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Covid-19: Jetzt ist Südamerika der Hot Spot

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Covid-19 grassiert in Südamerika - hier der Strand von Ipanema in Rio

Trotz der vielen Länder, die ihre Infektionszahlen bei Covid-19 bereits gezehntelt haben, vorwiegend in Asien und langsam auch in Europa (hier mehr zum schwedischen Experiment), gehen die Zahlen weltweit immer noch nach oben. Ursache hierfür sind die USA, Russland und das lange verschonte Südamerika. Letzte Woche meldete die WHO mit 106.000 Infektionsfällen innerhalb eines Tages, die höchste bisher gemeldete Zahl.

Die Ausbreitung von Covid-19

Bei der gemeldeten Rekordzahl entfiel ein Drittel auf neue Fälle auf Südamerika, während ein Fünftel auf die USA und Europa kamen. Dabei kann man aus den absoluten Zahlen weltweit bereits deutlich einen Rückgang der aktiven Fälle – nicht der Gesamtzahl erkennen. In den Medien wird immer auf neue Rekordzahlen an Infektionen verwiesen, aber das ist nun einmal logisch, denn wenn China drei neue Fälle pro Tag meldet, ist die Gesamtzahl auch weiter gestiegen. Deshalb ist aus meiner Sicht das Verhältnis der Geschwindigkeit der Zunahme an Neuinfektionen im Verhältnis zu den an Covid-19 genesenen Personen das Relevantere. Dies sieht für zuletzt wie folgt aus: Weltweit

17.April: 1,508 Mio. aktive Fälle – 568 Tsd. Genesene

1.Mai: 2,044 Mio. AF – 1,053 Mio. (G)

17.Mai: 2,628 Mio. AF – 1,860 Mio. (G)

24.Mai: 2,831 Mio. AF – 2,28 Mio. (G)

Im Übrigen haben schon 21, hauptsächlich kleinere Länder, bereits 0 Restinfizierte gemeldet. Wenn man die obigen Zahlen fortschreibt, könnte es in ein/zwei Monaten auch weltweit zu einem Rückgang der aktiven Infektionsfälle kommen, Peak Corona für dieses Jahr? Vielleicht ein Mitgrund dafür, dass die Börsen so überaus optimistisch In die Zukunft sehen.

Die aktuellen Problemregionen

Innerhalb von wenigen Wochen ist Brasilien mit seinen Infektionszahlen nach oben geschossen (USA verbieten Einreisen aus Brasilien), an die zweite Stelle hinter den USA. Zum großen Entsetzen der WHO hatte Präsident Bolsonaro die Lungenkrankheit anfangs sehr bagatellisiert, mit schrecklichen Folgen für die zahlreichen Slumsbewohner. Doch jetzt zieht ganz Lateinamerika nach, insbesondere der Süden. Covid-19 breitet sich in Staaten aus, in denen das Thema Notfallbetten noch eine ganz andere Dimension einnimmt, als es in Deutschland je der Fall war.

Ende Februar wurde in Brasilien der erste Corona-Fall gemeldet. Aber nicht nur dort hielt man die Krankheit als vergleichsweise harmlos, auch in Mexiko vernachlässigte Präsident Lopez zunächst die Gefahr. Inzwischen ist man auch dort schon bei 68.000 Infektionen angelangt. Mit teilweise schlimmen Konsequenzen, in Ecuador haben über 36.000 Fälle das Gesundheitssystem derart überlastet, dass Menschen auf Straßen starben, weil sie von Krankenhäusern abgewiesen wurden.

Jetzt erwischt es die südlicheren Staaten. In Peru zählt man bereits fast 120.000 Fälle, in Chile sind es über 69.000 Infizierte. Bei der Betrachtung der Testzahlen schleicht sich jedoch ein Verdacht ein. Die Zahl der Coronatests pro 1000 Einwohner betrug in Chile und Peru 22, in Brasilien 3,5 und in Mexiko gar nur 1,5. Sehr wahrscheinlich, dass es bereits viel mehr Infizierte und Opfer gegeben hat, als in der Statistik angegeben. Nichtsdestotrotz will man anscheinend auch in den Ländern Südamerikas nichts mehr vom Lockdown wissen, besonders in Brasilien, denn die Folgen des Zusammenbruchs der Wirtschaften sind dort erheblich existenzieller als in den Industrieländern. Ein Spiel mit dem Feuer?

Fazit

Das Covid-19 Virus und seine Verbreitung stellt nach wie vor vor Rätsel. Wieso gibt es in den bevölkerungsreichen südstasiatischen Staaten und Metropolen so wenig Infektionen? Es kann doch nicht nur daran liegen, dass so wenig gemessen wird und damit vieles nicht erkannt. Denn die dann explodierenden Todesraten können nicht verheimlicht werden, außer man sperrt eine Stadt militärisch von außen ab (Wuhan). Zum Beispiel Thailands Hauptstadt Bangkok, mit 8,2 Millionen Einwohner fast genauso groß wie New York, aber man hatte bisher in ganz Thailand nur insgesamt 3000 Fälle (offiziell)? Wie soll in einer aus unserer Sicht heillos verstopften Stadt „Social Distancing“ praktiziert worden sein? Ähnliches gilt für die Metropolen von Indonesien, den Philippinen oder Vietnam. Nirgendwo Massenausbrüche bei Covid-19.

