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Daniel Stelter spricht über die neue Wirtschaftspolitik nach Corona

Claudio Kummerfeld

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Daniel Stelter über die Coronamics, die neue Wirtschaftsordnung

Welche Wirtschaftspolitik erwartet uns nach der Coronakrise? Oder darf man überhaupt von einem Ende dieser Krise sprechen, oder eher von einem leichten Abflachen einer Krise, die jahrelang anhalten wird? Der hoch angesehene Wirtschaftsexperte und Autor Daniel Stelter nennt die neue Phase der nun bevorstehenden Wirtschaftspolitik die sogenannten „Coronomics“. Vor Kurzem hatten wir bereits über sein neues gleichnamiges Buch berichtet (Coronomics: Nach dem Corona-Schock: Neustart aus der Krise). Wichtig für Daniel Stelter ist: Das was nun anstehe, wäre auch ohne Coronakrise gekommen. Sie wirke lediglich wie ein Brennglas, durch welches die derzeit ablaufenden Prozesse beschleunigt werden!

Daniel Stelter über die neue Wirtschaftspolitik

Im folgenden Interview erläutert Daniel Stelter, dass die Coronakrise die fundamentalen Probleme offenlege, die ohnehin schon in unserer Volkswirtschaft vorhanden gewesen seien. Seit der Finanzkrise habe man sich tatsächlich nicht erholt. Themen im Interview sind die massiven Stimulierungen der Notenbanken, weniger Wachstum, Grundeinkommen, eine zehn Jahre anhaltende „Stagflation“, sowie ein ausufernder und nicht refinanzierter Sozialstaat. Alle Arten von Problemen würden derzeit mit immer mehr Schulden bekämpft. Man käme dann in eine finale Phase, wo die Notenbanken dazu übergehen würden die Staaten direkt zu finanzieren.  Dies sei der Wunsch der meisten Euro-Länder, weshalb auch Deutschland wohl kaum um dieses Konzept herumkomme.

Daniel Stelter beschreibt nicht nur Probleme, sondern sagt auch was er nun für empfehlenswert hält. Dazu gehören Punkte wie mehr Investitionen im Inland, mehr Ausgaben für Forschung und Bildung etc. Er will statt Steuererhöhungen für Reiche die Senkung von Steuern, und wie gesagt mehr Investitionen im Inland. Er vermutet aber, dass der deutsche Staat letztlich dazu übergehen werde die Krisenkosten unter anderem auch so zu refinanzieren, in dem man Sonderabgaben für Immobilieneigentümer einführen werde.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    md

    17. Mai 2020 05:22 at 05:22

    der herr stelter hat recht. steuern runter für die arbeitnehmer ist der richtige weg.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensverteilung_in_Deutschland

    hier sieht man wie stark die arbeitnehmer ausgebeutet wurden. im jahr 1998 haben die oberen zehntel 41 % vermögen gehabt. das letzte zehntel -0,4 %.
    nach 1998, und der politik agenda 2010, von rot/grün, haben die oberen 10 % im jahr 2007 mittlerweile 61 % des reichtums. und die unteren 10 % sind bei -1,6 %.
    also die reichen müssen sich definitiv bei den rot/grünen pseudo arbeitnehmervertreterparteien bedanken.
    aber das untere zehntel soll sich nicht besxhweren sie haben ja auch ein schmankerl bekommen namens „die tafel“ :)))
    aber zurück zum thema. es sollte für die arbeitneher satte steuerentlastungen drinnen sein, für ein land welches seit jahren exportweltmeister ist und überschüsse erwirtsxhaftet.

