Folgen Sie uns

Märkte

Crasht die amerikanische Shale-Industrie („Fracking“)?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Das zumindest meint Leonid Fedun, Vizepräsident von Lukoil, dem zweitgrößten Ölförderer Russlands. Die OPEC-Politik führe über kurz oder lang zu einem Crash der amerikanischen Shale-Industrie, so Leonid Fedun. Er vergleicht den Boom der Branche in den USA mit der Dotcom-Blase: auch hier würden die Stärksten überleben, die Schwachen dagegen untergehen. Derzeit würden viele „Fracking-Unternehmen“ noch gut zurecht kommen, weil sie Absicherungsgeschäfte für 90 Dollar das Barrell abgeschlossen hätten (Hedging), sprich selbst bei einem aktuellen fallenden Preis nicht in Bedrängnis kämen (das amerikanische Light-Crude-Öl handelt derzeit unter 69 Dollar). Aber wenn diese Absicherungsgeschäfte auslaufen, würde es für viele Unternehmen eng.

Aber stimmt das? Laut Angaben der in Paris ansässigen International Energy Agency (IEA) benötigen nur 4% aller amerikanischen Shale-Projekte einen Ölpreis von über 80 Dollar. Eines der größten Fördergebiete in den USA ist die „Bakken formation“ in North Dakota – hier sind die meisten Projekte laut Angaben der IEA schon bei einem Preis über 42 Dollar rentabel. Es scheint also, als würde die überwiegende Mehrheit der Shale-Industrie so schnell nicht in Bedrängnis geraten. Die International Energy Agency geht davon aus, dass die amerikanische Öl-Produktion in 2015 von derzeit 9 Millionen Barrell pro Tag auf 9,4 Millionen Barrell steigen wird (so viel wie seit 1972 nicht mehr) – wodurch der Ölpreis durch das steigende Anebot weiter unter Druck bleiben dürfte.

Der überwiegende Teil der neuen US-Ölproduktion entsteht durch eine Kombination von „horizontal drilling“ und „hydraulic fracturing“, wie es in der Fachsprache heisst. Durch diese Methodik haben die USA inzwischen Saudi-Arabien als größten Ölproduzent der Welt überholt. Das US-Öl verbleibt jedoch fast vollständig für den Konsum in den USA, da der Export in Reaktion auf die Ölkrise der 1970er-Jahre durch die Politik verboten wurde – und die dafür nötige Infrastruktur ohnehin fehlt.

Der fallende Ölpreis aber könnte noch eine weitere, bisher wenig beachtete Konsequenz haben: er wirkt tendenziell deflationär, weil die Verbraucher in den USA weniger Geld für Energie ausgeben müssen. Und das könnte bedeuten, dass die amerikanische Fed – im Gegensatz zur Markterwartung – die Leizinsen auch 2015 nicht anheben wird.

Ein Kommentar

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Dax: Herber Abverkauf – aber Rettung naht! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Dax heute mit dem stärksten Abverkauf seit März, aber auch die Wall Street heute stark unter Druck: Zur völligen Überraschung der Aktienmärkte kommt nun die zweite Corona-Welle in Europa, zunehmend aber auch in den USA mit voller Wucht und vor allem neuen Lockdown-Maßnahmen. Mit eben diesen neuen Maßnahmen aber steigt der Druck auf die Notenbanken (morgen EZB-Sitzung) zur Rettung. Und je tiefer die Aktienmärkte fallen, desto größer wird der Handlungsdruck. Dennoch: der Dax ist auch im europäischen Vergleich besonders schwach und hat nun 12% von seinem Hoch von vor zwei Wochen verloren – ist also nun offiziell in einer Korrektur. Retten morgen die Zahlen der US-Tech-Giganten?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Dax und S&P 500 im Absturz – Chance auf einen Dreh?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Die Aktienindizes fallen. Das schaue ich mir im folgenden Video direkt am Chart genauer an. Ob es nun eine Kaufchance zum Beispiel im Dax gibt, dieser Frage will ich nachgehen. Im S&P 500 schaue ich mir an, ob eine Zwischenrally möglich ist.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

weiterlesen

Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände +4,3 Mio Barrels (jetzt 492,4 Mio)

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 492,4 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 4,3 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +1,2 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit -0,9 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche bei -1,0.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +4,6 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (+1,2 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit +6 Cents auf 37,34 Dollar. Dazu muss man aber sagen, dass der Ölpreis im Verlauf des heutigen Tage bereits deutlich gefallen war.


source: tradingeconomics.com

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen