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Credit Suisse-Aktie unter 10 Franken gefallen: Die Schweizer Version der Deutschen Bank?

Die Aktie der zweitgrößten Schweizer Bank Credit Suisse ist gestern unter den psychologisch wichtigen Kurs von 10 Franken gefallen, und notiert damit auf einem historischen…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die Aktie der zweitgrößten Schweizer Bank Credit Suisse ist gestern unter den psychologisch wichtigen Kurs von 10 Franken gefallen, und notiert damit auf einem historischen Tief, wie dieser Langfrist-Chart zeigt. Wie der zweite kurzfristigere Chart zeigt, begann der Absturz der Aktie nicht erst mit dem Brexit-Vote (seitdem -23%). Innerhalb der letzten 12 Monate verlor die Aktie von 28 auf jetzt unter 10 Franken.

Credit Suisse-Aktie
Die Credit Suisse-Aktie seit Ende der 80er-Jahre.

Credit Suisse-Aktie 2
Die Credit Suisse-Aktie seit Anfang 2014

Man erkennt Parallelen zur Deutschen Bank. Das neue Management der Credit Suisse versucht angeblich die Investmentbanking-Sparte zu verkleinern. Der erst seit letzten Juli amtierende Vorstandschef Tidjane Thiam versucht seit Oktober die Sparte zu verkleinern, und das in diesem aktuellen Umfeld. Hinzu kommt in der Schweizer Öffentlichkeit bzw. Bankenlandschaft eine Art Ratlosigkeit, wohin die Credit Suisse denn nun überhaupt steuern will. Anders als bei der Deutschen Bank sind solche massiven Kursverluste in der Schweiz eher ein Thema für die Öffentlichkeit, weil z.B. auch Renten- und Pensionskassen kräftig in CS-Aktien investiert sind. Sie haben also neben den „bösen Spekulanten“ auch massive Kursverluste hinzunehmen, die noch Buchverluste sind.

Und hinzu kommen erste grobe Gerüchte die Credit Suisse könnte mit einem aktuellen Gesamtwert von nur noch 20 Milliarden Franken zum Übernahmekandidaten werden. Kauft ein ausländischer Investor „billig“ ein, könnten nicht realisierte Buchverluste bei den Rentenkassen zu realisierten Kursverlusten werden und Löcher in die Kassen reißen. Auch massiv in CS-Aktien investiert sind übrigens die Staatsfonds aus Katar, Saudi-Arabien und Norwegen, neben den üblichen privaten Verdächtigen aus den USA.

Man durfte sich lange Zeit eh wundern, wie Banken eines so kleinen Landes so gigantisch groß werden konnten. Nennen wollen wir hier mal die CS und die UBS. Bei den isländischen Banken konnte man auf einem deutlich kleineren Niveau im Zuge der Finanzkrise sehen was passiert, wenn man sich übernimmt. Die Blase platze relativ schnell. Müssen die beiden noch großen Schweizer Banken sich langfristig auf ein deutlich kleineres gesundes Marktvolumen runterschrumpfen, dass der Kraft der zugrundeliegenden Volkswirtschaft, nämlich der Schweiz entspricht? So richtig wohl fühlen kann man sich irgendwie nicht bei dem Gedanken, dass eine Bank eigentlich nur von Investmentgeschäften außerhalb seines eigenen Landes lebt, mit einer Bilanz, die in Relation zum Schweizer BIP jegliches Maß sprengt. Ähnlich verhält sich diese Grundfrage bei der UBS. Aber zu dieser Grundthematik mag jeder Beobachter seine eigene Meinung entwickeln.

Die Amerikaner haben die Schweizer Banken quasi dazu gezwungen ihr Geschäftsmodell der geheimen Konten aufzugeben. Investmentbanking wird immer schwieriger und wird weiter geschrumpft. Was bleibt dann noch übrig bei solchen ehemaligen Riesen? Denn sie leiden unter noch schlimmeren Zins-Voraussetzungen in der Schweiz als unsere Banken in der Eurozone. Aktuell sind das keine guten Aussichten für die CS-Aktie. Würde der Schweizer Staat aus Gründen der Staatsraison es überhaupt zulassen, dass z.B. eine chinesische Staatsbank sich die CS einverleibt? Oder sähe man das in der Schweiz gelassener als anderswo?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leser

    7. Juli 2016 11:59 at 11:59

    Da ich keinen Reuters- oder Bloomberg Monitor hier stehen habe, suchte ich vor ein paar Tagen nach CDS-Infos im Netz. Meines Wissens bietet sich bei dem Vergleich der Basispunkte (bps) eine Möglichkeit, das Insolvenzrisiko der Banken zu vergleichen. Je höher die bps Zahl, desto schlechter die Bank. Gefunden habe ich diese Seite http://www.zertifikateberater.de/research/emittenten. Danach steht die CS mit 160 bps noch deutlich vor der DB (208 bps), jedoch im unteren Drittel der verglichenen Banken

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Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

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