    vor paar tagen fragte @leftutti den @columbo was die menschen in italien denken.
    der italienische staat ist in meinen augen ein sehr fairer staat. wenn man so einen naxhrichtensender wie n-tv ( in meinen augen ein verlogener reichensender) glauben schenken soll, bekommt man den eindruck den italienern gehts finanziell sehr sxhlecht.
    in diversen anderen sendern oder auch hier bei fmw hab ich aber gelesen das es dem arbeitnehmern bzw mensxhen finanziell sogar viel besser gehen soll als unserer arbeitnehmerklasse.
    mir kommt der eindruck das der italienische staat nach dem motto handelt: probleme egal welcher natur sind staatsaufgabe bzw staatsprobleme, meinen bürgern solls gut gehen. und der staat löst die probleme mit der ezb. deshalb ein großes lob an den italienischen staat.
    und unsere, “ wollen die welt retten “ parteien denken schon wieder um steuererhöhungen nach. ne ne ne ich krieg die krise.
    hauptsaxhe in paar jahren haben die oberen zehntel 90% des vermögens. und die politiker haben alle super managerposten.

    • Avatar

      leftutti

      17. Mai 2020 13:24 at 13:24

      @md, mein alter Freund, in deinem Artikel steht doch zuerst einmal ganz deutlich geschrieben, dass bis 2002 nur unzureichende und völlig unterschiedliche Daten für die Berechnungen verwendet wurden, sodass diese eher Schätzungen als seriöse Statistiken darstellen. Außerdem berücksichtigen diese Schätzungen bis 1998 nur Westdeutschland, während sich die Zahlen danach auf Gesamtdeutschland beziehen (mit völlig anderen Erhebungsmethoden). Dazu kommen noch die unglaublichen Wertentwicklungen bei Immobilien und Aktien. Wer damals drei Miethäuser in München oder Berlin oder 1000 Aktien von Apple sein Eigen nannte und seither nichts verkauft hat, besitzt heute auch „nur“ drei Miethäuser oder 1000 Aktien. Aber deren Wert ist um ein Vielfaches gestiegen, was jetzt nicht so sehr an der rot-grünen Regierung vor 20 Jahren liegen dürfte.

      Du vergisst leider zu erwähnen, dass von 1995 bis 1997 der Eingangssteuersatz von 19 auf 26% (!!!) angehoben wurde, während der Spitzensteuersatz unverändert blieb. Dass somit natürlich auch die Vermögensbildung in den unteren Bereichen massiv erschwert und gleichzeitig ganz oben gefördert wurde, ist einleuchtend. Und du vergisst auch, dass von 1998 bis 2005 unter Rot-Grün der Eingangssteuersatz und ganz allgemein der Verlauf der Steuerkurve deutlich gesenkt und alle Einkommen massiv entlastet wurden. Doch unglücklicherweise hat es die Politik in den letzten 15 Jahren versäumt, diese erfreuliche und positive Steuerpolitik weiterhin an die Lohn- und Preisentwicklungen bzw. die Entwicklung der Medianeinkommen anzupassen.

      Von der im Vergleich zu 2005 gestiegenen Steuerbelastung hat der Staat nachhaltig profitiert. Dies zeigt ein Vergleich der Zuwächse der Einkommensteuer mit der allgemeinen Lohnentwicklung. Ausgehend vom Jahr 2005 sind die Einnahmen aus der Einkommensteuer um 84 Prozent gestiegen, während sich die Löhne pro Kopf um 20 Prozent und die volkswirtschaftliche Lohnsumme um 41 Prozent erhöht haben (Abbildung 4-1). Der Staat hat sich im Zeitverlauf folglich deutlich besser gestellt. Dazu haben neben der gestiegenen Anzahl der Beschäftigten größtenteils die schleichenden Steuererhöhungen durch die unzureichende Anpassung des Tarifverlaufs beigetragen.

      https://www.insm.de/fileadmin/insm-dms/text/publikationen/studien/IW-Koeln-Gutachten-Einkommensteuer.pdf
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164060/umfrage/entwicklung-des-steuersatz-in-deutschland-ab-1958/

  2. Avatar

    md

    17. Mai 2020 07:21 at 07:21

    Nach der 2014 veröffentlichten, auf SOEP-Daten basierenden Untersuchung des DIW wies Deutschland 2012 die höchste Ungleichverteilung von Vermögen innerhalb der Eurozone auf. Durchschnittlich besaß jeder Deutsche 83.000 Euro, das Median-Vermögen lag dagegen bei knapp 17.000 Euro.

