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Crash am US-Repo Markt – neue Rekordintervention der Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Fed Zentrale in Washington DC

Glaubte man den Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell vom 18. September, so handelte es sich bei dem Crash am US-Repo Markt vom 17. September nur um das Ergebnis von temporären Sonderfaktoren. Die Notmaßnahmen der US-Notenbank halten nun jedoch schon seit über einem Monat an und erreichten gestern ein neues Rekordvolumen.

Crash am US-Repo Markt – der Stress hört nicht auf

Bereits seit dem 17. September muss die US-Notenbank am amerikanischen Repo-Markt intervenieren, um einen Crash zu vermeiden. Dabei spielen US-Staatsanleihen eine wichtige Rolle. Am Repo-Markt können Banken Staatsanleihen via Rückkaufvereinbarung (Repurchase Agreement) verpfänden und sich so kurzfristig benötigte Liquidität beschaffen. Sie erhalten den Gegenwert der Anleihe und verpflichten sich, diese nach kurzer Zeit, z. B. nach einem Tag, zum gleichen Preis wieder zurückzukaufen. Für den Zeitraum der Verpfändung müssen wie bei einem Pfandleiher Zinsen bezahlt werden, die sogenannte Overnight Repo Rate. Dieser Zinssatz bewegt sich normalerweise unterhalb des US-Leitzinses, bei aktuell 1,92 Prozent. Am 17. September schoss dieser Zins jedoch auf 10 Prozent p. a. nach oben, obwohl die US-Notenbank die Leitzinsen ihrerseits vorher zweimal gesenkt hatte:

Crash Repo-Markt

Zunächst ging man davon aus, dass, wie bei früheren kurzzeitigen Verspannungen am Repo Markt, Sonderfaktoren wie Steuerzahlungen der Banken oder das nahende Quartalsende dafür verantwortlich seien. Doch beides trifft nach über vier Wochen nicht mehr zu. Ohne die andauernden Liquiditätsspritzen der Fed, die gestern mit einem Volumen von 205,7 Mrd. US-Dollar einen neuen Rekordwert erreichten, würde die Lage völlig eskalieren und sich zu einem Crash am Offshore-Dollar-Geldmarkt sowie an anderen Märkten ausweiten.

Fed Repo-Zufuhr - Suche nach dem Crash-Grund

Woher kommen die Verspannungen?

Das Problem aktuell ist, dass die privatwirtschaftliche Käuferseite am Repo Markt sich mangels Liquidität zurückhält, während die Banken einen erhöhten Liquiditätsbedarf haben und massenhaft Staatsanleihen am Repo Markt anbieten. Dafür gibt es drei wesentliche Gründe: Erstens leiden die Banken unter wegbrechenden Zinsmargen im Zuge der Abflachung der Zinsstrukturkurve. Zweitens hatte die Fed bis vor Kurzem noch ihre Bilanz reduziert und trat selbst als Verkäufer von Staatsanleihen am Markt auf und hatte diesem so massiv Liquidität entzogen. Drittens steigt das Volumen der Staatsanleiheemissionen vonseiten des US-Finanzministeriums weiter stark an.

Die US-Bundesregierung benötigt allein bis Jahresultimo noch ca. 356 Mrd. US-Dollar, davon 240 Mrd. für die Defizitfinanzierung (Neuverschuldung) und weitere 116 Mrd. US-Dollar für Zinszahlungen. Und hier wird das Problem deutlich: Nicht nur, dass die US-Regierung neue Schulden aufnehmen muss, um ihre Zinsen bezahlen zu können, sondern die Neuverschuldung hat mittlerweile extreme Dimensionen erreicht und steigt permanent weiter an. Das Haushaltsdefizit liegt bei 4,6 Prozent des BIP und allein die Bundesschulden summieren sich auf ca. 106 Prozent des BIP.

Zinsbelastung US-Bundeshaushalt
Quelle: US Treasury

Für das laufende Fiskaljahr rechnet der US-Bundesrechnungshof (CBO) mit einer Ausweitung der Neuverschuldung um 240 Mrd. US-Dollar oder plus 25 Prozent, v. a. in Folge der Mindereinnahmen im Zuge der Trumpschen Steuerreform.