Liegt es vielleicht doch etwas an den Temperaturen? Dies kommt einem gleich in den Sinn bei der Betrachtung des Anschnellens der Infektionszahlen in einem Teil von Südamerika, wo jetzt der Winter beginnt. Jetzt könnten die reichen arabischen Länder mit ihren vielen Fällen ins Spiel gebracht werden. Aber leben die Menschen dort nicht in unzähligen klimatisierten Gebäuden, in denen sich die Viren bei 20 Grad noch schön verteilen können? Fragen über Fragen mit dieser Virusinfektion, die vieles ist, harmlos und zugleich tödlich, aber vor allem rätselhaft.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Wirologe

    25. Mai 2020 13:20 at 13:20

    Was für ein Wahnsinn, wie ist die Entwicklung der Pandemie in Afrika?

  2. Avatar

    Pessi-Mist

    25. Mai 2020 15:42 at 15:42

    Ich habe schon vor einigen Wochen mein Erstaunen über die Nicht-Pandemie in Südamerika u.Afrika bekundet. Über Südamerika wissen wir jetz Bescheid , von Afrika werden wir noch hören.
    In Ländern mit viel Armut u.schlechten Gesundheitssystemen könnte das noch katastrophal enden,
    Mit den blockierten Reise u.Tourismusmöglichkeiten könnten die Folgen weltweit noch länger anhalten als die grössten Pessimisten je gedacht hätten.Zum Glück sind in diesen Ländern die bestmöglichen Präsidenten am Ruder, die über steigende Börsen Schlimmeres verhindern? ?

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    sabine

    25. Mai 2020 16:42 at 16:42

    „Zum großen Entsetzen der WHO hatte Präsident Bolsonaro die Lungenkrankheit anfangs sehr bagatellisiert.“ Das ist ja mal eine lustige Aussage, insoweit das Thema natürlich gar nicht lustig ist. Die WHO mit ihrem äthiopischen Chef Tedros hatte zuerst von einem vernachlässigbarem Virus gesprochen.
    https://www.focus.de/finanzen/news/tedros-adhanom-ghebreyesus-politisch-abhaengig-fehler-in-corona-krise-das-problem-der-who-ist-nicht-china-sondern-ihr-eigener-chef_id_11889145.html
    Und das aus 3 Gründen:
    1. Cheffe verdankt China seinen Posten. So kann die kommunistische Regierung in Peking sich sicher sein, Wohlwollen von ihm zu ernten.
    2. Äthiopien ist gegenüber China hoch verschuldet, mit 30% des BIP! (The Africa Report) Äthiopien verhandelt mit China, die Rückzahlungen von 10 auf 30 Jahre zu strecken. Tja, schlechter Zeitpunkt.
    3. Ghebreyesus war Mitglied der Derg, die sozialistische Militärjunta in Äthiopien; von 1974 – 1987 an der Macht. Danach kam ein kommunistisches Regime auf Gnaden der UDSSR bis 1991, Ende der UDSSR, auch Ende der Kommunisten in Äthipien. Also ein Genosse der Kommunisten in China.
    (Derg heißt auf deutsch offiziell „Provisorischer Militärverwaltungsrat“ – 13 Jahre lang. In der Landessprache heißt es soviel wie „Komitee“. Na dann.)
    https://äthiopien.de/land-leute/geschichte/

    Außerdem, der Virus ist ja gar nicht so schlimm. Es hieß im März noch, bei 2,7% Sterberate hätten wir in Deutschland bei 80 Mill -> mit 2 Millionen Tote zu rechnen. Stand heute haben wir 8.257 Tote laut RKI, und schon seit 15. März Lockdown, also 2,5 Monate Virusherrschaft. Hochgerechnet aufs Jahr werden die 100.000 sicher nicht mehr erreicht. Außerdem sind das ja keine Corona-Tote, wie Ebola-, Pest- oder spanische Grippetote, sondern viele hatten, wie bei Influenza auch, eine Vorerkrankung oder waren über 80, also Immunsystem geschwächt. Wirklich nur wegen Corona-Verstorbene sind von den 8.257 vielleicht geschätzt 80, und selbst die hatten sicher eine Gesundheitsschwäche…

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    leftutti

    25. Mai 2020 22:28 at 22:28

    Interessanterweise sind es die seltsamen Fünf, die statistisch ganz oben überzeugen, aber auch wirklich überzeugende Argumente auf ihrer Seite haben:
    USA: China ist Schuld, Europa ist Schuld, WHO ist Schuld, Obama ist Schuld.
    Brasilien: Nur ein Grippchen, die Wälder brennen dennoch weiter.
    Russland: Sehr, sehr viele neue Fälle, keine Toten, genetisch bedingt.
    Türkei: Sehr viele Fälle, keine Toten, genetisch und von Erdo-Allah bedingt.
    UK: Viele Fälle, viele Tote, kein Plan, EU ist Schuld.

