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Daimler halbiert Jahresgewinn – egal, Dax auf Rekordhoch

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Der Dax klettert heute auf sein absolutes Rekordhoch bei 13.640 Punkten (aktuell 13.568). Damit schaffte der Dax es heute sein altes Rekordhoch von vor genau zwei Jahren um 44 Punkte zu übertreffen. Die Charttechnik kennt ein gewisses Phänomen. Werden alte Höchststände erreicht uns sogar schnell überlaufen, kann es öfters erstmal zu einem kleinen Rückschlag kommen, bevor der nächste große Anlauf nach oben gemacht wird. Kommt es diesmal auch so?

Dax steigt trotz Daimler-Daten

Warum steigt der Dax heute auf ein neues Rekordhoch? Sicher nicht wegen Daimler. Dort hat man heute früh (Ergebnisse eigentlich erst am 11. Februar) ad hoc als Kurzmitteilung die wichtigsten Finanzdaten für das letzte Jahr veröffentlicht. Und siehe da. Im Vergleich 2018 (11,1) sinkt der Gewinn (EBIT) auf 5,6 Milliarden Euro. Weil die vorigen drei Quartale schon bekannt waren, und jetzt nur noch das 4. Quartal zur Gesamtjahreszahl hinzugefügt wurde, konnte man sowas schon erahnen (hier die Details). Aber dennoch, die Daimler-Aktie verliert heute 1,5%. Der Dax ist aktuell aber mit 0,1% im Plus nach der Überschreitung des alten Rekords heute früh.

Laut Börse Online spricht der Portfolio-Manager Thomas Altmann aktuell davon, dass die Gewinne der 30 Dax-Unternehmen ihren Rekordwert aus dem Jahr 2018 noch nicht wieder erreicht hätten. Aber der Dax erreicht aktuell Allzeithochs. Von daher werde die Luft im Dax dünner. Steigende Kurse und fallende Gewinne würden den Markt anfälliger für Korrekturen machen. Aber ja, meine Güte, warum steigt der Markt denn nun aktuell?

Lichtblicke von der Konjunktur

Gestern fiel der ZEW-Index deutlich besser aus als erwartet. Und die Bundesbank sieht laut Aussagen von vorgestern Anzeichen, dass sich das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland stabilisieren könnte. Also, es gibt einige kleine Bausteine für eine bessere Stimmung rund um die deutsche Wirtschaft. Können Bau und Dienstleistungen also doch derart stabilisierend wirken, so dass die aktuelle Rezession in der Industrie für die gesamte Volkswirtschaft doch noch zu verkraften ist? Gefühlt wirkt es jedenfalls derzeit so. Den tollen ZEW-Index sieht zum Beispiel Jasper Lawler von der London Capital Group heute als wichtigen Baustein für den Rekord im Dax.

Auch wirkt die Gefühlslage derzeit so, als könne China den Corona-Virus doch irgendwie eindämmen? Doch keine Konsumflaute in Asien aufgrund von Ängsten vor dem Virus? Dazu gibt es in Sachen Handelskrieg aktuell keine negativen Aussagen, und auch in Sachen Iran-Krise hört man derzeit gar nichts. Im Gegenteil. Donald Trump präsentiert in Davos eine rosa rote super tolle US-Konjunktur. Und by the way… erst gestern ist Deutschlands wohl offenbar vertrauenswürdigster Verbraucherschützer in Sachen Geldanlage Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip im NDR aufgetreten. Tenor: Nullzinsen, rein in Aktien.

Langfristig wäre das eine gute Sache, so darf man Tenhagens Aussagen sinngemäß zusammenfassen. Und ja, warum auch nicht? Die Kurse steigen ja gerade alle? Gut, in Japan liegen die Kurse seit 30 Jahren immer noch im Minus. Aber Japan ist weit weg. Nein, nein, keine Angst, wir wollen hier niemanden davon abhalten Aktien zu kaufen. Wie lautet die Bauernweisheit nochmal? Aktien kaufen wenn sie teuer sind? Aktien kaufen wenn sie auf Rekordniveau notieren? Vielleicht legt die BILD bald nochmal nach mit dem Hinweis, dass man jetzt Aktien kaufen muss? Aber jetzt wirklich, Scherz bei Seite. Die Hausse läuft schon jahrelang. Und niemand weiß, wie lange sie noch weiter laufen wird. Einen Monat, ein Jahr, fünf Jahre?