Verschuldung US-Bundeshaushalt

Quelle: US Treasury

Damit wird auch klar, warum die Fed mittlerweile neben den 205,7 Milliarden US-Dollar zusätzlich 60 Mrd. US-Dollar pro Monat an Staatsschuldpapieren aufkaufen möchte. Mit Sonderfaktoren hat dieser Crash am Geldmarkt nichts zu tun. Liest man den am Mittwoch veröffentlichten Bericht Fiscal Monitor des Internationalen Währungsfonds (IWF), dann wird darin von strukturellen Risiken für den US-Staatshaushalt gesprochen. Dies ist im besonderen Maße besorgniserregend, da der US-Staatsanleihemarkt der größte der Welt ist und noch das Vertrauen der weltweiten privaten und staatlichen Investoren genießt.

Bedeutung für die Märkte

Warum sollte man sich mit diesem Thema beschäftigen? Weil deutlich wird, dass die Bedeutung der US-Notenbank als Gläubiger der letzten Instanz immer mehr zunimmt. In der Konsequenz weiter ansteigender Notenbankinterventionen werden die Zinsen weiter fallen. Die US-Regierung wird zudem dauerhaft durch die digitale Notenpresse alimentiert, was das Vertrauen in die größte Volkswirtschaft der Welt sukzessive untergräbt.

Doch auch der Refinanzierungsbedarf der Privatwirtschaft und hier vor allem des Immobiliensektors bedarf des frisch gedruckten Geldes der Notenbank, weshalb in Kürze auch wieder mit dem Ankauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) durch die Fed bis hin zu Unternehmensanleihen (Corp. Bonds) auszugehen ist. Wobei das Ankaufvolumen im Takt der Neuverschuldung weiter ansteigen wird.

Dies wird Auswirkungen auf sämtliche Vermögenswerte haben – bis hin zum Devisenmarkt. Bis auf den US-Dollar ist dabei mit einem preistreibenden Effekt quer über alle Asset-Klassen zu rechnen. Einen nochmaligen Versuch, die Notenbankbilanzen oder die Zinsen real zu „normalisieren“, wird es in diesem Wirtschaftssystem nicht mehr geben.

Fazit und Ausblick

Der jüngste Versuch, die Zinsstrukturkurve zu versteilern, indem die US-Fed ausschließlich kurzlaufende Staatsanleihen (T-Bills) am Markt kauft um deren Zinsen zu senken und so einen Zinsabstand zu länger laufenden Anleihen (T-Bonds) zu schaffen, von dem die Zinsmarge der Banken profitiert, wird auf Dauer keine Lösung des Problems bringen. Schon deshalb nicht, weil Marktteilnehmer bereits anfangen, von Lang- in Kurzläufer umzuschichten und so die Zinsen am hinteren Ende der Zinsstrukturkurve zum Steigen bringen, was wiederum zu steigenden Kreditkosten für die Privatwirtschaft führt. Es führt kein Weg vorbei an einem regulären QE-Programm und sich weiter ausdehnenden Vermögenspreisblasen – mit allen Risiken und Nebenwirkungen.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Jürgen Kempe

    18. Oktober 2019 17:49 at 17:49

    wie lange will man denn dieses Pleite-System noch am Leben halten????..das ist doch nichts mehr zu retten????

  2. Avatar

    Arthur

    18. Oktober 2019 19:09 at 19:09

    Man wird verarscht und glaubt es nicht. Scheingeld kann so lange vermehrt werden wie es den Rohstoff Papier gibt, ob es dann noch einen Wert besitzt, diese Frage steht dann im Raum. Man kann es auch Virtuell herstellen in dem die Zentralbank das Komma versetzt.

  3. Avatar

    Bundessuperminister für Bürgernähe, Zukunft, Eigenverantwortung und Erfolg

    18. Oktober 2019 19:51 at 19:51

    Das Wort zum Börsensonntag

    Heute möchte ich auf verzweifelte Fragen und Bedenken besorgter Bürger eingehen: Wie lange noch?

    Dumme Frage eigentlich! Wie auch die letzten Male natürlich bis zum Big Bang! Hinterher wird es dann wieder einmal heißen, so etwas dürfe nie wieder passieren, wir (Politiker und Notenbanken) haben daraus gelernt und verstehen jetzt endgültig die Verantwortung gegenüber den hart arbeitenden 95% der Bevölkerung, die das Rückgrat und die Stütze unseres großartigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems bilden. Es ist nicht auszuschließen, dass wir seit den letzten Krisen nicht alles richtig gemacht haben. Bla bla bla…

    Die Verantwortlichen müssen zukünftig deutlich strenger kontrolliert und reguliert werden. Wie konnte es nur zum 4. Mal in 30 Jahren dazu kommen, dass Amerika die Restwelt geschröpft hat? Dass die Milliardäre dieses Planeten mal wieder völlig ungerupft blieben und zusätzliches Fett ansetzen konnten? Der Bürger muss künftig effektiver und noch besser als ohnehin schon bisher vor den Turbulenzen der Märkte geschützt werden. Bla bla bla…

