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Crash bei Aktien: Schlägt jetzt die Stunde der Heuschrecken?

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Das war ein heftiger Crash bei Aktien weltweit, den wir in den letzten Tagen und Wochen erlebt haben. Gibt es da aber auch Profiteure des Crash?

„Heuschrecken der Finanzindustrie“ (siehe dazu das Video) hatte SPD-Chef Müntefering bereits im Jahr 2005 die Investoren genannt, so genannte Private Equity-Gesellschaften oder auch Hedge Fonds, die vor allem darauf aus waren, Unternehmen zu zerschlagen zum Zwecke der kurzfristigen Gewinnmaximierung oder auch mit Leerverkäufen agierten, die die Aktien von manch taumelndem Unternehmen erst recht in den Abgrund stießen. Was oftmals ein reinigendes Gewitter bedeutet, ist  in einem Crash in Phasen echter Not durch Unglücksereignisse oder wie derzeit durch eine Pandemie ein recht unethischer Akt.

Crash: Die Strategie einiger Hedgefonds

Covid-19 rast wie eine Heimsuchung über den Planeten. Unternehmen werden durch Zwangsmaßnahmen des Staates zur Eindämmung der Pandemie in große Schwierigkeiten gebracht, mit extremen Umsatz- und Gewinneinbußen und damit verbundenen Kurseinbrüchen der Aktien. Wie immer lockt so etwas Spekulanten auf dem Plan, um aus einer solch seltenen Konstellation zusätzlichen Profit zu schlagen. Allen voran angelsächsische Hedgefonds, die das Instrument des Shortsellings normalerweise das ganze Jahr über betreiben. Um Übertreibungen an den Märkten zu korrigieren und um Liquidität in die Märkte zu pumpen, so eine Begründung.

Extrem fragwürdig wird diese Handelsstrategie, wenn sie in Krisenzeiten, in einem Crash wie derzeit eingesetzt werden. Gerade jetzt steht Europa im Fokus der Hedgefonds, weil man die deutlich steigenden Infektionszahlen sieht –  und damit verbunden die Erkenntnis, dass viele Firmen auf dem alten Kontinent darunter leiden werden. Aus einer  Übersicht kann man entnehmen, dass sich dabei gerade der bekannte Hedgefonds von Ray Dalio, Bridgewater Associates, hier sehr engagiert. Ausgerechnet die Firma des Querdenkers, der erst zu Jahresbeginn gegen den Kapitalismus gewettert hat „Das System ist kaputt“, weil es die Ungleichheit zwischen Arm und Reich potenziere und eine Umverteilung von oben nach unten erfordere. Unter anderem mit höheren Steuern für Superreiche.

Sein größter Fonds, Pure Alpha Fund II, hat seit Jahresanfang circa 20 Prozent verloren, da man eine falschen Einschätzung zur Entwicklung der Märkte hatte – man hatte den Crash nicht vorhergesehen. Und jetzt setzt man mit Leerverkäufen verstärkt gegen Europa, um die Performance aufzubessern. Hierbei sind es diese Länder, die Bridgewater besonders ins Visier genommen hat: Frankreich (16 Aktien), Deutschland (12), Spanien (5), Niederlande (5) und Italien (3).

Das Volumen der Untergangswetten beträgt 14 Miliarden Dollar, viel Geld setzt Dalio auch gegen deutsche Konzerne ein. An der Spitze der Leerverkäufe steht SAP mit 949 Millionen Euro und der Halbleiterhersteller ASML mit 630 Millionen. Da der Dax seit seinem Hoch von Mitte Februar durch den Crash mehr als ein Drittel seines Wertes verloren hat, gibt es viele Leerverkäufer, die von dieser Entwicklung sehr profitiert und den Abwärtstrend verstärkt haben. Schon immer im Visier ist dabei die Deutsche Bank – jetzt aber auch stabile Aktien wie die Allianz. Die Krise in der Luftfahrtindustrie hat dazu geführt, dass bei der Lufthansa zehn Prozent der Aktien leerverkauft sind, dabei sind mehrere Hedgefonds mit von der Partie.

Der derzeit zweitgrößte Luftfahrtkonzern Europas ist ganz eindeutig ein Opfer der höheren Gewalt, hat Staatshilfen beantragt und damit Steuergelder, während Spekulanten mit ihren Untergangswetten Gewinne einfahren können.

Fazit

Angesichts heftiger Rettungsmaßnahmen für die vom Coronavirus betroffenen Unternehmen, ist es schon erstaunlich, dass Leerverkäufe nur in Italien, Spanien und Belgien verboten sind. Man muss schließlich Steuergelder einsetzen, um den Unternehmen zu helfen und die Arbeitnehmer vor der Arbeitslosigkeit zu schützen. Auch wenn man Eingriffen in die Märkte skeptisch gegenübersteht – aber Unternehmen zu attackieren, die infolge nicht selbst zu verantwortender Umstände in existenzielle Not geraten, erscheint zum einen nicht gerade moralisch und ist auch nicht die Absicht im Sinne der Erfinder des Shortsellings.

Der große Hedgefondsmanager Ray Dalio malte gestern im US-Fernsehen ein schreckliches Bild von der US-Konjunktur, mit möglichen Schäden von vier Billionen Dollar für die US-Unternehmen infolge Covid-19. Zudem forderte er staatliche Unterstützungen für die betroffenen Firmen, um gleichzeitig eine Short-Strategie gegen viele Firmen zu fahren. Passt das zusammen?

Der Crash ruft Heuschrecken auf den Plan

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    asisi1

    20. März 2020 11:36 at 11:36

    Ein Land das sich solche Politiker, welche nur Studienabbrecher und Theaterwissenschaftler, oder DDR Ausbildung hat, hats einfach nicht anders verdient!

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    Macwoiferl

    20. März 2020 11:43 at 11:43

    Die Grillfeste an der Isar, das sind übrigens die Hochfinanzleute 🙂 denn durch die Tür kommen nun: Helikoptergeld, 1.5 Bio US $ REPO-Sofortgeld aus der FED-Druckerpresse, QE V (alle USA), EURObonds (EU-Schuldverschreibungen in Billionenhöhe), 750 Mrd. € Käufe italienischer/spanischer/griechischer Staatsschulden, Zinssenkungen weltweit in Billionenhöhe.
    Sagen wir Pi Mal Daumen so 12 Bio. €.
    Ohne Corona hätte man, um diese ganzen Finanzbonbons für Goldman Sachs, JP Morgan, Blackrock etc. zu verabschieden, ca. 10 bis 15 Jahre diskutieren und Kleinkrisen inszenieren müssen.
    Daneben macht man nun salonfähig: Ausgangssperre. Handyüberwachung. Quarantänen. Willkürliche Geschäftsschließungen.
    Alles, damit Lloyd Blankfein mit der neunzehnten Yacht durchs Mittelmeer kreuzen kann.
    Wer auch immer sich das Drehbuch zur Corona-Story ausgedacht hat: meine Hochachtung!

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    Hinterfrager

    20. März 2020 14:21 at 14:21

    Corona als Auslöser (nicht Ursache!) dafür, dass diverse bereits seit Längerem zombifizierte Unternehmen nun tatsächlich über die Abbruchkante geschubst werden:

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/vapiano-ist-insolvent-a-7a742110-a150-4778-a3dc-837ac670fdc1

    Tja, und Vapiano wird wohl nicht das einzige Beispiel bleiben…

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Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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