Dax-Verlauf seit 1998
Der Dax seit 1998. Da fallen die Abstürze durch den Tech-Crash und die Finanzkrise 2008 ja kaum noch auf?

Frankfurter Börsengebäude
Die Frankfurter Börse. Foto: Mylius GFDL 1.2

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Sven

    22. Januar 2020 15:37 at 15:37

    Es ist nun mal anders dieses Mal. Die Märkte sind in Erwartung besserer Daten vorher gestiegen. Jetzt zeigt sich, die Zukunft sieht rosig aus, dazu kommen die expansiven Notenbanken. Bald werden auch noch die Kleinanleger die noch nicht so große Euphorie anfachen und den DAX hier noch deutlich höher treiben. Die Algos werden Corona-und EU-Zoll-Optimismus neu einpreisen. Die Fahnenstangen bekommen also immer mehr Substanz.

    • Avatar

      Realist

      23. Januar 2020 15:37 at 15:37

      Hallo Sven!
      Du wohnst am Mond oder in den USA? Oder? HaHaHaHa

      • Avatar

        sabine

        23. Januar 2020 16:58 at 16:58

        Hallo everybody,
        in der Autoindustrie ist die vorsichtige und langsame Erholung seit August 2019, nach dem Einbruch im Januar desselben Jahres (zumindest bei dem Autohersteller, mit dem ich zusammenarbeite, und der gehört zu einem großen Deutschen Konzern), schon eine Riesenfreude. Auch wenn die Planzahlen von Dez 2018 noch nicht ganz eingeholt sind. Aber mit einem blauen Auge hatten wir nur eine kleine Delle, und die hatte erst richtig groß angefangen! Bis Mai!
        Wenn das nicht zum Feiern ist? Es gibt ja gegen Aktien auch kaum Alternativen, um Geld zu machen. Bei den Strafzinsen und der Steuergier des Staates.

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Nasdaq, Tesla, Netflix – aktueller Blick auf den Hype

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Fernbedienung vor Fernseher mit Netflix-Programm

Gestern noch bei 11.070 Punkten im Hoch, so fällt der Nasdaq aktuell auf 10.434 Punkte. Ein schneller Absturz. Aber halt. Was war denn bitte vorher los? Was für ein Wahnsinns-Hype, was für ein Goldrausch!. Am 20. Februar lag der Nasdaq 100-Index noch bei 9.737 Punkten. Das war der Auftakt zum großen Börsencrash. So kräftig sind einige Tech-Konzerne dem Gesamtmarkt bis jetzt enteilt, dass sie den Nasdaq mit hochziehen konnten.

Nasdaq und Tesla

Dieses Thema bespricht der Chef-Aktienhändler der Baader Bank im folgenden brandaktuellen Video. Kann es so einfach nicht mehr weitergehen im Nasdaq? Auch wichtig: Tesla sieht er eher als Datenkrake. Zwar technologisch weit vor der Konkurrenz (hier eine positive Sichtweise auf den Autobauer), dennoch sei der Aktienkurs von Tesla irrsinnig hoch. Auch wird dies klar anhand von im Video erwähnten Beispielen, wie stark sich einzelne Bankanalysten in ihrem Meinungen unterscheiden. Und ja, das ist wirklich ein Wahnsinn, so möchte ich es bestätigen!

Wette auf Netflix-Zahlen am Donnerstag

Wichtig wird jetzt in Sachen Tech die Aktie von Netflix. Die Firma ist wohl einer der größten Corona-Krisengewinner. Wo die Menschen in der Coronakrise nicht rausgehen konnten und jetzt vermutlich immer noch vermehrt zuhause rumsitzen, suchen sie natürlich nach einer Beschäftigung. Viele, sehr viele Menschen werden diese Beschäftigung wohl im Glotze-Gucken bei Netflix, Amazon, Sky und Co gefunden haben. Nur die Frage lautet: Wie viele neue Abos hat Netflix im letzten Quartal abgeschlossen? Im 1. Quartal waren es 15,77 Millionen neue Abonnenten.

Die Aktie stand im Februar direkt vor dem Crash-Start bei 392 Dollar. Gestern waren es im absoluten Nasdaq-Höhenrausch 574 Dollar. Aber bis jetzt kommt die Aktie zurück auf 508 Dollar. So schnell kann ein Long-Zocker dick im Minus sein. Donnerstag Abend (wir werden berichten) präsentiert Netflix dann seine Quartalszahlen. Das wird ein wichtiges Ereignis für die gesamte US-Börse werden. By the way… schauen Sie sich das folgende Video gerne in voller Länge an, die Aussagen sind interessant.

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – Bankzahlen im Fokus

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE zum Handelsstart in New York. Er bespricht die vor wenigen Minuten veröffentlichten Quartalszahlen von JP Morgan, Wells Fargo und Citi. Die Finanzdaten bespricht er ausführlich.

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Wells Fargo und Citigroup: Quartalszahlen liegen vor

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Die Quartalszahlen von Wells Fargo und Citigroup wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Eckdaten, zunächst von Wells Fargo.

Der Erlös (Umsatz) liegt bei 17,8 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 21,58/erwartet 18,6).

Das Ergebnis liegt bei -0,66 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/erwartet -0,16). Ein Verlust von 2,4 Milliarden Dollar im zweiten Quartal!

Kreditvorsorge 9,5 Milliarden Dollar nach 0,5 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Die Aktie von Wells Fargo notiert vorbörslich mit -3,8 Prozent.

Kommentar von Wells Fargo im Wortlaut:

“We are extremely disappointed in both our second quarter results and our intent to reduce our dividend. Our view of the length and severity of the economic downturn has deteriorated considerably from the assumptions used last quarter, which drove the $8.4 billion addition to our credit loss reserve in the second quarter. While the negative impact of the pandemic is unprecedented and many of our business drivers were negatively impacted, our franchise should perform better, and we will make changes to improve our performance regardless of the operating environment.

“Though our income performance was weak, our capital and liquidity continues to be extremely strong with both our CET1 ratio and LCR increasing from the end of the prior quarter. However, it is critical in these uncertain times that our common stock dividend reflects current earnings capacity assuming a continued difficult operating environment, evolving regulatory guidance, and protects our capital position if economic conditions were to further deteriorate. Given this, we believe it is prudent to be extremely cautious until we see a clear path to broad economic improvement. We are confident that this eventual economic improvement combined with our actions to increase our margins will support a higher dividend in the future,” Scharf added.

“I’m proud of the hard work and dedication of our employees through these challenging times to support our customers, communities, and each other. Our regulatory commitments remain our top priority and while we have more work ahead of us, we continue to devote all necessary resources to this effort,” Scharf concluded.

Wells Fargo Finanzdaten

Wells Fargo-Quartalszahlen - Wells Fargo Logo
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

Citigroup

Bei der Citigroup liegt der Erlös (Umsatz) bei 19,77 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,76/erwartet 19,1).

Das Ergebnis liegt bei +0,50 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,95/erwartet +0,28).

Kreditvorsorge 7,9 Milliarden Dollar nach 2,1 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Die Aktie der Citigroup notiert vorbörslich mit +1,1 Prozent.

Kommentar des Citigroup CEO im Wortlaut:

“While credit costs weighed down our net income, our overall business performance was strong during the quarter, and we have been able to navigate the COVID-19 pandemic reasonably well. The Institutional Clients Group had an exceptional quarter, marked by an increase in Fixed Income of 68%. Global Consumer Banking revenues were down as spending slowed significantly due to the pandemic.

“We entered this crisis from a position of strength. During the quarter, our regulatory capital increased and our CET1 ratio improved to 11.5%, comfortably above our new regulatory minimum of 10%. We continued to add to our substantial levels of liquidity and our balance sheet has plenty of capacity to serve our clients. With a sharp emphasis on risk management, we are prepared for a variety of scenarios and will continue to operate our institution prudently given this unprecedented situation,” Mr. Corbat concluded.

Citigroup Finanzdaten

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