    Aufgrund dieser alles überlagernden Probleme setzen wir bei Ihnen, liebe Bürger, Bürgerinnen, Wähler und Wählerinnen (in all den Staaten, in denen Bürger und Frauen zu demokratischen Wahlen zugelassen sind), die Verständnisbereitschaft voraus, dass untergeordnete Problemchen wie Renten, Bildung, Gesundheitswesen, Klima- und Umweltschutz, Breitbandausbau und Verkehrsinfrastruktur auf die Nrn. 218 ff. der Prioritätenliste verschoben werden mussten. Bla bla bla…

    Wie Sie als mündige und verantwortungsvolle Bürger sehen können, steht unsere großartige und wunderbare Agenda 2050 zu großen Teilen. Freuen Sie sich auf eine wundervolle Zukunft, wir machen das, wir schaffen das. Bla bla bla…

  4. Pingback: Crash on the US repo market – new record intervention by the Fed | En24 News

  5. Pingback: Meldungen vom 20.10.2019 | das-bewegt-die-welt.de

  6. Avatar

    Hesterberg

    20. Oktober 2019 13:34 at 13:34

    Hochinteressanter Artikel! Die Zusammenhänge sind nur schwer zu verstehen, haben aber enormen Einfluss auf die Marktentwicklungen. Ich freue mich, wenn ich hierzu auf dieser Seite immer wieder etwas zu hören und zu lesen bekomme.

  7. Pingback: Crash am US-Repo Markt – neue Rekordintervention der Fed - finanzmarktwelt.de - Counternet News

  8. Avatar

    JoergHH

    21. Oktober 2019 20:31 at 20:31

    Eine mögliche Erklärung für den Stress am Repo Markt ist von Eric Sprott (Rohstoffinvestor, Quelle Kitco):
    ……….
    “There’s something happening underneath the surface where bank illiquidity is encountering a huge problem, and we are not being told. Who knows what’s going on behind the scenes? The most likely thing is somebody has blown up their derivatives book, and all the banks are calling in loans to other banks for fear … of the domino effect. The repo market has come under tremendous stress,” Sprott said.

  9. Avatar

    App

    23. Oktober 2019 08:23 at 08:23

    Informativer Artikel, aber in einem hat der Autor unrecht:
    „Es führt kein Weg vorbei an einem regulären QE-Programm…“

    Doch! Einfach lassen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.

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Inflation, Bitcoin, Aktien: Beck gegen Marc Friedrich

Markus Fugmann

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Kommt bald die Inflation – und was wird mit Aktien oder Bitcoin passieren? Bedeutet Inflation gleichzeitig, dass Bitcoin und Aktien und auch Rohstoffe steigen werden?

Bitcoin, Aktien und Inflation – was wird passieren?

Derzeit gehen fast alle davon aus, dass die Inflation anziehen wird: mit dem Impfstoff werde sich das Corona-Problem erledigen, woraufhin die Nachfrae anziehen werde, was dann wiederum Inflation mit sich bringe (der Reflations-Trade). Diese Inflation zeigt sich bereits bei den Asset-Preisen vor allem bei Immobilien, mit gewissen Abstrichen auch bei Aktien (vor allem aus dem US-Tech-Sektor). Sind Aktien inzwischen zu teuer?

Der Potzfolioverwalter Andreas Beck bringt die Dinge in einem Interview mit Marc Friedrich in Relation: er hält Immobilien für zu teuer (aufgrund des demografischen Wandels – der ab dem Jahr 2025 kippen wird), bei Aktien sei das „Glas halbvoll“ – während er Bitcoin für eine „Thema-Verfehlung“ hält („Bitcoin ist ein Anrecht für nichts auf niemanden“) und dabei auf eine russische Firma verweist, die dafür ein Muster gegeben hat (was für den Bitcoin-Gläubigen Marc Friedrich schwer zu ertragen ist!). Andreas Beck gegen Marc Friedrich – wer hier die besseren Argumente hat, könne Sie entscheiden. So sagt Andreas Beck zu Bitcoin: „Was nichts ist, kann nicht knapp sein“ – und demaskiert damit das Argument der Bitcoin-Jünger!

 

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Inflation, Aktien und Bitcoin - Marc Friedrich gegen Andreas Beck

 

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Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

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am

Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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