschen Bank und der Postbank bereits eingegangen sind.

Viele Kunden können aufgrund der Corona-Krise ihre Kredite nicht bedienen. Zwar steigt die Zahl nicht mehr so rapide wie noch im Frühjahr, aber ein langsamer Anstieg ist immer noch zu verzeichnen. Wie wir bereits vor drei Wochen berichtet haben, hat das aber erstmal keinen negativen Effekt auf die Bilanz. Grund dafür ist, dass die Stundung von Krediten während der Corona-Krise gesetzlich ermöglicht wurde.

Die Bankenaufsicht verlängert den „legalen Bilanzbetrug“

Im März tätigte die Bankenaufsicht die ausschlaggebende Aussage, die bei der Deutschen Bank, aber auch bei allen anderen Banken, sicherlich einen Freudensprung ausgelöst hat. Die Bafin meldete, dass ein Schuldner „nicht zwingend als ausgefallen einzustufen ist, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden”. Anders gesagt, Banken brauchen die Kredite nicht mehr abschreiben, dadurch sehen die Bilanzen weiterhin hübsch aus. Die Kreditausfälle werden in den Bilanzen einfach nicht als Solche gewertet.

Die Banken können also wertlose Kredite als werthaltige Vermögenswerte in den Büchern verbuchen. Diese Regelung wurde von der EBA um 3 Monate verlängert und gilt noch bis Ende September. Was danach passiert, steht noch nicht fest. Aber eine Verlängerung bis zum Ende des Jahres würde Sinn machen. Damit könnte man nämlich in der Jahresbilanz wunderbare gesunde Kredite präsentieren.

Großbanken in den USA droht eine Welle an Kreditausfällen

Wegen der Corona-Krise können auch immer mehr Amerikaner ihre Kredite nicht zurückzahlen, zudem gehen etliche Firmen Pleite. Das spüren insbesondere die Banken. In dieser Woche starten die Großbanken mit der Berichtssaison, dann werden wir die genauen Auswirkungen feststellen können. Man geht davon aus, dass die Institute durchschnittlich 70 Prozent Gewinneinbruch zu verzeichnen haben, das prognostiziert der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. Der Hauptgrund dafür sind die drastisch steigenden Kreditausfälle von Unternehmen und Privatkunden. Analysten gehen davon aus, dass bei den sechs größten US-Banken die Rückstellungen für faule Kredite daher auf fast 32 Milliarden Dollar ansteigen. Die Summe muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Damit hätte sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr versechsfacht.

Nicht nur die wachsenden Kreditausfälle, sondern auch die sinkenden Zinsen setzen den US-Banken zu. Wie Kostolany schon vor etlichen Jahren gesagt hat, die tatsächliche Stärke der Wirtschaft und Börsen erkennt man an dem Zustand der Banken. Zwar sind die Börsen seit dem März-Tief enorm gestiegen und haben eine V-Erholung hingelegt, aber schaut man sich nur den Bankensektor an, dann hinkt dieser ein großes Stück hinterher. Man kann mit Spannung die Offenlegung der Bilanzen verfolgen. Diese Woche wird uns gewiss einen Einblick über den Zustand der Banken gewähren.

Die Deutsche Bank leidet wie viele Banken an Kreditausfällen

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