    „die höchste ungleichverteilung innerhalb der eurozone“
    und da redet die spd von steuererhöhung, die grünen werden wohl bald nachziehen mit dem vowand der gleichberechtigung. das heisst wenn die spd zb. 2% erhöhung vorsxhlägt kommen die grünen und wollen bestimmt wegen der gleichberechtigung 5% erhöhung.
    zzgl. höhere bußgelder, zzgl höhere gez, und bald höhere krankenkassenbeiträge, usw.
    unsere politiker sind asozial, leider die wahrheit.

  3. Avatar

    asisi1

    18. Mai 2020 07:35 at 07:35

    Es ist doch völliger Blödsinn, wenn heute die vermeintlichen Experten von Entlastung der Bürger sprechen. Die Regierungen der letzten 40 Jahre haben es nicht einmal in den guten Zeiten verstanden, die Bürger zu Entlasten. Also wie soll es denn heute von statten gehen, wenn inzwischen 66% von staatlichen Alimentationen leben? Sind doch alle nur Hirngespinste.
    Außerdem schaue man sich doch die Berliner Gurkentruppe mal genau an. Keiner von diesen Versagern hat von irgendetwas Ahnung! Und nur die früher gemachten Fehler immer wieder zu wiederholen und mit neuem Geld zu verwischen, wird auf Dauer nicht gut gehen!

  4. Avatar

    md

    18. Mai 2020 11:35 at 11:35

    @leftutti mein freund. muss aber nicht heissen das die schätzung nich wahr ist.

    ausserdem, @leftutti was ich dich fragen wollte: durch den korona virus sind wir in deutschland ja dort angekommen wo uns die grünen ja haben wollen. du und der michael sind doch grünen anhänger, heisst für weniger konsum, weniger abgase, weniger suv und viele verbote für die menschen.
    nun an dem punkt sind wir gerade in der brd. die menschen konsumieren wenig, sehr wenig abgase, wenig autos auf den strassen.
    und ich habe eben den markus söder in n-tv gesehen, der da ein paket für die wirtschaft vorbereitet, der konsum, urlaub und autofirmen unter die arme greifen soll.
    und wenn jetzt die grünen vor die kameras treten und sagen das sie dagegen sind, das den mensxhen kein geld zum konsumieren gegeben wird, keine schecks für neue autokäufe, dann hat diese partei meine glaubwürdigkeit.

    weisst du es ist leicht wenns einem land/volk/wirtschaft gut geht mit absurden vorstellungen die jugendlichen in ihren bann zu ziehen, partys zu feiern, die jugendlichen für eigene demos hypnotisiert und ein ganzes land an der nase wie einen bär in der manege rumführt. jetzt wäre der zeitpunkt farbe zu bekennen. wie gehen die grünen in solch einer situation mit der lage um. würde mich sehr interessieren. wären sie für ein wirtschaftspaket zur unterstützung der unternehmen und unterstützung der menschen zum konsumieren.

    aber das wird nicht passieren, die grünen sind blender die mit angstmache einfach nur den weg in die räte sucht. politiker sein ist der schnellste und leichteste weg zur rente.

    und noch eine frage, wer sind die demonstranten in berlin und stuttgart ? würde mich mal interessieren welcher partei diese menschen nahe stehen.

    also, meiner meinung nach stehen dort auf diesen demos grüne und afd ler zu grössten teilen :))) krass ne.
    die mitte, konservative gläubige, und grösstentels familien mit kindern, sind zuhause und befolgen die regeln.

    und wie siehst du das
    danke für eine bitte bitte ehrliche antwort.

