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13 Tage Talfahrt Credit Suisse-Absturz: Aktienkurs kurz vor Bezugspreis bei Kapitalerhöhung

Die Aktie der Credit Suisse hat nun 13 Tage in Folge verloren. Der Aktienkurs notiert nur noch knapp über dem Preis für die neuen Aktien.

Schweiz-Flagge

Um bei einer Kapitalerhöhung die Anleger dazu zu animieren, die neuen Aktien zu kaufen, setzt man den Ausgabepreis der neuen Papiere deutlich unter dem aktuellen Kurs der Aktie an. So hatte es vor kurzem auch die krisengeschüttelte Schweizer Großbank Credit Suisse gemacht. Aber nun ist dieser Abstand zwischen aktuellen Kurs und dem Ausgabekurs der neuen Aktien fast völlig abgeschmolzen. Das zeigt die desaströse Einstufung der Bank durch den Kapitalmarkt. Man bedenke, dass sich Analysten erst letzte Woche fassungslos zeigten über die immensen Mittelabflüsse aus der Vermögensverwaltung der Bank – immerhin 84 Milliarden Franken in drei Monaten.

Die Verluststrähne der Aktie der Credit Suisse bringt die Aktie nun immer näher an den Preis heran, zu dem die Schweizer Bank ihren Aktionären junge Aktien zum Kauf anbietet. Die Anleger scheinen trotz des großen Abschlags wenig Potenzial in dem Angebot zu sehen, so berichtet es aktuell Bloomberg. Die Anteile fielen um bis zu 5,5 % auf ein Rekordtief von 2,67 Franken, und lagen damit nur knapp über dem Preis von 2,52 Franken, zu dem die Credit Suisse den bestehenden Aktionären Bezugsrechte angeboten hatte (Chart zeigt 68 % Verlust der Aktie am US-Markt in den letzten zwölf Monaten). Die Bank hatte diesen Preis nach der Strategiepräsentation im Oktober mit einem Abschlag von 32 % festgelegt.

Der Schwellenwert von 2,52 Franken ist “der „harte Underwriting-Preis“ für das Konsortium von 19 Banken, so schreiben es die Analysten von JPMorgan. Wenn die Aktien bis zum letzten Tag des Bezugsrechtshandels am 6. Dezember über diesem Niveau bleiben, “können wir davon ausgehen, dass die Kapitalerhöhung zu diesem Zeitpunkt höchstwahrscheinlich ein Erfolg war”, so die Experten.

Credit Suisse Aktie im prozentualen Verlust der letzten zwölf Monate

Verwaltungsratspräsident Axel Lehmann sagte heute auf einer Konferenz in London, dass sich die Aktie der Bank nach Abschluss der Bezugsrechtsemission stabilisieren werde, und dass die Anleger bis dahin mit Kursschwankungen bei der Credit Suisse rechnen müssten. Der Handel mit den neuen Aktien soll am 9. Dezember beginnen. Sie sind Teil einer Kapitalerhöhung von rund 4 Milliarden Franken, mit der die Credit Suisse ihre Neuaufstellung finanzieren will.

Ein Scheitern der Kapitalerhöhung sei zwar “höchst unwahrscheinlich”, ein solches Szenario würde die Ratingagentur S&P aber dazu veranlassen, die Kreditwürdigkeit der Credit Suisse zu “evaluieren”, sagte Analystin Anna Lozmann per E-Mail. “Anhaltend starke Abflüsse von Einlagen” könnten auch ein “Auslöser für eine negative Rating-Aktion” sein.

Die Umstrukturierung der Credit Suisse, die unter anderem einen Stellenabbau und die Ausgliederung des Investmentbanking-Geschäfts vorsieht, stößt bei Analysten und Anlegern auf Skepsis. Während der 13-tägigen Talfahrt hat die Credit Suisse rund 2,7 Milliarden Franken an Marktwert verloren.

Die “substanzielle Kapitalerhöhung” und das Fehlen von Details zu der “sehr komplexen” Neuaufstellung des Investmentbankings belasten die Aktien, schreibt JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein. Gerüchte über eine mögliche Übernahme dürften zunehmen, wenn die Abflüsse aus dem Wealth Management anhalten, sagte er. Diese Entwicklung könnte auch einen Börsengang des Schweizer Geschäfts, das er mit rund 14 Milliarden Franken bewertet, zu einer Denkmöglichkeit machen.

Bankpräsident Lehmann hingegen versuchte in London auch gute Stimmung zu machen in Bezug auf die geplante Abspaltung der Investmentbank unter der Marke First Boston. Es seien dafür weitere feste Zusagen von Investoren eingegangen, berichtete Lehmann.

FMW/Bloomberg/Chart TradingView



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2 Kommentare

  1. ESG – Planwirtschaft im Investment … das kommt dabei raus.
    Wer dem WEF Klaus folgt, braucht Helm und Knieschützer.

  2. Pingback: das-bewegt-die-welt.de

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