Donald Trump will Grönland haben, und greift damit direkt die nationale Souveränität von Dänemark an. Militärisch wehren könnten sich Dänemark und EU natürlich nicht gegen eine gewaltsame Übernahme der Insel durch die USA. Aber Europa hält gigantische Summen an Vermögenswerten in den USA, die man verkaufen könnte. Jetzt gibt es eine Reaktion aus Dänemark. Der dänische Pensionsfonds AkademikerPension plant, bis Ende des Monats aus US-Staatsanleihen auszusteigen, da die Politik von Präsident Donald Trump zu großen Kreditrisiken geführt hat, die nicht ignoriert werden können.
„Die USA sind grundsätzlich kein guter Kreditnehmer, und langfristig sind die Finanzen der US-Regierung nicht nachhaltig“, sagte Anders Schelde, Chief Investment Officer bei AkademikerPension, heute gegenüber Bloomberg. AkademikerPension, der rund 25 Milliarden US-Dollar an Ersparnissen für Lehrer und Akademiker verwaltet, hielt Ende 2025 etwa 100 Millionen US-Dollar in US-Staatsanleihen, so Schelde. Das Risiko- und Liquiditätsmanagement sei der einzige Grund, weiterhin in Staatsanleihen zu investieren, und „wir haben beschlossen, dass wir Alternativen dazu finden können“, sagte er.
Obwohl dies im Kontext des Marktes für US-Staatsanleihen nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, markiert die geplante Veräußerung durch AkademikerPension einen wichtigen symbolischen Schritt im aktuellen politischen Kontext, da institutionelle Anleger überdenken, was einen sicheren Hafen ausmacht. Das Schreckgespenst, dass Geldmanager in Europa Kapital als Waffe einsetzen könnten, wurde bereits früher in einer Mitteilung der Deutschen Bank als Möglichkeit für die EU angesprochen, sich gegen die anhaltenden Drohungen Trumps zu wehren.
Schelde führte Trumps Äußerungen zur Übernahme Grönlands als einen von mehreren Gründen an, die den Fonds dazu veranlasst hätten, sich aus US-Staatsanleihen zurückzuziehen. Auch Bedenken hinsichtlich der Haushaltsdisziplin und eines schwächeren Dollars rechtfertigten einen Rückzug aus US-Anlagen, sagte er.
Diese Entwicklung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Trump seine Drohungen zur Übernahme Grönlands verschärft und damit bei den Verbündeten Dänemarks in Europa Bestürzung auslöst. Grönland, das zum Königreich Dänemark gehört, hat auf Trumps Bemühungen, die Insel zu kaufen, stets mit der Erklärung reagiert, dass sie nicht zum Verkauf stehe.
„Man kann den Geist nicht wieder in die Flasche zurückbringen“, sagte Schelde. „In ein paar Monaten könnte sich die Lage verbessern und beruhigen, Trump kann nicht wiedergewählt werden und der nächste Präsident könnte etwas anders sein“, sagte Schelde. „Aber was kommt dann in fünf, sechs, zehn Jahren? Ich denke, in ganz Europa ist man sich bewusst, dass wir in der Lage sein müssen, auf eigenen Beinen zu stehen.“
AkademikerPension ist der jüngste dänische Pensionsfonds, der seine Bestände an Staatsanleihen verkauft hat. Laerernes Pension hat den Großteil seiner Bestände an US-Staatsanleihen vor den Spannungen um Grönland in diesem Monat verkauft und dabei Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit der US-Schulden und der Unabhängigkeit der Federal Reserve angeführt. PFA, die Vermögenswerte in Höhe von rund 120 Milliarden US-Dollar verwaltet, hat kürzlich im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung ihre Bestände reduziert. Und Anfang dieser Woche gab Paedagogernes Pension laut FinansWatch bekannt, dass sie nach dem Verkauf ihrer Staatsanleihen keine neuen Strategien für illiquide US-Vermögenswerte mehr auflegen werde.
Grönland und Trumps Drohung, neue Zölle zu verhängen, werden ganz oben auf der Tagesordnung stehen, wenn der US-Präsident am Mittwoch in Davos eintrifft. Trump hat angekündigt, dass er sich mit verschiedenen Parteien treffen werde, um die Angelegenheit zu besprechen. Sein Finanzminister Scott Bessent mahnt zur Ruhe und weist Spekulationen zurück, dass Europa US-Staatsanleihen abstoßen werde.
FMW/Bloomberg
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Der grosse norwegische Staatsfonds der m.M bis jetzt sehr US orientiert war wird aus welchen Gründen auch immer eher umschichten. Auch die Schweizer NB mit grossem Tech- Aktienanteil wird als vernünftiger Anleger seine Schlüsse ziehen und andere werden folgen. @ Ranzentier meinte zwar, das Wild werde im Einheimischen Wald bleiben, aber wenn’s nichts mehr zu fressen gibt werden auch US- Dickfische auswandern. PIMCO hat sich ja in dieser Hinsicht geäussert.
Warum haben sie überhaupt gekauft? Weil die Herde immer der Leitkuh nachlauft.
Der Unterschied ist, dass keine der nachlaufenden Kühe sich als souverän sehen würde. Was für ein Theater…
Rund 10 Billionen halten die ausländischen Gläubiger….weitere 6,5 Billionen die FED …die jetzt schon wieder Staatsanleihen zukauft….Goldpreisanstieg…!
Um die Jahrtausendwende mussten noch 250 $ für ne Feinunze Gold bezahlt werden und jetzt fast Faktor 20 !
Das nenne ich mal Geldwertstabilität…..Und wenn der neue FED Chef kommt…dann glüht wieder die Druckerpresse…!
Dann geht’s wieder straff in Richtung der 7000 oder 8000 Dollar die Feinunze…
Ich denke das Spiel kann nicht endlos ohne Misstrauensvotum der Gläubiger weiter gehen.
Wenn die FED weiter stützend kauft kann sie zwar die Kurse stabilisieren und die Renditen beeinflussen aber nicht die Motivation der Gläubiger weiter zu kaufen.
Also stellen wir uns mal vor, die Renditen würden so bei 4,5% „eingestellt“, dann müssen sie mit diesem Zins auch lukrativ sein. Würden Sie 10-Jährige oder noch weiter laufende kaufen, wenn sie mit einem starken Aufweichen der $-Kaufkraft rechnen müssen?
Das ist ein sich selbst verstärkender Effekt meiner Meinung nach. Je mehr sie eingreift desto mehr muss sie eingreifen, worauf hin sie wiederum verstärkt eingreifen muss.
Der exponentielle Verlauf der passt schon wenn man das so versteht.