    • Avatar

      leftutti

      18. Mai 2020 23:50 at 23:50

      @md, alter Freund und Haudegen! Wenn du mich so freundlich bittest, fange ich von hinten auf deine Bitte an und arbeite mich nach oben vor:

      Ich bin immer ehrlich, weil ich kein Politiker und kein religiöser Fanatiker bin. Ich bin Wissenschaftler und von Dogmen, Glauben, Hoffnung und vor allem von politischen Lagerbildungen meilenweit entfernt.

      Wer auf den Demos in Stuttgart oder dem immer demonstrierenden Berlin teilnimmt, vermag ich nicht im Ansatz zu sagen. Ich bin ja nicht dabei. Seit einigen Tagen und Wochen habe ich dazu mindestens 50 Artikel gelesen, die darauf hindeuten, dass ein seltsamer und ungewöhnlicher Mix an Menschen demonstriert: Allen voran natürlich die rechtsradikalen Wutbürger, die Verschwörungstheoretiker, die AfD-Brüllbürger gegen alles. Daneben sollen es zahlreiche wirtschaftlich Betroffene aus der Gastronomie, der Tourismusbranche und übergangene Solo-Selbständige sein. Und sicherlich auch ein paar Linksradikale, die wie die Rechtsradikalen gegen alles sind.

      Ich bin kein Grüner per se. Ich sehe sehr wohl die die Schwächen dieser Partei und wäge bei jeder Wahl ab, welche Partei meine Präferenzen gerade am besten vertritt. Das habe ich auch schon mehrfach geäußert. Seit ich wahlberechtigt bin, fallen meinen Entscheidungen sehr unterschiedlich aus, umso mehr, wenn es sich um kommunale Wahlen, Landeswahlen oder Bundeswahlen handelt.

      Ich bin nicht für weniger Konsum, sondern für Nachhaltigkeit. Ich (an)erkenne aufgrund meines Berufes die Notwendigkeit des Klima- und Umweltschutzes. Ich erkenne auch die wirtschaftlichen Potenziale, die darin liegen. Sinnloser Konsum, durch den ein Großteil der produzierten Güter auf dem Müll landen, ist mir zuwider. Sinnvollen Konsum unterstütze ich vorbehaltslos. Menschlichen und tierischen Schweinereien in Schlachthöfen und Zuchtanstalten, der sinnlosen Ausbeutung und Überdüngung von Böden und Gewässern, der horrenden Zerstörung von Wäldern kann ich dagegen wenig abgewinnen.

      Weniger Abgase und saubere Luft sollten für jeden erfreulich sein. Wer anders denkt, ist asozial und degeneriert. Wer meint, einen SUV fahren zu müssen, drei Mal pro Jahr um die halbe Welt fliegen zu müssen, soll das machen. Aber zu entsprechenden und adäquaten Kosten. Es kann und darf doch nicht sein, dass ein Flug nach Mallorca 29 EUR kostet, während eine Bahnfahrt innerhalb Deutschlands das Zehnfache kostet. Wer Dreck und Belastung erzeugt, soll die Kosten dafür tragen.

      Markus Söder ist ein Lügner und Heuchler vor dem Herrn. So, wie er all die bayerischen Solo-Selbständigen und Kleinunternehmer hinters Licht geführt hat, versucht er nun, die allmächtigen und superreichen bayerischen Autokonzerne mit einem Vielfachen weiter zu bereichern. Jämmerlicher und offensichtlicher kann die Abhängigkeit der Politik von Wirtschaftsverbrechern kaum sein. Denke nur an die Abgas-Bescheißereien der letzten Jahre.

      Und last but not least eine Frage von mir: Wie kommst du darauf, dass die Grünen viele Verbote für die Menschen wollen? Welche Verbote meinst du? Was sind viele? Kannst du mir etwa 10 aufzählen, was zwar nicht viel, aber immerhin ein paar wären? Verbote wohlgemerkt, nicht Verteuerungen oder Umschichtungen zugunsten anderer Interessen!

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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