    • Avatar

      md

      26. Mai 2020 06:12 at 06:12

      @leftutti, mei gudder :),
      mach dir mal über die türkei keine sorgen. wir haben sehr strenge maßnahmen. ausserdem habe ich von meinem jüdischen freund gesagt bekommen ich soll ihm das medikament Devit-3 besorgen. bei uns ist die dosierung um das 100 fache höher wie in der brd. also meine herren Vitamin D tabletten ist eine gute lösung gegen jeden virus. aber es muss eine ordentliche dosierung sein. bitte naxhforsxhen.
      dann lefutti, warum greifst du immerwieder uns türken an, zivilisation haben wir gesehen erkannt und waren sofort dabei.
      und vor allem musst du ganz ruhig sein, ich meine, wenn ich mich nicht falsxh erinnere, habrn die germanen auch nicht die zivilisation erfunden. im gegenteil die römer haben kriege führen müssen um den germanen die „zivilisation“ zu schenken. wirklich leftutti, ich schwöööre das war eine deutsche doku wo ich das gesehen habe.
      ausserdem könnte ich weiter gehen und sagen das ca. 90% der erfindungen unserer jüdisxhen bevölkerung zu verdanken ist.
      von daher bitte, bevor man andere aufklären will, mal in den spiegel sehen.
      vg md

      • Avatar

        leftutti

        27. Mai 2020 00:43 at 00:43

        @md, alter Suppenkasper ;)
        Ich mache mir um die Türkei keine Sorgen, ich staune nur über deren auffällige Zahlen und Statistiken. Analog dazu greife ich die Türken nicht an, ich hinterfrage nur die eine oder andere Behauptung. Ich mag die Türken grundsätzlich sehr, weil ich drei Arbeitskollegen und deren etwa 40 Familienangehörige im Gefolge kenne und sehr schätze.

        Synthetisches Vitamin D, in 100-facher Dosierung, warum nicht? Dumm-Donnie schmeißt Chlor-Verbindungen ein, alles hilft, zumindest den Börsen.

        Den Rest mit Germanen, Römern und jüdischer Bevölkerung schenken wir uns besser hier an dieser Stelle, weil es sich auf einen ganz anderen Kommentar bezieht. Meine dahingehende Intention und Selbstironie hast du offensichtlich oder absichtlich nicht verstanden.

        Aber mal was anderes: Warum tippst du immer ein X statt C? Das macht deine Kommentare teilweise fast unleserlich. Das ist keine Kritik, es macht die Lesbarkeit nur sehr schwierig! Ein paar Beispiele:

        naxhforsxhen, falsxh, jüdisxhen

  5. Avatar

    Moon on the Man

    26. Mai 2020 00:32 at 00:32

    Die ständigen Themen abseits der Finanzmarktwelt nerven langsam. Veröffentlichen Sie diese Geschichten und Märchen doch auf anderen Plattformen, die thematisch dafür offen sind. Die FMW ist kein Forum für Möchtegern-Virologen oder linke Dauernörgler.

    Wo einstmals Größen wie der Segler, Lossless und PK sachlich auf Augenhöhe diskutierten, geht es nun um Covid-19? Um E-Mobilität, um Klimafragen, um Flüchtlinge?

    Falsches Forum!

    • Avatar

      Columbo

      26. Mai 2020 10:17 at 10:17

      Hab gar nicht gewußt, daß dieser @Mondmensch FMW übernommen hat.

  6. Avatar

    Lausi

    26. Mai 2020 04:46 at 04:46

    Ja, schon merkwürdig warum das Corona-Virus besonders in Lateinamerika wütet, und nicht in Afrika und anderen 3. Welt-Ländern. Ist da vielleicht ein genetischer Faktor mit im Spiel? Tatsache ist ja, dass Menschen in größter Armut sich nicht an Quarantäne und Lockdown halten können, wenn sie nicht verhungern wollen. Und Wärme scheint dem Virus auch nicht so viel anzuhaben, wenn man sich die Corona-Zahlen in Guayaquil (Ecuador), Iquitos und Manaus (Amazonasgebiet) ansieht. Nach neusten Erkenntnissen scheint ja eine Ansteckung vor allem über Aerosole (in Innenräumen) stattzufinden. Draußen bei einer frischen Brise sollte das Ansteckungsrisiko dementsprechend gering sein. In Äquatornähe und im tropischen Regenwald ist es ja relativ windarm – vielleicht ein Grund für die hohen Infektionszahlen?

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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