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Crash an den Märkten?

Fallende Kurse auf Chart

Kommt jetzt eine Korrektur oder sogar ein heftiger Crash an den Aktien- und Kryptomärkten? Bekanntlich mögen die Märkte eines überhaupt nicht – schlechte Nachrichten. Die Märkte bilden weder die Vergangenheit noch die Gegenwart, sondern die Zukunft ab. Selten gab es so viele Unsicherheitsfaktoren und somit so schlechte Zukunftsaussichten wie gegenwärtig. Dies ist kein Grund zur Panik, sondern zu rationalem Handeln.

Folgende Ereignisse können den Crash an den Märkten auslösen: der Russland / Ukrainekonflikt, eine Eskalation der Corona-Omikronwelle in China, die extrem hohe Verschuldung der Marktteilnehmer sowie mehrere von der US-Notenbank FED bereits angekündigte Leitzinserhöhungen in den USA. Selbst der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller warnt mittlerweile vor einem deutlichen Einbruch an den Aktienmärkten. Kürzlich erklärte er in einem Interview mit dem „Handelsblatt“: «Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass die Märkte diesmal zwischen einem Drittel und 50 Prozent absacken könnten.“

Kommt es zu einer schweren Eskalation zwischen Russland und der Ukraine, wird dies zu verehrenden Konsequenzen an den Aktienmärkten führen. Der Konflikt ist von den Märkten keinesfalls eingepreist. Sollte Russland als Reaktion auf Maßnahmen des Westens, (beispielsweise der Ausschluss aus dem internationalen Bankennetzwerk SWIFT) Europa den Öl- und Gashahn zudrehen, dann sind dessen drastischen wirtschaftlichen Folgen kaum zu beziffern. Knapp 55 Prozent des Gases und 42 Prozent des Öls bezieht Deutschland aus Russland. Bis dato ist unklar, inwieweit dieser Konflikt weiter eskaliert. Eine Eskalation kann durchaus ein sogenannter schwarzer Schwan sein, welcher die mit Unmengen an billigem Geld aufgepumpten und völlig überbewerteten Aktien- und Kryptomärkte problemlos zum Implodieren bringen kann.

Gegenwärtig wütet die Omikronwelle in Europa. Auch China wird vor Omikron wohl nicht verschont bleiben. China fährt seit Ausbruch der Coronakrise eine knallharte Null-Covid-Strategie. Ganze Städte wurden abgeriegelt, die Bürger unter Hausarrest gestellt, Fabriken, Häfen… geschlossen. Folglich haben sich nur äußerst wenige Chinesen mit dem Coronavirus infiziert. Ferner wird bereits über die mangelnde Wirksamkeit, der im Land entwickelten Impfstoffe gegen die Omikron-Variante diskutiert. Selbst der Leiter des chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention räumt ein: „Unsere Impfstoffe wirken zwar gegen Omikron, aber ihre Wirksamkeit ist stark eingeschränkt.“ Dementsprechend besitzt der Großteil der 1,4 Milliarden Bürger Chinas praktisch keinerlei Immunität. Sollte Omikron in China eskalieren und das Land an seiner Null-Covidstrategie weiter festhalten und die „Werkbank der Welt“ über längere Zeit in einen harten Lockdown zu schicken und einige seiner Häfen schließen, dann hätte dies fürchterliche Konsequenzen für die bereits äußerst angespannten globalen Lieferketten. Der Experte für Handelspolitik am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) Vincent Stamer sagt: „Ein Lieferchaos wie im vergangenen Jahr ist leider aktuell nicht auszuschließen“.

Seit 2009 kennen die Aktienmärkte, dank des irrsinnig vielen billigen Geldes der Notenbanken, abgesehen von ein paar kurzfristigen Korrekturen nur eines – den Weg nach oben. Im März 2009 stand der DAX noch bei 3.666 Punkten. Heute steht er bei über 15.000. Allein seit 2009 hat sich die Bilanz der EZB mehr als vervierfacht und die der FED mehr als verdreifacht. Das kann auf Dauer nicht funktionieren und muss zu Inflation führen. Genau das erleben wir jetzt. Die Märkte sind wie Junkies süchtig nach der Droge billiges Geld. Viele Aktienhändler haben sich obendrein extrem verschuldet, um am Aktien-Boom teilzuhaben. Die kreditfinanzierten Aktienkäufe haben sich allein seit März 2020 von 479 Milliarden Dollar auf 919 Milliarden USD fast verdoppelt.

Dreht die FED, in Form von Zinserhöhungen, den Märkten den Saft ab wird das massive Konsequenzen haben. Sollte die FED tatsächlich die Zinsen markant erhöhen wird dies zu erheblichen Korrekturen an den Aktien- und Kryptomärkten führen. Von einer Zinswende innerhalb der Eurozone ist bis zur Präsidentschaftswahl in Frankreich im April nicht auszugehen. Was bedeutet dies für den Anleger? Er sollte von den Großen lernen. Nicht nur einer der erfolgreichsten Investoren der Welt, Warren Buffet, sondern auch die großen Tech-Konzerne halten momentan riesige Cashpositionen, weil sie offenkundig nicht von einer verheerenden Inflation oder gar Hyperinflation ausgehen, sondern von Korrekturen an den Märkten und somit von zukünftigen attraktiven Kaufoptionen ausgehen. Des Weiteren sollte man sich überlegen Gewinne zu realisieren.

Matthias Weik befasst sich seit über zwei Jahrzehnten mit dem Thema Finanzen. Er ist Gründer der Finanzstrategieberatung F&W – Finanzen & Wirtschaft Strategien zur Vermögenssicherung GmbH und zählt seit Jahren, mit fünf Bestsellern in Folge („Der größte Raubzug der Geschichte“, „Der Crash ist die Lösung“, „Kapitalfehler“, „Sonst knallt’s!“ und „Der größte Crash aller Zeiten“), zu den verlässlichsten Bestseller-Autoren im Bereich Wirtschaft und Finanzen.



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2 Kommentare

  1. Vor einer Zinswende vor den Wahlen in Frankreich ist nicht auszugehen ? ? darum sind wir alle froh, dass die Christine solche nationale Begebenheiten berücksichtigt und nicht das Gemeinwohl von Europa.
    Normal sagt man wer zahlt befiehlt, in der EU gilt das nicht, Deutschland zählt und Maccaroni befiehlt.

  2. Korrektur Ja, aber erst in 2 Wochen, gegen Ende Februar- so 20% wäre fein

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